„Geh aufs Ganze!“ feiert Comeback – mit Jörg Draeger und dem Zonk

    Daniel Boschmann wird „Praktikant“ des Zockerkönigs

    Dennis Braun
    Dennis Braun – 24.09.2021, 10:59 Uhr

    Jörg Draeger – Bild: Sat.1/Marc Rehbeck
    Jörg Draeger

    Schon unmittelbar vor seinem Einzug ins „Promi Big Brother“-Weltall bewies Jörg Draeger in einer kurzen Spielrunde, dass er das Zocken keineswegs verlernt hat. Der Moderator der Kult-Gameshow „Geh aufs Ganze!“ liebäugelte nach dem Ende des Formats im Jahr 2003 immer wieder mit einer Neuauflage, allein fand sich bislang dafür kein Sender. Nun geht sein und der Wunsch vieler Zuschauer in Erfüllung: Sat.1 bringt „Geh aufs Ganze!“ schon in diesem Herbst zurück – vorerst allerdings nicht als tägliche Variante.

    Stattdessen sind zunächst drei Ausgaben als Eventprogrammierung in der Primetime geplant, wobei der genaue Sendeplatz noch nicht feststeht. Senderchef Daniel Rosemann: 18 Jahre nach der letzten Folge ‚Geh aufs Ganze!‘ hat uns Jörg Draeger diesen Sommer live in der Auftaktshow von ‚Promi Big Brother‘ bewiesen, mit welcher Passion er noch immer zocken kann – und die Zuschauer:innen haben es geliebt. Dieses überragende Feedback nimmt SAT.1 gerne an.

    Auch der berühmte Trostpreis, von Draeger stets liebevoll „Das schönste Nichts der Welt“ genannt, feiert seine Comeback. Der Zonk und ich, das ist eine perfekte Symbiose zwischen Mensch und Fabelwesen. Wir sind eins, das ist es auch, was damals den Erfolg von ‚Geh aufs Ganze!‘ ausgemacht hat. Ich habe diese Sendung nicht nur moderiert, ich habe sie wie mein eigen’ Fleisch und Blut geliebt, so der Moderator. Jahrelang habe ich mir gewünscht, eine Neuauflage zu machen. Als mir die Ernsthaftigkeit des Unterfangens von SAT.1 klar wurde, war ich beseelt von Euphorie. Das ist die Erfüllung eines Traums, den ich mit 75 Jahren nicht mehr gewagt habe, zu hegen.

    Obwohl Draeger, der in wenigen Tagen 76 Jahre jung wird, noch längst nicht zum alten Eisen gehört, stellt ihm der Bällchensender einen etwas jüngeren Kollegen zur Seite: Daniel Boschmann fungiert als weiterer Moderator und geht beim „Meister des Zonks“ quasi in die Lehre: Das wird episch! Ich mache Praktikum beim Lord of Zonk, beim König des Zockens, dem Mann mit dem Zaubersakko. Ich habe schon oft gesagt: Ich habe mir bei Jörg Draeger viel abgucken können und die Sendung damals locker 3716262718 Mal gesehen. Ich freue mich! ‚Geh aufs Ganze!‘ mit Jörg auf der ganz großen Bühne und ich passe auf, dass er nicht alles gewinnt.

    Boschmann ist Teil des „Frühstücksfernsehen“-Teams, zudem präsentiert er demnächst wieder „Die Gegenteilshow“. Zuletzt konnte er sich mit seiner empathischen Moderation der Sat.1-Spendengala zugunsten der Opfer der Flutkatastrophe profilieren. Ob er auch mit den Kandidaten zocken wird, geht zwar nicht wirklich hervor, dürfte aber als wahrscheinlich gelten. Sollten die drei Primetime-Shows aus Quotensicht erfolgreich sein, wäre schließlich auch eine Rückkehr in den werktäglichen Vorabend denkbar, wo aktuell die Spielshows „Buchstaben Battle“ und „Let the music play“ nur weit unterdurchschnittliche Werte verzeichnen.

    Bei „Geh aufs Ganze!“ wird mit dem Studiopublikum um Autos, Bargeld, Reisen und Motorräder gezockt. Die Mitspieler müssen sich entweder für einen Umschlag, eine Kiste oder eines von drei Toren entscheiden, wobei der Moderator stets versucht, sie von ihrer Entscheidung abzubringen oder ihnen Geld anbietet, um aus dem Spiel auszusteigen. Als Niete fungiert dabei der Zonk, eine kleine rote Stoffmaus, die an jeder Ecke lauern kann. Vor allem Jörg Draegers Menschenkenntnis und die Fähigkeit, seine Kandidaten unterschwellig zu beeinflussen, machten stets den größten Reiz der Gameshow aus.

    Zwischen 1992 und 1996 moderierte er die Show mit großem Erfolg am Vorabend in Sat.1, ehe er zu RTL wechselte und für kurze Zeit von Elmar Hörig abgelöst wurde. Dieser konnte allerdings nicht ansatzweise die Fußstapfen seines Vorgängers ausfüllen, sodass im Mai 1997 vorerst Schluss war. 1999 legte Kabel Eins „Geh aufs Ganze!“ neu auf und holte Draeger wieder an Bord – und mit ihm kam auch der Erfolg zurück. Knapp drei Jahre lang lief die Sendung erneut am Vorabend, 2002 wurde sie für mehrere Wochen in die Donnerstags-Primetime befördert. Dort tat sie sich allerdings eher schwer und wurde ein Jahr später nach sechs letzten Folgen, die sonntags um 19:10 Uhr zu sehen waren, endgültig eingestellt. Ob der erneute Versuch auf dem 20.15-Uhr-Sendeplatz gelingen wird, stellt sich in wenigen Monaten heraus.

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