Inkorporationszeremonie der freiwilligen Legionäre der LVF, die für den Kampf gegen den Bolschewismus angeworben wurden, in der Kaserne Borgnis-Desbordes in Versailles
Bild: Musée de la Résistance nationale de Champigny-sur-Marne
Während des Zweiten Weltkriegs kämpften Zehntausende Franzosen freiwillig an der Seite der deutschen Wehrmacht – in Weißrussland, Polen, Frankreich und Deutschland. Sie folgten dem Aufruf von Kollaborationsführern wie Jacques Doriot, Marcel Déat, Joseph Darnand oder Fernand de Brinon und stellten sich in den Dienst der nationalsozialistischen Ideologie. Zunächst dienten sie in der „Légion des volontaires français“ (LVF), später in der SS-Division „Charlemagne“. Noch im Mai 1945 gehörten französische SS-Angehörige zu den letzten Verteidigern des „Führerbunkers“ in Berlin. Doch ihr Einsatz war nicht nur militärisch: Ab 1941 wurden die französischen Freiwilligen vor allem im Hinterland der Ostfront zur Partisanenbekämpfung eingesetzt – und waren dabei aktiv am Holocaust sowie an Massakern an der Zivilbevölkerung beteiligt.
In Frankreich selbst ging die Milice française mit brutaler Härte gegen Widerstandskämpfer vor und verübte willkürliche Morde an verdächtigen Zivilisten. Nach Kriegsende hatte die französische Justiz große Schwierigkeiten, das volle Ausmaß dieser Verbrechen – insbesondere in Osteuropa – zu erfassen. Viele Täter kamen mit milden Strafen davon oder entgingen einer Verurteilung ganz.
Amnestiegesetze sorgten dafür, dass dieses dunkle Kapitel der französischen Geschichte weitgehend aus dem kollektiven Gedächtnis getilgt wurde. Der Dokumentarfilm korrigiert die lange Zeit vorherrschenden, verklärten Darstellungen überlebender Freiwilliger. Anhand bisher unveröffentlichter militärischer, gerichtlicher und privater Quellen zeigt er die ungeschönte Realität der begangenen Verbrechen – und die direkte Beteiligung dieser Franzosen am Holocaust. Gleichzeitig wirft er einen Blick auf die Kontinuitäten rechtsextremer Bewegungen, deren politische Erben in Frankreich heute erneut nach der Macht greifen. (Text: arte)
Deutsche Streaming-PremiereDi. 10.03.2026arte.tvDeutsche TV-PremiereDi. 17.03.2026arte
Der Film dokumentiert auch Verbrechen von Angehörigen der SS-Division „Charlemagne“, die vor allem aus kollaborierenden französischen Freiwilligen bestand, darunter auch Soldaten aus französischen Kolonien sowie aus Indochina. Benannt wurde sie nach dem fränkischen König und Kaiser Karl dem Großen. Nach Kriegsende hatte die französische Justiz große Schwierigkeiten, das volle Ausmaß dieser Verbrechen, insbesondere in Osteuropa, zu erfassen. Viele Täter kamen mit milden Strafen davon oder entgingen einer Verurteilung ganz. Amnestiegesetze sorgten dafür, dass dieses dunkle Kapitel der französischen Geschichte weitgehend aus dem kollektiven Gedächtnis getilgt wurde.
Der Dokumentarfilm korrigiert die lange Zeit vorherrschenden, verklärten Darstellungen überlebender Freiwilliger. Anhand bisher unveröffentlichter militärischer, gerichtlicher und privater Quellen zeigt er die ungeschönte Realität der begangenen Verbrechen – und die direkte Beteiligung dieser Franzosen am Holocaust. Gleichzeitig wirft er einen Blick auf die Kontinuität rechtsextremer Bewegungen, deren politische Erben in Frankreich heute erneut nach der Macht greifen. (Text: arte)
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