Am Schauplatz Folge 1120: Das Ende des Gemeindebaus
Folge 1120
Das Ende des Gemeindebaus
Folge 1120
Die Robert-Stolz-Siedlung ist eine von 35 Gemeindebauten, die in Wiener Neustadt verkauft werden.
Bild: ORF
Eine Reportage über die Privatisierung hunderter Gemeindebauwohnungen in Wiener Neustadt. Der Gemeindebau gilt in Österreich seit Jahrzehnten als Garant für leistbares und sicheres Wohnen. Für viele Menschen mit geringem Einkommen ist er mehr als nur ein Dach über dem Kopf – er bedeutet Stabilität, Planbarkeit und sozialen Zusammenhalt. In Wiener Neustadt jedoch steht dieses Modell auf dem Prüfstand. Laut ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger belasten die Gemeindewohnungen das Stadtbudget jährlich mit einem Defizit von rund vier
Millionen Euro.
Angesichts dieser Zahlen sieht sich die Stadt gezwungen, rund drei Viertel der Gemeindewohnungen zu verkaufen. Die geplante Privatisierung sorgt für intensive Debatten – nicht nur in Wiener Neustadt. Auch andere österreichische Kommunen beobachten die Entwicklung genau und prüfen ähnliche Schritte. Ist der Verkauf kommunaler Wohnungen eine wirtschaftliche Notwendigkeit in Zeiten knapper Kassen? Oder markiert er einen grundlegenden Bruch mit der sozialpolitischen Tradition des Gemeindebaus? (Text: ORF)