zurückStaffel 2, Folge 1–5

    • Staffel 2, Folge 1

      Um der drückenden Sommerhitze zu entfliehen, zog und zieht es die Bewohner von Bozen seit Jahrhunderten auf die umliegenden Berge. So entstanden am Gebirgsstock des Ritten und auf der anderen Talseite in Kohlern nach und nach Sommerhäuser der begüterten Stadtbewohner. Der Weg den Berg hinauf war dabei recht beschwerlich, immerhin galt es auf steilem Weg 900 Höhenmeter zu überwinden. In Kohlern änderte sich dies schlagartig, als auf Betreiben des dortigen Gastwirtes Staffler im Jahr 1908 die erste Personenschwebeseilbahn der Welt errichtet wurde. Zusammen mit Joseph Schrott, dem heutigen Wirt des Berggasthofes Kohlern, hat sich Michael Harles die Gondel der ersten Seilbahn angeschaut. Auch wenn die Sicherheitsvorkehrungen damals für unsere heutigen Begriffe mangelhaft bis katastrophal waren, setzte der Seilbahn wegen in Kohlern das goldene Zeitalter ein – der Ort wurde zum Inbegriff der Bozener Sommerfrische. Als aber auch am Ritten eine neue Seilbahn fuhr, geriet Kohlern mehr und mehr in Vergessenheit und irgendwie scheint es, dass dort die Zeit ein wenig stehen geblieben ist. In den letzten hundert Jahren wurde in dem Ort nur ein einziges neues Haus gebaut und die Einwohnerzahl ist seitdem auch nicht gestiegen. Zentrum des Ortes ist nach wie vor das altehrwürdige Gasthaus Kohlern, in dem auch in der Küche alles beim Alten geblieben ist: traditionelle Bozener Schmankerl wie das Herrengröstel stehen ebenso auf der Speisenkarte wie feine alte Gerichte aus der Nudelküche oder vom Wild. Obwohl Ortschaft und Gasthaus nur neun Kilometer von der quirligen Großstadt Bozen entfernt sind, ist eine Reise nach Kohlern wie eine Reise in eine andere Welt. (Text: Bayerisches Fernsehen)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mo 05.11.2007 Bayerisches Fernsehen
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    • Staffel 2, Folge 2

      Oberhalb von Antholz stehen viele schöne alte Bauernhöfe, darunter die beiden Eggerhöfe. In einem der Eggerhöfe hat sich Christian Leitgeb einen Lebenstraum erfüllt. Im Winter arbeitet Christian heute noch als Skilehrer, im Sommer hat er als Metzger, Spengler und Senner auf einer Alm gearbeitet. Dabei hat er das Leben als Bauer und Wirt so schätzen gelernt, dass er 2001 das zweihundert Jahre alte Bauernhaus gekauft und zur Hofschänke umgebaut hat. Hofschänke bedeutet, dass sechzig Prozent dessen, was im Wirtshaus auf den Tisch kommt, aus eigener Produktion stammen muss. Christian und seine Frau Marlies versorgen die beiden Kühe, die Schweine und die Hühner. Aus der Milch macht Christian Käse und Butter, wobei ihm Michael Harles tatkräftig geholfen hat. Das Brot wird gebacken, es wird eingemacht, gekocht und die Gäste werden bewirtet. Da muss schon die ganze Familie anpacken, samt Mutter und Schwiegervater, sonst wäre es gar nicht möglich, die ganze Arbeit zu bewältigen. Berühmt ist die Küche der Eggerhöfe für ihre Knödelvielfalt. Es gibt Spinat-, Speck-, Kas-, Press- oder Rohnenknödel (aus roten Rüben), die ganze Vielfalt der Südtiroler Knödelherrlichkeit. (Text: Bayerisches Fernsehen)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 06.11.2007 Bayerisches Fernsehen
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    • Staffel 2, Folge 3

      In Pedraces im Gadertal gibt es ein Wirtshaus, das ganz anders ist als alle anderen in der Region – den Runchhof. Ursprünglich war es ein Bauernhof, der einige Jahre leer stand; als die letzten Besitzer ohne Nachkommen starben. Schließlich trat der Neffe, Enrico Nagler, sein Erbe an. Der Zimmermann und Pferdezüchter nutzte das Anwesen und erhielt Haus und Hof, aber ein Wirtshaus wollte er nicht aufmachen. Dies änderte sich, als vor fünfzehn Jahren eine Gruppe von Feriengästen auf den Hof geführt wurde, um das bäuerliche, ladinische Leben kennenzulernen. Und da Enrico die Gastfreundschaft in Person ist, hat er ihnen eine Brotzeit gemacht. Nach und nach wurde aus der Brotzeit ein fünfgängiges Menü – gekocht von Enricos Frau Maria auf einem alten Holzofen. Sonst hat sich wenig geändert. Enrico hat die alten Stuben zwar liebevoll wieder hergerichtet, aber alles so windschief gelassen wie es einmal ursprünglich war. Auch die alte Mühle beim Haus hat er wieder in Betrieb genommen. Der Runchhof steht inmitten imposanter Berge wie dem Kreuzkofel und ist ein Stück lebendiger Kultur. (Text: Bayerisches Fernsehen)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mi 07.11.2007 Bayerisches Fernsehen
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    • Staffel 2, Folge 4

      Eigentlich heißt der Mitterwirt ja Gasthaus Lamm, aber da es in Sankt Martin drei Gasthäuser gibt, wurden diese ihrer örtlichen Lage gemäß Ober-, Mitter-, und Unterwirt genannt. Und der Mitterwirt hat die wohl interessanteste geschichtliche Vergangenheit: Während der Tiroler Aufstände gegen die Besatzer aus Frankreich und Bayern wurden hier Andreas Hofers Weggefährten von den bayerischen Behörden verhört. Der Hofer selber soll auch einmal im Mitterwirt gewesen sein und mit einem Bauern um einen Stier gewettet haben, dass er binnen eines Jahres den längeren Bart tragen würde. Ein Jahr später hatte Andreas Hofer den Stier gewonnen und ging als bärtiger Freiheitskämpfer in die Geschichte Tirols ein. Geschichte und Tradition werden beim Mitterwirt groß geschrieben. Der Höhepunkt im Jahr ist beim Mitterwirt der Herz-Jesu-Sonntag im Juni, wenn in der Früh die Bewohner von Sankt Martin mit drei Böllerschüssen geweckt werden. Vor und nach der Prozession versammelt sich fast das ganze Dorf beim Mitterwirt. Vorher zum Frühschoppen und nachher um ein Ziegenbratel von der Pseirer Bergziege zu genießen. Eine ganz besondere Spezialität der Gegend, zu deren Gelingen auch Michael Harles als kundiger Küchenhelfer beigetragen hat. Und am Abend zieht dann der Wirt selbst auf die Berge, um dort – in Erinnerung an die Tiroler Freiheitskämpfer – die Herz-Jesu-Feuer mit zu entzünden. (Text: Bayerisches Fernsehen)

      Deutsche Erstausstrahlung: Do 08.11.2007 Bayerisches Fernsehen
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    • Staffel 2, Folge 5

      Wer im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert auf der Handelsroute Strada d’Alemagna zu später Stunde nach Bruneck kam und vor der abweisenden Stadtmauer stand, die Stadttore fest geschlossen, der musste schauen, wo sich ein Plätzchen für die Nacht fand, das vor Wind, Wetter und Räubern geschützt war. Dies änderte sich im Jahr 1540, als ein mutiger Gastwirt ein damals schon altes Gemäuer außerhalb der Stadtmauern erwarb und daraus ein Gasthaus mit Zimmern für Reisende machte, die ein bisschen spät dran waren. Im Lauf der Jahre wechselten die Wirte und die Namen des Gasthauses oft, heute heißt es Weißes Lamm. Und die größte Veränderung ist, dass es heute keine Fremdenzimmer mehr gibt und, dass das Haus mittlerweile natürlich von der Stadt Bruneck geschluckt wurde, da die Stadtmauern schon längst nur noch malerische Kulisse sind. Die Geschichte des Hauses scheint in den alten Stuben heute noch lebendig. Vor allem im Künstlerstübele, wo die durchreisenden Maler die Zeche für Speis, Trank und Übernachtung auch mit Bildern bezahlen konnten. Die Wirte haben die Bilder dann im Künstlerstübele aufgehängt. Darunter waren auch so bekannte Künstler wie Egger Lienz und Franz Defregger. Die Küche des Hauses wird von der „Pusterer Trüffel“ dominiert, so nennen die einheimischen Landwirte ganz schlicht ihre Kartoffeln. (Text: Bayerisches Fernsehen)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mo 19.11.2007 Bayerisches Fernsehen
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