Die 14 TV-Wunschliste-Buchtipps für Weihnachten

    Fernsehen gehört gelesen!

    Das wunschliste.de-Redaktionsteam – 06.12.2006

    14 vom wunschliste.de-Redaktionsteam auf Information, Spannung, Lesevergnügen sowie Geschenks- bzw. Wunschzettel-Tauglichkeit geprüfte Empfehlungen aus der Literatur rund ums Thema Fernsehen – vom Thriller bis zu Hintergründigem aus der TV-Serienwelt, von der doppelbödigen Liebesgeschichte und Biografischem bis zum Standardnachschlagwerk: Neuerscheinungen, Liebhaberstücke und Evergreens.


    Michael Reufsteck, Stefan Niggemeier: „Das Fernsehlexikon. Alles über 7000 Sendungen von Ally McBeal bis zur ZDF Hitparade“
    Was dem Mediziner der „Pschyrembel“, dem Lateiner der „Stowasser“ und dem Mozartfan sein „Köchelverzeichnis“ ist, nämlich unentbehrlich, ist dem gelernten Medienkonsumenten mit Hauptfach deutsches TV mittlerweile „Das Fernsehlexikon“. Das ebenso informative wie hochgradig amüsant geschrieben, 1512 Seiten dicke Standardnachschlagwerk mit einem Vorwort von Bastian Pastewka lag bereits im Vorjahr unter diversen Weihnachtsbäumen und empfiehlt sich auch zum diesjährigen Fest als Geschenk „für alle, die eigentlich lieber fernsehen.“ Leser berichten, am 24.12. bei D wie „Derrick“ aufgeschlagen und nach gefühlten eineinhalb Stunden am 26.12. bei „Yes Minister“ erstmals das Buch wieder aus der Hand gelegt zu haben. Kurz.
    (Auszüge aus dem „Fernsehlexikon“ finden sich seit wenigen Wochen auch auf vielen Serienseiten von wunschliste.de.)


    Thomas Glavinic: „Der Kameramörder“
    Ein hochspannender Thriller inklusive Kritik an der Sensationslust der Fernsehsender samt ihrer Zuseher – nur geeignet für erwachsene Leser mit stabiler Psyche und starken Nerven. In einem kleinen Dorf unweit von Graz hat ein Psychopath Marke „sonst völlig unauffällig“ nicht nur einen Doppelmord begangen, sondern das Zelebrieren seiner Tat selbst mit der Videokamera aufgenommen. Das Band kommt in die Hände eines deutschen Privat-TV-Senders, der die „entscheidenden Szenen“ des Videos tatsächlich ausstrahlt und sich mit der gelegentlichen Einblendung des Hinweises „Dies ist kein Sensationsvideo. Es ist der hilflose Versuch zur Aufarbeitung einer unfassbaren Tragödie“ rechtfertigt. Verfasst ist „Der Kameramörder“ als höchst detaillierter Bericht der Geschehnisse aus der Sicht eines Steiermark-Urlaubers, den man nicht so schnell vergisst.


    Wolf Haas: „Das Wetter vor 15 Jahren“
    „Eines der unterhaltsamsten und intelligentesten Leservergnügen, die die deutsche Literatur in den letzten Jahren zu bieten hatte“, befand die „FAZ“ über das Buch, das seit September sowohl in Deutschland als auch in Österreich auf den Bestsellerlisten beständig im Spitzenbereich zu finden ist. Nach seinen Kommissar Brenner-Krimis („Komm, süßer Tod“ und „Silentium!“ wurden mit dem Kabarettisten Josef Hader in der Hauptrolle verfilmt) thematisiert der Salzburger Wolf Haas eine in ein Interview verpackte deutsch-österreichische Liebesgeschichte, in der ein (fiktiver) schüchterner Wettkönig bei Gottschalks „Wetten, dass … ?“ eine nicht unbeträchtliche Rolle spielt: Viktor Kowalski aus dem Ruhrpott wettet, dass er die exakten Wetterdaten jedes einzelnen Tages der letzten 15 Jahre in einem 800 km entfernten Tiroler Bergdorf kennt. Denn dort lebt die Tochter jener Zimmervermieter, bei denen Familie Kowalski früher regelmäßig ihren Sommerurlaub verbrachte … 


    Ein sachdienlicher Hinweis an das Christkind sowohl in Deutschland, als auch in der Schweiz und in Österreich: Stefan Ummenhofer, Michael Thaidigsmann und Ralf Döbele (letzterer sitzt auch im Redaktionsteam von wunschliste.de) haben sich auf die Spuren eines Fernsehklassikers begeben, der vor allem sein junges Publikum durch Form und Inhalt ebenso faszinierte wie (unbeabsichtigt) traumatisierte. „Aktenzeichen XY … ungelöst. Kriminalität, Kontroverse, Kult“ erzählt kompetent und stilistisch erfrischend von der Entstehung der Serie, von allen XY-Moderatoren, den Sprechern der Filmfälle und den Leitern der Aufnahmestudios. Das Buch erinnert an XY-“Dauerbrenner“ wie Trampen und den Terror der RAF, an alle gezeigten Filmfälle von 1967 bis 2004 und widmet sich u.a. ausführlich den 30 spektakulärsten XY-Fällen, wobei Mordfälle aus den ersten 30 Sendungsjahren mit Eduard Zimmermann im Mittelpunkt stehen. Allen Vertretern der Generation TV-Kult sei das Kapitel „Kult“ ans Herz gelegt, das Phänomene wie „75er Braun – Das Kult-Studio“, „Jetzt hab ich das kaputt gemacht – Ganoven-Ede und die Technik“, „Was du wieder hörst …  – Alltag in Filmfällen“, „Lasst uns dancen! – Musik und Jugendkultur in XY“ oder „Computeranimation nennt man das – Titelmelodien und Vorspänne“ analysiert.


    Kurt Tozzer, Martin Majnaric: „Achtung Sendung. Höhepunkte, Stars und exklusive Bilder aus 50 Jahren Fernsehen“ lautet die dringende Empfehlung an das österreichische Christkind. Mit vielen wunderbaren Bildern und äußerst informativen Texten vermittelt das Buch einen Eindruck davon, welche Schätze seit 1955 tief im ORF-Archiv schlummern. Beginnend mit dem Fernseh-Versuchsprogramm (einer Diskussionssendung zum Thema „Wird das Fernsehen der Presse schaden?“) über österreichische TV-Klassiker wie „Ein echter Wiener geht nicht unter“, den „Club 2“, „Kottan ermittelt“ oder „Ringstraßenpalais“ spannt sich der nostalgische Bogen bis zu „Phettbergs nette Leit Show“ oder der fröhlichen Big Brother-Variante „Taxi Orange“. Klass war’s, seinerzeit!


    Die im Oktober 2006 erschienene „Gesammelte Prosa“ von Loriot verspricht auf 750 Seiten sämtliche Texte Vicco von Bülows, der kürzlich seinen 83. Geburstag gefeiert hat – nämlich „jedes von Loriot jemals geschriebene Wort, zum ersten Mal komplett, in der richtigen Reihenfolge und mit allen notwendigen Satzzeichen versehen, gesammelt in einem handlichen, schönen Band.“ Die Ausgabe ist unbebildert, dafür aber inklusive der legendären TV-Sketche (Stichwort Lottogewinner, Hoppenstedts, Herren im Bad), aller „Dramen, Geschichten, Festreden, Kochrezepten, dem legendären Opernführer und etwa zehn Gedichten“ sowie zwei Registern im Anhang, die alle Titel, Zitate und Quellen der Erstveröffentlichungen beinhalten.


    Thilo Hydra: „Bella Block – Filme, Fakten, Hintergründe“
    Nach über zehn Jahren Bella Block im ZDF liegt seit 2005 ein unentbehrliches Nachschlagewerk für Fans der Autorenkrimis mit Tiefgang vor. Die Besprechungen der einzelnen Filme sind sehr detailliert. Bei der jeweils anschließenden Bewertung muss man die Meinung des Autors nicht immer teilen, zum Nachdenken regen seine Ausführungen aber auf jeden Fall an. Biografisches über die Hauptdarstellerin findet man hier ebenso, wie zahlreiche Interviews. Im Gespräch mit Hannelore Hoger (Bella Block), Rudolf Kowalski (Simon Abendroth), sowie mit vielen Regisseuren und Autoren der Reihe erhält der Leser unverzichtbare Einblicke in die kreativen Prozesse hinter den Filmen.


    Alan Ball, Alan Poul: „Six Feet Under – Better Living Through Death – Gestorben wird immer“
    Das Autorenteam rund um Serienerfinder Alan Ball hat die Beiträge für dieses Begleitbuch selbst zusammengestellt, das sich ganz persönlichen Erinnerungsstücken der Fisher-Familie widmet. Liebevoll und grafisch brillant wird so die Vergangenheit der einzelnen Figuren nachgezeichnet. Ein Brief von Nathaniel an Ruth aus dem Vietnamkrieg, Kinderfotos von Nate, David und Claire, ein Kapitel des berüchtigten Buches „Charlotte Light and Dark“ über Brendas Kindheit, Davids Zeugnis aus der ersten Klasse (Sport: 3-) und Claires Kunstwerke sind nur einige der Erinnerungsstücke, die hier für die Fans lebendig werden. „Better Living Through Death“ ist kreativ, aufwändig, charmant – und für jeden „Six Feet Under“-Fan unverzichtbar.


    Horst Jaedicke: „Tatort Tagesschau Eine Institution wird 50 … 
    Horst Jancke, Mann der ersten Stunde bei der „Tagesschau“, wirft einen Blick zurück in die Anfangsjahre dessen, was bald zu einer deutschen Institution wurde. Die damalige Senderpolitik wird dabei ebenso zum Thema wie die Art der Berichterstattung in den Überresten der Wochenschau, aus denen die „Tagesschau“ am Anfang noch bestand. Anekdoten, zahlreiche Bilder und Portraits der bekanntesten Gesichter vor der Kamera dürfen bei diesem Rückblick auf eines der wichtigsten Kapitel deutscher Fernsehgeschichte natürlich nicht fehlen.


    Senta Berger: „Ich hab ja gewusst, dass ich fliegen kann!“
    Die kurzweilige Lektüre dieser ausgezeichneten Autobiografie vergeht tatsächlich wie im Flug. Senta Berger entpuppt sich als gekonnte Erzählerin und nimmt den Leser mit in ihre Kindheit und die Anfangsjahre ihrer Karriere beim Theater und Film. Die wichtigsten Menschen in ihrem Leben werden dabei liebevoll nachgezeichnet. Das Wien der Nachkriegszeit erwacht hier ebenso wieder zum Leben, wie das Hollywood der 60er Jahre – das wohl auch vom ausgewachsenen Chauvinismus mancher vermeintlicher Filmlegenden geprägt war. Bergers Stärken auf dieser sehr persönlichen Reise bis zum Beginn der 70er Jahre sind ihr Witz, ihr Charme, aber auch ihre Ehrlichkeit.


    Patrick White: „The Complete Mission: Impossible Dossier“ (Englisch)
    „Your mission, should you choose to accept it“
    Von 1966 bis 1973 kündigten im US-Fernsehen sich selbst zerstörende Tonbandnachrichten neue Missionen für die „Impossible Missions Force“ und deren Teamleiter Dan Briggs (Steven Hill) und Jim Phelps (Peter Graves) an. Passend zur DVD-Veröffentlichung von „Kobra, übernehmen Sie“ bietet Patrick J. Whites mittlerweile bereits 15 Jahre altes Kompendium auf 450 Seiten umfassende Hintergründe zu jeder einzelnen der „Mission: Impossible“-Fernsehfolgen, sowie zur Entstehungsgeschichte des Kult-Klassikers. Die Neuauflage „In geheimer Mission“ aus den 80er Jahren wird ebenfalls berücksichtigt, die Kinofilme mit Tom Cruise jedoch nicht. Für eingefleischte „Kobra“-Fans dürfte dies aber wohl eher ein Vorteil sein. Die schmökern lieber in den Abschriften jeder der ca. 150 Tonbandnachrichten und suchen nach der gestürzten Diktatur ihrer Wahl. „Good luck, Jim!“


    Volker Uhl (Hrsg.): „Jeden Tag den Tod vor Augen – Polizisten erzählen“
    Jedem, der sich abseits von Verfolgungsjagden und „Tatort“-Sonntagen für den realen Alltag deutscher Polizisten interessiert, sind die Bücher der „Polizeipoeten“ zu empfehlen. Dieses Projekt, gestartet als Online-Portal (www.polizeipoeten.de), bietet Polizeibeamten die Möglichkeit, einschneidende Erlebnisse in schriftlicher Form zu verarbeiten. Die Kurzgeschichten sind geprägt von Offenheit und berühren durch die Einblicke in das Seelenleben der Autoren in Uniform, die sich jeden Tag mit Problemen befassen müssen, die uns alle angehen. „Tatort“-Kommissarin Maria Furtwängler bringt es mit ihrem Vorwort zu dieser Veröffentlichung auf den Punkt: „Die Wahrheit ist noch immer die größte Geschichte … “


    Alexej Leonov & David Scott: „Zwei Mann im Mond – Wie aus zwei Rivalen im Weltall Freunde fürs Leben wurden“
    Für viele steht kaum etwas mehr für Fernsehnostalgie, als die Live-Übertragungen der Apollo-Mondmissionen Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre. Einen äußerst spannenden Blick hinter die Kulissen des Weltraumwettlaufs zwischen USA und UdSSR bietet nun diese doppelte Autobiografie. Alexej Leonov war der erste Kosmonaut, der einen Weltraumspaziergang durchführte, David Scott kommandierte die Apollo 15-Mission und stand Tom Hanks als Berater für seine Mini-Serie „From The Earth To The Moon“ zur Seite. Ihre Lebensumstände hätten nicht unterschiedlicher sein können, und dennoch folgten sie auf unterschiedlichen Seiten des Erdballs dem gleichen Ziel: eines Tages auf dem Mond spazieren zu gehen. Die persönlichen Erlebnisse und Empfindungen der beiden jahrzehntelangen Freunde zwischen Erfolgen und Rückschlägen stehen hier im Mittelpunkt, nicht die technischen Facetten der konkurrierenden Weltraumprogramme. Gerade das macht diese Aufarbeitung so lesenswert.


    Thomas Höhl & Mike Hillenbrand: „Dies sind die Abenteuer – Star Trek: 40 Jahre“
    40 Kapitel aus 40 Jahren Star Trek verspricht und liefert das Buch, das versucht, sich – statt mit Altbekanntem zu beschäftigen – auf die Suche nach Geschichten, Einsichten und Meinungen zu begeben, die ungewöhnlich, spannend und noch völlig unerforscht sind – eben so wie das Star-Trek-Universum. Dabei fand man Antworten auf Fragen wie „Sah das ZDF in Raumschiff Enterprise wirklich nur eine Kinderserie?“, „Wer ist der Captain of all times? Shatner oder Stewart?“ oder „Weshalb waren die Filmcrews der „Next Generation“ und „Star Trek: Voyager“ verfeindet?“. Dazu gesellen sich verblüffende Insider-Interviews, zahlreiche Anekdoten und über 160 Zitate von Star-Trek-Fans aus allen Schichten und Altersklassen. Nicht nur für Hardcore-Trekkies!

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

      weitere Meldungen