zurückStaffel 8, Folge 1–2weiter

    • Staffel 8, Folge 1 (45 Min.)

      Überall in der Natur treffen wir auf rätselhafte, geradezu unheimliche Strukturen: Säulen, die wie gemeißelte Sechsecke in die Höhe ragen. Riesige Dünen, wie mit dem Kamm gezogen. Perfekte Kristalle, so groß wie ein Mehrfamilienhaus. Selbst am Himmel scheint ein unsichtbares Räderwerk für ewige Ordnung zu sorgen. Was bedeutet diese erstaunliche Harmonie im Universum? Strebt die Natur nach Vollkommenheit? Gibt es eine Erklärung? Regelmäßige Sechsecke finden sich in überraschender Vielfalt in der Natur. Die unterschiedlichsten Kristalle, sogar Schneeflocken, scheinen diese Form zu bevorzugen. Bienen bauen ihre Waben nicht etwa röhrenförmig, sondern sechseckig – aus gutem Grund. Auf unterschiedlichen Kontinenten findet man sechseckige Basaltsäulen, beispielsweise an Irlands Küste. Hier wollte ein Riese einen Damm nach Schottland bauen, so die Legende. Kleinste Objekte fügen sich zu überraschenden Strukturen und Formen: Der Sand in der Namibwüste formt gleichmäßige Sicheldünen – ganz so, als wüsste jedes Körnchen genau, wo es hingehört. Natürlich ist der Wind die gestaltende Kraft, aber warum verteilt er den Sand nicht gleichmäßig in der Ebene? Auch auf dem Mars haben Sonden inzwischen Bilder von faszinierenden Dünenlandschaften geliefert. Wie ist das möglich in einer Atmosphäre, 150 Mal dünner als die der Erde? Und dort entstehen sogar noch viel höhere Dünen, die regelmäßig aufgeschichtet faszinierende Landschaften bilden. Schon Urvölker haben das Rätsel der Harmonie studiert und auf ihre Weise gelöst: Sternzeichen, die zu bestimmten Jahreszeiten immer wieder auftauchen, wurden in den Kosmos der Legenden integriert. So sahen zum Beispiel die Blackfoot-Indianer Nordamerikas in den Plejaden sechs Waisenkinder, denen man einst wärmende Büffelfelle verwehrt hatte. Nun nahmen die Kinder jedes Jahr die Büffel mit sich, wenn sie unter dem Horizont verschwanden. Ein Mythos mit einer entscheidenden Bedeutung für die aufwändige Treibjagd, bevor es auf dem Kontinent Pferde und Gewehre gab. Zu Beginn der Neuzeit verlieren in Europa die Sagen hinter den Sternzeichen an Bedeutung. Der Himmel gilt als ewig und unveränderlich. Doch 1572 entdeckt der dänische Astronom Tycho Brahe einen neuen, hellen Stern. Das Ende der himmlischen Harmonie? Was damals das Bild vom Himmel revolutionierte, war jedoch nicht die Geburt, sondern der Untergang eines Sterns. Sein Ende bedeutet gleichzeitig einen neuen Anfang: ein Kreislauf, in dem neue Materie entsteht, der neue Sterne und Planeten hervorbringt. Die Harmonie, die uns beim Blick in die Natur staunen lässt, findet sich aber auch in uns selbst. Als der griechische Mathematiker und Philosoph Pythagoras den Klang der Hämmer einer Schmiede hörte, begann er zu studieren, was einen harmonischen Klang ausmacht. Ihm wird der Satz zugeschrieben: „Das Wesen des Kosmos ist die Zahl.“ Damit legte er den Grundstein der Harmonielehre. Heute wissen wir, dass unser Klangempfinden auch etwas mit der Entwicklung unserer Sinne zu tun hat. Und das gilt offensichtlich nicht nur für das Hören. Menschen aller Kulturen empfinden bestimmte Proportionen als „schön“ oder „harmonisch“. In der Renaissance machten sich berühmte Künstler daran, als harmonisch empfundene Proportionen zu erforschen. Leonardo da Vinci und Michelangelo begaben sich dazu sogar in einen Wettstreit. Die Wahrheit in der Natur zu ergründen, war ihnen ein Anliegen. Und sie stießen damit auf ein harmonisches Prinzip, das bis heute Gültigkeit hat. Prof. Harald Lesch deckt die Rätsel der Harmonie im Universum auf, er ergründet, wie es dazu kam und welche Bedeutung das Harmonische, das Regelmäßige, das Schöne für uns hat. Und wir erfahren, warum das junge Universum ein Milliardstel Disharmonie brauchte, um all das überhaupt entstehen zu lassen. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: So 29.09.2013 ZDF
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      2. Cast
      3. Sendetermine
    • Staffel 8, Folge 2 (45 Min.)

      Kann man seinem Schicksal entrinnen? Einst kündeten Orakel, Wahrsager und Sterndeuter von der Vorsehung. So hatten etwa die Helden der Antike kaum eine Wahl, sie mussten sich der Macht des Schicksals beugen. Und auch heute glauben viele an einen vorbestimmten Weg. Wo führt er hin, was bringt die Zukunft? Wenn man nur die Zeichen des Schicksals lesen könnte. Astrologie im Weißen Haus: Sterndeuter sollen die Entscheidungen des einst mächtigsten Mannes der Welt beeinflusst haben, Ronald Reagan. Seine Ehefrau, so heißt es, ließ ihren Mann keinen Termin wahrnehmen, ohne zuvor ihre Astrologin befragt zu haben. Damit fügte sich der ehemalige US-Präsident in eine lange Tradition. Seit jeher hatten die Mächtigen der Welt Berater, die Himmelserscheinungen deuteten und damit politische Entscheidungen beeinflussten. Bei den Chinesen galten zum Beispiel Sonnenfinsternisse als Zeichen göttlicher Vorsehung. Wer diese Zeichen vorhersagen konnte, besaß Ansehen und Macht. Der Wettstreit der frühen Astrologen um die Deutungshoheit hatte weitreichende Folgen für die Entwicklung der modernen Astronomie. Ungewöhnliche Himmelserscheinungen galten noch im Mittelalter als göttliche Schicksalsboten. Von deren Bedeutung erzählt ein Teppich, der Ende des 11. Jahrhunderts gestickt wurde: der Teppich von Bayeux. Eines der Motive: ein Komet, der von den Menschen bewundert wird. Der Teppich von Bayeux erzählt die Geschichte einer der berühmtesten Schlachten Englands: Bei Hastings fordert Herzog Wilhelm von der Normandie den englischen König Harold Godwinson heraus – und besiegelt damit das Schicksal des englischen Königshauses. Der Komet spielt dabei eine zentrale Rolle. Bis heute faszinieren uns diese wie aus dem Nichts kommenden Himmelserscheinungen. Kometen sind nur wenige Tage lang sichtbar und können heller leuchten als der Vollmond. Im November erwarten Astronomen einen besonders hellen Kometen an unserem Nachthimmel. Den Menschen des Mittelalters waren solche Erscheinungen ein Rätsel. Nach dem damaligen Glauben galten die äußeren Himmelssphären als unveränderlich. Kometen mussten demnach wie Wolken Teil der Atmosphäre sein, so die Interpretation. Doch schon damals gab es Forscher, die an einen kosmischen Ursprung dieser Erscheinungen glaubten. Ihre technischen Mittel waren beschränkt, und doch kamen sie dem Phänomen auf die Spur. Wie war es ihnen möglich, zu beweisen, dass Kometen Besucher aus den Tiefen des Kosmos sind? Auch wenn Himmelskörper keine Boten göttlicher Vorsehung sind, können sie für uns auf ganz direkte Weise schicksalhaft sein. Erst im Februar dieses Jahres erhellte ein Asteroid den Himmel über der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk. Die Druckwelle der Explosion des Asteroiden beschädigte fast 4000 Gebäude, mehr als 1000 Menschen wurden verletzt. Doch für die Wissenschaft ist dieses Ereignis ein Glücksfall. Denn es hilft, ein uraltes Rätsel zu lösen: 1908 zerstörte eine plötzliche Explosion weite Landstriche in Sibirien nahe des Flusses Tunguska. Könnte ein Asteroid die Ursache gewesen sein? Der Himmel über uns verrät nichts über unsere persönliche Zukunft. Und doch können Astronomen aus der Himmelsbeobachtung tatsächlich etwas über das Schicksal lernen: über das Schicksal unserer Welt. Der scheinbar friedliche und unveränderliche Himmel über uns birgt kosmische Gefahren: explodierende Sterne, gefährliche Strahlungsquellen und vagabundierende Schwarze Löcher. Für unsere Heimat-Galaxie – die Milchstraße – ist eine Gefahr real, und das Ereignis nähert sich unaufhaltsam: eine Kollision von galaktischem Ausmaß. In nur vier Milliarden Jahren, lange bevor unsere Sonne erlischt, wird unsere Nachbargalaxie Andromeda mit der Milchstraße kollidieren. Was das für unser Sonnensystem und unseren Planeten bedeutet, steht tatsächlich in den Sternen. Unser Schicksal könnte allerdings schon viel früher besiegelt werden. Schon in 300 Millionen Jahren wird unsere Erde nicht mehr so sein wie wir sie kennen. Die Triebkraft aus dem Erdinnern verschiebt die Kontinente stetig aufeinander zu. Ein Riesenkontinent wird einmal das Aussehen unseres Planeten beherrschen – mit gravierenden Folgen für alle Ökosysteme. Würde dann ein außerirdischer Besucher überhaupt noch Menschen antreffen? Für jeden einzelnen ist eine Frage von besonderer Bedeutung: Was ist mein persönliches Schicksal? Manch einer glaubt, die Zukunft offenbare sich in seinen Träumen. Schon in der Bibel wird die prophetische Bedeutung von Träumen beschrieben. Als der ägyptische Pharao von sieben dürren und sieben saftigen Ähren träumte, deutete Josef das als Botschaft: Auf sieben erntereiche Jahre werden sieben magere Jahre folgen. Der Pharao solle für die Zukunft vorsorgen, so Josefs Rat. In der biblischen Geschichte bewahrheitet sich das Geträumte. Doch was bedeuten Träume wirklich? Sind sie, wie Sigmund Freud glaubte, nur unbewusster Ausdruck unserer verdrängten Wünsche? Die aktuelle Traumforschung kommt zu neuen Schlussfolgerungen. Vor dem Hintergrund der Jahrtausende langen Bestrebungen, etwas über die Zukunft zu erfahren, stellt sich die entscheidende Frage: Gibt es überhaupt ein Schicksal? Anfang des 19. Jahrhunderts, als die modernen Wissenschaften ihren Siegeszug antreten, entwickelt ein Mann eine fast beängstigende Theorie: Ausgehend vom bisherigen Erfolg der mathematischen Beschreibung der Welt glaubt der französische Astronom Pierre-Simon de Laplace, alles sei – prinzipiell – berechenbar. Wenn es nur einen Geist oder einen Automaten gäbe, der in der Lage wäre, alle Naturgesetzte zu verstehen und alles bis ins Kleinste vermessen zu können, dann müsste dieser in der Lage sein, sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft richtig zu berechnen. Die Natur – und damit auch der Mensch – wäre dann nur Sklave der mathematisch-naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten. Könnten unsere modernen „Automaten“ mit ihrer stetig wachsenden Rechen- und Speicherkapazität vielleicht schon in naher Zukunft unser „Schicksal“ berechnen? Harald Lesch begibt sich auf die Suche nach den Beziehungen zwischen himmlischen Mächten und irdischem Schicksal. Eine Reise, die ihn zum Anbeginn der Zeit und bis zu den Grenzen unseres Wissens trägt und von den kleinsten Bausteinen unserer Welt bis weit über die Grenzen unserer Galaxis hinaus bringt. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: So 06.10.2013 ZDF
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