Folge 6

  • Folge 6/​2017

    Folge 6
    Bücher, Menschen, Abenteuer: Im Frühling wird Köln zur Hochburg der Literatur. Vom 7. bis zum 18. März lockt die „Lit.Cologne“ Hunderttausende Besucher in ihre Veranstaltungen. In Westart live – extra zu Europas größtem Literaturfestival begrüßt Denis Scheck den Bestsellerautor Frank Schätzing, die Publizistin und Friedenspreisträgerin Carolin Emcke, die Schauspielerin und Regisseurin Maria Schrader, den Slampoeten Sebastian 23 sowie die Musiker Scott Matthew & Rodrigo Leão. Rock’n’Roll und Literatur: Frank Schätzing: Für Frank Schätzing ist die Lit.Cologne „eines der progressivsten und wagemutigsten“ Literaturfestivals weltweit. Kein Wunder, dass der Kölner Bestsellerautor begeistert dabei ist. Seit seinem Welterfolg mit dem Ökothriller „Der Schwarm“ gehört er zu den international erfolgreichsten deutschen Schriftstellern. Eine Geschichte ist gut, wenn sie rockt. Das meint Frank Schätzing ganz wörtlich. Denn noch vor dem Schreiben gilt seine erste Leidenschaft der Musik: „Ich wollte eigentlich Popstar werden“, bekennt er. Er hat ein eigenes Tonstudio, komponiert, arrangiert und tritt auch als Musiker auf. Bei Westart live erzählt er, wie man Literatur zum Klingen bringt. Gegen den Hass: Carolin Emcke: Woher kommt der Hass? Auf diese Frage hat die Publizistin und Friedenspreisträgerin Carolin Emcke in einem klugen Essay eine Antwort gesucht. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit den Themen Gewalt und Terror. Als Journalistin hat sie aus den Kriegsgebieten Afghanistan, Pakistan, Kosovo und Nahost berichtet, später den Blick von der Fremde auf die nähere Umgebung gerichtet. In ihrem 2016 erschienenen Buch „Gegen den Hass“ analysiert sie die sozialen und politischen Verwerfungen der Gegenwart. Dem Fanatismus und Rassismus setzt sie ein starkes Plädoyer für Zweifel und Differenzierung entgegen. Und die Hoffnung, mit „Phantasien des Glücks“ und Erzählungen vom gelungenen Leben dem Hass entgegenzuwirken. Leidenschaft für gute Geschichten: die Schauspielerin und Regisseurin Maria Schrader: Sie liebt abgründige Geschichten und sucht das Überraschende im Alltäglichen: die Schauspielerin und Regisseurin Maria Schrader. Berühmt geworden ist sie mit ihren Rollen in „Keiner liebt mich“ und „Aimée und Jaguar“. Ihr Regiedebüt „Liebesleben“ wurde 2008 gleich mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Für ihre zweite Regiearbeit „Vor der Morgenröte“ erhielt sie 2016 den Bayerischen Filmpreis. Die WDR-Koproduktion erzählt von den letzten Lebensjahren des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig im Exil und wurde von Österreich ins Rennen um den Oscar geschickt. Der Lit.Cologne ist Maria Schrader seit ihrem Gründungsjahr verbunden. Auch diesmal hat sie Gelegenheit, zwei außergewöhnliche Autoren vorzustellen, die Amerikanerin Lucia Berlin und den deutschen Filmemacher Jan Schomburg, der seinen ersten Roman geschrieben hat. Was wäre, wenn? Paul Auster und sein grandioser Roman „4 3 2 1“: „4 3 2 1“ heißt der neue Roman des New Yorker Bestsellerautors Paul Auster. 4 3 2 1 – das sind vier Variationen eines Lebens. Im Mittelpunkt steht Archibald Ferguson, der in den 50er- und 60er-Jahren in New Jersey an der amerikanischen Ostküste
    aufwächst. Was wäre, wenn? In einem faszinierenden Gedankenspiel entfaltet Paul Auster die Möglichkeiten eines Lebens. Wie bestimmen Zufälle unser Dasein? Gibt es richtige oder falsche Entscheidungen? Was macht einen Menschen zu dem, der er ist? Seinen Helden Ferguson schickt der Autor auf vier unterschiedliche Lebenswege: mal provinziell und bescheiden, mal kämpferisch, mal hautnah am Puls der Zeit, mal genial begabt. Anfang Februar ist Paul Auster 70 Jahre alt geworden. „4 3 2 1“ ist sein grandioses Comeback. Geld und Lust: die Schriftstellerin Nora Bossong: Bordelle, Sexkinos, Tabledance-Bars: Ein Jahr lang hat die Schriftstellerin Nora Bossong für ihr Buch „Rotlicht“ im Milieu recherchiert. Ihre kluge Reportage gibt Einblick in eine Welt, die für Männer gemacht und von Männern beherrscht wird. 90 Prozent der Sexarbeit wird von Frauen geleistet, sagt die Autorin. Doch zu bestimmen haben sie nichts. Denn wo sich Geld und Lust begegnen, ist die Macht klar verteilt. Männer dürfen begehren, Frauen dürfen begehrt werden. Da spielt es keine Rolle, ob wir im „richtigen“ Leben über Frauenquoten streiten und über Geschlechterrollen diskutieren. Im Rotlichtmilieu hat sich nichts verändert. Raus mit der Sprache: der Slampoet Sebastian 23: Sebastian 23 – was nach einem Nickname bei einer Partnerbörse klingt, steht für Wortakrobatik und begnadeten Wortwitz. Sebastian 23, bürgerlich Sebastian Rabsahl, geboren am Niederrhein und in Bochum zu Hause, schreibt Gedichte, Texte und Lieder und hat zu Hause eine Menge Preise stehen. Darunter unter anderem den Prix Pantheon, die St. Ingberter Pfanne und den Cloppenburger Klappklotz. Denn Sebastian 23 zählt zu den bekanntesten Poetry-Slammern in Deutschland und ist zurzeit mit seiner SoloSlamShow auf Deutschlandtournee. Bei Westart live performt er über die Macht der Sprache und die Freiheit des Wortes. Hinter Gittern: Rede- und Meinungsfreiheit in der Türkei: Die Türkei ist auf dem Weg in die Autokratie. Wer Erdoğans Regime in Frage stellt, ist in Gefahr. Kritische Journalisten wie Deniz Yücel werden inhaftiert, Schriftsteller bedroht und zu langen Gefängnisstrafen verurteilt. Zahlreiche Künstler und Intellektuelle haben das Land verlassen. Einer von ihnen ist Can Dündar, der ehemalige Chefredakteur der Zeitung „Cumhuriyet“ und einer der prominenten Mitstreiter beim großen Lit.Cologne-Abend zur Freiheit des Wortes in der Türkei. Zu Gast in Köln ist auch der in Paris lebende Schriftsteller Nedim Gürsel. Er stellt sein neues Buch „Der Sohn des Hauptmanns“ vor, ein hochaktueller Roman, der an den Militärputsch von 1960 erinnert. Musik, die unter die Haut geht: das Duo Scott Matthew & Rodrigo Leão: Lebensfreude und Melancholie: Wie gut das zusammenpasst, beweisen die beiden Musiker Scott Matthew & Rodrigo Leão auf ihrem ersten gemeinsamen Album „Life is long“. Der in New York lebende australische Sänger und Songschreiber Scott Matthew und der portugiesische Komponist und Keyboarder Rodrigo Leão kennen sich seit 2011. Beide haben ein Faible für die bittersüße Schönheit der Melancholie, das sie über Kontinente und Kulturen hinweg verbindet. Jetzt gehen sie gemeinsam auf Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Am 14. März treten sie in der Kulturkirche in Köln auf, einen Tag vorher sind sie bei Westart live zu Gast. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 13.03.2017 WDR

Sendetermine

So. 19.03.2017
07:30–08:50
07:30–
Mo. 13.03.2017
22:40–00:00
22:40–
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