Kommentare 1–10 von 11

  • am

    Das hätte an sich ein spannender Krimi sein können, nur leider ist die Serie von persönlichen Beziehungs,- Familien- und Kindheitsdramen der beiden Protagonisten durchzogen, die die Serie insgesamt sehr dominieren, was den eigentlichen Krimi in den Hintergrund rückt und eher zu einer Nebenhandlung degradiert. Das zeigt sich schon zu Beginn, als von den beiden Morden nur einer wirklich präsentiert wird, der zweite wird dazu dann nur erwähnt. Auch die Ermittlungsarbeit, so sie überhaupt stattfindet, wirkt recht oberflächlich und nicht sehr prrofessionell und die Auflösung kommt dann eher zufällig, da sich die Verantwortliche selber outet, hätte sie das nicht getan, würden die vermutlich immer noch im Dunkeln tappen.
    Dazu kommt die Geschichte mit der streng religiösen Gemeinschaft, aus die der Lauri stammt, die so nebenher wabert und erst am Ende dann in den Mittelpunkt rückt. Das hierin begründete und durchaus brisante Mordmotiv hätte man eher thematisieren sollen, als das andere "private Gedöns", zumal das am Ende offenbar ohne Konsequenzen blieb. Nichts gegen private Handlungsstränge und Drama ist auch nicht gleich Drama, kommt ja immer drauf an, wie das inszeniert und ggf. mit der eigentlichen Handlung verwoben wird. Nur hier war es mir definitiv zu viel, weil von dem Krimi nicht mehr viel übrig blieb, von einem "Noir-Thriller", wie es hier auf FS hieß, ganz zu schweigen.
    Ach ja, dann gab es da noch dieses Thema mit der Auseinandersetzung zwischen Türken und Irakern, hat nichts wirklich zur Handlung beigetragen und fand ich auch überflüssig.
    Lt. Wikipedia ist die 2. Staffel ein Prequel mit anderen Darstellern und die 3. Staffel dann wieder mit den beiden, die sich hier, Achtung, in einer persönlichen Krise befinden, wer hätte das gedacht.
    • (geb. 1968) am

      Also ich fand die erste Staffel gar nicht schlecht. Wer sich über "privates Gedöns" beschwert, soll sich fragen, wo es das nicht gibt... Sogar Action-geladene Serien wie Hawaii Five-0, bei denen praktisch jede Folge gleich mit einer wüsten Schießerei beginnt, haben private Handlung. Ich verstehe also nicht ganz, welche Messlatte bei "All the Sins" angelegt werden sollte, und was die Serie in den Augen anderer Kommentatoren sehenswerter gemacht hätte. Mag sein, dass es Längen gibt. Vielleicht, weil die 6 Folgen ja irgendwie mit Inhalt gefüllt werden müssen. Zugegeben - 3 Folgen hätten es wahrscheinlich auch getan. Oder vielleicht sind Finnen im Vergleich zu Deutschen Phlegmatiker und brauchen länger, um zum Punkt zu kommen? Ich weiß es nicht.


      Aber sein wir ehrlich zu uns selbst - wir sind gerade einmal eine Generation entfernt von solch brillanten Dialogen, die in spießigsten Wohnungen zwischen Christiane Krüger und Horst Tappert stattgefunden haben: "Ihr Mann ist tot" - "Mein Mann ist tot??" - "Ja, Ihr Mann ist tot - Harry, hol schon mal den Wagen". Dagegen ist "All the Sins" absolut fesselnd. Dabei fanden die meisten "Derrick" toll.


      Einfach anschauen und eigene Meinung bilden ;-)
      • (geb. 1974) am

        Langweilig! 
        Ginge es nur um die Morde, frage ich mich warum man nicht als erstes alle Orte abklappert an denen die 2 ersten Opfer gefunden wurden...und schwups, Serie zu ende :)
        Das ganze private Gedöns ist ja sowas von zäh *gääähn
        Und das SektenChristenGlaubensgeschwurbel total anstrengend. Und ach ja noch was über Flüchtlinge und Bandenkriminalität und dieser Ich-gegen-Alle Anonymus-Fake Typ. Fehlt nur noch das Inklusionsthema und ein Quotenfarbiger/Asiat (sorry aber is heutzutage ja so).. 


        Prädikat: Kann man sich sparen. 


        Tatsächlich, Staffel 2 nur mit Untertitel.
        • am

          Enthält Spoilers: Etwas vom Schlechtesten, was ich seit langem aus dem Norden gesehen habe!
          Fazit nach 3/6 Folgen von Staffel 1: Zwei unsympathische, befangene Ermittler spielen die Hauptrolle. Lauri kommt ursprünglich aus dieser Kleinstadt, lebt in einer toxischen homosexuellen Beziehung, ist gewalttätig. Sanna landet innert kürzester Zeit mit zwei Männern im Bett, einer davon zählt zu den Hauptverdächtigen in einer Mordserie an einflussreichen Laestadianern. Sanna litt unter einem depressiven, gewalttätigen Mann, hat sich von der Tochter entfremdet, die bei Sannas Mutter lebt. Diese wiederum stirbt an den Folgen einer Hirnblutung. Wie man sieht allerlei Privates wurde hier eingebaut, das unnötig vom eigentlichen Fall ablenkt. Der Vogel wird in Folge 3 abgeschossen, bei welchem ein BJ einen tödlichen Verlauf nimmt. Soll wohl witzig sein, ich fand es zum Fremdschämen.
          Dazu auch reichlich unglaubwürdig und realitätsfern allen voran die Bedrohung des Vater-Sohn-Gespanns aus dem Irak durch böse, konkurrierende Türken (Pizzeria) und das in der finnischen Pampa hoch im Norden.
          Was ich an dieser Stelle bereits sagen kann: Fahid, sein Vater und Aaro werden kaum die Täter sein.
          • (geb. 1966) am

            Nee, das war nix für mich. 🙁 Ich habe mich jetzt durch die erste Staffel mühsam durchgekämpft, und dabei wird es auch bleiben.
            .
            Gleich mehrere Familiendramen, die durch sektenähnlichen religiösen Fanatismus hervorgerufen werden, die Akteure blieben mir bis zum Ende unsympathisch.
            .
            Als Klammer der Serie dient die Aufklärung eines Mehrfachmordes, die aber aufgrund der religiösen Bezüge eher eine Nebensache spielt.
            .
            Von mir keine Empfehlung. Aus dem hohen Norden kenne ich da Besseres.
            • am

              Eine hochgelobte skandinavische Serie. Ich saß allerdings nicht im Jurorenteam. Habe mich 5 Episoden durchgequält und bin erst bei Episode 6 aufgewacht!
              • am

                Staffel 1

                Mir hat die Serie sehr gut gefallen.

                Staffel 2 und 3 kenne ich nicht.
                Zudem habe ich auch keine Lust weißen Text auf hellem Hintergrund zu lesen.

                Schade, wenn die nachfolgenden Staffeln nicht synchronisiert werden.
                • am

                  Finnische Krimidramaserie. 
                  Das Interessante zuerst: der Plot führt in eine nordfinnische Gemeinde, die von der lästadischen Religionsgemeinschaft geprägt ist. Die Kritik an dieser steht im Mittelpunkt der Serie.
                  Die beiden Ermittler Lauri und Sanna sind durch ihre familiäre Geschichte zu sehr in den eigentlichen Fall verwickelt, eine Entwicklung, die man leider auch aus deutschen Krimiproduktionen kennt. Dadurch ergibt sich nicht nur der Kriminalfall, sondern (wieder einmal) ein Drama, der besonders mit Lauris Herkunft aus eben dieser Religionsgemeinschaft zusammenhängt. Sanna belastet zudem der Tod ihrer Mutter und die Beziehung zu ihrer Tochter.
                  Man versteht in der Person Lauri die Probleme, die sich durch seine sektenartige Herkunft ergeben, dieser dramaturgische Kniff wirkt aber zum Schluss hin zu dick aufgetragen.
                  Der eigentliche Fall nimmt dann ab Folge 4/5 Fahrt auf und stellt die Verbindung zu einem Geheimnis der Sekte her.
                  Der Cast ist in Ordnung, die Kamera nur teilweise überzeugend, das Drehbuch folgt dem bereits beschriebenen Konzept, der Sound unterstützt die dunkle Story gut. Die Synchronisation wirkt zuweilen etwas unbeholfen. 
                  Als finnischer Beitrag im Rahmen europäischer Krimis sehenswert, aber nicht durchgehend überzeugend, für mich zuviel Psychodrama.
                  • (geb. 1960) am

                    Wirklich schade, dass die zweite Staffel nicht synchronisiert wurde. Beim Lesen der Untertitel gehen einfach zu viele Nuancen der ausgesprochen gut erzählten Story verloren.
                    • (geb. 1971) am

                      Fällt mir schon öfters bei guten nordischen Serien auf. Die erste Staffel ist synchronisiert, die weiteren mit Untertiteln. Das ist dann immer so anstrengend, nicht, weil ich es nicht lesen will, sondern oft ist weiße Schrift auf hellem Grund, und von den Bildern/kleinen Gesten geht so viel verloren.
                  • am

                    Die Finnen und ihr feingeistiger Humor - und dann noch mit einem gestochen scharfen Unterton, was die Gesellschaftskritik im eigenen Land angeht... ABSOLUT GELUNGEN.

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