Friedensangebot? „The Daily Show“ verlängert mit Erfolgsmoderator Jon Stewart

David-Ellison-Unternehmen lässt Trump-Kritiker auf dem Bildschirm

Bernd Krannich
Bernd Krannich – 21.10.2026, 13:04 Uhr

Jon Stewart moderiert „The Daily Show“ – Bild: 2026 Paramount
Jon Stewart moderiert „The Daily Show“

Kann man das als Friedensangebot von Skydance-Chef David Ellison werten? Comedy Central hat seinen Vertrag mit Jon Stewart als Teilzeit-Host von „The Daily Show“ bis Ende 2028 verlängert. Damit bleibt der gegenüber US-Präsident Donald J. Trump enorm kritische Moderator bis zur nächsten US-Präsidentenwahl (angesetzt für 7. November 2028) im Amt.

Spätestens seit der Beendigung von „The Late Show with Stephen Colbert“ durch CBS im Vorfeld des Verkaufs von dessen Mutterkonzern Paramount Global (auch Mutterkonzern von Comedy Central) an David Ellisons Skydance gab es Bedenken über Ellisons Bestrebungen, sein Firmenimperium zu vergrößern und das damit verbundene Potenzial, Trump-kritische Stimmen ihrer Plattform zu berauben.

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Da ist die jetzige Verlängerung mit Jon Stewart als Gastgeber und Executive Producer ein ermutigendes Zeichen – auch, wenn die Ausrichtungen der Nachrichtensendungen von CBS News und CNN aus Ellisons Skydance-Imperium natürlich schwerer ins Gewicht fallen und weiter misstrauisch beäugt werden.

Jon Stewart hatte „The Daily Show“ von 1999 bis 2015 zu einem Satire-Schwergewicht gemacht, bei dem sich viele junge US-Amerikaner über Politik informierten. Nach seinem Abschied hatte die Sendung unter Trevor Noah (2015 bis 2022) Schwierigkeiten, populär zu bleiben. Seit Noahs Abschied übernimmt eine Riege von Mitarbeitern die Moderation im wöchentlichen Wechsel. 2024 kehrte Stewart zurück und moderiert seitdem die Sendung immer am Montagabend. Sein aktueller Vertrag läuft bis Ende 2026.

Stand der Trump-kritischen Late-Night

Neben „The Daily Show“ laufen auf größeren Sendern drei weitere Late-Night-Formate mit politischer Satire und einer Berichterstattung, die gegenüber Präsident Trump sehr kritisch ist. Einerseits ist das „Last Week Tonight“ mit John Oliver bei HBO und andererseits die beiden Networksendungen „Late Night with Seth Meyers“ (NBC) und „Jimmy Kimmel Live!“ (ABC).

Während der Zusammenschluss von Skydance und HBO-Mutter Warner Bros. Discovery noch in der Schwebe war, sah man sich bei HBO gezwungen, eine Entscheidung über die Zukunft von „Last Week Tonight“ zu treffen. Als Kompromiss wurde die Show um ein Jahr bis Ende 2027 verlängert (fernsehserien.de berichtete) – zuvor war der Emmy-Dauergewinner zuletzt zweifach um je drei Jahre verlängert worden.

Seth Meyers hatte seinen Vertrag bei NBC im Frühjahr 2025 bis Ende 2028 verlängert. Allerdings hat die allgemein schwierige Lage von Late-Night-Sendungen bei werbefinanzierten Sendern in Zeiten von starker Streaming-Konkurrenz dazu geführt, dass die Sendung ihre Studioband aufgeben musste. Und in diesem Jahr gab es im Sommer eine überlange, siebenwöchige Auszeit – eine Reduktion der jährlichen Staffellänge um knapp 15 Folgen gehörte ebenfalls zur Vertragsverlängerung.

Jimmy Kimmel hatte zuletzt im Sommer 2025 seinen Vertrag bis Ende der Season 2027 verlängert (also bis Ende Mai, nicht bis zum Jahresende). Während es in den vergangenen Monaten Absetzungsgerüchte gab – Trump hat sich Kimmel zum Erzfeind erkoren und hetzt die staatliche Medienaufsicht FCC immer wieder auf den Sender ABC (fernsehserien.de berichtete) -, verhandeln ABC und Kimmel laut Disney-Managerin Dana Walden (als Chief Creative Officer auch für ABC-Content zuständig) über eine Vertragsverlängerung.

Aber auch hier dürften wirtschaftliche Erwägungen wichtig werden. So ist Kimmels YouTube-Kanal zwar erfolgreich, aber da die dortigen Werbeeinnahmen mit YouTube-Betreiber Google geteilt werden müssen, ist er finanziell nicht wirklich lohnenswert für die aufwendige Produktion. Derweil sinken die Zuschauerzahlen in der Late-Night: Einerseits eben wegen der On-Demand-Verfügbarkeit der Inhalte, andererseits wegen eines im Streaming-Zeitalter geänderten Nutzungsverhaltens, das von linearen Programmen weitgehend unabhängig geworden ist.

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