„Game of Thrones“-Schöpfer George R. R. Martin gibt Updates zu „House of the Dragon“, „The Winds of Winter“

    Westeros-Schöpfer berät alle in Entwicklung befindlichen Serien

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 10.03.2022, 18:01 Uhr

    George R. R. Martin – Bild: HBO/Nick Briggs
    George R. R. Martin

    In einem neuen Blogbeitrag hat der Ein Lied von Eis und Feuer-Schöpfer George R. R. Martin einen Überblick über zahlreiche Projekte gegeben, in die er involviert ist – Ich weiß, ich weiß, schreibt er dabei, für viele von euch zählt nur ein einziges dieser Projekte. Und es tut mir leid für euch: Mir sind sie ALLE wichtig.

    Das eine Projekt, auf das Martin sich bezieht, ist natürlich der sich verspätende sechste Roman der Ein Lied von Eis und Feuer-Reihe mit dem Titel „The Winds of Winter“. Daran habe er 2020 nach eigenen Angaben große Fortschritte gemacht, 2021 weniger – aber eben auch nicht gar keine Fortschritte. Weitere Angaben machte Martin dazu nicht – denn zu dem Roman wird er bei jedem Auftreten befragt.

    Daneben arbeitet Martin an einer Fortsetzung des Westeros-Geschichtsbuches aus der (fiktiven) Feder von Archmaester Gyldayn: Teil eins kam als Fire and Blood im Jahr 2018 auf den Markt, der abschließende zweite Teil ist gerade einige hundert Seiten fortgeschritten. Statt ihn Fire and Blood, Vol. 2 zu nennen, überlegt Martin, ihn „Blood and Fire“ zu taufen. Weiterhin warten die Dunk & Egg-Novellen auf eine Fortsetzung beziehungsweise den Abschluss der Geschichte, mit Ko-Autoren arbeitet Martin an einer Version von Fire and Blood als coffee table book (mit gekürzten Texten, dafür neuen, aufwendigen Illustrationen; wie schon der Geschichtsband The World of Ice and Fire: The Untold History of Westeros and the Game of Thrones). Weiterhin steht in Sachen Büchern noch ein Who’s Who in Westeros an.

    Fernsehserien-Projekte

    Da das Lied von Eis und Feuer Martins Schöpfung ist und seinem Hirn entspringt, sieht er es auch als seine Aufgabe an, dafür zu sorgen, dass alle in Entwicklung befindlichen Serienprojekte in ein und demselben Universum spielen, einem gemeinsamen Kanon folgen (es also keine harten inhaltlichen Widersprüche gibt). Daher wollte Martin auch, nach zahlreichen Spekulationen im Fandom, festgestellt wissen: Er ist sehr involviert in alle neuen Serien. In allen! Während die jeweiligen Autoren und Showrunner ihre Geschichten erzählen, könne halt nur er beraten und bewerten, was in seiner Welt stimmig sei. Angetrieben wird er dadurch, dass er sicherstellen will, dass diese von anderen entworfenen Geschichten ebenfalls großartig werden – und von den bisherigen Entwicklungen zeigt sich Martin begeistert.

    Die Dreharbeiten zur Auftaktstaffel von „House of the Dragon“, bestätigt Martin, sind abgeschlossen. Das Prequel zu „Game of Thrones“ spielt in Westeros knapp 200 Jahre vor der Rebellion von Robert Baratheon. Die ersten Bewegtbilder, die Martin dazu gesehen hat, konnten ihn voll überzeugen.

    Daneben befinden sich mehrere neue Real-Serien für HBO in Entwicklung und auch animierte Serien für HBO Max – über die genaue Anzahl müsse Martin leider Stillschweigen bewahren. Er wisse, dass natürlich nicht alle Projekte in Serie gehen können (so ist das im Fernsehgeschäft), er hoffe aber schon, dass es mehr als eine werde. In Westeros, Essos und den anderen Gebieten gäbe es zumindest Raum für viele unterschiedliche Geschichten – und so seien auch die Projekte sehr vielfältig.

    Auf einige bereits bekannte Projekte (fernsehserien.de berichtete) konnte Martin trotzdem namentlich zu sprechen kommen. Die von Bruno Heller geschriebene Serie um den Reisenden Corlys Velaryon hat nun den Arbeitstitel „The Sea Snake“ (nach Velaryons Schiff) – den vorherigen Arbeitstitel „Nine Voyages“ habe man verworfen, da eine Serie über Nymeria in Arbeit sei, die „Ten Thousand Ships“ heißen würde – und man direkt vermeiden wollte, zwei Serien mit Zahlen im Titel zu haben. Die mythisch verklärte Nymeria hatte einst eine Flotte mit Flüchtlingen vom Ostkontinent Essos ins südliche Westeros gebracht.

    Daneben habe es gute Gespräche mit Steve Conrad gegeben, der an der Umsetzung der Dunk & Egg-Novellen als Serie arbeitet (fernsehserien.de berichtete) und dabei laut Martin eine getreue Adaption anstrebe. Da man uneingeweihte potentielle Zuschauer nicht auf eine falsche Fährte führen wolle, werde man auf den eher humorig anmutenden Titel „Dunk and Egg“ für das Projekt verzichten und diskutiere „A Knight of the Seven Kingdoms“ oder auch „The Hedge Knight“.

    Zu den Animationsserien dürfe er hingegen fast gar nichts sagen, er sei aber begeistert von den ersten Concept-Art-Proben, die er zu sehen bekommen habe. Daneben konnte er früher aufgekommene Gerüchte bestätigen, dass eine Serie in Yi Yi spielen könnte – eine Region fern im Osten von Essos, am östlichen Rad der bekannten Welt. Die an China angelehnte Region trägt genauer gesagt den Namen Golden Empire of Yi Ti, für die Animationsserie ist daher der Titel „The Golden Empire“ geplant.

    Über die weiteren (!) Animationsprojekte dürfe er nun aber wirklich nichts sagen, teast Martin.

    Weitere Projekte

    Daneben bestätigte Martin auch den Fortgang weiterer, zuvor bekannter Projekte: „Roadmarks“ für HBO (fernsehserien.de berichtete), „Dark Winds“ für AMC (fernsehserien.de berichtete) und „Wild Cards“ für Universal Content Productions (fernsehserien.de berichtete).

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1994) am

      Irgendwie steckt er ja in nem Dilema da sie Serie den Büchern schon voraus gibt schon ein Ende!
      Kann sein, dass es da Movtivationsprobleme und er wenig Zeit hat wenn er alle Serien berät!

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