Die Verarbeitung von Asbest ist wegen gesundheitlicher Risiken in der EU und vielen weiteren Ländern verboten. Doch im österreichischen Burgenland kommt 2026 heraus: In mehreren Steinbrüchen wurde Serpentinit abgebaut, das Asbest enthalten kann. Das Gestein wurde über Jahre als Schotter, Streusplitt oder Straßenbelag verwendet – und damit großflächig verteilt. Nach der Schließung von vier Steinbrüchen beginnt die Suche. Stefan Stadler von Greenpeace und sein Investigativ-Team nehmen Proben und finden Asbest auf Straßen und Parkplätzen.
Die Spur führt bis ins ungarische Szombathely. Dort sind Wohngebiete betroffen, in denen Familien mit kleinen Kindern leben. Straßen müssen wegen des giftigen Staubs bewässert und belastete Flächen saniert werden.
Wie groß die gesundheitliche Gefahr ist, darüber gehen die Einschätzungen auseinander. Die Behörden im Burgenland sehen aufgrund eigener Luftmessungen keine unmittelbare Gefährdung. Greenpeace fordert dagegen weitere Untersuchungen.
Das Problem: Außer an Arbeitsplätzen gibt es keinen gesetzlichen Grenzwert für Asbest in der Außenluft. Nicole und Dietmar Cseh sind persönlich betroffen. Ihr Haus liegt nur wenige Kilometer von einem geschlossenen Steinbruch entfernt. Experten haben im Streusplitt vor ihrem Haus Asbest nachgewiesen. Das Paar sieht sich demselben Gift ausgesetzt, an dem Nicole Csehs Vater gerade verstorben ist. Als Elektriker hatte er jahrzehntelang mit Asbest auf Baustellen zu tun, als das Material noch ganz legal verbaut wurde. (Text: arte)