Die Normalität ist tot! Unter diesem Motto hat Thomas Hermanns Künstler zu Gast, die lässig den Mainstream vorbeiziehen lassen und mit Leidenschaft ihren eigenen Weg gehen. Die Schauspielerin Jasna Fritzi Bauer liebt Rollen, die Konventionen sprengen. Der Schweizer Musiker Faber hat ein Faible für abgründige Songs. Und die Journalistin Gitti Müller schwärmt vom Rucksack-Reisen als Anti-Aging-Programm. Außerdem stellt die Bildhauerin Vera Lossau im Westart live-Studio ihre Werke vor und gießt während der Sendung eine Skulptur.
Mit vollem Körpereinsatz: die Schauspielerin Jasna Fritzi Bauer: Sie ist eine der ganz großen Hoffnungen des deutschen Films: Wenn Jasna Fritzi Bauer vor der Kamera oder auf der Bühne agiert, sprüht sie vor Energie. Seit ihrer Jugend spielt sie Theater. Schon während der Ausbildung beeindruckte sie in ihrer ersten Filmrolle als junges Mädchen mit Tourette-Syndrom. Bis heute verkörpert die 28-Jährige Teenager in Trouble – mit vollem Körpereinsatz und großer Überzeugungskraft.
Jetzt ist sie als Mifti in der Verfilmung von Helene Hegemanns Kultroman „Axolotl Roadkill“ zu sehen – eine „wirklich krasse Rolle“, wie sie sagt. Bei Westart live erzählt sie von den Dreharbeiten, bei denen Helene Hegemann selbst Regie geführt hat, und von den Aufregungen in ihrem eigenen Leben. Außer Rand und Band: „Axolotl Overkill“ im Kino: Mifti ist 16, wohnt mit ihren Geschwistern in einer heruntergekommenen Berliner Wohnung, treibt sich auf Partys herum, nimmt Drogen und sucht im Exzess einen Ausweg aus der Leere des Lebens.
Als Helene Hegemanns Debütroman „Axolotl Roadkill“ vor sieben Jahren erschien, war er Sensation und Skandal zugleich. Jetzt ist Mifti, verzweifelt, verliebt und völlig verdreht, die Heldin ihres Filmes „Axolotl Overkill“, für den sie den Roman adaptierte. Im Januar hatte er auf dem Sundance Film Festival Weltpremiere und kommt am 29. Juni in die Kinos. Zwischen Mut und Melancholie: der Singer-Songwriter Faber: „In Paris brennen Autos und in Zürich mein Kamin.“ Der Schweizer Musiker Faber begeistert sein Publikum mit schrägen, skurrilen, dabei immer auch nachdenklichen Texten.
Sie handeln von Freiheit und Einsamkeit, vom Wunsch nach Veränderung und der Last des Selbstzweifels. Es sind Geschichten, die unter die Haut gehen, die mit dem raschen Wechsel von Leichtigkeit und Schwermut berühren. Am 7. Juli erscheint das neue Album „Sei ein Faber im Wind“. Auf seiner aktuellen Tournee macht der 23-Jährige auch im Westen Station: am 29. Juli in Dortmund, am 11. August in
Oberhausen und beim Haldern Pop sowie am 18. August in Köln.
Eine Kostprobe bringt er ins Westart live-Studio mit. Lust auf Abenteuer: Gitti Müllers Zeitreise als Backpackerin: Mit 24 wollte sie raus und die Welt sehen. Gitti Müller gab ihre Wohnung auf, kaufte ein One-Way-Ticket und reiste durch Südamerika. 35 Jahre später schulterte sie noch einmal den Rucksack und machte dort weiter, wo sie damals aufgehört hat. Sie flog nach Uruguay und stürzte sich als knapp 60-Jährige erneut ins Backpacker-Leben.
Was sie dabei erlebte, schildert die Journalistin in ihrem Buch „Comeback mit Backpack“. Es ist eine amüsante und bewegende Zeitreise. Denn viel hat sich geändert in den vergangenen Jahrzehnten: Menschen, politische Systeme, die Art des Reisens mit Navi und Smartphone und nicht zuletzt sie selbst. Bei Westart live erzählt die Bonnerin, warum Reiselust kein Verfallsdatum kennt. Grandiose Lachnummer: der Künstler Erwin Wurm in Duisburg: Er steckt Menschen Stifte in Nase und Ohren, lässt sie Toilettenpapierrollen auf dem Hinterteil balancieren und porträtiert sich selbst als Essiggurkerl.
Der Künstler Erwin Wurm ist ein Großmeister des skurrilen Humors. Mit liebevoll-boshaftem Blick entdeckt er das Abseitige im Alltag und inszeniert die Grenzüberschreitung als Witz. In diesem Sommer kommt der Österreicher ins Ruhrgebiet. Das Museum Küppersmühle und das Lehmbruck Museum Duisburg zeigen in einer gemeinsamen Ausstellung Skulpturen, Fotografien, Wandarbeiten, Strickbilder und Rauminstallationen.
Westart live-Reporterin Anja Backhaus hat sich vor der offiziellen Eröffnung am 7. Juli schon einmal umgeschaut. Kunst in 60 Minuten: Vera Lossau: Vera Lossau, 1976 in Haan geboren, studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie und lebt auch heute noch in der Landeshauptstadt. Ihr vielfältiges Werk umfasst Skulpturen, Installationen, Malerei, Zeichnung, Video und Performances. 2014 wurde sie mit dem Frauenkulturpreis des Landschaftsverbandes Rheinland ausgezeichnet. Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen zu sehen, zuletzt unter anderem im Museum Schloss Moyland und im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK).
Bei Westart live wird sie eine Skulptur aus Schnellgießharz formen. Der Gipfel mit Denis Scheck: Hymne oder Verriss: Denis Scheck über die Neuausgabe des Buches „Subtile Jagden“, in dem Ernst Jünger von seiner großen Leidenschaft fürs Käfersammeln erzählt, und über Donald Trumps „Wie man reich wird“, ein 2004 erschienenes Buch, in dem er darüber sinniert, warum er bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen besser nicht kandidieren sollte. (Text: WDR)
Deutsche TV-PremiereMo. 26.06.2017WDR
Sendetermine
So. 02.07.2017
08:30–09:30
08:30–
Mo. 26.06.2017
22:40–23:40
22:40– NEU
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