„Dinner for One“: Alle TV-Termine an Silvester 2021 im Überblick

    „The same procedure as every year“ läuft 14 Mal in Deutschland

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 30.12.2021, 18:30 Uhr

    „Dinner for One“ mit Freddie Frinton als Butler James und May Warden als Miss Sophie – Bild: NDR/Annemarie Aldag
    „Dinner for One“ mit Freddie Frinton als Butler James und May Warden als Miss Sophie

    Es ist weder eine Serie noch eine Reihe – und dennoch die am häufigsten wiederholte Fernsehsendung Deutschlands: Der Schwarzweiß-Klassiker „Dinner for One“ gehört für die Deutschen zu Silvester wie „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ zu Weihnachten. Der in Großbritannien nahezu unbekannte Sketch wird auch 2021 wieder mehrfach am 31. Dezember gezeigt – insgesamt 14 Mal im Ersten und den Dritten der ARD. Hinzu kommen mehrere abgewandelte regionale Versionen, die ebenfalls wieder laufen. fernsehserien.de präsentiert alle Termine im Überblick (Änderungen vorbehalten):

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    Der Inhalt ist schnell erzählt: Die alte Miss Sophie (May Warden) feiert ihren 90. Geburtstag allein mit ihrem Butler James (Freddie Frinton), der reihum Sophies bereits verstorbene Freunde Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom vertreten und jeweils in ihrem Namen auf Miss Sophie trinken muss. James wird immer betrunkener und fällt regelmäßig über den Tigerkopf-Teppich – eigentlich war vom NDR ein Eisbärenfell vorgesehen, doch Frinton bestand auf dem von ihm mitgebrachten Tiger. „Dinner for One“ ist ein Meisterwerk der Physical Comedy und ein zeitloser Klassiker. Besonders der ständig wiederkehrende Wortwechsel The same procedure as last year, Miss Sophie?The same procedure as every year, James! wurde zum Kult.

    Obwohl der 18-minütige Schwarzweiß-Sketch mit englischen Darstellern in englischer Sprache gedreht wurde, handelt es sich um eine deutsche Produktion, bei der Heinz Dunkhase Regie führte. Freddie Frinton besaß die Rechte an dem 1948 verfassten Sketch. Er hatte sie dem Autor Lauri Wylie abgekauft. Zum ersten Mal war er bereits am 8. März 1963 in der Sendung „Guten Abend, Peter Frankenfeld“ zu sehen. Peter Frankenfeld und der Regisseur Heinz Dunkhase hatten Frinton und Warden mit dem Sketch bei einem Besuch im englischen Blackpool entdeckt und sofort verpflichtet. Der NDR nahm ihn kurz darauf noch einmal neu auf und strahlte ihn in dieser Fassung erstmals am Samstag, 8. Juni 1963 um 21:30 Uhr in der ARD aus. Diese ist zugleich die seitdem regelmäßig wiederholte Fassung. Frinton hatte sich geweigert, den Sketch in deutscher Sprache aufzuführen, war aber 1968 zu einer Neuverfilmung in Farbe bereit. Dazu kam es jedoch nicht mehr, da Frinton drei Wochen vor dem geplanten Aufzeichnungstermin verstarb.

    Die Ansage vor dem Sketch übernahm Heinz Piper, der während der Aufzeichnung einen verhängnisvollen grammatikalischen Fehler machte. Er sagte nämlich „The same procedure than last year“, was Proteste von Englischlehrern auslöste. Daraufhin schnippelte der NDR an der Tonspur herum und klebte Herrn Piper nachträglich das korrekte as auf die Lippen, das er in einer Probeaufzeichnung gesagt hatte. Seit 1988 ist die einwandfreie Einleitung zu hören.

    Seit 1972 läuft der Sketch jedes Jahr am Silvesterabend in allen dritten Programmen, wodurch der Satz The same procedure as last year noch eine zweite Bedeutung bekam. An Silvester 1999 strahlte der NDR erstmals zwei zusätzliche Versionen aus: eine nachgespielte auf Plattdeutsch und die nachkolorierte Originalfassung. Mehrere Sender zogen in den darauffolgenden Jahren nach und produzierten eigene Varianten. Inzwischen gibt es unter anderem eine hessische, eine nordhessische, eine Schweizer und mehrere kölsche Versionen. Der KiKA strahlte zudem seit 2003 „Dinner für Brot“ mit Bernd das Brot aus. Schließlich veröffentlichte 2016 auch der Streamingdienst Netflix eine eigene Neuauflage. Das Original wurde in Großbritannien erst 2018 auf dem kleinen Spartensender Sky Arts erstausgestrahlt.

    Zudem wird es 2021 eine brandneue deutsche Interpretation geben: Weil Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf im Rahmen ihrer Show „Joko & Klaas gegen ProSieben“ verloren haben, „müssen“ sie ihrem Sender an Silvester ein „Dinner for One“ spendieren. Am 31. Dezember strahlt ProSieben die TV-Premiere von „Silvester für Eins“ aus (fernsehserien.de berichtete).

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1963) am

      Hatte das gestern Abend auch wieder geguckt.
      Das ist neben Ekel Alfred's "Sylvesterpunsch" halt eben Pflicht!! Kein Silvester ohne diese beiden Sendungen. Das ist nun mal so...
      Das einzige, was ich doch bemängeln muss - wieso sind da keine deutschen Untertitel vorhanden?!?
      Nicht jeder kann so gut Englisch sprechen - obwohl ich eigentlich kein Fan von Untertiteln bin.
      Aber anhand Szenen kann man schon verstehen, um was sich da das dreht...
      • am

        Pro 7 vergessen mit Joko und Klaas, 20.15
        Leider kann ich es nicht aufnehmen, weil bei mir der Sender Prosieben Maxx heißt.
        Es wurde immer gesagt, daß es Peter Frankenfeld nach D gebracht hat. Das ist falsch, die beiden waren schon vorher in der Künneke-Show.
        Ich hätte gern auch andere Dialektversionen. Ich weiß, daß es es auf Bayrisch und Wienerisch gibt.
        • am

          Pro7 Maxx ist doch ein eigener Sender, hat ein ganz anderes Programm als Pro7! An Ihrer Stelle würde ich nochmal genauer auf meine Senderliste schauen, ggfs. einen neuen Sendersuchlauf machen.
      • am via tvforen.de

        Ich habe es nur einmal gesehen, nämlich als ich einen Videorecorder hatte und es aufnehmen konnte. Es lief nämlich immer, wenn wir in der Kirche oder am Futtern waren - damals gab es im unseren Haus nur ein drittes Programm zu gucken. Dann war ich davon nicht sonderlich angetan, obwohl ich von der Entstehungsgeschichte wusste und dass Peter Frankenfeld davon ganz begeistert war.

        Haltet ihr den Sketch für überragend?
        • am

          Ich würde ja gerne auch mal die Ur-Version aus "Guten Abend, Peter Frankenfeld" sehen. Aber auch wenn andere Versionen nicht schlecht sind, bleibe auch ich am Liebsten beim "Original".
          • am

            14x - Was für eine Verschwendung von Programmzeit! Da fragt man sich echt, wozu Mediatheken erfunden wurden. Da kann man es übrigens jetzt schon sehen - wahlweise sw oder in Farbe - und ich bin sicher, das funktioniert auch Silvester noch.
            • (geb. 1963) am

              Was willst du denn an Sylvester stattdessen sehen? Die 20 Minuten auf jedem Regionalprogramm tun keinem weh. Mag sein, das auch dieses Jahr Corona-bedingt mehr Leute in die Glotze schauen, aber so hat man wenigstens die freie Wahl, wann; denn so merkwürdig es dir erscheinen mag: noch hat nicht jeder einen Smart-TV mit Internetzugang. Außerdem ist es irgendwie nicht dasselbe...
            • (geb. 1963) am

              Wieso 14 mal?!? Weil es doch egal ist, wie oft es ausgestrahlt wird.
              Wir haben hier genug Sender bei uns...
            • (geb. 1963) am

              Bin (auch) ganz deiner Meinung...
          • (geb. 1976) am

            ich werde auf jeden Fall das ORIGINAL schauen. Wie jedes Jahr!

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