Leidenschaft, Überzeugung und Rückzug – darum geht es in der kommenden Ausgabe von Westart live. Zu Gast bei Thomas Hermanns sind der Schauspieler und Sänger Tom Schilling und seine Band, der Regisseur Milo Rau, die Schriftstellerin Felicitas Hoppe, der Bratschist Nils Mönkemeyer sowie der Filmemacher Sebastian Binder. Debüt-Album: Schauspieler Tom Schilling trifft den Ton Er war Punker, Skater, Sprayer und Satanist: Tom Schilling blickt auf eine bewegte Jugend zurück. Seine erste Rolle spielte er bereits mit sechs Jahren. „Ist das mein neuer Papa?“ war der einzige Satz, den der gebürtige Ost-Berliner damals in dem Film „Stunde der Wahrheit“ sagen musste.
Heute zählt er zu den beliebtesten und besten Schauspielern des Landes. Doch das ist längst nicht alles: Der 35-Jährige ist auch leidenschaftlicher Musiker und Sänger. Sein ganzes Herzblut steckte er in sein erstes Album „Vilnius“, das kürzlich erschien. Tom Schilling & The Jazz Kids nennt sich seine Band – die keinen Jazz, sondern Chansons und Rock spielt und auf ihrer Tour auch in Münster (3.5) und Köln (10.5) zu Gast ist.
Doch zuvor stellt er sein neues Album bei Westart live vor. „Felicitas Hoppe sagt …“: Über die Einsamkeit beim Schreiben Ihren Job beschreibt sie als eine einsame Tätigkeit: Denn wer Bücher schreibe, müsse sich zurückziehen, sagt die Schriftstellerin Felicitas Hoppe. Mit „Felicitas Hoppe sagt …“ wagte die in Berlin lebende Georg-Büchner-Preisträgerin einen Ausflug in die Welt des Films. Der Dokumentarfilm kommt ohne Drehbuch aus und geht der Frage nach, was es mit einem Menschen macht, wenn er sein Leben lang damit beschäftigt ist, Kunst zu schaffen.
Die Filmemacher Thomas Henke und Oliver Held haben Felicitas Hoppe dafür über 20 Stunden interviewt. Sie zeigen die Schriftstellerin in der ehemaligen Einsiedelei im schweizerischen Leuk, wohin sie sich zum Schreiben zurückzieht, oder beim Klavierspielen in ihrer Berliner Wohnung. Dabei verwenden sie nicht nur ein Bild, sondern ähnlich eines Triptychons drei Bilder nebeneinander. Wie einsam das Schreiben sein kann und wie es ist, gefilmt zu werden, davon erzählt Felicitas Hoppe bei Westart live.
Milo Rau: Über die Kunst, dem Rechtspopulismus entgegenzusteuern AfD-Parteitag in Köln – die Rechtspopulisten formieren sich, nicht nur in unseren Regionen. Europa blickt auch nach Frankreich. In zwei Wahlgängen wird der Nachfolger des französischen Präsidenten François Hollande gesucht. Die Rechtspopulistin Marine Le Pen hat gute Chancen, sich für eine Stichwahl am 7. Mai zu qualifizieren. Was kann die Kunst gegen den Rechtspopulismus tun? Milo Rau lebt in Frankreich und Köln.
Der Regisseur, Autor und Gründer der Theater- und Filmproduktionsgesellschaft International Institute of Political Murder thematisiert in seinen Stücken Gewaltverbrechen wie den Kongo-Krieg, hinterfragt die Arbeit von NGOs und bringt ein von Kindern erzähltes Stück über den belgischen Kindermörder Marc Dutroux auf die Bühne. Erst vor wenigen Wochen versuchten Frankreichs Konservative, diese Inszenierung zu verhindern. Für Westart live blickt der Schweizer Regisseur auf die Ereignisse des Wochenendes zurück. Nils Mönkemeyer: Mit der Bratsche Gutes
tun Sie klingt schwer traurig und steht im Schatten von Violine und Violoncello.
Doch die Bratsche ist besser als ihr Ruf. „In meiner kleinen Bratschenwelt passiert sehr viel“, sagt Nils Mönkemeyer. Der 1978 in Bremen geborene Musiker gibt weltweit Meisterkurse und tritt als Solist mit renommierten Orchestern und Dirigenten auf. Gemeinsam mit der Bonner Beethoven Academy hat er das neue Kammermusikfestival „Elysium“ ins Leben gerufen. Das Festival findet erstmals vom 10. bis zum 14. Mai 2017 in Bonn und Umgebung statt.
Gespielt wird dabei für den guten Zweck: „Elysium liegt mir sehr am Herzen: Musik zu machen und Gutes zu tun, das ist der Grund, warum ich spiele“, sagt Nils Mönkemeyer, der auch künstlerischer Leiter des Festivals ist. Bei Westart live tritt er gemeinsam mit Tom Schilling & The Jazz Kids auf. Provokante Beziehungskomödie: Einsamkeit und Sex und Mitleid Lars Montag gilt eigentlich als Krimispezialist. Doch nun feiert der Tatort-Regisseur sein Kino-Debüt: „Einsamkeit und Sex und Mitleid“ ist die Adaption des gleichnamigen Romans von Helmut Krausser.
Darin geht es um die großen zwischenmenschlichen Gefühle und Bedürfnisse unterschiedlichster Großstadtmenschen – vom ausländerfeindlichen Polizisten über einen Ex-Lehrer mit dunklem Geheimnis bis hin zum beziehungssuchenden Supermarktleiter. Alle sind miteinander verstrickt und auf der Suche nach Liebe oder zumindest Sex. Lars Montag zeichnet in seinem Kinodebüt das gnadenlose und verstörende Porträt einer Nation von Einsamen, die sich Callboys mieten und ihre Fantasien mit Internet-Bekanntschaften ausleben.
Die WDR-Koproduktion erhielt drei Nominierungen für den Deutschen Filmpreis und ist ab dem 4. Mai im Kino zu sehen. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen: Die Kraft der bewegten Bilder Einmal im Jahr wird Oberhausen zum Mekka des Kurzfilms. Seit über sechs Jahrzehnten treffen sich Anfang Mai experimentierfreudige Filmemacher aus aller Welt im Ruhgebiet, um jenseits des Mainstreams ihre Arbeiten zu zeigen. Unabhängig von Genre, Machart und Budget werden hier bewegte Bilder zu bewegenden Bildern.
Westart live berichtet über die Wettbewerbe und lädt die Zuschauer ein, Mitglied der Westart live-Jury zu werden. Sie entscheidet, welcher der 13 Filme aus dem NRW-Wettbewerb den Westart live-Zuschauerpreis erhält. Kunst in 60 Minuten: der Filmemacher Sebastian Binder Filme machen sei wie eine aufregende Achterbahnfahrt, sagt Sebastian Binder. Sein Film „Über Druck“, den er gemeinsam mit Fred Schirmer realisierte, feierte im vergangenen Jahr bei den Kurzfilmtagen in Oberhausen Premiere und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet.
Sebastian Binder, 1983 in Frankfurt am Main geboren, studierte an der Bauhaus-Universität Weimar Mediengestaltung mit den Schwerpunkten Regie und Postproduktion und an der Kunsthochschule für Medien in Köln Drehbuch und Regie. Für Westart live hat er sich ein besonders Filmprojekt ausgedacht: Backstage und auf der Bühne dreht er live einen Kurzfilm, schneidet und bearbeitet diesen anschließend und wird ihn am Ende der Sendung zeigen. Verriss oder Hymne? Stefan Keims Theaterkritik Diesmal hat sich unser Theaterkritiker Stefan Keim Jörg Buttgereits Inszenierung von „Die lebenden Toten oder: Monsters of Reality“ am Schauspiel Essen angeschaut. (Text: WDR)
Deutsche TV-PremiereMo. 24.04.2017WDR
Sendetermine
So. 30.04.2017
08:55–10:15
08:55–
Mo. 24.04.2017
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