„Last Week Tonight with John Oliver“: Trump kritische Satire Sendung verlängert mit einem „Aber“

John Oliver auch 2027 bei HBO und HBO Max

Bernd Krannich
Bernd Krannich – 03.08.2026, 16:40 Uhr

Bernd das Brot war im September 2025 Thema in „Last Week Tonight with John Oliver“ – Bild: HBO/Screenshot
Bernd das Brot war im September 2025 Thema in „Last Week Tonight with John Oliver“

Eine vorsichtig gute Meldung für Fans von „Last Week Tonight with John Oliver“: Moderator John Oliver hat seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. Längerfristig darf man sich allerdings weiterhin fragen, wie es mit seiner Sendung weitergeht: Denn der Arbeitgeber des Trump-Kritikers dürfte demnächst Trump-Sympathisant David Ellison werden. Seit diesem Jahr und dem Deutschlandstart von HBO Max wird die Satire-Sendung auch in Deutschland veröffentlicht.

Bei Skydance, Paramount und Warner Bros. Discovery herrscht momentan wegen der ungeklärten Zukunft der beiden Unternehmen eine Entscheidungspause: Paramount möchte den Konkurrenten für 118 Milliarden US-Dollar kaufen, doch Vertreter der Unterhaltungsindustrie und Monopolwächter haben Bedenken. Jüngst wurden vor allem in den USA mehrere Klagen eingereicht, die vor Gericht gehen. Diese dürften den geplanten Termin für den Vollzug des Kaufs – September 2026 – hinfällig werden lassen.

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Hier kommt die Casa Oliver ins Spiel: Dessen aktueller Vertrag mit HBO läuft zum Jahresende aus. Zuletzt hatte Oliver mehrere Dreijahresverträge gehabt (bei Late-Night-Talk-Formaten sind mehrjährige Verlängerungen durchaus üblich). Nun hat er also mit den Verantwortlichen von HBO eine – nur – einjährige Verlängerung vereinbart.

Womit der Punkt erreicht ist, wo man tatsächlich auf „Monopol-Bedenken“ verweisen kann: Bevor David Ellison mit seiner Firma Skydance den Kauf von Paramount vollzogen hatte, war bei dessen Sender CBS der Vertrag von Late-Night-Talker Stephen Colbert nicht verlängert worden. Die gesamte Branche unterstellt, dass die scheidende CBS-Führung damit Ellison einen Gefallen tun wollte: Ellison und sein Vater Larry Ellison haben sich als Milliardäre für ihre geschäftlichen Interessen mit US-Präsident Donald J. Trump arrangiert. Colbert, wie nun auch John Oliver, haben sich in ihren Sendungen satirisch-kritisch mit dem und seiner Regierungsarbeit beschäftigt; Trump feuert mit Absetzungs-Forderungen zurück. Bei CBS führte man wirtschaftliche Gründe für das Vertragsende von Colbert an.

Für HBO ist John Oliver vor allem in Sachen Außendarstellung wichtig – viel Geld dürfte mit seiner Sendung nicht verdient werden, sie wird von HBO auch kostenlos bei YouTube angeboten. Aber Oliver und sein Team sind Garanten für Kritikerpreise, haben bisher 32 Emmys für den Premium-Anbieter geholt – und dieses Jahr hat man wieder drei Nominierungen erhalten (die Preisträger werden Anfang bis Mitte September verkündet). Bei so einem Erfolg hat HBO es hingenommen, dass Oliver sich auch gerne mal über seinen Arbeitgeber („business daddy“) lustig macht.

Für Ellisons Unternehmungen könnten die Prioritäten anders aussehen, da für ihn ein gutes Verhältnis zur Regierung Trump sehr wichtig ist. So hatte etwa die „offizielle“ Monopolbehörde der US-Regierung, die FCC, den WBD-Aufkauf durchgewunken.

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