• Folge 28 (30 Min.)
    Mit 32 Jahren verändert ein Schlaganfall das Leben von Jennifer Springer schlagartig. Von einem Moment auf den anderen verliert die lebensfrohe und selbstbewusste Lehramts-Studentin die Kontrolle über ihren Körper – und ihre Sprache. Seitdem stottert sie. Für die heute 34-Jährige bedeutet das nicht nur eine alltägliche Herausforderung, sondern auch eine tiefgreifende Erschütterung ihres Selbstbilds. Monatelang muss sie nicht nur mühsam ins Leben zurückfinden, sondern auch das flüssige Sprechen neu lernen. Im Alltag erfährt sie viel Ablehnung und Demütigungen, wenn sie sich nicht schnell genug ausdrücken kann. „Wo ist denn dein Betreuer?“, wurde sie schon gefragt. Sie entwickelte Ängste: vor dem Einkaufen beim Bäcker, vor dem Bahnfahren oder davor, mit fremden Leuten zu sprechen. Doch Jenni will den Mut nicht verlieren, sie geht zurück an die Uni, um ihr Masterstudium zur Deutsch- und Erdkundelehrerin abzuschließen. Dafür muss Jenni ein Praxissemester an einem Kölner Gymnasium absolvieren und dort auch unterrichten. In diesem halben Jahr wird sich ihre berufliche Zukunft entscheiden. Denn gerade, wenn es laut ist, stottert sie deutlich mehr. Parallel therapiert Jenni ihr Stottern bei einem deutschlandweit einmaligen Projekt: der Bonner Stotter-Therapie. Macht sie genug Fortschritte, bis sie alleine vor einer Klasse stehen muss? Und wie verhält sie sich, wenn Schüler sie nachäffen oder auslachen? (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 05.08.2026 BR
  • Folge 29 (30 Min.)
    Michi Schreiber ist erfolgreiche Buchautorin und Affenforscherin. Die 29-Jährige hat ihren Abschluss als Primatologin an der renommierten Oxford Universität gemacht und sich ganz der Arbeit mit Affen in Südafrika verschrieben. Alles wirkt wie eine Bilderbuchgeschichte, bis Michi Schreiber bei einem schweren Autounfall Anfang 2025 ihr Gedächtnis verliert. Jetzt lebt sie wieder in der Eifel und kämpft dafür, nach Afrika zu ihren geliebten Affen zurückzukehren. Nur Wochen vor ihrem Unfall war Michi Schreiber kurz davor, in Südafrika ihren Lebenstraum wahr werden zu lassen: eine Auffangstation für Affen zu gründen, die verletzt oder im illegalen Tierhandel beschlagnahmt wurden. Und Michi hatte auch schon das passende Grundstück gefunden. Aber dann haben sie und ihr Mann Marc unverschuldet einen Autounfall. Michi erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma. Die letzten zwei Jahre ihres Lebens sind wie ausgelöscht, die Erinnerungen weg. Zurück in ihrer Heimat in der Eifel ist Michi häufig erschöpft, hat Migräne, kann sich nicht konzentrieren. Sie ist überfordert und fühlt sich verloren, weil ihr so vieles plötzlich fremd ist. Wird die Affenforscherin es mit Unterstützung ihres Mannes schaffen, wieder in ihr altes Leben zu finden? Kann sie ihren großen Traum doch noch realisieren und ihre eigene Affen-Farm aufbauen? Für die Reportage „Affenretterin ohne Erinnerung“ hat Autorin Nina Müller-Rositzke das Paar aus der Eifel ein halbes Jahr lang begleitet: von der Reha, über den ersten öffentlichen Auftritt, bis zu dem Moment, als Michi Schreiber zum ersten Mal nach dem folgenschweren Unfall wieder südafrikanischen Boden betritt. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 12.08.2026 BR
  • Folge 30 (30 Min.)
    Wenn Helene Lutz morgens um 5:00 Uhr im Melkstand steht, beginnt ein Tag, der oft mehr Stunden bräuchte, als er hat. Die 34-Jährige ist bereit, Verantwortung zu übernehmen – für Tiere, Felder, Mitarbeitende, für einen ganzen Hofbetrieb. Gemeinsam mit ihrem Bruder Simon und ihrem Partner Wichard will sie Gut Wulfsdorf in Schleswig-Holstein in die Zukunft führen. Doch noch liegt vieles in den Händen ihres Vaters Georg, der den Hof mit seiner Frau seit den 1980er-Jahren zu einem weithin bekannten Demeter-Betrieb aufgebaut hat. Für Georg Lutz ist der Hof über Jahrzehnte zu seinem Lebenswerk geworden, das tief mit ihm verbunden ist. Das Loslassen fällt ihm schwer. Er kann sich nicht vorstellen, wie seine Kinder den Hof unter heutigen Bedingungen, mit ihren eigenen Bedürfnissen und begrenzter Zeit, führen wollen. Für die jüngere Generation sind Familie und Freiräume wichtiger geworden – und die Größe des Betriebs mit mehr als 80 Beschäftigten fordert vollen Einsatz. Seit vier Jahren versuchen dennoch alle gemeinsam, die Übergabe zu regeln, doch im Betriebsalltag mit langen Tagen, nie endender Arbeit und wenig Zeit für echten Austausch bleibt der entscheidende Schritt aus. Es hakt zwischen den Generationen. Deshalb holt sich die Familie Unterstützung. Ingrid Meichelböck kennt aus eigener Erfahrung, wie schwer Übergänge in landwirtschaftlichen Betrieben sind und wie selten offen gesprochen wird. Sie arbeitet als Mediatorin in landwirtschaftlichen Betrieben. Unter ihrer Anleitung kommen alle Beteiligten an einen Tisch und suchen nach Lösungen. Nach langer Zeit des Aufschiebens entsteht plötzlich der Moment, den keiner erwartet hat: Die Familie einigt sich auf ein Datum: den 1. Juli 2025. Ein Tag, der die Richtung vorgibt und dem Übergang endlich Form geben soll. Aber werden sie das gemeinsam schaffen? Denn immer noch sind viele Fragen offen: Rechtsform, Finanzen, Zuständigkeiten. Und dennoch setzt der gemeinsame Termin einen Prozess in Gang: Die Geschwister und Wichard haben bereits ein erstes gemeinsames Projekt umgesetzt, eine Eisbude mit Milch vom eigenen Hof. Georg ist stolz. Die Kinder spüren Rückenwind. Doch dann kommt die Erntezeit, viele neue Probleme sind zu lösen und der Alltag lässt wieder wenig Zeit für den Blick in die Zukunft. Der Weg zur Hofübernahme ist ein ständiges vor und zurück – zwischen Loslassen und Neuanfang. Und eine Familie steht vor der Herausforderung, einen neuen gemeinsamen Weg für Gut Wulfsdorf zu finden, aber auch als Familie in Harmonie zu leben. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 19.08.2026 BR
  • Folge 31 (30 Min.)
    Nach knapp zwei Jahren Abenteuer bricht Michèl Malcin seine Reise durch Europa ab und kehrt zurück nach Tecklenburg in Westfalen. Der 45-Jährige hat einen besonderen Grund, wieder sesshaft zu werden. Monatelang ist der ehemalige Pastor mit seinem zum mobilen Café umgebauten Doppeldecker-Bus den Jakobsweg entlanggefahren. Er hat Pilger verköstigt, mit ihnen gesprochen und einen Raum für Begegnungen geschaffen. Auf seiner Reise fand Michèl eine neue Liebe: Helene. Sie stieg ein als Gast, verliebte sich zuerst in den Bus und dann in den Fahrer. Die Rückfahrt der beiden ist aufwühlend – und kurz vor dem Ziel bleibt der Sechzehntonner auch noch liegen, weil die Batterie streikt. „Der Bus will nicht nach Hause“, kommentiert Michèl und meint dabei auch ein bisschen sich selbst. Für ihn hätte es endlos weitergehen können mit Love, Peace & Coffee. Aber er muss zurück. Eines seiner drei Kinder, der 16-jährige Elia, findet sich nach der Trennung seiner Eltern nicht zurecht. Nach dem Umzug findet er keine Freunde, fühlt sich entwurzelt und entwickelt körperliche Symptome. Für ihn will Michèl wieder sesshaft werden. Mit dem Ziel, als Patchworkfamilie zusammenzufinden und für Elias Probleme da zu sein, ziehen Michèl und Helene in ein möbliertes Mietshaus im nördlichen Westfalen. Wird Michèl das zwanglose, freie Leben, das er und Helene monatelang auf dem Jakobsweg geführt haben, in den Alltag hinüberretten können? Wird ihm die Rückkehr in seine alte Heimat gelingen? Und als ob das nicht genug Herausforderung wäre, fällt auch noch seine finanzielle Lebensgrundlage, der Cafébus, aus: Der Doppeldecker, Baujahr 1959, ist durchgerostet, neue Ersatzteile müssten extra angefertigt werden und das Geld dafür ist nicht da. Doch Michèl und Helene sind es inzwischen gewohnt zu improvisieren. Finden sie doch noch einen Weg, den Bus wieder auf die Straße zu bringen? (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 26.08.2026 BR
  • Folge 32 (30 Min.)
    Alle 18-Jährigen ab dem Geburtsjahrgang 2008 erhalten seit Anfang Januar 2026 Fragebögen der Bundeswehr. Sie sollen Auskunft geben, ob sie bereit sind, den freiwilligen Wehrdienst zu leisten. Eine Gewissensentscheidung, die viele aufwühlt. Jan Kingreen, evangelischer Potsdamer Pfarrer und Friedensbeauftragter seiner Kirche, berät Jugendliche, wie auch viele seiner katholischen Kolleginnen und Kollegen, „ergebnisoffen“, so betont er. Ist die Bundeswehr eine Option? Für Kingreen dient die Beratung dazu, dass die Jugendlichen, die zu ihm kommen, ihr Gewissen mit der Leitfrage erforschen: „Kann ich mir vorstellen, mit einer Waffe auf einen Menschen zu zielen – und warum (nicht)?“. Auch der Bischof des Bistums Mainz Peter Kohlgraf fordert, jungen Menschen bei diesem Thema mehr zuzuhören, ihre Bedürfnisse zu sehen und Freiwilligendienste als gleichwertige Alternative zum Wehrdienst zu betrachten. In der Doku „Kirche, Krieg und mein Gewissen“ aus der ARD-Reihe „Echtes Leben“ kommen junge Menschen zu Wort, zum Beispiel die Sänger des Mainzer Domchors. Was treibt die betroffenen jungen Männer um? Und wie viele von ihnen werden sich zum freiwilligen Wehrdienst melden? Der 18-jährige Leo aus Koblenz ist Mitorganisator eines bundesweiten Schülerstreiks gegen den Wehrdienst. Friedenserhalt durch Gewaltlosigkeit oder Sicherheit durch militärische Aufrüstung – das wird intensiv und kontrovers unter Jugendlichen, aber auch in den Kirchen diskutiert, ausgelöst auch durch die neue Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sowohl die evangelische wie auch die katholische Kirche orientieren sich seitdem offiziell an der Realpolitik und sehen den Einsatz von Gewalt unter bestimmten Voraussetzungen als legitim an. Für den Koblenzer Schüler Leo ist damit der friedensorientierte „Kompass der Kirche“ verloren gegangen. Auch der Zehdenicker Pfarrer und Pazifist Andreas Domke steht der Neuausrichtung seiner evangelischen Kirche skeptisch gegenüber. Er sagt: „Alte Menschen finden es gerade wieder ziemlich sexy, wenn junge Leute Armeeuniformen anziehen … Sie meinen, es wäre doch total stark, wenn die Jugend von heute ihr Leben für die Heimat geben würde.“ Der Militärpfarrer Ciprian Matefy betreut in Rheinland-Pfalz Soldaten. Darunter auch einen jungen Christen, der sich aufgrund seiner Werte und religiösen Überzeugung gerade für den Wehrdienst entschieden hat. Die neue Friedensdenkschrift sieht Matefy als „notwendige Anpassung an die Wirklichkeit“ und bemerkt, dass sich Soldatinnen und Soldaten dadurch in ihrer Gewissensentscheidung besser wahrgenommen fühlen. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 02.09.2026 BR
  • Folge 33 (30 Min.)
    Das Leben von Claudia und ihrem Mann Uwe hat sich im September 2023 dramatisch verändert. Er erhält die Diagnose ALS. Die Nervenkrankheit ist unheilbar. Uwes Zustand verschlechtert sich rasant. Eine Herausforderung für Claudia, die ihn bei allen Entscheidungen unterstützt und bis zuletzt an seiner Seite ist: beim letzten Gleitschirmflug, dem Einzug ins Hospiz, bei seinem Tod. Und darüber hinaus. Der Film erzählt die Geschichte von Claudia Finke. Ihr Leben wird im September 2023 auf den Kopf gestellt. Ehemann Uwe Korous erhält die Diagnose ALS. Die unheilbare Nervenkrankheit schreitet bei ihm schnell voran. Für Claudia ist das eine große emotionale Herausforderung. Trotz der rasanten Verschlechterung seines Zustands, entscheidet Uwe, seine verbleibende Zeit aktiv zu gestalten. Er will noch Träume verwirklichen, etwa mit dem Gleitschirm über die Tiroler Berge fliegen. Claudia ist immer an seiner Seite und unterstützt ihn, bei allem, was er vorhat. Als Uwe spürt, dass sein Leben zu Hause nicht mehr lebenswert ist, geht er ins Hospiz. Dort nimmt er Abschied, und Claudia ist bei ihm, bis zuletzt. Der Film zeigt, wie beide mit der unheilbaren Krankheit umgehen, wie Claudia Uwes Entscheidung, über sein Ende selbst zu bestimmen, mitträgt, wie sie mit dem Verlust klarkommt und nach seinem Tod weiterlebt. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 09.09.2026 BR

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