Mobbing: Unsichtbare Narben
Folge 227 (25 Min.)
Juliane (34) (M.) mit Tochter Leni (l.) und ihrem Mann Christoph (r.) beim Spielen am Hochbeet.Bild: ZDF und KunamoFilm, Simone MatheisJuliane wurde in der Schule jahrelang gedemütigt, Nils über Jahre gemobbt. Beide tragen die Folgen bis heute. Wie lebt man mit einer Vergangenheit, die sich nicht abschütteln lässt? Juliane arbeitet heute als Erzieherin und leitet ein Präventionsprogramm gegen Mobbing. Nils ist Bilanzbuchhalter und lebt mit einer posttraumatischen Belastungsstörung. Nach Jahren des Schweigens suchen beide nach Wegen zurück zu Vertrauen und Selbstwertgefühl. Juliane (34) wird von der Einschulung bis zur 9. Klasse in Süddeutschland von Mitschülerinnen und Mitschülern beleidigt, ausgegrenzt und körperlich angegangen.Die Lehrkräfte seien nicht eingeschritten, sagt sie. Eine Lehrerin zerreißt vor der ganzen Klasse ihr gemaltes Tigerbild. „Das ist viel zu hässlich, um draußen aufgehängt zu werden“, sei die Begründung gewesen. Ihre Eltern glauben ihr und suchen das Gespräch mit der Schule, ein Wechsel ist trotzdem nicht möglich. Heute ist Juliane Erzieherin, leitet ein Präventionsprogramm gegen Mobbing und versucht, Kindern das zu geben, was ihr selbst fehlte. Der Film begleitet sie im Alltag mit ihrem Mann, ihrer Tochter Leni und ihrer Mutter – und bei ihrem großen Hobby: Als Mitglied eines historischen Vereins fühlt sich Juliane auf Renaissance-Festen in historischen Gewändern besonders wohl. Nils (34) wird ab seinem 13. Lebensjahr über Jahre ausgegrenzt, gedemütigt und schließlich Opfer körperlicher Gewalt. Auf einer Hausparty wird er von mehreren Personen angegriffen, seine Nase bricht. Die Folgen dieser Zeit reichen bis in sein heutiges Leben: Nils lebt mit einer posttraumatischen Belastungsstörung, Panikattacken und tiefem Misstrauen gegenüber anderen Menschen. Mehrere stationäre Klinikaufenthalte und eine beginnende Therapie markieren für ihn einen Wendepunkt. Der Film begleitet Nils unter anderem im Schwimmbad, das ihm hilft, zur Ruhe zu kommen, bei Spaziergängen mit seinem Freund Markus und beim Kegeln in seinem Verein – aber auch an Orten seiner Vergangenheit: der alten Wohnsiedlung, dem Bolzplatz und dem Parkplatz, an dem er einst angegriffen wurde. Juliane und Nils verbindet die Erfahrung, über Jahre nicht geschützt worden zu sein – und der Wunsch, sich ihre Stimme und ihr Selbstwertgefühl zurückzuerobern. Mobbing gilt oft als Schulhofphänomen – dabei reichen seine Folgen häufig weit ins Erwachsenenleben hinein. Rund jede dritte Person in Deutschland gibt an, im Laufe ihres Lebens Mobbing erlebt zu haben. Besonders betroffen sind junge Erwachsene, oft im Übergang von der Ausbildung in den Beruf – der Arbeitsplatz gilt heute als häufigster Tatort. Wissenschaftliche Langzeitstudien zeigen: Wer in der Schulzeit gemobbt wurde, trägt im Erwachsenenalter ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko für Depressionen, Angststörungen und ein geringes Selbstwertgefühl. Schätzungen zufolge sind zehn bis 20 Prozent aller Schülerinnen und Schüler wiederholt betroffen – die Auswirkungen können noch Jahre nach dem Schulabschluss bestehen. (Text: 3sat) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 16.10.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere So. 18.10.2026 ZDF Against all Gods: Das Experiment beginnt
Folge 228 (30 Min.)Die Glaubens-WG geht in die zweite Runde: Die Muslimin Doha (l.), die Jüdin Lien (2.v.l.), die Christin Laura (3.v.l.), der Atheist Denis (3.v.r.), der Hinduist Saran (2.v.r.) und der Buddhist Titou (r.) leben sechs Tage lang zusammen unter einem Dach – kann das gutgehen?Bild: ZDF und Finnegan GodenschwegerDie preisgekrönte Glaubens-WG geht in die zweite Runde: Sechs junge Menschen, sechs Weltanschauungen, eine WG. Was eint sie diesmal, was trennt sie? Große Lebensfragen, unterschiedliche Glaubenswelten und überraschende Begegnungen: In sechs Folgen diskutieren die Bewohnerinnen und Bewohner über Tod, Trennung, Krieg und Klimakrise. Prominente Gäste sorgen für neue Impulse. Ankunft in Bockwitz, Sachsen: Sechs junge Menschen, die sich nie zuvor begegnet sind, beziehen für eine Woche einen Vierseithof auf dem Land. Judentum, Islam, Christentum, Buddhismus, Hinduismus und Atheismus unter einem Dach – kann das gutgehen? Atheist Denis und Hindu Saran sind die Ersten, die ankommen, und stehen noch etwas unbeholfen bei Snacks und Getränken im Garten unter der Weide.Für eine erste Überraschung sorgt Muslima Doha: Sie reist nicht allein an, sondern bringt ihren kleinen Sohn mit. Als Lien und Titou dazustoßen, weiß man zunächst gar nicht, wer buddhistisch und wer jüdisch ist. Die Nervosität unter den WG-Mitgliedern weicht mit der Ankunft der evangelischen Frohnatur Laura, die die Runde komplett macht. Doch bevor der Hof bezogen werden kann, muss erst einmal der Weg freigeräumt werden, denn: Ein Meer aus Luftballons, versehen mit Karten, auf denen einschlägige Vorurteile zu Glaube und Religion zu lesen sind, lädt zur ersten hitzigen Diskussion ein. Was ist heiße Luft – und wo steckt Wahrheit drin? Und warum ist da immer dieser eine Elefant, der sich Nahostkonflikt nennt? Beim „ersten Abendmahl“ wird weiter diskutiert: Auf die Teller wurden Fragen geschrieben, zu denen sich die Sechs während des Essens positionieren und über die sie ins Gespräch kommen. Der Abend zeigt: Hier wird noch einiges auf den Tisch kommen. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere So. 25.10.2026 ZDF Against all Gods: Dürfen wir Gott spielen?
Folge 229 (30 Min.)Im „Teufelskreis“ diskutieren die Bewohnerinnen und Bewohner der Glaubens-WG über Leben, Tod und schwierige ethische Entscheidungen. Besonders die Christin Laura (im Bild) bewegt die Begegnung mit Autorin Hanna Heim, die vom assistierten Suizid ihrer Großeltern erzählt.Bild: ZDF und Finnegan GodenschwegerDie erste Nacht ist überstanden, zum Frühstück gibt es Deep Talk. Das Wetter an diesem Tag: grau und regnerisch – ist das ein Omen für die schweren Themen, die anstehen? Die Diskussion im Haus wird jäh unterbrochen, als plötzlich ein Hula-Hoop-Reifen die Treppe herunter poltert, an dem die Frage des Tages befestigt ist: Dürfen wir Gott spielen? Auf dem Dachboden findet der „Teufelskreis“ statt. Darin diskutieren die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner über Folgendes: Sollte der Mensch über sein eigenes Lebensende selbst entscheiden? Ist es ok, wenn sich eine Frau entscheidet, ihre Schwangerschaft abzubrechen? Komplexe Fragen.Einmal steht Denis mit seiner Meinung allein im Kreis der Mitbewohnerinnen und -bewohner. Eine Erfahrung, die der Atheist in der Glaubens-WG noch häufiger machen wird. Meinungen sind verschieden und das ist okay, aber nicht immer leicht zu verdauen. Am Nachmittag kommt die erste Besucherin an: Journalistin und Autorin Hanna Heim liest aus ihrem Buch, in dem sie über den assistierten Suizid ihrer Großeltern schreibt. Das Gespräch bewegt alle – besonders Laura. Und während Lien lieber nicht darüber nachdenken will, wie sie einmal sterben möchte, zeigt sich am Ende dieses Tages vor allem eins: Es gibt Differenzen. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere So. 01.11.2026 ZDF Against all Gods: Es wird heiß!
Folge 230 (30 Min.)Liebe, Lust und Leidenschaft sorgen für Gesprächsstoff in der Glaubens-WG. Auch Buddhist Titou diskutiert intensiv mit.Bild: ZDF und Finnegan GodenschwegerNach zwei intensiven Tagen sehnt sich die WG nach etwas Leichtigkeit – und bekommt sie. Mit Sex-Expertin, Autorin und Podcasterin Susanna Bouchain steht plötzlich eine Besucherin im Garten, deren Themen Aufklärung, weibliche Lust und Dating sind. Heute geht es um Liebe, Sex und Partnerschaft. Die Sechs nehmen gemeinsam mit Susanna Datingprofile unter die Lupe und diskutieren, was aus ihrer – auch religiös geprägten – Perspektive ein „Go“ und was ein klares „No no no“ ist. Dabei offenbaren die Sechs viel darüber, welche Art von Partnerschaft sie selbst suchen oder führen. Holy Shit, danach wird es pikant: Susanna trägt Zitate aus den religiösen Schriften vor und die WG muss raten, woher sie stammen.Während Laura beim Thema erstaunlich progressiv ist, ist Doha die Situation manchmal sichtlich unangenehm. Und Titou? Der braucht Abkühlung und macht es sich im Pool bequem. Die Stimmung ist streckenweise ausgelassen, doch spätestens beim Thema „Sex vor der Ehe“ diskutieren sie hitzig – Männer wie Frauen. Was ist, wenn der Ehemann nicht weiß, wo die Klitoris ist? Sind Adam und Eva nicht auch ohne Trauschein „ein Fleisch“ geworden? Am Ende des Tages steht fest: Über kaum etwas lässt sich so ehrlich streiten und so befreiend lachen wie über die intimsten Dinge des Lebens. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere So. 08.11.2026 ZDF Against all Gods: Die Hölle öffnet sich
Folge 231 (27 Min.)Die preisgekrönte Glaubens-WG geht in die zweite Runde: Sechs junge Menschen, sechs Weltanschauungen, eine WG. Was eint sie diesmal, was trennt sie? Große Lebensfragen, unterschiedliche Glaubenswelten und überraschende Begegnungen: In sechs Folgen diskutieren die Bewohnerinnen und Bewohner über Tod, Trennung, Krieg und Klimakrise. Prominente Gäste sorgen für neue Impulse. Lien wird heute nicht dabei sein, denn es ist Schabbat. Den anderen hat sie ausführlich erklärt, was der wöchentliche Ruhetag für Jüdinnen und Juden bedeutet – und dass auch das Filmen der Glaubens-WG Arbeit ist. Auch das hat an diesem Tag für sie zu ruhen. Ihre Abwesenheit ist spürbar und wirft in der Gruppe Fragen auf: Wer entscheidet, wie streng jemand seinen Glauben lebt? Und was bedeutet Toleranz wirklich? Dann sorgt der erste Ausflug für die lang ersehnte Flucht vom eigentlich so idyllischen Hof.Nun heißt es Badesachen einpacken, es geht ins Waldbad Colditz. Zwischen Wasserrutsche, Sonnencreme und Pommes genießt die Gruppe eine unbeschwerte Auszeit. Doha präsentiert sich stolz in ihrem Burkini – und merkt schnell, dass sie die einzige vollständig bekleidete Person im ostdeutschen Freibad ist. Die Sechs verbringen einen harmonischen Nachmittag, an dem noch niemand ahnt, was ihnen am Abend bevorsteht. Zurück auf dem Hof, es ist mittlerweile stockdunkel, liegen sechs Taschenlampen und eine geheimnisvolle Notiz parat. Ihr Weg führt die WG in die Scheune. Dort erleben sie eine immersive Installation mit dem Titel „Sieben Minuten in der Hölle“ – eine Interpretation der sieben Todsünden, die sie bildlich erleben, hören und fühlen. Währenddessen setzen sich die Sechs damit auseinander, wie pfleglich der Mensch mit Gottes Schöpfung – also mit seinen Mitmenschen – umgeht. Sichtlich beeindruckt und gefordert diskutiert die Gruppe danach bis in die Nacht: Kann Religion in einer Welt, die permanent zur Maßlosigkeit einlädt, ein Korrektiv sein? Kann der Mensch überhaupt gut sein? (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere So. 15.11.2026 ZDF Against all Gods: Wild Wild Ost
Folge 232 (30 Min.)Vorurteile treffen auf echte Begegnungen. Für die Muslimin Doha wird der Tag zu einer Erfahrung, die zeigt, wie viel Offenheit entsteht, wenn Menschen miteinander ins Gespräch kommen.Bild: ZDF und Finnegan GodenschwegerDie preisgekrönte Glaubens-WG geht in die zweite Runde: Sechs junge Menschen, sechs Weltanschauungen, eine WG. Was eint sie diesmal, was trennt sie? Große Lebensfragen, unterschiedliche Glaubenswelten und überraschende Begegnungen: In sechs Folgen diskutieren die Bewohnerinnen und Bewohner über Tod, Trennung, Krieg und Klimakrise. Prominente Gäste sorgen für neue Impulse. Was aussieht wie ein Kaffeeklatsch in Großmutters Garten, entpuppt sich schnell als ein ernstes Treffen: Auf der Torte prangt in Glasur ein Satz, der nur schwer verdaulich ist: „Wir sind das Volk. Ihr nicht.“ Es geht um Zugehörigkeit, Ausgrenzung und die Frage, wie viel Wahrheit im Klagelied über den „bösen Osten“ steckt.In der Runde erzählen die Sechs von ihren eigenen Erfahrungen – davon, wie sichtbar oder unsichtbar ihr Glaube im Alltag ist und was das mit ihnen macht. Dann bekommt die WG erneut Besuch: Robert Zillmann, Bürgermeister der Stadt Colditz, lädt zu einer Planwagenfahrt durch seine Heimat ein. Unterwegs spricht er offen über die Spannungsfelder der Region und möchte mit dem Narrativ des problematischen Ostens aufräumen. Ein Zwischenstopp führt die Gruppe in eine evangelische Kirche, wo sie mit der Pfarrerin über Glauben und Religion in Ostdeutschland ins Gespräch kommt. Die Fahrt endet am Heimatturm, wo die Colditzer das 125-jährige Jubiläum feiern. Dort überreicht Bürgermeister Robert Zillmann der WG eine Kiste mit Losen, die die Sechs in Zufallsbegegnungen mit den Menschen am Heimatturm schicken. In diesen Begegnungen werden mal ernste Fragen, mal augenzwinkernde Aufgaben gestellt. Müde, aber glücklich kehrt die Gruppe zurück auf den Hof – mit der Erkenntnis: „Wild Wild Ost“ hat viel zu bieten. Die WG-Zeit neigt sich dem Ende zu, für die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner geht auf dem Hof in Sachsen nur noch einmal die Sonne auf. Doch wird sie, symbolisch gesehen, auch scheinen? (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere So. 22.11.2026 ZDF
