bisher 173 Folgen, Folge 151–173
151. Rechtsextreme als Security – Staatliche Aufträge für Verfassungsfeinde?
Folge 151 (30 Min.)Die neue exactly-Reportage zeigt, wie tief rechtsextreme Netzwerke in der boomenden Sicherheitsbranche verwurzelt sind. Dabei übernehmen private Sicherheitsfirmen zunehmend Aufgaben des Staates – darunter die Bewachung von Polizeistationen, Gerichten und Flüchtlingsunterkünften. Zum Teil mit Waffen. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Umsatz der Branche verdoppelt. Die exactly Reporter Marcel Siepmann und Jonas Seufert legen den Fokus auf eine sächsische Security-Firma. Die öffentliche Hand hat an sie in den letzten Jahren Aufträge in Höhe von 60 Millionen Euro vergeben. Eine Menge Geld vom Staat. Doch eine Undercover-Recherche beweist, dass entgegen den Aussagen der Firma hier seit Jahren ein militanter Neonazi offenbar in einer Führungsposition beschäftigt wird.Wird hier ein Risiko unterschätzt, wenn sensible staatliche Einrichtungen von fragwürdigem Personal bewacht werden? Denn die Security-Firma aus Chemnitz ist in Thüringen und Sachsen für mehrere Polizeistationen zuständig und bewacht sie zum Teil mit Waffen. Gemeinsam mit der Transparenzplattform „Frag den Staat“ untersucht exactly, wie großflächig Behörden Security-Aufgaben auslagern und wie sie bei der Vergabe solcher Aufträge die Bewacher überprüfen. Offenbar ist diese Überprüfung mangelhaft. Bekommen hier Verfassungsfeinde Zugang zu sicherheitsrelevanten Bereichen? (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 21.07.2025 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 23.07.2025 MDR 152. Attentäter unter uns
Folge 152 (30 Min.)Am 20. Dezember 2024 rast ein Mann mit seinem Auto über den Magdeburger Weihnachtsmarkt. Sechs Menschen sterben, Hunderte werden verletzt. Der Täter: Taleb A. war polizeibekannt, vorbestraft und fiel über Jahre mehrfach durch Gewaltdrohungen auf. Warum wurde der Mann nicht vor der Tat aufgehalten? Ein Einzelfall? In seinen Social Media Chatverläufen stoßen wir auf einen engen Bekannten, der in Deutschland lebt: Ahmed M. Der Mann, der wie der Täter von Magdeburg aus Saudi-Arabien stammt, erklärt uns im Interview, die Tat von Taleb A. sei „mutig“ gewesen.Er bedauert, dass „zu wenige Menschen getötet“ wurden. Auf Nachfrage sagt er, er hätte „gerne geholfen, um mehr umzubringen“. Er könne sich jederzeit vorstellen, eine ähnliche Tat zu verüben. Wenige Tage nach dem Interview ist er untergetaucht. Die Polizei sucht ihn – bislang erfolglos. Sind wir schutzlos? Wie viele solcher Fälle gibt es noch? Wie groß ist das Dunkelfeld? Und welche Mittel hat die Polizei, um dort Licht hineinzubringen? Dieser Film rekonstruiert nicht nur die Vorgeschichte des Magdeburger Attentäters – er fragt auch, wie viele gefährliche Männer in Deutschland unbeobachtet bleiben. Männer, die drohen, Waffen zeigen, hassen. Die in sozialen Netzwerken ihre Gewaltfantasien posten – und trotzdem nicht auffallen. Wir folgen den Spuren von Taleb A., Ahmed M. und ihrem Umfeld – online und in den Städten, in denen sie lebten. Zwischen Ermittlungsakten, strukturellem Behördenversagen und fragmentierten Datenstrukturen zeigt sich eine sicherheitspolitische Herausforderung, der die deutschen Sicherheitsbehörden nur bedingt gewachsen sind. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 28.07.2025 YouTube Deutsche TV-Premiere Mi. 30.07.2025 MDR 153. Gewalt an Pferden – wer steckt hinter den verstörenden Tierquälerei-Videos?
Folge 153 (24 Min.)Exactly recherchiert brutale Netzwerke, die Videos von Gewalt an Pferden online veröffentlichen. Bei Telegram, auf Instagram und TikTok werden damit paraphile Männer angesprochen. Engagierte wollen den Pferden helfen.Die Recherche beschäftigt sich mit Videos, in denen Frauen Pferde schlagen, treten, mit Sporen traktieren und mit Peitschen quälen – und das gezielt für ein Publikum mit einer sogenannten paraphilen Neigung. Die Videos kursieren auf Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube sowie in geschlossenen Telegram- und Chatgruppen. Dort wird der Content nicht nur geteilt und kommentiert, sondern auch verkauft. Die Inhalte sind extrem, brutal und zutiefst verstörend. Die exactly-Reporterinnen Rebecca Kupfner und Christin Simon zeigen, wie engagierte junge Frauen aus ganz Deutschland, Sachsen und NRW versuchen, die Täterinnen zu identifizieren und gegen sie Anzeige zu erstatten. „Was wir gesehen haben, war krank und voller Gewalt“, sagt Reporterin Rebecca Kupfner. „Es geht hier nicht nur um Tierquälerei, sondern um ein ganzes Netzwerk, das mit dem Leid von Tieren Geld verdient.“ Die Reportage beleuchtet auch die juristischen Hürden im Kampf gegen diese Form der Gewalt. Denn, obwohl Tierquälerei in Deutschland strafbar ist, bleibt die Verbreitung solcher Inhalte oft straffrei – solange kein eindeutiger pornografischer Kontext vorliegt, selbst wenn die Videos Schmerzen, Leid und Qual dokumentieren. Mit Hilfe digitaler Werkzeuge wie Google Maps und der Bilderrückwärtssuche gelingt es den engagierten Reiterinnen, einen mutmaßlichen Tatort in Kamp-Lintfort zu lokalisieren, wo viele der Videos entstanden sein sollen. Die Reporterinnen nehmen Kontakt zu den Täterinnen auf – auch über Discord. Ein Film von Rebecca Kupfner und Christin Simon. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 11.08.2025 ARD Mediathek 154. 10 Jahre „Wir schaffen das“
Folge 154 (30 Min.)„Wir schaffen das!“, dieser Satz von Angela Merkel aus dem August 2015 prägt die Debatte um Migration und Integration in Deutschland. Exactly schaut auf den Alltag im Osten Deutschlands, wo der Ausländeranteil besonders stark gestiegen ist. Konflikte zwischen den alteingesessenen Bewohnern und den zugezogenen Migranten sind an der Tagesordnung. „Wir schaffen das!“, dieser Satz von Angela Merkel aus dem August 2015 prägt die Debatte um Migration und Integration in Deutschland. Exactly schaut auf den Alltag im Osten Deutschlands, wo der Ausländeranteil besonders stark gestiegen ist. Konflikte zwischen den alteingesessenen Bewohnern und den zugezogenen Migranten sind an der Tagesordnung. Themen wie die Veränderung von Wohngebieten im Zusammenhang mit dem Zuzug von Migranten, und die Probleme rund um Fachkräftemangel und die Frage, wie kommen Geflüchtete in Arbeit stehen im Mittelpunkt. (Text: MDR)Deutsche Streaming-Premiere Mo. 18.08.2025 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 20.08.2025 MDR 155. Die Machtgier der Ultras
Folge 155 (30 Min.)Bild: MDRSie sorgen für Stimmung in den Stadien: die Ultras. Mit aufwendigen Choreografien und Pyrotechnik machen die meist jungen Männer auf sich aufmerksam – und provozieren, üben Gewalt aus. Straff organisiert bauen sie ihre Macht im Stadion aus. Mit ihrer Macht setzen sie die Vereine unter Druck oder übernehmen Mehrheiten, um ihren Willen durchzusetzen. Sie sorgen für Stimmung in den Stadien: die Ultras. Mit aufwendigen Choreografien und Pyrotechnik machen die meist jungen Männer auf sich aufmerksam – und provozieren, üben Gewalt aus. Straff organisiert bauen sie ihre Macht im Stadion aus.Ihr Ziel: autonome Zonen in den Kurven, wo die Polizei und andere Fans nichts zu suchen haben, wo allein das Gesetz der Ultras gilt. Mit ihrer Macht setzen sie die Vereine unter Druck oder übernehmen Mehrheiten, um ihren Willen durchzusetzen. Bis in die Kommunen reichen ihre Netzwerke und auch die Lokalpolitik wird eingespannt. An verschiedenen Beispielen gehen wir dieser bedenklichen Entwicklung nach, die mittlerweile Fußballvereine zwingen, Entscheidungen zu treffen, die sie niemals treffen würden – gegen das eigene Budget, gegen die Vereinspolitik und gegen die Sicherheit. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 01.09.2025 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 03.09.2025 MDR 156. Wenn das Krankenhaus zum Risiko für die Geburt wird
Folge 156 (19 Min.)Ein Baby wird geboren, aber in der Geburts-Klinik fehlt der Kinderarzt. Dabei können schon kleine Fehler bei Geburten zu Behinderungen und sogar zum Tod des Kindes führen. Wie sicher sind deutsche Krankenhäuser?Die Geburt eines Babys sollte ein schönes Ereignis für eine Familie sein. Doch sie kann auch in Deutschland zum Albtraum werden. Dabei leistet sich die Bundesrepublik das europaweit teuerste Gesundheitssystem. Die neue exactly-Reportage geht Fällen aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen nach, in denen Neugeborene durch fehlende medizinische Versorgung schwerste Behinderungen erleiden oder sogar sterben. In Krankenhäusern der niedrigsten Versorgungsstufe, sogenannten Level-IV-Kliniken, fehlt während der Entbindungen ein Kinderarzt vor Ort. Kommt es zu einem Notfall, müssen die Gebärenden deswegen auf die wichtige Hilfe warten. Es gibt bundesweit 251 solche Krankenhäuser. Sabrina Spengler aus Köthen verlor ihre Tochter Joleen, da die Kinderärztin erst Stunden später eintraf. Suleika Tannigels Sohn Felix erlitt bei der Geburt einen schweren Sauerstoffmangel. Heute lebt er aufgrund dessen mit einer komplexen Behinderung. „Ich habe alles getan, um mein Kind während der Schwangerschaft zu schützen. Und dann war ich zur falschen Zeit am falschen Ort“, sagt sie. Die Regierungskommission der Bundesregierung empfiehlt, dass Geburtshilfe nur noch in Kliniken mit anwesenden Kinderärzten durchgeführt werden soll. Doch die meisten Bundesländer ignorieren das oder sehen sich nicht in der Lage, die Empfehlung umzusetzen. So versagt das Gesundheitssystem, obwohl Modelle wie das Kompetenznetzwerk in Sachsen beweisen, dass eine bessere Versorgung möglich ist – und Leben retten kann. Ein Film von Christin Simon. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 08.09.2025 ARD Mediathek 157. Bundeswehr: Jugend an die Waffe
Folge 157 (30 Min.)Bild: MDR/Rozhyar ZolfaghariDie Bundeswehr kämpft um Nachwuchs – mehr als 60.000 Soldatinnen und Soldaten werden dringend gesucht. Jung sollen sie sein, um Deutschland im Ernstfall zu verteidigen. Noch hofft die Bundeswehr, dass sich genug Freiwillige zum Dienst melden. „Exactly“ beleuchtet, wie der neue Wehrdienst dabei helfen soll und welche Kritik das auslöst. Zu sehen ist die Reportage ab 15.09.25, 17 Uhr auf dem YouTube-Kanal „MDR Investigativ“ und in der ARD Mediathek sowie im MDR-Fernsehen. Die veränderte Bedrohungslage und die Unsicherheit, die seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine spürbar sind, haben Begriffe wie Zeitenwende und Kriegstüchtigkeit in die Mitte der Gesellschaft gerückt.Auch die massive Werbung der Bundeswehr – analog und digital – sorgt dafür, dass insbesondere in Familien mit jugendlichen Kindern wieder viel über Verteidigung, Musterung und Verweigerung gesprochen wird. Der 19-jährige Fabien B. aus Salzwedel macht sich am Tag der offenen Tür des Gefechtsübungszentrums Heer in Gardelegen ein eigenes Bild. Der Besuch bestärkt ihn in seinem Entschluss, sich der Truppe anzuschließen. Der erhöhten Gefahr ist er sich dabei bewusst: „Also an der Front kann es ja wirklich sein, dass man stirbt. Das gehört aber dazu. Aber wenn jetzt das Heimatland angegriffen wird, dann geh ich zur Bundeswehr. Dann gebe ich mein Leben.“ Die Bundeswehr wirbt mit Social-Media-Kampagnen, Events auf der „Pop-Up Karriere-Tour“ und großen Messeständen, präsentiert sich als moderner Arbeitgeber – alles, um junge Menschen für den Dienst zu gewinnen. Es regt sich jedoch auch Widerstand. Manja Mück aus Königs Wusterhausen glaubt, dass der neue Wehrdienst nur ein erster Schritt ist und die Wiedereinführung der 2011 ausgesetzten Wehrpflicht folgen wird. Darum hat sie eine Elterninitiative ins Leben gerufen und erklärt dazu: „Ich bin gegen die Wehrpflicht. Absolut. Meine Kinder gebe ich nicht.“ Mit ihren blauen Briefen, die sie in hunderte Briefkästen einwirft, möchte sie andere Eltern aufrütteln. So auch Aktivist und Politologe Michael Schulze von Glaßer vom Bündnis „Unter 18 nie!“ Auf der Gegendemonstration zum ersten Nationalen Veteranentag kritisiert er insbesondere die Außendarstellung der Bundeswehr: „Wichtige Themen wie Tod und Verwundung werden da nicht angesprochen.“ Überhaupt ärgert es ihn, dass gezielt Minderjährige auf Social Media angesprochen werden. Konteradmiral Axel Schulz kann diese Kritik nicht nachvollziehen, weil er der Meinung ist, dass die Bundeswehr junge Menschen dort erreicht und informiert, wo sie sich am meisten aufhalten, also im Internet. Zudem geht er fest davon aus, dass genug Freiwillige „durch sinnstiftenden Dienst, durch gute Führungskultur, durch monetäre Anreize und durch gute Aus- und Weiterbildung“ für den Dienst gewonnen werden. Die Werbemaßnahmen der Bundeswehr zeigen Wirkung: Das vergangene Jahr war das einstellungsstärkste Jahr seit fünf Jahren im militärischen Dienst. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 15.09.2025 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 17.09.2025 MDR Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 06.08.2025158. MPU: Hilfe oder Abzocke beim psychologischen Test?
Folge 158 (30 Min.)Jonas Armbruster im Gespräch mit Marcel, der bereits das dritte Mal wegen Alkohol am Steuer zur MPU muss.Bild: MDR/Daniel LaudowiczRund 80.000 Menschen müssen sich in Deutschland jährlich der medizinischpsychologischen Untersuchung, kurz MPU, stellen, um nach schweren Verkehrsdelikten ihren Führerschein wiederzuerhalten. Die MPU soll sicherstellen, dass nur diejenigen wieder fahren dürfen, die ihre Fehler erkannt und aufgearbeitet haben. Doch die MPU hat ein schlechtes Image. Für die MDRReihe „exactly“ blicken Jonas Armbruster und Jana Lindner hinter die Kulissen des gefürchteten Gutachtens, vielen immer noch als Idiotentest bekannt. Online findet sich eine Flut an Informationen und Angeboten zur Vorbereitung auf die Untersuchung – nicht alle davon seriös.Als Torsten seinen Führerschein nach langer Alkoholabhängigkeit verlor, stand er vor einem Scherbenhaufen. „Das war das komplette Aus. Das ist ein großes Loch, wo du dann drin bist.“ Vom Bestehen der MPU hängt oft nicht nur die Mobilität, sondern auch der Arbeitsplatz und damit die gesamte Lebensplanung ab. Zwischen Unsicherheit, Angst und betrügerischen Geschäftsmodellen sucht „exactly“ den Grund für die große Angst vor der MPU – und was sich daran ändern muss. Wie effektiv schützt die MPU die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, wenn manche Anbieter es sich zum Geschäftsmodell gemacht haben, Betroffene für viel Geld durch die Prüfung zu schleusen? Selbsternannte MPU-Experten werben mit euphorischen Versprechungen – der scheinbar einzige Ausweg in einer Masse von schlechten Vorbereitern. Ein verdeckter Selbstversuch des MDR zeichnet ein anderes Bild: Mit einer erfundenen Geschichte versuchen die Reporter, einen Vorbereitungsanbieter aus der Reserve zu locken und zu erfahren, mit welchen Tricks dort gearbeitet wird. Für die Vorbereitungspakete werden schnell mehrere Tausend Euro fällig. Betroffene, die sich betrogen fühlen, spielen dem „exactly“-Team interne Schulungsunterlagen zu, in denen ausdrücklich geraten wird, in der MPU nicht die Wahrheit zu sagen. Beim TÜV fragen die MDR-Reporter nach, wie die MPU abläuft und worauf es im Psychologengespräch wirklich ankommt. „Beim ersten Mal fällt man immer durch“ oder „Da geht es nur ums Geld“ sind gängige Vorurteile zur MPU. Die „exactly“-Reportage hinterfragt auch die Sinnhaftigkeit der MPU an sich. Marcel hat die MPU schon zweimal bestanden. Nach einem Rückfall steht bei ihm jetzt die dritte MPU wegen Trunkenheit am Steuer an. „Da frage ich mich auch selbst, kann man mir eigentlich noch trauen?“ Er berichtet von seinen andauernden Bemühungen, gegen den Alkohol anzukämpfen und nüchtern zu bleiben. Die MPU soll eigentlich für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen. Doch in der Praxis stößt „exactly“ auf ein System, das für Betroffene schwer zu durchschauen ist – und so Betrügern Tür und Tor öffnet. Fachleute fordern dringend klare Regeln, mehr Aufklärung und eine stärkere Kontrolle der Vorbereiter. Was muss getan werden, um für verlässliche Informationen und damit für eine gute Vorbereitung zu sorgen? (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 22.09.2025 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 24.09.2025 MDR 159. Kickboxen, Hitlergruß, Schlägerei – was passiert im Sportverein?
Folge 159 (13 Min.)Der Kampfsportverein Klötze: Kickboxen und Fitness- Training aber auch Facebook-Likes für Hooligans und Hells Angels, Treffen in der „Laube 88“, ein Hitlergruß und eine Schlägerei im Waldbad. Trainieren hier Neonazis und werden Jugendliche zu rechtsradikalen Kämpfern?Kampfsport, Kickboxen, Fitness – eigentlich geht es „nur“ um Sport und Training. Doch in Klötze, einer Kleinstadt in der Altmark in Sachsen-Anhalt, wird über den Sport-Verein gerade heftig diskutiert. Gibt es hier rechtsextremistische Strukturen? Die exactly-Reportage zeigt, woher dieser Verdacht kommt. Ein Vereinsmitglied trainiert in einem Shirt mit dem Logo des rechtsextremen Kampfsportevents „Kampf der Nibelungen“. Ein Hitlergruß wird beim Karneval gezeigt. Ein Ort namens „Laube 88“ gilt als Treffpunkt der rechten Szene. Darunter sind auch Sportler des Vereins. „88“ gilt als Code für „Heil Hitler“. Zu Gewalt kam es nach dem Waldbadfest im Ort, eine Schlägerei mit Verletzten. Kampfsportler schlugen zu. Den Vereinsvorsitz des Kampfsportvereins haben zwei AfD-Politiker inne: Thomas Korell, Kraftsportler und Bundestagsabgeordneter, sowie Kickboxer Fabian Lüdecke, der für die AfD im Stadtrat sitzt. Sie betonen: der Verein sei unpolitisch. Sie sehen den Ruf des Kampfsportvereins Klötze ungerechtfertigt in Gefahr. Der Kampfsportverein Klötze ist Mitglied im Landessportbund und erhält Fördergelder. Diese stehen jetzt wegen der laufenden Ermittlungen auf dem Prüfstand. Die Reportage zeigt die wichtige Rolle von Vereinen im ländlichen Raum, die Verantwortung von Funktionären – und die Angst von Menschen in der Kleinstadt, sich offen gegen rechte Tendenzen zu stellen. Ein Film von Albrecht Radon. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 29.09.2025 ARD Mediathek 160. Harte Strafen, Schulden, Knast – Klima-Protest am Ende?
Folge 160 (22 Min.)Demos, Proteste, Blockaden – die Aktionen der Letzten Generation sorgten für Aufmerksamkeit und Kontroversen. Die Vision der Aktivisten: Eine Klimapolitik, die die Zukunft des menschlichen Lebens auf der Erde rettet. Doch der Staat hat durchgegriffen: Razzien, Hausdurchsuchungen und Telefonüberwachungen durch die Polizei und die Anklage wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung. Exactly berichtet, wie in Berlin, Leipzig und Dresden Aktivisten ins Visier der Behörden genommen werden. Die Letzte Generation hat sich aufgelöst. Hat der Staat die Bewegung mit Härte zerschlagen? Und was bedeutet das für den Klimaprotest in Deutschland?Der Film zeigt die juristische Dimension, die Debatte um den Paragrafen 129 „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ und die Frage, ob der Aktivismus kriminalisiert wird. Reporter Ben Arnold begleitet Klimaaktivisten, die für ihre Ideale hohe Risiken eingehen: vor Gericht zu stehen, empfindliche Urteile zu kassieren. Wird es Haft-Strafen geben? Bisher sind alle zur Bewährung ausgesetzt worden. Einzelne Aktivisten waren aber im Gefängnis, sie haben freiwillig Ersatzfreiheitsstrafen abgesessen. Die Klimaaktivisten stellen ihre Bewegung neu auf. Die Folgeorganisation „Neue Generation“ hat Klebeaktionen in Berlin bei der CDU veranstaltet. Ein Film von Ben Arnold. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 13.10.2025 ARD Mediathek 161. Afghanistan und die Flüchtlinge – Deutschlands falsche Versprechen
- Alternativtitel: Zurück in den Tod - Die Opfer der deutschen Migrationswende
Folge 161 (30 Min.)Elaha Hakim von der NGO Kabul Luftbrücke betreut die Zurückgelassenen in Pakistan.Bild: MDRAugust 2025 – mit Blumen, die aus Helikoptern abgeworfen werden, feiern die Taliban den vierten Jahrestag ihrer Machtübernahme in Afghanistan. Die Bilanz des Terrorregimes: Regimegegner werden gefoltert und ermordet, Frauen und Mädchen ihrer Rechte beraubt, Millionen Afghaninnen und Afghanen hungern. Legale Fluchtwege gibt es kaum. Die deutschen Aufnahmeprogramme für gefährdete Afghaninnen und Afghanen nutzten wegen ihrer langen Verfahrensdauern und kaum überwindbaren bürokratischen Hürden nur wenige. Nun sollen sie ganz abgeschafft werden. Während in Deutschland die politischen Töne schärfer werden, warten rund 2.000 der akut bedrohten Menschen mit einer Aufnahmezusage in Pakistan auf ihr Visum.Frauenrechtlerinnen, Journalistinnen, Menschenrechtsaktivisten, ehemalige Helfer der Bundeswehr – ihnen droht unter den Taliban der Tod. Geht es nach der neuen Bundesregierung, sollen nicht mal sie noch einreisen – sogar eine Rücknahme bereits erteilter Aufnahmezusagen wird öffentlich diskutiert. Doch auch die pakistanischen Behörden wollen die Schutzsuchenden nicht länger im Land und schaffen seit August 2025 Tatsachen. Mit Durchsuchungen und Festnahmen gehen sie gegen die Geflüchteten vor. Auch die Gästehäuser, in denen Menschen auf ihr Visum für Deutschland warten, werden zum Ziel. Erstmals werden auch rund 200 Menschen mit deutscher Aufnahmezusage nach Afghanistan abgeschoben. Für die Verbliebenen läuft die Zeit ab. Der Film begleitet Geflüchtete, die ihr Leben für Freiheit und Demokratie in Afghanistan aufs Spiel gesetzt haben und denen Deutschland Schutz vor Folter und Mord versprochen hatte. Ihre Verfahren dauern zum Teil Jahre, in denen sie in Pakistan ausharren, immer in Angst vor der Abschiebung. Die aktuellen politischen Debatten in Berlin sind für sie nicht weniger als eine Entscheidung zwischen Leben und Tod. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 20.10.2025 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 22.10.2025 MDR 162. Kinder im Burnout – Zwischen Angst und Erschöpfung
Folge 162 (30 Min.)Prof. Dr. Veit Roessner ist Klinikdirektor der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Uniklinikum in Dresden.Bild: MDR/Alexander NowotnyLeistungsdruck, gesellschaftliche Krisen, Zukunftsängste – Kinder und Jugendliche in Deutschland stehen zunehmend unter psychischer Belastung. Ob Krieg in der Ukraine und in Nahost, Klimakrise, Mobbing in sozialen Medien, Ausgrenzung, Wohnungsnot oder Armut: Die junge Generation wächst in eine unsichere Zukunft hinein.Immer mehr junge Menschen zeigen Anzeichen von Angst, Überforderung und depressiven Symptomen. Gleichzeitig fehlen flächendeckende Daten zum psychischen Wohlbefinden und die Versorgungslage ist angespannt: Therapieplätze sind knapp, die Wartezeiten lang. Unsere neue exactly-Doku beleuchtet, wie stark Kinder und Jugendliche unter Druck stehen, wer und was sie belastet – und warum es höchste Zeit ist, ihre veränderten Bedürfnisse ernst zu nehmen. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 03.11.2025 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 05.11.2025 MDR 163. Grabräuber auf Militaria-Jagd – das illegale Geschäft mit Weltkriegs-Relikten
Folge 163 (14 Min.)Für die neue MDR-exactly Reportage „Grabräuber auf Militaria-Jagd“ hat der Reporter Albrecht Radon in der Sondengeher-Szene recherchiert. Sein Film beschäftigt sich mit illegalen Grabungen und dem Handel militärischer Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Reportage zeigt eindrücklich die Folgen der skrupellosen Militaria-Jagd für die Identifizierung gefallener Soldaten. Im Fokus des Films stehen „Schatzsucher“, die mit Metalldetektoren auf ehemaligen Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges nach Ausrüstungsgegenständen von Soldaten suchen. Dabei werden die Hinterlassenschaften der Gefallenen rücksichtslos geplündert. Es werden Erkennungsmarken und andere persönliche Gegenstände mitgenommen, aber auch Waffen und Munition. Das Sondengehen und die Ausgrabungen sind illegal, aber sehr lukrativ. Denn für Stahlhelme und andere Hinterlassenschaften der Wehrmacht gibt es einen großen Markt.Die Erkennungsmarken sind entscheidend für die Identifizierung der Toten. Joachim Kozlowski vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge versucht, gefallene Soldaten würdig zu bestatten. Er ist empört über die skrupellosen Grabungen: „Für mich persönlich ist es ganz, ganz schlimm, wenn man einen toten Menschen findet, den angräbt und so ein weiteres Mal schändet.“ Auch die sächsische Archäologin Josefine Falkenberg beobachtet die große Militaria-Szene, in der illegale Funde gehandelt werden, mit Sorge. Sie kann das Interesse an der Geschichte verstehen, aber sagt: „Das läuft konträr gegen alles, woran ich glaube und woran auch die Archäologie glaubt.“ Sie schätzt, dass in Deutschland Zehntausende Sondengänger unterwegs sind. Viele von ihnen an Orten, an denen die Suche mit Sonden und die Grabungen verboten sind. Der Reporter taucht tief in die Militaria-Szene ein und dokumentiert eindrücklich die politische Nähe einiger Sammler zum rechtsextremen Milieu. Und er zeigt, wie die illegale Jagd nach Weltkriegs-Relikten die Würde der Toten missachtet. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 17.11.2025 ARD Mediathek 164. Lange Schatten: Ein Jahr nach dem Anschlag in Magdeburg
Folge 164 (30 Min.)Erinnerung auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt 2025.Bild: MDR/HA KommunikationDer Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt am 20. Dezember 2024 hat das Leben vieler Menschen für immer verändert. Eine Reportage aus der Reihe „exactly“ erzählt, wie Betroffene, Angehörige und Helfende versuchen, mit den Folgen zu leben – in einer Stadt, die sich selbst neu finden muss. Was damals in wenigen Sekunden geschah, zieht sich als Erschütterung durch ihren Alltag. Viele kämpfen mit einem Trauma und dem Gefühl, von Behörden allein gelassen worden zu sein. Der Film begleitet auch ein Team von Notfallseelsorgerinnen, das seit der Amokfahrt unermüdlich im Einsatz ist. Ihre Arbeit hat sich mit der Zeit verändert: Aus der kurzfristigen Hilfe direkt nach der Amokfahrt wurde eine dauerhafte Begleitung über das Jahr hinweg.Zwischen professioneller Distanz und emotionaler Nähe versuchen sie, Menschen zu stützen, die immer wieder an die Grenzen ihrer Belastbarkeit geraten. Fast ein Jahr nach dem Anschlag kommen für die Betroffenen viele Erinnerungen zurück. Der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter beginnt – und auf dem Alten Markt wird wieder der Weihnachtsmarkt eröffnet. Zwischen Schmerz, Angst und Hoffnung zeigt „Lange Schatten: Ein Jahr nach der Amokfahrt in Magdeburg“, wie schwer es für die Betroffenen ist, Normalität wiederzufinden – und wie viel Kraft es braucht, weiterzumachen. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 01.12.2025 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 03.12.2025 MDR 165. Luxus durch Betrug – Die Goman-Familie auf Beutezug im Osten
Folge 165 (29 Min.)Die Großfamilie Goman hat inzwischen mehr als ein Duzend Immobilien in Chemnitz erworben – zum Teil mehrere in einer StraßeBild: MDRSteinreinigung, Gartenservice oder der Ankauf von Gold und Pelzen: All das sind scheinbare Dienstleistungen, mit denen eine Großfamilie in Deutschland im großen Stil Menschen abzocken soll. Die polnisch-stämmige Goman-Familie ist bundesweit tätig, verdient Millionen und prahlt mit ihrem luxuriösen Lebensstil in sozialen Netzwerken.Ursprünglich hatten sie sich in Leverkusen niedergelassen. Dort haben sie die Fahnder schon länger im Visier, auch wegen Sozialbetruges. Nach Recherchen von MDR Investigativ ist ein Teil der Familie nun nach Ostdeutschland ausgewichen. So sollen die Gomans und ihre Strohmänner zum Beispiel Immobilien in Chemnitz erworben haben. Inzwischen gibt es erste Verurteilungen wegen Betruges in Halle. In Sachsen laufen derzeit zwei große Ermittlungsverfahren. Auch die Verbraucherzentralen warnen vor den Betrügern. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 15.12.2025 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 11.02.2026 MDR 166. Jung, männlich, rechtsextrem – Nachwuchs-Nazis im Osten
Folge 166 (30 Min.)Rechte Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele – Dirk-Martin Christian, Verfassungsschutz SachsenBild: MDR/LotzeSeit Sommer 2024 hat die Neonaziszene vor allem in Ostdeutschland verstärkt Zulauf. Von sehr jungen Menschen, auch Minderjährigen. Proteste gegen CSD-Demos, beworben über TikTok und Instagram, ziehen viele an. Ein Jahr später ist der Hype vorbei, die Teilnehmerzahlen der Neonazi-Aufmärsche halbiert. Nachdem der charismatische Kopf der Dresdner „Elblandrevolte“, von der die Protestwelle gegen die CSD-Demos ausging, wegen Überfällen auf Linke in Untersuchungshaft saß und ein Chemnitzer Ableger aufgrund von Gewalttaten von der Polizei zerschlagen wurde, scheint der Aufwind gebremst. Trotzdem haben junge rechtsextreme Gruppen – unabhängig und nicht unabhängig von der jetzt als „Heimat“ firmierenden NPD – an Mitgliedern gewonnen.Exactly zeigt: Wie nachhaltig ist der Mitgliederzuwachs? Und wie gefährlich sind die jungen? Darüber sprechen wir mit Expertinnen. Und mit Eltern, deren Kinder in den Sog der Szene gerieten. Denn jenseits der organisierten Szene sind auch zahlreiche Kinder und Jugendliche in den Sog der NS-Propaganda geraten, vor allem über soziale Medien. Schulen melden deutlich mehr Vorfälle mit verfassungsfeindlichen Kennzeichen. Die Dunkelziffer ist deutlich höher – wir begleiten einen Thüringer Lehrer, der an seiner Schule im ländlichen Raum gegen Wegsehen, Vertuschen und Ignorieren kämpft. Und wir konfrontieren NS-begeisterte Kids mit den realen Taten des Hitler-Regimes und wollen von ihnen wissen, was sie am NS so fasziniert und was sie sich darunter vorstellen. Wohin Radikalisierung führen kann, wenn sie nicht gestoppt wird, zeigt der Fall der Gruppe „Sächsische Separatisten“. Über Jahre haben sich junge Sachsen, vor allem männliche Jugendliche zu nationalsozialistischen Fanatikern entwickelt. In ihrem Umfeld fielen sie damit nicht auf – entweder weil die Eltern genauso tickten oder das Umfeld es als normal hinnahm. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 05.01.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 14.01.2026 MDR 167. Neonazis vor Gericht – Die radikalen Pläne der „Sächsischen Separisten“
Folge 167 (20 Min.)Sie planten mutmaßlich einen NS-Staat in Sachsen – der Prozess gegen die „Sächsischen Separatisten“ in Dresden läuft. Waffengewalt, paramilitärisches Training und der Vorwurf versuchten Mordes – wer sind die rechtsextremen Männer?Am 23. Januar begann am Oberlandesgericht Dresden der Prozess gegen acht Mitglieder der „Sächsischen Separatisten“. Die mutmaßliche Terrorgruppe soll sich auf den von ihnen erwarteten Zusammenbruch des Systems vorbereitet geplant haben, um dann mit Waffengewalt einen NS-Staat in Ostdeutschland zu errichten. Die „Sächsischen Separatisten“ – eine Gruppe junger Männer aus dem Raum Leipzig/Brandis – soll sich 2020 gegründet haben. Prägend waren offenbar zwei Brüder aus einem offen nationalsozialistischen Elternhaus. Mutmaßlich führte die Gruppe paramilitärische Trainings durch, sprach über Angriffe auf politische Gegner und über „Säuberungen“ von Minderheiten. In Deutschland und Österreich fanden Ermittler Munition, militärische Ausrüstung und umfangreiche NS-Propaganda. Im November 2024 wurden acht mutmaßliche Mitglieder in Untersuchungshaft genommen. Einer von ihnen ist der AfD-Kommunalpolitiker Kurt Hättasch. Ihm wird im laufenden Prozess sogar versuchter Mord vorgeworfen. Die Bundesanwaltschaft beschuldigt die Gruppe außerdem der Bildung einer terroristischen Vereinigung und des versuchten Hochverrats. Die Spuren der „Sächsischen Separatisten“ führen auch nach Österreich. Als Anführer der Gruppe gilt Jörg S., dessen Vater ein bekannter österreichischer Neonazi ist. Die exactly-Reporter recherchieren, wie sich die jungen Männer radikalisierten und woher ihre politischen Überzeugungen stammen. In einem exklusiven Interview berichten zwei Aussteiger aus der Frühphase der Gruppe und beschreiben ihren ideologischen Kern: Antisemitismus im Stil des historischen Nationalsozialismus. Ein Film von Nina Böckmann, Thomas Datt und Marcel Siepmann. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Di. 27.01.2026 YouTube Deutsche TV-Premiere Mi. 11.03.2026 Phoenix 168. Pro Palästina vs. Pro Israel – Linke im Streit in Leipzig
Folge 168 (17 Min.)In Leipzig tobt der Streit um Israel und Palästina: Bei einer Demo prallen linke Gruppen aufeinander, während die Polizei eingreifen muss. Die Doku zeigt, wie der Konflikt die Linke tief spaltet.Der Konflikt zwischen Israel und Palästina spaltet die linke Szene in Deutschland seit Jahren. In Leipzig trafen die verschiedenen Lager bei einer Demonstration Mitte Januar aufeinander. Der Schauplatz: der Leipziger Stadtteil Connewitz, bundesweit bekannt als Hochburg der linken Szene. Immer wieder stehen sich hier Polizei und Autonome gegenüber. Doch inzwischen heißt es: Linke gegen Linke. Auslöser sind gegensätzliche Positionen zum Nahost-Konflikt. Die neue exactly-Reportage zeigt die Spaltung innerhalb der linken Szene und beleuchtet die Hintergründe der ideologischen Differenzen. Im Fokus steht u.a. die als extremistisch eingestufte Gruppierung Handala. Recherchen von exactly zeichnen den Radikalisierungsprozess der Gruppe nach. Auf der anderen Seite berichten Jüdische Studierende von zunehmenden Bedrohungen. Seit dem 07. Oktober 2023 würden sie für die Politik Israels mitverantwortlich gemacht. Der Nahostkonflikt spaltet auch die Linkspartei: es gibt zwar einen Unvereinbarkeitsbeschluss der Linken, der eine Kooperation mit Antisemiten ausschließt – zum Beispiel mit Gruppen wie Handala. Doch längst nicht alle in der Partei fühlen sich daran gebunden. Bei der Demo in Connewitz blieb ein großer Gewaltausbruch aus – doch die Reportage zeigt einen tiefen Riss in der linken Bewegung. Ein Film von Benjamin Arnold und Albrecht Radon. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 09.02.2026 YouTube 169. Der Fall Ole – Wie Security in der Jugendhilfe zur Gefahr wird
Folge 169 (30 Min.)Wir sind alle vier nicht mehr gegen ihn angekommen, wir waren hilflos – berichtet uns Oles Schwester.Bild: MDR/RumaraBei Ole, einem Systemsprenger aus Magdeburg, kommen Familie, Jugendhilfe und Klinik ans Limit. Er wird von Security-Kräften überwacht. Der Verdacht: Sie misshandeln das Kind. Gewalt statt Sicherheit in der Psychiatrie?„exactly“ erzählt die bewegende Geschichte von Ole H. aus Magdeburg, Sachsen-Anhalt. Sein Fall ist dramatisch. Ein „Systemsprenger“, mit dem niemand zurechtkommt. Weder die Familie, noch Jugendhilfeeinrichtungen noch die Psychiatrie. Der unberechenbare Jugendliche wird, seit er 13 ist, rund um die Uhr von Security bewacht. Die soll Betreuer vor Ole schützen und auch Ole vor sich selbst. Der Junge zieht sich dabei mehrfach Verletzungen zu. Offiziell heißt es: Selbstverletzungen. Aber die Eltern sind skeptisch. Der exactly-Reporter Andreas Rummel fragt: Geht es hier noch um Sicherheit oder wurde ein Kind zum Opfer von Security-Kräften? Zwei Sicherheitsdienst-Mitarbeiter müssen sich jetzt wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung an Ole vor dem Amtsgericht in Magdeburg verantworten. Bei einem nächtlichen Einsatz sollen sie den damals 14jährigen in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie misshandelt haben. Die Reportage geht der zentralen Frage nach: Wie konnte es so weit kommen – und warum werden Sicherheitsdienste überhaupt mit der Betreuung psychisch kranker Jugendlicher betraut? Die Einsätze von Security in der Jugendhilfe nehmen zu. Umstritten ist vor allem das Ausmaß von Ruhigstellungen der Jugendlichen unter dem Einsatz von körperlicher Gewalt. Und die Frage, wie eigenmächtig Security dabei handeln darf. Klinikdokumentationen, die exactly vorliegen, zeichnen ein erschütterndes Bild von Oles Fall: vielfaches Zu-Boden-Bringen des Jugendlichen in kurzer Zeit, körperliche Überwältigung nach Bagatellen, sogar das Eintauchen des Kopfes in den eigenen Urin. Und Pädagogen, die offenbar wenig Einfluss auf das Agieren des Sicherheitsdienstes haben. Eine Therapeutin und eine ehemalige Pädagogin kommen zu Wort, die schildern, wie fehlende Qualifikation, mangelnde Kontrolle und Überforderung zu bedenklichen und teils gefährlichen Situationen führten. Professor Menno Baumann, bundesweit anerkannter Experte auf dem Gebiet der Intensivpädagogik und Gewaltforschung warnt: „Ungesteuerter Security-Einsatz in der Jugendhilfe birgt ein extremes Risiko für Machtmissbrauch. Das ist potenziell Kindesmisshandlung – und löst keines der Probleme.“ Die Reportage stellt nicht nur den Fall Ole H. in den Mittelpunkt, sondern öffnet den Blick auf ein wachsendes, bislang wenig beleuchtetes Phänomen: den Einsatz von Security-Kräften in Einrichtungen der Jugendhilfe für sogenannte „Systemsprenger“. Ein Film von Andreas Rummel. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 16.02.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 22.04.2026 MDR 170. Drohnenabwehr – Was Deutschland von der Ukraine lernen kann
Folge 170 (30 Min.)Mit dieser Kamikaze-Drohne der Firma General Cherry jagen ukrainische Soldaten russische Drohnen in der Luft.Bild: MDR/Marcel Beloqui EvardoneNoch nie gab es so viele illegale Drohnenflüge über deutschem Territorium wie 2025. Die Zahl hat sich in den letzten fünf Jahren von 92 auf 225 mehr als verdoppelt. Besonders in der Nähe von Flughäfen stellen die unbemannten Flugobjekte eine reale Gefahr dar. Auch im Luftraum über kritischer Infrastruktur sichten beunruhigte Anwohnerinnen und Anwohner immer mehr Drohnen, viele Videos davon landen im Internet. In den meisten Fällen ist die Polizei im Kampf gegen die Drohnen machtlos. Auch wenn die Aufklärungsquote in den letzten Jahren gestiegen ist, lag sie zuletzt bei ca. 12–15 Prozent.Demnach weiß die Polizei bei 85–88 Prozent der Sichtungen nichts über die Urheber. Auf die Frage, ob es sich dabei auch um russische Akteure handeln könnte, sagte der BKA-Präsident Holger Münch: „Das wissen wir nicht mit hundertprozentiger Sicherheit.“ Auch wenn es hierzulande bisher noch keine Angriffe von Drohnen gab, hat die Debatte einen militärischen Hintergrund: Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Weil westliche Rüstungslieferungen auf sich warten ließen, haben ukrainische Soldaten damit begonnen, handelsübliche Drohnen mit tödlichen Sprengsätzen auszurüsten. Mittlerweile ist der Angriff mit und die Abwehr gegen Drohnen kriegsentscheidend. Laut Militärexperten gehen ca. 80 Prozent aller Tötungen und Schäden in diesem Krieg auf Drohnen zurück. Russland und die Ukraine liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die tödlichsten Innovationen und die effektivsten Abwehrmittel. Für „exactly“ besucht MDR-Reporter Milan Schnieder die Berlin Security Conference und gewinnt dort Eindrücke von einer milliardenschweren Branche, die sich auf die neue Bedrohung umstellen muss. Weil ihm weder die Polizei noch die Bundeswehr Einblicke in den Aufbau ihrer Drohnenabwehr gewähren, entscheidet er sich, selbst in die Ukraine zu reisen. In Kiew besucht das MDR-Team die Firma Genera Cherry. Was als Bastelbude ukrainischer Veteranen begann, wurde zum Startup und ist heute eine der größten Firmen zur Produktion von Angriffs- und Abwehr-Drohnen, so genannten Interceptors. Die werden vor allem gebraucht, um große Drohnen in mehreren Kilometern Flughöhe zu treffen. Diese Interceptors sind nicht nur simpel konstruiert, um Geld zu sparen: „Unsere Soldaten brauchen Produkte, die sie auch unter stressigen Bedingungen einfach bedienen können“, erklärt Marco, der Pressesprecher der Firma. Das Reporterteam verbringt die Nächte mit zivilen Einheiten, die nur darauf warten, russische Shahed-Drohnen mit Großkaliber-Maschinengewehren zu bekämpfen. In Dnipro in der Ostukraine treffen sie einen Mann, der abgestürzte Drohnen entschärft und in einem privat betriebenen Museum ausstellt. Schließlich zeigt eine ukrainischen Drohneneinheit dem Reporter nahe der Front, wie sie sich gegen russische Drohnen schützt. Welche effektive Abwehr gegen die unterschiedlichsten Arten von Drohnen gibt es? Wie unterscheidet sich die Drohnenabwehr in der Ukraine von der in Deutschland? (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 23.02.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 25.02.2026 MDR 171. Falscher Arzt unter Verdacht – Missbrauch, Manipulation, Betrug?
- Alternativtitel: Falscher Arzt - Missbrauch, Manipulation, Betrug?
Folge 171 (29 Min.)André Hoy, Ärztevertreter Nordhausen, KV.Bild: MDRÜbergriffige Whatsapp-Nachrichten, Sektenstrukturen, Betrug, Verdacht auf Missbrauch: ein Karatetrainer soll im Training und als Arzt ohne Zulassung in der Praxis Kinder missbraucht haben. Wieso hielt keiner ihn auf?Verdacht des Missbrauchs von Minderjährigen, Betrug und die Frage nach der Rolle der Behörden im Fall eines falschen Therapeuten in Thüringen: darum geht es in der aktuellen Folge von exactly. Taghi B. soll in einer Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie in Nordhausen über Monate hinweg Minderjährige behandelt haben – und das, obwohl er laut Behörden weder eine Zulassung als Arzt oder eine Approbation besessen habe. Reporter von exactly finden heraus, dass auch sein Medizin-Abschluss gefälscht ist. Mehrere Mütter berichten, er habe in der Praxis therapeutische Sitzungen ihrer Kinder übernommen. In einem Fall beschreibt eine 15 Jährige, der Mann soll sie wiederholt außerhalb der Praxis kontaktiert und Nachrichten über WhatsApp geschickt haben, von sexuellen Grenzverletzungen bis hin zu schwerem sexuellem Missbrauch lauten die Vorwürfe. Exactly rekonstruiert, wie Taghi B. trotz früher Hinweise an Behörden und Anzeigen bei der Polizei dennoch monatelang weiter therapieren konnte. Vorwürfe gegen Taghi B. werden auch im Umfeld einer Kampfsportschule erhoben, wo er Karate und Aikido unterrichtet. Ein ehemaliges Mitglied spricht von Manipulation und emotionalen Abhängigkeiten. Ein Vater berichtet, seine Tochter soll im Einzeltraining Übergriffe erlebt haben, eine junge Frau erzählt davon, wie sie als Kind im Training ebenfalls sexuelle Belästigungen durch Taghi B. erlebt habe. Die Reportage zeigt anhand zahlreicher Betroffenenberichte, Dokumenten und Experteneinschätzungen: Die Behörden haben in diesem Fall nicht gut zusammengearbeitet, um eine Tätigkeit von Taghi B. als Therapeut schneller zu unterbinden. Ein Film von Julia Cruschwitz, Nina Böckmann und Oliver Matthes. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 02.03.2026 YouTube Deutsche TV-Premiere Mi. 08.04.2026 MDR 172. Neonazi-Konzerte und das Geschäft mit dem Hass – Kein Widerstand im Rechtsrockland?
Folge 172 (30 Min.)Rechtsextreme Kindertagsfeier im südthüringischen Brattendorf.Bild: MDR/Johanna HemkentokraxSeit anderthalb Jahren betreibt der Neonazi Tommy Frenck im südthüringischen Brattendorf einen neuen Gasthof. Oft finden dreimal wöchentlich rechtsextreme Konzerte in dem kleinen Ort statt, im Gastraum prangt eine riesige Schwarze Sonne an der Decke, im Advent feiern Eltern mit ihren Kindern zur Musik eines Nazi-Liedermachers Kinderweihnacht. Die Behörden setzen den Umtrieben kaum etwas entgegen. Brattendorf ist innerhalb kürzester Zeit zur Pilgerstätte für Neonazis und rechtsextreme Bands aus dem In- und Ausland geworden.Sicht- und hörbarer Widerstand regt sich in dem kleinen Ort nicht. Niemand stellt sich hier offen gegen den Nazi und seinen Gasthof. Brattendorf und seine Einwohnerschaft sind gespalten. Dabei hatten die Behörden Ende der 2010er Jahre den Neonazi Großkonzerten in der Region ein vorläufiges Ende gesetzt. Nach einem jahrelangen Gerichtsverfahren um das Vorkaufsrecht der Gemeinde am „Goldenen Löwen“ hatte Frenck seinen alten Gasthof im benachbarten Kloster Veßra 2024 verlassen müssen. Gleichzeitig gewann die extreme Rechte in der Region parlamentarisch an Boden. Die in Thüringen als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD bekam bei der Landtagswahl 2024 im Landkreis Hildburghausen knapp 40 Prozent der Zweitstimmen. Bei den Kommunalwahlen im selben Jahr scheiterte Tommy Frenck vom rechtsextremen „Bündnis Zukunft Hildburghausen“ mit 30,5 Prozent erst in der Stichwahl. Und was viele nicht ahnten – der Rechtsextremist und sein Geschäfts-Netzwerk hatten sich bereits Jahre zuvor eine größere Immobilie im nahen Brattendorf gesichert – unter den Augen der Behörden. Fast ein Jahrzehnt lang hatte Frenck in Südthüringen den Gasthof „Goldener Löwe“ betrieben. Der kleine Ort Kloster Veßra war zum Anlaufpunkt für die bundesweite Neonazi-Szene geworden. Rechtsextreme Festivals mit zum Teil mehreren tausend Teilnehmern brachten Thüringen internationale Schlagzeilen und den unrühmlichen Ruf als „Rechtsrockland“ ein. Von Anfang an wehrten sich aber auch die Demokratie-Bündnisse in der Region gegen den rechten Hass vor ihrer Haustür. Aus einer Handvoll engagierter Bürger ist heute mit dem „Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit Kloster Veßra“ eine verlässliche Anlaufstelle und ein Schutzraum für all jene geworden, die sich offen gegen eine rechtsextreme Hegemonie in der Region stellen und für ihren Mut angefeindet werden. Der Film porträtiert die rechtsextremen Umtriebe der letzten Jahre, den Kampf gegen rechts einiger mutiger Bürger und stellt die Frage: Wie geht es weiter im Rechtsrockland? (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 09.03.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 11.03.2026 MDR 173. Christoph Gröner und sein Immobilienimperium
Folge 173 (30 Min.)Im Dezember 2024 durchsucht die Staatsanwaltschaft Leipzig die Geschäftsräume des Immobilienunternehmers Christoph Gröner – wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung und auf Veruntreuen von Arbeitsentgelt. Unternehmensteile gehen insolvent, Handwerker, Architekten und externe Dienstleister klagten, weil sie nicht bezahlt wurden. Auf vielen Baustellen herrscht Stillstand. Noch vor wenigen Jahren ging es für den Bauunternehmer Christoph Gröner steil nach oben. Er kaufte landauf, landab Grundstücke, baute Gewerbegebäude und versprach deutschen Kommunen Wohnraum im großen Stil: In Leipzig, Karlsruhe, München und Köln plante er neue Stadtquartiere, in Berlin den höchsten Wohntower.Bundesweite Berühmtheit erlangte er durch den Satz: ‚Wenn Sie 215 Millionen haben: Schmeißen Sie das Geld zum Fenster raus, dann kommt‘s zur Tür wieder herein.’ Zur Unterstützung holte sich Christoph Gröner namhafte Ex-Politiker. So engagierte er den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder als Berater und holte den ehemaligen Kanzleramtsminister Ronald Pofalla ins Unternehmen. Mehrmals gruppierte der Baulöwe seine Firmen um und es gelang ihm dadurch zumindest teilweise weiter wirtschaftlich zu agieren. Der Film „Christoph Gröner und sein Immobilienimperium“ hinterfragt das Unternehmenskonzept des Unternehmers und erklärt, weshalb es offenbar an seine Grenzen kam. (Text: tagesschau24) Deutsche TV-Premiere Mi. 25.03.2026 MDR
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