Wie monogam ist der Mensch?
Folge 189 (28 Min.)
Laut einer Studie sind in Deutschland besonders die unter 30-Jährigen offen für nichtmonogame Beziehungsformen. Fast die Hälfte glaubt, dass es künftig mehr offene Beziehungen geben wird.Bild: Getty ImagesMonogamie ist ein kulturelles Ideal und gleichzeitig ein komplexes biologisches Phänomen – und gilt für viele als das Beziehungsmodell der Wahl. Doch die Realität sieht anders aus: Die Hälfte aller Ehen in Deutschland und Frankreich scheitern, Untreue ist einer der häufigsten Trennungsgründe und alternative Formen wie offene Beziehungen gewinnen an Bedeutung. Warum gelingt es oft nicht, ein Leben lang sexuell treu zu lieben? Expertinnen und Experten erklären, dass Monogamie im Tierreich selten und eher an Umwelteinflüsse gebunden ist, etwa bei Vögeln, die gemeinsam Brutpflege betreiben, oder bei isoliert lebenden Gibbons.Entscheidende genetische Mechanismen, die Paarbindungen unterstützen, sind uralt und in vielen Arten vorhanden, jedoch selten lebenslang exklusiv. Beim Menschen wirken zusätzlich soziale, kulturelle und religiöse Normen, die Monogamie absichern: Sesshaftigkeit, Besitz, Erbfolge und religiöse Sakramente schufen jahrtausendealte Strukturen, die bis heute prägend sind. Doch die Idealisierung der lebenslangen Treue wird zunehmend hinterfragt. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass die Zufriedenheit mit einer Beziehung nicht zwangsläufig an sexuelle Treue gebunden ist. Familienmodelle jenseits der klassischen Monogamie zeigen oft ein gleichwertiges oder sogar besseres Vertrauen der Partner. Was bleibt, ist die Suche vieler Menschen nach Nähe, Sicherheit und Geborgenheit – und doch ringen sie mit den Zwängen eines Modells, das im Wandel ist. Vielleicht ist es an der Zeit, Liebe neu zu denken und sich mehr miteinander auszutauschen, wie man die Partnerschaft ein Leben lang führen will. ARTE strahlt diesen Film auch in einer untertitelten Fassung für Hörgeschädigte aus. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 09.01.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere So. 08.02.2026 arte Warum gehen wir auf Gold so ab?
Folge 190 (27 Min.)Das von Menschen geförderte Gold würde zusammengeschmolzen nur einen Würfel mit einer Kantenlänge von 22,3 Metern ergeben. Trotzdem hat es den Lauf der Welt verändert.Bild: ARTE/BRFür die alten Ägypter war Gold das „Fleisch der Götter“, mit dem nur Pharaonen und Priester ihren guten himmlischen Draht unterstreichen durften: Das Edelmetall schien den Glanz der Sterne einzufangen und verkörperte auch deshalb Ideen der Ewigkeit. Mit diesen Assoziationen hat unsere besondere kulturelle Beziehung zu Gold begonnen. Menschen haben über Jahrtausende gelernt, Gold wertvoll und besonders zu finden. Eine große Rolle dabei spielt natürlich, dass alles bislang geförderte Gold der Welt nur drei olympische Schwimmbäder füllen würde. Aber hinter dem besonderen Status von Gold steckt noch mehr als seine Seltenheit. Warum uns sein Anblick buchstäblich beglückt, das erklärt der Wahrnehmungspsychologe Roland Fleming mit Reaktionen unseres Gehirns auf den besonderen Glanz und die Farbe des Metalls.Und wie letztere entstehen – dafür muss die Astrophysikerin Anna Frebel Einsteins Relativitätstheorie bemühen. Die auf diese Weise erklärbaren Besonderheiten des Gold-Atoms beeinflussen auch seine Materialeigenschaften, die es unseren Vorfahren leicht machten, Kultgegenstände daraus herzustellen. Und irgendwann auch: Geld. Die ersten Gold-Münzen markierten den Beginn des Kapitalismus, sagt Arnaud Manas, Historiker von der Französischen Nationalbank. Die Suche nach der speziellen Wirkung von Gold wird zum Streifzug durch die Geschichte, durch die Mechanismen unseres Gehirns, die Welt der Atomphysik – und führt letztlich hinaus ins All … (Text: arte) Deutsche TV-Premiere So. 15.02.2026 arte Steuern Gefühle den Finanzmarkt?
Folge 191 (26 Min.)Unser pawlowsches System reagiert schnell und impulsiv und kann den „vernünftigen“ Teil unseres Gehirns manchmal übersteuern.Bild: NDR/ARTEDie Börse gilt als Tempel der Rationalität, der Zahlen, Daten und Modelle. Doch was, wenn Gefühle die Kurse treiben? Wenn Panik schneller wirkt, als jede Analyse und Euphorie Milliarden bewegt? Emotionen gelten als Störfaktor, dabei bestimmen sie oft den Takt der Finanzwelt. Aber sind sie wirklich nur gefährlich? Oder brauchen wir Gefühle, damit Märkte funktionieren? (Text: arte.tv)Deutsche TV-Premiere So. 22.02.2026 arte Deutsche Streaming-Premiere So. 22.02.2026 arte.tv Was, wenn das Leben spiegelverkehrt wäre?
Folge 192 (29 Min.)Viele lebenswichtige Moleküle lassen sich in zwei spiegelbildliche Varianten anordnen, vergleichbar mit einer linken und einer rechten Hand. Chiralität nennt man dieses Phänomen. Und so gibt es rechts- und linkshändige Moleküle. Mit einer Besonderheit: „Das Leben hat sich immer nur für eine Spiegelform entschieden“, sagt Cornelia Meinert von der Universität Côte d’Azur in Nizza. „Die Aminosäuren in den Proteinen sind ausschließlich linkshändig und die Zuckermoleküle in der DNA immer rechtshändig“. Wie genau diese merkwürdige Vorliebe des Lebens vor etwa 3,8 Milliarden Jahren zustande kam, ist nach wie vor unklar.Was wäre, wenn wir dieses Gesetz auf den Kopf stellen und die lebenswichtigen Moleküle spiegeln würden? „Das könnte einen großen Nutzen für die Medizin bringen“, sagt Kate Adamala von der University of Minnesota. Spiegelmoleküle werden dank ihrer entgegengesetzten Anordnung nicht von der Körperabwehr erkannt und könnten daher ihre medizinische Wirkung besser entfalten. Doch diese positive Eigenschaft könnte auch gravierende Folgen haben – dann nämlich, wenn wir statt einzelner Spiegelmoleküle einen ganzen gespiegelten Organismus erschaffen würden – etwa ein Spiegelbakterium. „Es sind Szenarien denkbar, in denen sich ein Spiegelbakterium in der Umwelt ausbreitet, Ökosysteme umwälzt, Pflanzen und Tiere infiziert und schließlich auch uns Menschen“, warnt David Bikard vom Institut Pasteur in Paris. Noch gibt es keine Spiegelbakterien aus dem Labor. Doch die Wissenschaft ist alarmiert und fordert, das Spiel mit dem Spiegeln des Lebens nicht zu weit zu treiben. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 30.01.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere So. 01.03.2026 arte Brauchen wir den Alpha-Mann?
Folge 193 (29 Min.)Der Mann, und auch Männlichkeit selbst, stecken heute in der Krise. Das zumindest erzählen populäre Influencer aus der sogenannten „Manosphere“ ihrem Publikum. Und fordern, dass Männer wieder versuchen sollten, „Alphas“ zu sein: Starke, dominante Männer, die in der Rangordnung ganz oben stehen, über den schwachen „Beta-Männern“ – und über Frauen sowieso. So, wie wir das in der Natur angeblich ja oft genug beobachten könnten: Bei Wölfen etwa, oder bei Schimpansen. Doch stimmt das überhaupt? Gibt es im Tierreich „Alpha-Männchen“? Bei Wölfen etwa stellt sich schnell heraus: Den Alphawolf gibt es nicht, zumindest nicht in freier Wildbahn.Doch bei Schimpansen und weiteren Primaten etwa gibt es ihn schon. Und beim Menschen? Hier zeigt ein Blick die Vergangenheit, als der Mensch üblicherweise in Jäger-Sammler-Gruppen umherzog, dass die Gruppe damals allzu dominante Individuen schnell ausschloss. Und heute? In unseren komplexen Gesellschaften, mit ihren vielen nebeneinander bestehenden Hierarchien, und den vielen Möglichkeiten, sich in Ihnen zu behaupten, entpuppt sich das Bild des Alpha-Manns vor allem als eines: schlicht zu simpel. Und es zeigt sich auch: Wenn Männer trotzdem glauben, sie müssten „Alphas“ sein, dann leiden darunter nicht nur Frauen, sondern oft auch sie selbst. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere So. 08.03.2026 arte
