Die Unverbesserlichen

    Die Unverbesserlichen

    D 1965–1971
    Deutsche Erstausstrahlung: 09.05.1965 ARD

    Familie Scholz besteht aus Vater und Mutter Scholz, ihren drei Kindern Doris, Lore und Rudi und natürlich der Oma. Vater und Mutter Scholz sind besonders stolz auf ihren Sohn Rudi, denn der ist Fußballprofi. Tochter Doris ist bereits verheiratet, doch in ihrer Ehe kriselt es bisweilen, und auch Sohn Rudi hat Schwierigkeiten, denn seine Freundin ist schwanger und möchte ihn nicht heiraten. Doch trotzdem hält die Familie zusammen – Mutter Scholz weiß schließlich immer Rat … (Text: ARD Video)

    Die Unverbesserlichen auf DVD

    Die Unverbesserlichen – Community

    Santiano am 08.10.2016 18:04: Hallo Persephone, leider bin ich erst heute auf diesen Beitrag gestossen! Ich muß Dir Recht geben! Ich bin ungefähr Dein Jahrgang und kann mich noch dunkel an die Unverbessserlichen erinnern. Ein Highlight war für mich aber nicht in erster LInie Inge Meysel, sondern vielmehr die unvergessene Agnes Windeck. Ich habe diese alte Dame immer sehr gerne gesehen. Diese Story hatte jedenfalls noch was mit dem richtigen Leben zu tun, etwas, das ich bei den heutigen Sitcoms vermisse. Ja, es gibt noch viele, schöne alte Serien, die man gerne wiedrholgen dürfte. Z. B. Stahlnetz habe ich auch gerne gesehen, war aber zu klein, um mich richtig zu erinnern. Also, laßt uns hoffen, das die öffentlich rechtlichen doch noch Mitleid mit uns haben und ein paar alte Schinken von früher wieder herausholen. Kaufen werde ich mir davon nichts, davon bin ich kein Freund, auch wenn das heutzutage so üblich ist. Bis bald und wenn Du das zufällig liest, würde ich mich übe reine Antwort freuen, LG Santiano
    Persephone (geb. 1960) am 28.02.2016 16:45: Viele, die zur selben Zeit jung waren, wie ich, durften damals noch nicht Férnsehen oder erinnern sich nicht mehr so genau. Wir würden aber gerade die alten Serien/Filme gerne wieder sehen. Leider drängt sich nicht nur mir, der Eindruck auf, dass seitens der Sender gar kein Interesse daran besteht, die mit den Gebühren der Zusachauer finanzierten Sendungen zu wiederholen. Alles soll nur noch als DVD Sammlungen an den mann, bzw. die Frau gebracht werden. Und es gibt so viele schöne alte Sendungen. Auch für die jüngeren sind solche Zeitzeugnisse interessant und lehrreich, wie wir bei unserem Nachwuchs feststellen können. Zu schade, dass man nur noch darauf aus ist, die Menschen um möglischst viel von deren schwerverdientem Geld zu erleichtern. Und wenn die "Anstalten" Angst um ihre Quoten haben, es gibt doch Neo usw.. Dort zu senden ist eine gute Idee, allerdings müssen da auch nicht ständig nur dieselben Sendungen wiederholt werden. Leider werden meine Worte von den Sendern ungehört verhallen, wie die so vieler Gebührenzahler.
    orgelernie (geb. 1957) am 15.10.2015 10:53: Hallo #570030, habe Deine Nachricht leider erst im Oktober gesehen, habe email geschrieben.
    #570030 am 06.05.2015: kannst mir mal schreiben: xyx1962@gmx.de
    Orgelernie (geb. 1957) am 09.04.2015: Hallo, suche nicht nur das "Fenster zum Flur" mit Inge Meysel sondern auch die "bayerische Fassung" mit Erni Singerl und Beppo Brehm. Wer kann helfen? Des Weiteren suche ich immer noch Grete Weiser in "Lemkes selige Witwe". Danke für Eure Mithilfe.

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    7 tlg. dt. Familienserie von Robert Stromberger, Regie: Claus Peter Witt.

    Familie Scholz hat weder Geld noch Manieren. Ständig hängt der Haussegen in der Berliner Mietwohnung schief, weil die Bewältigung der Alltagsprobleme nicht so einfach ist, die Interessen der einzelnen Familienmitglieder auseinander gehen, es hinten und vorne nicht reicht und im Zweifelsfall jeder sich selbst der Nächste ist. Baukostenzuschüsse, Ratenzahlung, Taschengeld, Schulgebühr, Krankenversicherungsbeiträge, Sparmaßnahmen, Gehaltserhöhungen und Autofinanzierung – alles wird debattiert oder schlimmer: nicht debattiert.

    Vater Kurt (Joseph Offenbach) ist Buchhalter, Mutter Käthe (Inge Meysel) verdient mit Näharbeiten etwas dazu. Sohn Rudi (Gernot Endemann) arbeitet anfangs bei der Post, liebäugelt aber mit einer Fußballerkarriere. Aus Geldmangel wohnt zunächst auch Tochter Doris (Monika Peitsch) noch zu Hause, obwohl sie bereits verheiratet ist und mit ihrem Mann Helmut Wichmann (Ralph Persson) ab der zweiten Folge einen Sohn namens Michael (Michael Hornauf) hat. Die jüngere Scholz-Tochter Lore (Helga Anders) geht aufs Gymnasium und verlässt die elterliche Wohnung nach drei Folgen, um als Austauschstudentin nach Paris zu gehen, wo sie sich verlobt. Weitere Lieblingsthemen nach Geld, Geld und Geld sind Fußball und kaputte Radios und Fernseher. Kurt macht es Spaß, Elektrogeräte zu reparieren, was natürlich noch längst nicht heißt, dass sie danach auch funktionieren.

    Im zweiten Teil wird Kurt unverhofft in den Ruhestand versetzt, und Käthe muss nun sehen, wie sie ihren gelangweilten Mann den ganzen Tag zu Hause bei Laune hält. Darüber berichtet sie dann ihrer Tochter Doris, die inzwischen ausgezogen ist: „Heute war bei uns ein ganz großer Glückstag. Lores Taschenradio ist runtergefallen!“ – Doris: „Schade, dass unseres nicht kaputt ist.“ In der ersten Folge wohnt noch Tante Herta (Gerda Gmelin) mit in der Wohnung, danach nervt Oma Köpcke (Agnes Windeck), die Kurt und Käthe am liebsten ins Heim abschieben würden. Rudi heiratet Dagmar (Reinhilt Schneider), bekommt eine Tochter und findet einen Job als Gebrauchtwagenhändler. Doris’ unglückliche Ehe wird geschieden, und sie heiratet 1971 in der letzten Folge den wohlhabenden Architekten Jürgen Hechler (Günter Pfitzmann). Jetzt sind endgültig alle Kinder aus dem Haus.

    Die Unverbesserlichen waren der Gegenpol zu den damaligen Heile-Welt-Serien. Erstmals war eine Familienserie im Milieu der „kleinen Leute“ angesiedelt und beschönigte nichts. Keines der Familienmitglieder war im Grunde böse, aber sie stritten und brüllten (Kurt war im ersten Teil noch fast ununterbrochen übellaunig und schlug sogar seine Tochter, ab dem zweiten Teil wurde er etwas freundlicher) und hatten Geheimnisse voreinander. Als Kurt einen Autounfall hatte und sich auf der viel zu teuren Couch ausruhen muss, aber niemand wissen soll, dass er überhaupt ein Auto besitzt, spielte Käthe auf die besorgte Nachfrage der Kinder, was mit Papa sei, die Situation herunter: „Nichts. Ein Herzanfall.“

    Die Serie basierte auf einem Theaterstück, das Stromberger 1956 geschrieben hatte. Sie war brillant durch ihre lebensnahen Dialoge und die Genauigkeit, mit der sie fern aller Klischees zeigte, wie viel Anstrengungen es kostet, miteinander auszukommen, selbst wenn alle es irgendwie gut meinen. Und oft genug meinten sie es nicht gut, sondern weigerten sich, aus Fehlern zu lernen. Die Unverbesserlichen waren damit ein früher Vorläufer von Strombergers Erfolgsserie Diese Drombuschs.

    Obwohl jedes Jahr nur eine einzige Folge lief – meistens am Muttertag und jeweils in Spielfilmlänge – wurde die Serie eine der bekanntesten im deutschen Fernsehen. Als realistische, ungeschönte Darstellung des Alltags einer kleinbürgerlichen Familie traf die Serie den Nerv der Westdeutschen. Inge Meysel erlangte bundesweite Popularität und bekam mit der gluckenhaften, resoluten, aber immer leicht schmollenden Käthe für immer den Stempel „Mutter der Nation“. Während der Dreharbeiten zerstritt sich Stromberger mit ihr, weil sie sich bei ihren Texten nicht genau an seine Vorgaben hielt.

    Fünf Monate nach der Ausstrahlung der letzten Folge starb Hauptdarsteller Offenbach im Oktober 1971.

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