Deutsche Erstausstrahlung: 16.10.1978 ARD

    Franz Brodzinski hat lange in einer Großmarkthalle gearbeitet, bis er sich einen gebrauchten Hanomag-Henschel, einen Pritschen-Tieflader, kaufen konnte, um ein ambulantes Obst- und Gemüsegeschäft zu betreiben. Bei Wind und Wetter hat er als freier Mann seine Ware in den Wohngebieten der Stadt verkauft – bis zu jenem Tag, als ein Pkw dem bremsenden Kleintransporter auffuhr und erheblichen Schaden anrichtete.

    Frau Isél, Fahrerin des Pkw, zusammen mit ihrem Mann Besitzerin eines mondänen Damen-Salons, gibt zwar an Ort und Stelle ein Schuldanerkenntnis ab, die Polizei nimmt den Unfall auch als Ordnungswidrigkeit auf, doch zu Hause vor ihrem Mann korrigiert sie sich: Da ist der Unfall erst durch die schikanöse Gewaltbremsung des Gemüsehändlers zustande gekommen, und das schriftliche Schuldanerkenntnis nur der Schocksituation zuzuschreiben.

    So kommt, was kommen muss: Aufgrund der Unfallschilderung ihres Versicherungsnehmers verweigert sie „Fiducia“ bis zur näheren Klärung jede Zahlung, wodurch sich Franz Brodzinski bald einer ausweglosen Situation gegenübersieht: 2.800 Mark muss er für Abschleppwagen, Sachverständigen und ein Leihfahrzeug zahlen, 6.000 Mark fordert das Autohaus Neubert für die Auslösung des Gemüsewagens aus der Reparatur, die Kreditmöglichkeiten sind schnell erschöpft und der Verdienstausfall wächst mit jedem Tag.

    Für das Autohaus Neubert ist Franz Brodzinski zunächst ein Kunde wie jeder andere auch. Sein Hanomag-Henschel wird auftragsgemäß repariert. Doch als Brodzinski nicht zahlen kann, wird er für das Autohaus zu einem Problem: Man will ihm zwar helfen, aber auf der Begleichung der Rechnung muss das Autohaus bestehen. Man verweigert ihm die Herausgabe des Wagens. Als Brodzinski schließlich seinen eigenen Wagen entführt, können selbst der gutwillige Meister Angermann und die verständnisvolle Prokuristin Frau Mettler nicht mehr stillhalten. Sie müssen Gegenmaßnahmen einleiten.

    Dass im Autohaus auch noch andere – betriebsinterne – Konflikte schwelen, ist bei der verzwickten Personal- und Finanzlage des Kleinunternehmens nur zu verständlich. Lohnerhöhungen werden gefordert und verweigert, Entlassungen drohen, ein Wochenendservice soll eingerichtet werden. Dazu kommen persönliche Querelen in der Werkstatt. Zwar hat sich der neue Meister gut eingearbeitet, doch der Ersatz für Monteur Wüller scheint seinen Vorgänger an Intrigantentum noch übertrumpfen zu wollen.

    Und immer wieder wird die Belegschaft mit dem Schicksal Franz Brodzinski konfrontiert. Nachdem der seinen Gemüsewagen entführt hat, ist er um so mehr dem Autohaus ausgeliefert. (Text: ARD-Fernsehspiel, Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, Heft: Oktober - Dezember 1978)

    Fortsetzung von PS

    DVD-Tipps von PS – Brodzinski-Fans

    PS – Brodzinski – Community

    Frank Radzicki (geb. 1964) am 03.01.2007: Solche Serien sollten mal des öfteren gezeigt werden,haben sie doch nichts von ihrer aktualität verloren.

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    4 tlg. dt. Familienserie von Robert Stromberger, Regie: Claus Peter Witt.

    Ein scheinbar harmloser Auffahrunfall ruiniert den Gemüsehändler Franz Brodzinski (Hans Putz). Frau Isél (Wega Jahnke), die mit ihrem Wagen in den Gemüsewagen gefahren ist, zieht ihr Schuldeingeständnis zurück, die Reparatur verzögert sich, die Versicherung versucht, ihn über den Tisch zu ziehen, er kann sich nach einiger Zeit weder den Leihwagen leisten noch die Reparatur des eigenen Wagens bezahlen. Als auch Prokuristin Cornelia Mettler (Liane Hielscher) vom Autohaus Neubert nicht helfen kann, klaut Brodzinksi kurzerhand sein wichtiges Gefährt. Am Ende steht er vor dem Nichts.

    Die einstündigen Folgen liefen montags um 20.15 Uhr. Die Serie hatte nur wenig mit dem Vorgänger PS zu tun und noch viel weniger mit dem Nachfolger PS – Feuerreiter.

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