Ein stadtmüdes französisches Paar lässt sich in einem abgelegenen Dorf in Galicien nieder, um mit dem Verkauf von Biogemüse neu durchzustarten. Die Anfeindung durch die einheimischen Nachbarn eskaliert zur Tragödie: Der Mann verschwindet und seine Frau ist überzeugt, dass er von den Nachbarn umgebracht wurde. Rodrigo Sorogoyens fünfter Film „Wie wilde Tiere“ basiert auf einer wahren Begebenheit, die sich vor etwa 15 Jahren in Spanien ereignete. Die Dokumentation zeigt, wie sich der Filmemacher der Problematik näherte und zwischen ausführlicher Recherche und erzählerischer Distanz einen eigenständigen Film erschuf. Die von ihm thematisierte Fremdenfeindlichkeit in benachteiligten konservativen ländlichen Gebieten ist keine spanische Eigenheit, sondern im Zuge des erstarkenden Nationalismus und Populismus ein zunehmend europäisches Phänomen.
Interviews mit dem Regisseur, Schauspielern und anderen Beteiligten sowie Filmausschnitte, Archivmaterial und die Rückkehr an die Drehorte in Galicien machen erlebbar, wie der Film entstand. Neben dem packenden Drehbuch und der hochkarätigen französisch-spanischen Besetzung ist es Rodrigo Sorogoyens feinfühlige Darstellung des Konflikts zwischen den verarmten Landwirten und den idealistischen Aussteigern, der dem Thriller zum internationalen Erfolg verhalf. Er setzt hiermit sein eindringliches sozialkritisches Werk fort und gilt inzwischen als führender Vertreter des engagierten Genrekinos und der neuen Generation des spanischen Films. (Text: arte)
Deutsche Streaming-PremiereMi. 10.12.2025arte.tvDeutsche TV-PremiereMi. 03.06.2026arte