unvollständige Folgenliste (Seite 30)

  • Bei der letzten überregionalen Zeitung Graubündens sind die Abozahlen im letzten Jahrzehnt um einen Drittel gesunken. Jetzt will die «Südostschweiz» die Wende mit einem Journalisten-Duo aus Deutschland schaffen: Joachim Braun und Nikola Nording. Sie setzten auf digitale Medien und wollen Inhalte, die möglichst viele Leser und Leserinnen interessieren. Im Zentrum stehen die «User-Needs», deutsch die Nutzerbedürfnisse. Der neue Kurs löst Unmut in Kultur und Politik aus. Auch Medienexperten üben Kritik. Auf dem Prüfstand stehen die Medien als vierte Gewalt und als Pfeiler der Demokratie. «Entscheidend sind die nächsten zwei bis drei Jahre, ob wir es schaffen oder nicht», sagt Susanne Lebrument. Zusammen mit ihren beiden Brüdern Silvio und Pesche kämpft sie als Miteigentümerin des Familienunternehmens «Somedia» um das Erbe ihres Vaters Hanspeter Lebrument. Der Film von Paula Nay und Stefanie Hablützel ist eine Produktion des Rätoromanischen Radio und Fernsehens . (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 13.11.2025 SRF 1
  • Im Libanon wird keine wesentliche politische Entscheidung mehr ohne die Hisbollah, die schiitische «Partei Gottes», getroffen. Das von verschiedenen Ethnien und Konfessionen geprägte Land ist seit Ende des Bürgerkriegs 1990 wachsenden politischen Spaltungen ausgesetzt. Die Hisbollah, die vom Iran unterstützt und finanziert wird, droht, das Land und die Region zu destabilisieren. Als politische Partei stellt die Hisbollah Minister in der Regierung. Damit ist diese vom Wohlwollen Hassan Nasrallahs, dem Generalsekretär der Hisbollah, abhängig – nicht zuletzt weil die Miliz der Hisbollah wesentlich stärker ist als die libanesische Armee. In seinen Reden droht Nasrallah nicht nur Israel, sondern auch den USA. Israel sieht in der Hisbollah den verlängerten Arm seines Erzfeindes Iran. Einer UN-Resolution zum Trotz lagert die Hisbollah Waffen im Südlibanon und hat mehrere Tunnel zu israelischen Gebieten gegraben. Ein erneuter Krieg zwischen der Hisbollah und Israel würde den Libanon fundamental gefährden und auch in Israel erhebliche Schäden anrichten. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran erhöhen die Konfliktgefahr. Der Film dokumentiert, wie die Hisbollah ihre Macht in den letzten Jahren geschickt ausgebaut und sich zu einem Staat im Staat entwickelt hat. Doch es regt sich Widerstand. Zivilgesellschaftliche Kräfte versuchen seit Längerem, Religionskonflikte zu überwinden und mit demokratischen Mitteln neue Wege zu gehen. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Mi. 15.01.2020 SRF 1
  • Trotz zahlreicher Vermittlungsversuche ist Libyen heute ein zersplittertes Land, in dem zahlreiche Stämme und Milizen um die Macht kämpfen. Die Wirtschaft ist kollabiert, mehr als eine Million Menschen mussten fliehen. Wie Syrien steht auch Libyen im Zentrum eines internationalen Stellvertreterkrieges, in dem Russland und die Türkei – unterstützt von ihren jeweiligen Verbündeten – um Einfluss ringen. Die von der UN unterstützte Nato-Intervention von 2011 führte zwar zum Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi, trieb das Land jedoch in einen jahrelangen Bürgerkrieg, da der Westen keinen Plan für einen demokratischen Übergang vorweisen konnte. Libyen ist ein ressourcenreiches Land und fungiert gleichzeitig als «Türsteher» Europas bei der Lenkung von Migrationsbewegungen – und doch ist und bleibt Libyen ein Unsicherheitsfaktor in einer ohnehin instabilen Region. Seit kurzem gibt es auf Vermittlung Europas und vor allem Deutschlands einen fragilen Frieden, und eine libysche Übergangsregierung bereitet für Dezember 2021 die ersten demokratischen Wahlen vor. Der Film zeichnet die Schritte nach, die zum Kollaps eines der ölreichsten Länder Afrikas führten und analysiert die Verantwortung des Westens für die libysche Krise. Wie gut stehen die Chancen des Landes heute auf eine funktionierende Demokratie und Freiheit für die Libyerinnen und Libyer – ohne fremde Einmischung und ohne einen fortgesetzten Bürgerkrieg? (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere So. 05.12.2021 SRF 1
  • In „Liebe auf den ersten Klick?“ macht Xand van Tulleken für BBC den Selbstversuch. Der Arzt und TV-Moderator arbeitet an der Fordham University in New York als Experte für Gesundheitsfragen – und er ist seit einigen Jahren Single. Bei seinem Unterfangen wird er unterstützt von Hannah Fry, die einige Tipps in Sachen Internetdating für Xand bereit hält. Hannah Fry ist jedoch keine moderne Kupplerin, sie ist Mathematikerin am University College London und ist überzeugt, mit Hilfe der Mathematik Xands Traumfrau zu finden. Gemeinsam gehen die beiden den Mechanismen auf den Grund, die hinter dem Onlinedating stecken. Was ist der Unterschied zwischen einer Plattform, die verspricht, dass ihr Algorithmus den perfekten Partner findet und den beliebten Apps fürs Handy, wo man potentielle Kandidaten einfach nach dem ersten Eindruck wegwischen kann? Was funktioniert eher – die mathematische Berechnung des perfekten Dates oder der erste Eindruck über eine App? Und welches Bild soll Xand von sich wählen für seinen Onlineauftritt? Wie sich selbst in seinem Profil beschreiben, um möglichst viele geeignete Partnerinnen anzusprechen? Und überhaupt: Ist Onlinedating wirklich effektiver als einfach in eine Bar zu gehen und dort die erste sympathische Frau anzusprechen, so wie früher? Fragen über Fragen! „Liebe auf den ersten Klick?“ begleitet Xand auf seiner Berg- und Talfahrt im Onlinedating. Ob Xand seine Traumfrau über seinen Instinkt, mithilfe der Mathematik oder gar nicht findet, sei an dieser Stelle jedoch noch nicht verraten. (Text: SRF)
    • Alternativtitel: Liebe und Sex in Japan
    Tote Hose im Liebesleben im Land der aufgehenden Sonne. Ein Viertel der Japanerinnen und Japaner zwischen 30 und 40 Jahren hatten noch nie eine sexuelle Beziehung und die Hälfte der Gesamtbevölkerung gibt an, kein regelmässiges Liebesleben zu haben. Es erstaunt daher nicht, dass die Geburtenrate sinkt. Wenn es so weitergehe, könnte die japanische Bevölkerung bis 2060 um 30 Prozent geschrumpft sein. Was läuft da schief – Der Dokumentarfilm „Liebe und Sex in Japan“ geht dieser Frage nach und findet aufschlussreiche Antworten. (Text: SRF)
  • Die Geschichte beginnt im Emmental, wo Lia von klein auf davon träumte, Fussball zu spielen – unterstützt von ihrer Familie, insbesondere von ihren Eltern und ihrer Schwester Meret. Doch hinter den idyllischen Landschaften und den ersten Erfolgen stehen auch Herausforderungen für die ganze Familie. Heute ist Lia nicht nur eine Ausnahmeathletin, sondern auch Vorbild und Mentorin. Sie ermutigt junge Spielerinnen, an sich zu glauben. Wie lange wird die Karriere noch dauern? Was ist mit Familie und Kindern? Wie geht Lia mit dem ständigen Druck und der Einsamkeit um, die das Rampenlicht mit sich bringt? Freundschaften, die Zeit und Pflege brauchen, kommen oft zu kurz. «Liiiiiaaa – Lia Wälti – Ikone des Schweizer Frauenfussballs» zeigt die Höhen und Tiefen einer Sportlerin, die sich ihren Platz in einer Welt voller Herausforderungen erkämpft hat. Es ist eine Erzählung voller Hoffnung, Mut und Inspiration – eine Geschichte, die berührt und nachhallt. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere So. 08.06.2025 SRF 1
  • Für den Dokumentarfilm zu ihrem 90. Geburtstag 2019 gab Lilo Pulver ein Exklusivinterview. «Ich wollte eigentlich immer eine Sexbombe sein!», sagt sie. Stattdessen wurde sie eher als unschuldiges Mädchen und in burschikosen Hosenrollen berühmt. Damals wurde vor allem ihr herzhaftes Lachen ihr Markenzeichen. (Text: SRF)
  • Angetrieben durch den Ausbau der Elektromobilität, ist Lithium zu einem Rohstoff mit strategischer Bedeutung geworden. Der Bedarf steigt weltweit. Bisher ist man in Europa vollständig auf Lithiumimporte angewiesen. Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 mindestens zehn Prozent des Bedarfs aus eigener Gewinnung zu decken. Zudem will man Lithium hier weiterverarbeiten, Batterien herstellen und das Recycling ankurbeln. Es geht um den Aufbau eines Lithiumkreislaufs in Europa. Kann das funktionieren? Der Film sucht Orte auf, an denen sich der Erfolg eines europäischen Lithiumkreislaufs entscheiden könnte: Etwa ein Steinbruch im französische Zentralmassiv, wo laut Plänen eines Bergbaukonzerns bald eine der grössten Lithiumminen Europas entstehen soll; oder eine Pilotanlage im Oberrheingraben in Deutschland, wo Lithium nicht aus dem Gestein, sondern aus heissen Tiefenwässern gefördert wird. Ob in der Raffinerie, in einer Forschungsfabrik für Batteriezellen oder einer Recyclinganlage für E-Autobatterien: An jeder Etappe zeigen sich technologische Herausforderungen für den Aufbau eines Lithiumkreislaufs. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere So. 16.11.2025 SRF 1
  • Bei einer Entführung wird das Opfer zur Handelsware degradiert und auch so behandelt. Laut Schätzungen geschieht das auf der ganzen Welt mehr als 30 000 Mal pro Jahr. Fast immer geht es dabei nicht um politische Forderungen, sondern allein ums Geld. Mittlerweile hat sich auch die legale Wirtschaft dieses Geschäftszweigs angenommen: Spezialisierte Versicherungsfirmen decken das Entführungsrisiko ab und beschäftigen Fachleute, welche die Verhandlungen mit den Entführen führen und allenfalls Lösegelder bezahlen, um die Opfer freizubekommen. Gerade in Krisenländern, wo die Armut gross ist und die Macht des Staates klein, konnten kriminelle Banden auf diese Art der Geldbeschaffung umschwenken. Der Film zeigt, wie die Opfer und deren Angehörige leiden, und folgt einem Fall in Venezuela: Nachdem der Sohn eines reichen Unternehmers entführt worden ist, trifft sich dessen Vater mit einem früheren Polizeichef, der sich jetzt als Privater auf Entführungsfälle spezialisiert und ein ganzes Team um sich geschart hat. Wie ein roter Faden zieht sich dieser Fall durch den Film, bis am Schluss der Sohn wieder freikommt. Vertreterinnen und Vertreter von Versicherungsfirmen geben offen Einblick in ihre speziellen Entführungs- und Lösegeldversicherungen, die sich im Prinzip nicht gross von anderen Geschäften unterscheiden. Aber im „Schadensfall“ kommt anders als bei einer Auto- oder Gebäudeversicherung nicht einfach ein Sachbearbeiter zum Zug, sondern ein Team von erfahrenen Fachleuten, von denen es auf der ganzen Welt nur wenige gibt. Anhand eines dänischen Journalisten, der im Grenzgebiet zwischen Syrien und Libanon von Jihadisten entführt wurde, zeigt der Film, wie sich auch terroristische Gruppierungen auf Entführungen zur Geldbeschaffung spezialisiert haben. Hier ist es ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter, der die Verhandlungen übernommen hat. Dieser, die Eltern und der Entführte selber geben nach dessen Freikauf Einblick in die düstere Welt der Entführer und in die Mühen und Nöte des Opfers und seiner Angehörigen. (Text: SRF)
  • Vor 100 Jahren lebten in Afrika noch rund eine halbe Million Löwen – heute sind es weniger als 35 000. Wissenschaftler befürchten, dass die Raubkatzen schon im Jahr 2050 in Afrika ausgestorben sein könnten. Für Leigh Anne Webb ist das der Grund, dem Schutz der Löwen ihr Leben zu widmen. Sie arbeitet im Antelope-Park in Simbabwe. Dort betreibt die Löwenschutzorganisation Lion Encounter ein Projekt, mit dem sich die Zahl wilder Löwen wieder stabilisieren soll. Dafür werden Löwen in Gefangenschaft gezüchtet. Auf sogenannten Lions Walks in der Wildnis lernen die Löwenjungen Schritt für Schritt ein Leben in Freiheit, bevor sie wieder vom Menschen entwöhnt und in die Wildbahn entlassen werden – ein umstrittenes und nicht ungefährliches Projekt. Auch Leigh Anne wurde schon einmal von einem Löwen angegriffen. Der Film begleitet die engagierte Frau und erzählt die Geschichte der beiden Löwenjungen Segume und Kariba auf ihrem langen Weg, sich als Löwe zu behaupten und einen Weg zurück in die Herzen der Menschen zu finden. (Text: SRF)
  • Mona Vetsch und Yves Bossart beim Winterschwimmen
    Immer mehr Menschen wollen möglichst lange möglichst gesund leben – und sind bereit, dafür viel Geld auszugeben und ihren Alltag auf den Kopf zu stellen. Doch ist ein langes Leben automatisch ein erfülltes Leben? Lebt man noch richtig, wenn man alles dem Ziel unterordnet, möglichst lange zu leben? Mona Vetsch und Yves Bossart wagen das Experiment. Sie lassen sich in Kliniken testen und verfolgen ein knappes Jahr ein Longevity-Programm. Wie verändert sich dadurch ihr Leben? Werden sie jünger und gesünder? Oder führt das Longevity-Programm zu noch mehr Stress im Alltag? Das Experiment führt sie nicht nur zu einem bewussteren Umgang mit ihrer körperlichen Gesundheit, sondern auch auf eine emotionale Reise zu sich selbst. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 05.03.2026 SRF 1
  • Am Inlesee spielt sich alles auf dem Wasser ab. Das Gewässer ist die Heimat von über 100’000 Menschen, die in Pfahldörfern direkt auf dem See wohnen. Ob zum Nachbarn, zum nächsten Markt, zur Schule oder zur Arbeit – ohne die flachen Langboote geht am Inlesee gar nichts. Sogar Ackerbau wird auf schwimmenden Gärten betrieben. Über die Jahrhunderte entwickelten die Intha, die «Kinder des Sees», ihre ganz eigenen Techniken, um auf dem Wasser überleben und wirtschaften zu können. Das einzigartige Ökosystem bietet nicht nur ideale Bedingungen für die Fischerei und Landwirtschaft, sondern ist auch der Lebensraum des Indischen Lotos. Die Wasserpflanze fühlt sich im flachen, schlammigen Gewässer besonders wohl und wächst wild zwischen dem dichten Grün der Wasserhyazinthen. Seit den 1920er-Jahren weben Frauen am Inlesee aus ihren Fasern Lotosstoff. Was einst nur zu religiösen Zwecken hergestellt wurde und das Brot für Wenige war, hat sich durch die langsame Öffnung Myanmars in den letzten Jahren zu einem beeindruckenden Wirtschaftszweig entwickelt, von dem viele Familien leben können. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Mo. 02.11.2020 SRF 1
  • Andela und Davor Rostuhar reisen auf ihrer eigenen Hochzeitsreise um die Welt, um das Thema Liebe aus der Sicht verschiedener Kulturen, Sitten und Glaubensrichtungen zu ergründen. Um eine möglichst grosse Vielfalt zu erreichen, bereisen sie rund 30 Länder und führen etwa 130 Interviews in den grössten Regionen der Welt. Ihre Reise führt sie in Metropolen wie Tokio und New York, zu geschlossenen Gesellschaften wie Saudi-Arabien und den Iran, bis hin zu den Regenwäldern des Amazonas. Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen sprechen offen und aufrichtig über Liebe, Beziehungen, Ehen, Herausforderungen und Scheidungen. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere So. 14.02.2021 SRF 1
  • In der Schweiz bieten zahlreiche Betriebe Lehrstellen für Menschen mit einer Behinderung an. Aber nur jede vierte Absolventin und jeder vierte Absolvent findet im regulären Arbeitsmarkt eine Stelle. Die grosse Mehrheit arbeitet in geschützten Werkstätten. Lucian hatte Glück, nach seiner Lehre vom Betrieb übernommen zu werden. In der Gärtnerei ist er zuständig für einfache Arbeiten, füllt Töpfe und pflanzt verschiedene Jungpflanzen an. Aufgrund seiner Einschränkungen kann Lucian nur zehn Prozent der Arbeiten seiner Kollegen erledigen. Dennoch ist er jeden Morgen motiviert. Für seinen Chef Viktor Gschwend ist es wichtig, Lucian stets auf Augenhöhe zu begegnen und ihm dieselbe Anerkennung entgegenzubringen wie den anderen Angestellten. Dank seiner Arbeit in der Gärtnerei kann Lucian ein selbstbestimmtes Leben führen. Zusätzlich zu seinem kleinen Lohn erhält er eine IV-Rente. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere So. 22.03.2020 SRF 1
  • 60 Prozent des Amazonas-Regenwaldes und damit der «grünen Lunge» unserer Erde liegen in Brasilien. Unter Bolsonaro erreichten Abholzung und Brandrodungen im Regenwald einen dramatischen Rekord. Der Film «Lula gegen Bolsonaro», der in den letzten sechs Monaten des Wahlkampfs gedreht wurde, zeigt ein Land, das gespalten ist wie nie zuvor. Und er gibt einen Einblick in den erbitterten Kampf zwischen zwei Männern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Lula, dessen Verurteilung wegen Korruptionsvorwürfen vom Obersten Gericht aufgehoben wurde, kämpft um die Stimmen der Arbeiter. Bolsonaros Unterstützer sind das Militär, die Grossgrundbesitzer und die Evangelikalen. Es geht um die Kernwerte und Hauptthemen, die die brasilianische Gesellschaft heute entzweien: Religion, Armut und Arbeitslosigkeit, Minderheiten, Gesundheit und Umwelt. Wer das Land kennt weiss, Überraschungen in letzter Minute sind in Brasilien eher die Regel als die Ausnahme. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere So. 30.10.2022 SRF 1
  • Der Dokumentarfilm von Zoé de Bussierre und ihrem Team nimmt die Produktion von Accessoires und Pelzen unter die Lupe. Der Film blickt hinter die schönen Auslagen – dorthin, wo das Rohmaterial herkommt: Pelze und Leder. Dank aufwendiger Recherchen gelingt es den Autoren etwa, in einer italienischen Gerberei zu filmen. Dort treffen sie auf bedenkliche Zustände: Sicherheitseinrichtungen werden abgestellt, um die Produktion zu erhöhen. Die meist afrikanischen Arbeiter erhalten schon einmal Prügel statt Lohn. Und die Arbeitsinspektoren schliessen oft grosszügig die Augen. Selbstverständlich haben alle grossen Modehäuser einen zeitgemässen Verhaltenskodex, welcher auch für die Lieferanten gilt. Bloss finden diese ethischen Meisterwerke nicht immer den weiten Weg zu den Subunternehmern und Unterlieferanten, welche das Rohmaterial herstellen. Das zeigt sich auch beim Geschäft mit Pelzen, welche als anschmiegsame Jacken oder als wohliger Besatz fast jede modische Kapuze zieren. Heutzutage stammen die meisten Pelze aus Zuchten in China. Da es dort kaum Tierschutzgesetze gibt, können die Produzenten auch nicht dagegen verstossen. So setzt der Film seine traurige Reise fort und zeigt – mit versteckter Kamera – Verhältnisse, welche auch hartgesottenen Pelzträgern die Freude an ihren Kleidern nehmen könnten. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Mi. 15.05.2019 SRF 1
  • «Wir hatten die letzten zwei Monate fast nur Stornierungen und kaum Buchungen», sagt Manuel Berger, Direktor des Boutiquehotels Beau Séjour. Jetzt nach dem Shutdown wagt er eine Wiedereröffnung des 28-Zimmer-Hauses, unter erschwerten Bedingungen durch Corona-Verordnungen und Hygienemassnahmen. Mit innovativen Ideen und viel Herzblut wollen er und sein Geschäftspartner Walter Willimann Schweizer Gäste und die Luzerner Bevölkerung gewinnen. Der Plan scheint aufzugehen. Kaum aus dem Shutdown, stellt Roland Küng fest: «Das Jahr ist eigentlich gelaufen.» Küng ist CEO des KMUs Hunziker AG in Willisau mit 70 Mitarbeitenden. Der bekannteste Festzeltbauer der Schweiz hat vor der Pandemie die grössten Events ausgerichtet: Das WEF in Davos, das eidgenössische Schwingfest und Musikfestivals. Doch jetzt sind die Auftragsbücher leer und die Lagerhallen voll. Die Künstlerin Claudia Kienzler will die älteste Showbude der Schweiz retten, ein über 70 Jahre altes Varieté. Einen Monat vor dem Shutdown hat die ausgebildete Violinistin als Geschäftsführerin eines Vereins das marode Zelt gekauft. Nun ist sie für drei Angestellte verantwortlich, die Renovationsarbeiten machen. Doch an Aufführungen ist im Moment nicht zu denken. Auch alle Konzerte der 39-Jährigen wurden abgesagt. «Im Moment habe ich fast keinen Lohn», sagt sie. Robert Casagrande, der grösste Souvenirhändler Luzerns, hat jahrzehntelang sehr gut von Touristengruppen aus aller Welt gelebt. Doch jetzt herrscht am Grendel gähnende Leere, dort wo Einheimische erst noch über Overtourism geklagt haben. Robert Casagrande – der scherzhaft heimlicher Stadtpräsident Luzerns genannt wird – hat so etwas noch nie erlebt. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Fr. 16.04.2021 SRF 1
  • Beim geselligen Grillfest der Firma Hunziker ist die Stimmung aufgeräumt, trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage. CEO Roland Küng gibt ein grosses Versprechen an die 70-köpfige Belegschaft ab: «An Weihnachten haben alle immer noch einen sicheren Job.» Doch bald fällt an einer Krisensitzung zum ersten Mal das Wort Entlassungen. Manuel Berger ist froh um seine Schweizer Gäste und doch nicht ganz glücklich mit ihnen. Der junge Direktor des Boutiquehotels Beau Séjour muss die harte Lektion lernen, dass einheimische Touristen, im Gegensatz zu ausländischen Gästen, nur bei schönem Wetter im Hotel absteigen. Doch die bleiben in der Krise aus. «Ohne Ausländer überleben wir auf Dauer nicht», prognostiziert Manuels Geschäftspartner Walter Willimann. Doch dann sorgt ein Geburtstagsfest für Aufschwung und bringt neue Hoffnung. Noch mehr leidet unter dem Ausbleiben der ausländischen Gäste der grösste Souvenirhändler Luzerns. Robert Casagrande erinnert sich sehnsüchtig an die pandemiefreien Zeiten, in denen indische und chinesische Touristengruppen das Familienunternehmen reich gemacht haben. Doch jetzt verirrt sich kaum mehr ein Tourist in seine Läden und nach den Sommerferien müssen Filialen geschlossen werden. Claudia Kienzler besitzt ein wunderbares Varieté, spielt virtuos Violine und sprüht vor Ideen. Doch die Coronakrise macht ihr einen Strich durch alle Pläne. Wie andere Kulturschaffende auch, muss Claudia flexibel sein. So ist sie froh über ein Engagement für ein Theaterstück für Kinder, in dem es um nichts weniger als den Tod geht. Ein Thema, das in Pandemiezeiten an tragischer Aktualität gewinnt. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Fr. 23.04.2021 SRF 1
  • «Mit 90 Prozent Rückgang der Einnahmen ist die Situation für uns sehr schlimm», sagt Souvenirhändler Robert Casagrande. Das hat Konsequenzen: Zehn Angestellte verlieren ihren Job. Für Bojan Jovanovic, der fast 25 Jahre lang für das Unternehmen gearbeitet hat, ist die Entlassung ein Schock. Der 50-Jährige hat zwei Töchter, die noch mitten im Studium stecken. Auch Roland Küng, der CEO des Festzeltbauers Hunziker AG, dessen Auftragsbücher Corona leergefegt hat, muss Kündigungen aussprechen. «Es tut mir selbst weh für die Leute und ihre Angehörigen», bedauert Küng. Damit bricht er ein Versprechen an die Belegschaft. Denn bis vor Kurzem hat er beteuert, alle würden den Job bis Weihnachten behalten. Manuel Berger und Walter Willimann, die beiden Betreiber des Hotels Beau Séjour, verzeichnen immer weniger Buchungen. Der Hausbesitzer Peter Kiener versichert ihnen, die Miete den Einnahmen anzupassen. Trotzdem entscheidet man sich, das Hotel in den Winterschlaf zu schicken. Hoteldirektor Manuel plagen Existenzängste: «Das sind Momente, wo man Angst hat, ob es das jetzt gewesen ist mit der Hotellerie». Die Musikerin Claudia Kienzler, die Geschäftsführerin des Vereins Varieté Caleidoskop, trommelt Gönnerinnen und Gönner zusammen, um ihnen die schwierige finanzielle Situation aufzuzeigen. Den drei Angestellten bezahlt sie einen Lohn, sie selbst lebt von Erspartem. «Das ist meine Altersvorsorge, auf die ich jetzt zurückgreife», bedauert sie. Da hilft es, dass sie niedrige Lebenskosten hat und in einer Theaterproduktion mitwirken kann – der Applaus aber auch die Gage machen der Kulturschaffenden wieder Mut. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Fr. 30.04.2021 SRF 1
  • Claudia Kienzler, die Geschäftsführerin des Varieté Caleidoskop, muss die geplante Tournee absagen. Jetzt steht sie vor einer ungewissen Zukunft und hofft auf Solidarität: Crowdfunding soll ihr Traumprojekt retten. Bojan Jovanovic, der ehemalige Hauswart, ist auf Jobsuche. Der 51-Jährige muss schmerzlich erfahren, dass er zwar einen grossen Erfahrungsschatz, aber keine Diplome vorzuweisen hat. «Ich habe in diesem Jahr gelernt, dass man auf sich selbst gestellt ist», sagt er. Doch dann zeigt ein Viersterne-Hotel Interesse an seinen Fähigkeiten. Seit dem Shutdown kaum mehr Aufträge- die wirtschaftliche Situation schlägt Roland Küng, CEO der Zeltbaufirma Hunziker, aufs Gemüt. Da hilft der Optimismus seines Chefs Andreas Messerli. «Wir werden alles tun, damit die Firma Hunziker stark aus der Krise kommt», verspricht dieser. Mitten im historischen Tief des 86-jährigen Unternehmens hat Messerli Expansionspläne. Das gibt Küng neuen Mut: «Ich will mit dem Unternehmen und den Mitarbeitenden in die Zukunft gehen und kämpfe dafür wie ein Löwe.» Manuel Berger und Walter Willimann, die beiden Betreiber des Hotels Beau Séjour, wecken das Haus aus dem Winterschlaf und können sich freuen: Über Ostern ist das Hotel ausgebucht. Aus den Höhen und Tiefen des vergangenen Jahres hat Manuel, der 36-jährige Hoteldirektor gelernt: «In Zukunft kann ich wohl gewisse Sachen lockerer angehen». «Ich bin zufrieden, wie ich diese Zeit gemeistert habe», sagt Souvenirhändler Robert Casagrande im Rückblick. Über die Ostertage hofft er auf einige kaufkräftige Feriengäste und bleibt optimistisch. Er glaubt fest daran, dass Ende Sommer der Individualtourismus Schwung aufnehmen wird. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Fr. 07.05.2021 SRF 1
  • Trotz grossem gegenseitigem Respekt und dem Willen, zusammen etwas auf die Beine zu stellen, stossen Ly-Ling und Cosimo bei der Herausforderung ihrer Kollaboration an ihre Grenzen. Cosimo arbeitet seit Jahrzehnten nach festen über Generationen hinweg vermittelten Regeln der Feinmassschneiderei. Das beisst sich zwangsläufig mit Ly-Lings Herangehensweise des «Draufloskreierens», möglichst ohne einengende Masse im Kopf. So erfahren die Zuschauenden im Laufe des sich über eineinhalb Jahre erstreckenden Dokumentarfilms, wie sich Ly-Ling und Cosimo aus dem Weg gehen, sich wieder annähern, es mit angepassten, vereinfachten Zielen neu probieren, wie Träume über Bord geworfen werden und neuen Platz machen. Es ist ein Aufeinanderprallen zweier Generationen, zweier Kulturen und zweier Welten, verbunden in einer gemeinsamen Passion. Die beiden Protagonisten gehen eine Extrameile, für die sie niemand je bezahlen wird. Es ist die Faszination für die Arbeit des anderen und die Lust am Entdecken, am In-die-Tiefe-Gehen, eine Art Slow-Food-Geist, der die beiden verbindet. Es ist eine lebensbejahende Grundhaltung, die trotz all den Entbehrungen tiefe Befriedigung mit sich bringt. Der Film zeigt, dass es sich lohnt, Neues auszuprobieren, Grenzen zu überschreiten und über den eigenen Schatten zu springen. Ohne zu werten, stellt der Filmautor Giancarlo Moos auf diese Weise die Frage: Wann habe ich das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht? (Text: SRF)
  • Neben bekannten Tieren wie Wölfen, die durch einen Pinselwald weisser Wollgrasbüschel schnüren, oder Kranichen die im Bruchwald ihre Jungen aufziehen, begegnet die Zuschauerin und der Zuschauer auch Kreaturen, die so surreal aussehen, als stammten sie von einem anderen Stern. Nahaufnahmen zeigen grotesk wirkende Libellenlarven, die mit spitz bezahnten Schnappkiefern auf Beute lauern, oder Pflanzen, die, im Zeitraffer gefilmt, ihre glitzernden Fallenblätter entrollen. Der Einsatz hochmoderner Zeitlupenkameras macht den Flug des Hochmoorgelblings zum ästhetischen Hochgenuss. (Text: SRF)
  • Als Heimat grosser und kleiner Tiere bieten Moore eine schier unfassbare Vielfalt an Lebensformen. Nicht Wasser, nicht Land, nicht See und nicht Wald: Sie befinden sich an den Schnittstellen verschiedener Existenzformen, die im Kreislauf der Tages- und Jahreszeiten ein faszinierendes Eigenleben entwickelt haben. In der Nacht sind die Moore das Reich der Fallensteller und Jäger, ein vibrierendes Labyrinth, in dem man zu versinken droht: Ein Fehltritt kann das Ende bedeuten. Am Tag, wenn sich die Nebelschwaden des frühen Morgens gelichtet haben, leuchtet der Teppich aus Wollgras, durchstreifen Reptilien, Insekten und vereinzelte Grosstiere die Moore, und so manches Geheimnis tritt zutage: Dass der Moosfilz manch schauriges Geheimnis birgt, wie etwa den Leichnam des 2000 Jahre alten Tollund-Mannes, dessen Antlitz heute noch so lebendig wirkt, als würde er nur schlafen. Konserviert ist er im Torf, dessen Schichten kontinuierlich wachsen und als riesige CO2-Speicher agieren. In ihnen sammelt sich das Regenwasser, es entstehen Teiche, Tümpel und andere Gewässer. (Text: SRF)
  • Mit einem Rechen in den Kies hineingezogene Wellenlinien stehen für Wasser. Felsenformationen und Steine sind das Symbol für Gebirge und Hügel. Moos steht für das Alter – ein in Japan überaus ehrenvoller Zustand. Im Japanischen heisst diese Spezialform des Gartens «Kare-an-sui», was übersetzt so viel bedeutet wie «trockene» oder auch «unechte Landschaft». Die Trockengärten des Daitoku-ji-Klosters in der japanischen Stadt Kyoto respektieren diese abstrakte Zen-Philosophie: Monochromie, Steine und einfache Pflanzen. Durch den Garten führt ein Pfad der rituellen Reinigung. Die letzte Station, die Teezeremonie, trägt zur inneren Vervollkommnung bei. (Text: SRF)
  • Damals durchquerten Botaniker die ganze Welt, um Pflanzen zu sammeln, sie zu untersuchen und dem Fach- wie dem Laienpublikum vorzustellen. Bis ins 16. Jahrhundert nutzte man Pflanzen zu Heilzwecken und als Nahrungsmittel. Danach begann man, sie zur Aufnahme in ein Verzeichnis und zu Studienzwecken zu sammeln. Auf diese Weise entstand die botanische Wissenschaft. Auch heute noch setzen sich Botaniker, Gärtner und Blumenzüchter im Royal Botanic Garden in Edinburgh dafür ein, die Sammlungen um ihre Neuentdeckungen zu bereichern und auf diese Weise den Garten weiterzuentwickeln. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere So. 07.10.2018 SRF 1

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