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Verschollen im Zweiten Weltkrieg – Die lange Suche nach den Vermissten
Folge 197 (45 Min.)
Auf der Kriegsgräberstätte Stare Czarnowo bei Stettin liegen mehr als 30.000 deutsche Soldaten.Bild: 3satWas wurde aus dem Wehrmachtsoldaten Otto Waischwillat? War er ein Spion? Polen versteckten ihn nach dem Warschauer Aufstand. Das letzte erhaltene Dokument ist ein Todesurteil gegen ihn. Ausgestellt von der Roten Armee. Aber wann und wo wurde es vollstreckt? Sein Enkel Harald Walter aus Peine sucht heute noch nach Antworten. Millionen solcher Schicksale sind auch 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges noch ungeklärt. Einige von ihnen können tatsächlich heute noch von Organisationen wie dem Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge, dem Suchdienst des Deutschen Rotes Kreuzes (DRK) und anderen privaten Gruppen geklärt werden.Allein der DRK-Suchdienst bekommt jährlich mehrere Tausend Anfragen. Die Chancen, helfen zu können, schwinden aber mit der Zeit. Gerade jetzt, wo mit dem Ukraine-Krieg der Zugang zu Partnerorganisationen in Russland erschwert oder ganz eingefroren ist. Und dennoch gibt es immer wieder Erfolge: Familienangehörige erfahren zum Beispiel mithilfe der Kriegsgräberfürsorge endlich, wo das Grab ihres Vaters ist und können so mit dem Verlust „abschließen“. Auch andere Fragen können zum Teil noch geklärt werden: In welcher Einheit war der Vater zuletzt? Wo kam er in Kriegsgefangenschaft? Doch nicht nur Soldatenschicksale konnten und können zum Teil noch heute aufgeklärt werden: Es sind vor allem auch die Schicksale von Hunderttausenden Menschen, die unter anderem durch Flucht und Vertreibung von ihren Angehörigen getrennt wurden oder seit Kriegsende als vermisst gelten, die bis heute den DRK-Suchtdienst beschäftigen. Elfie Barthel wurde als Vierjährige von der Wehrmacht aus Bratislava verschleppt, wuchs später bei einer Pflegefamilie in Thüringen auf. Sie erinnerte sich weder an ihren richtigen Namen noch wo sie genau gewohnt hat. Wer ist ihre Mutter? Wo ist ihre Familie? „Unsere Geschichte“ zeichnet unter anderem die aufwendige und belastende Recherche zu Schicksalen wie von Elfie Barthel nach. Der Film dokumentiert zudem die Arbeit des DRK-Suchdienstes von den Anfängen bis in die Gegenwart und ist dabei, wenn die Kriegsgräberfürsorge zwei unbekannte Wehrmachtsoldaten in Polen exhumiert. Kann ihre Identität geklärt werden? Gibt es noch Nachfahren? Auch 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wirkt die Katastrophe noch nach, bewegt und beschäftigt viele Menschen und Familien. (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Mi. 07.05.2025 NDR Trauer unter Kontrolle – Der Flugzeugabsturz von 1986
Folge 198 (55 Min.)Es ist eine der größten Flugzeugkatastrophen der deutschen Geschichte: Im Landeanflug auf Berlin-Schönefeld stürzt am 12. Dezember 1986 eine Maschine der sowjetischen Fluggesellschaft Aeroflot ab. An Bord ist auch eine Schweriner Schulklasse auf ihrem Rückweg von einer Klassenfahrt nach Minsk. Der Absturz hat für die DDR-Führung politische Bedeutung. Für sie ist klar: Alles muss unter Kontrolle bleiben, auch die Trauer. Noch am Tag des Absturzes beginnt die Staatssicherheit, die Eltern der verunglückten Kinder zu überwachen. Das Trauma der Betroffenen wirkt bis heute nach. (Text: NDR)Deutsche Streaming-Premiere Fr. 18.07.2025 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mo. 25.08.2025 NDR Meyer Werft – Die dicken Pötte von der Ems
Folge 199 (45 Min.)Wenn ein neues Kreuzfahrtschiff die Meyer Werft in Papenburg verlässt, herrscht Volksfeststimmung. Dann kommen die Menschen von weit her, um die schwimmenden Riesen zu bestaunen, die über die schmale Ems zum Meer geführt werden. Wenn es gut läuft, dann verlassen zwei oder drei Schiffe im Jahr die Docks der Meyer Werft. Schiffbau ist eine risikoreiche Branche. „Ich war vielleicht verrückt“, sagt Ingenieur Bernard Meyer heute über seine Entscheidung, in das Familienunternehmen einzusteigen. Doch er wollte unbedingt Schiffbauer werden. Seit sechs Generationen bauen die Meyers in Papenburg Schiffe. Erfolg haben sie nur, wenn sie die Zeichen der Zeit erkennen und der Konkurrenz stets einen Schritt voraus sind.Solide Segelschiffe aus Holz zu fertigen, das war seit Ende des 18. Jahrhunderts das Geschäft der Meyers. Als Joseph Lambert Meyer 1874 sein erstes Schiff aus Eisen bauen wollte, lachten ihn die alten Reeder aus, warfen ein Stück Eisen in den Kanal, wo es sofort versank. Aber Joseph L. Meyer setzte sich gegen alle Widerstände durch, wird Ende des 19. Jahrhunderts zu einem der bedeutendsten Arbeitgeber in der Region. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wurde die Werft zerbombt und stand fast vor dem Aus. Der Betrieb hielt sich mit Eisengießerei über Wasser, bis wieder Schiffe gebaut werden durften. Spezialschiffe waren gefragt, Fähren und Flüssiggastanker gingen von Papenburg aus in die ganze Welt. Die Schiffe wurden immer größer. Die Werft war zu klein, die Meyers zogen um und bauten noch größere Fähren. Mitten in der Werftenkrise in den 1980er-Jahren fällte Bernhard Meyer eine riskante Entscheidung: Wir bauen Kreuzfahrtschiffe. Der Erfolg gibt ihm Recht. Doch die Konkurrenz in Asien ist groß, denn die Lohnkosten sind dort geringer. Es wird um jeden Auftrag gekämpft. „Das ist wie ein Neuanfang“, sagt der Werftchef. Schiffe will das Familienunternehmen auch in der siebten Generation bauen. Sohn Jan leitet schon die Konstruktion der Ozeanriesen. (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Mi. 03.12.2025 NDR
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