Ernie als Obdachloser und Sponge-Bob mit Sprengstoffgürtel

    Berliner Ausstellung verschandelt Helden des Kinderfernsehens

    Mario Müller – 25.04.2012, 11:55 Uhr

    Sesamstraße – Bild: NDR/Uwe Ernst
    Sesamstraße

    „Puuh, der Bär“, hat sich erhängt, das „Sandmännchen“ fiel einer Überdosis Schlaftabletten zum Opfer und Ernie aus der „Sesamstraße“ bettelt als Obdachloser auf dem Bürgersteig. „Wie werden Helden in unserer Gesellschaft aufgebaut?“, fragt die Künstlerin Patricia Waller. Sie hat aus den Helden der Kindheit große, scheiternde Puppen gehäkelt und stellt ihre teils verstörenden Objekte derzeit in Berlin aus.

    Da schnallt sich „SpongeBob“ einen Sprengstoffgürtel um, „Spider-Man“ hat sich in seinem eigenen Netz verfangen und Minnie Mouse liegt vergewaltigt am Boden, den Schlüpfer um die Knöchel gewickelt. Patricia Wallers Häkelfiguren sind ironisch bis brutal, sie entzaubert die Helden der Popkultur, setzt sie in ein Spannungsfeld zwischen den Themen des sozialen Abstiegs und dem sehr weiblichen traditionellen Hobby des Häkelns, den korrekten Maschen und knalligen Farben.

    Wer mag und das nötige Kleingeld mitbringt, kann für 180 Euro ein Bild von Ernie mitnehmen – oder für 25.000 Euro auch gleich die ganze Häkelfigur des „Sesamstraßen“-Bewohners.

    „Broken Heroes“ in der Galerie Deschler in der Auguststraße in Berlin-Mitte läuft noch bis zum 30. Juni. Für Kinder ist die Ausstellung sicher nur bedingt geeignet, es sei denn, die Eltern erklären gern, warum sich Hello Kitty da ein Messer an die Brust setzt.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1960) am melden

      Wer den Lebensweg mancher Kinderstars kennt kann dieser Hommage nur Respekt zollen...
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