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  • Als vor 70 Jahren am 1. September 1939 Deutschland mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg eröffnete, war die Schweizer Armee denkbar schlecht gerüstet. Gerade einmal 26 Panzer standen bereit, um den mächtigen Feind abzuwehren. Beim Rütli-Rapport ein knappes Jahr später – Frankreich hatte bereits kapituliert – verkündete dann General Henri Guisan den versammelten Offizieren die neue Strategie: Rückzug ins Réduit. Die Armee sollte sich fortan in den Alpen verbarrikadieren und von dort aus Widerstand leisten, unter Preisgabe des Mittellandes, notabene. Die Schweizer Bevölkerung goutierte diese Strategie nicht nur, sondern erhob das Réduit gar zum nationalen Mythos, der bis zum Ende des Kalten Krieges weiter zementiert wurde. Im ganzen Alpenraum entstanden unzählige Festungsanlagen, stets unter dem Siegel höchster Verschwiegenheit. Kathrin Winzenried untersucht für „DOK“ diesen nationalen Mythos. Im Zentrum ihrer Spurensuche steht das Gotthardmassiv, gleichsam das Herz der Schweiz. Sie besucht mit Vertretern der Aktivdienst-Generation Bunker und Festungen, reist mit dem Enkel von General Guisan auf das Rütli und zeigt am Beispiel des ersten Bundesratsbunkers im Réduit auf, was aus den ehemaligen Festungsanlagen geworden ist. (Text: SRF)
  • Hunger, Not und keine Perspektiven. Viele Oberwalliser Bauern waren Mitte des 19. Jahrhunderts am Verzweifeln, mit ihren Kräften am Ende und sahen keinen Ausweg. Da drang die Kunde vom fernen Argentinien mit seinen unendlichen Landreserven hinauf in ihr Dorf. In Visperterminen, das von der Auswanderung besonders stark betroffen war, erfährt Kathrin Winzenried, weshalb sie auswanderten und mit welchen Hoffnungen und Ängsten die Auswanderung nach Übersee verbunden war. Der Film gibt einen interssanten Einblick in das grosse Wagnis der damaligen Walliser „Wirtschaftsflüchtlinge“. Ihr Einsatz für ein besseres Leben war hoch und begann mit dem traumatischen Abschied von der Heimat, von dem sie wussten, dass er endgültig war. Zum Hauptauswanderungsziel der Oberwalliser wurde in den 1860er-Jahren die Walliser Kolonie San Jeronimo Norte in der argentinischen Provinz Santa Fe. Ein Gefühl dafür, wie sich die Bergbauern in der weitläufigen Pampa zurechtfanden, ohne ein Wort spanisch zu sprechen, vermitteln ihre Briefe und Fotos. Kathrin Winzenried trifft in der ehemaligen Walliser Kolonie deren Nachkommen, die zum Teil noch den Oberwalliser Dialekt sprechen. Sie erinnern sich an Geschichten ihrer Vorfahren und erzählen vom Schweigen der Grossväter, die ihren Schmerz über den Verlust der Heimat ganz für sich behielten. Den Kontakt zu den argentinischen „Wallisern“ ermöglichen Kathrin Winzenried Karl Studer und Julian Vomsattel, beide aus Visperterminen. Sie gehörten vor 25 Jahren zu den ersten Wallisern, die sich auf der Suche nach ihren Vorfahren nach San Jeronimo Norte begaben und nur noch staunen konnten, wie viel Schweizertum sich in der Pampa erhalten hatte. Inzwischen sind die beiden Walliser mit dem halben Städtchen befreundet. Weshalb die Walliser sich zu Beginn nur zögerlich integrierten, wie sie zu Pionieren der argentinischen Milchwirtschaft wurden und wie sehr das Schweizer Brauchtum in San Jeronimo Norte heute noch gelebt wird, das zeigt diese Reise ins „argentinische Wallis“, heute die grösste Schweizer Kolonie Lateinamerikas. (Text: SRF)
  • Im Film begibt sich Kathrin Winzenried auf Spurensuche in jene Zeit, die von grosser Not der Arbeiterschaft geprägt war und in der die sozialistische Utopie einem grossen Teil der Schweizer Arbeiterbewegung greifbar nahe schien. Mit den beiden Historikern Annette Frei-Berthoud und Peter Huber und filmischem Archivmaterial leben die Jahre auf, als in den Gassen der Zürcher Altstadt mit Lenin und anderen russischen Emigranten das Feuer des revolutionären Geistes einzog und Fritz Platten ergriff. Unter Lenins Einfluss wurde der Sozialdemokrat Platten immer radikaler. 1917 organisierte er als Vertrauter Lenins die legendäre Zugreise des Bolschewistenführers im plombierten Wagen aus dem Schweizer Exil zurück nach Russland zur Oktoberrevolution. Nach dem Landesstreik von 1918 war Fritz Platten – wie andere linke Sozialdemokraten – frustriert ob der Kompromisse, welche die Streikleitung eingegangen war. Platten wollte mehr. Bis zu seinem Tod hatte er die proletarische Weltrevolution vor Augen. 1921 war er deshalb eines der Gründungsmitglieder der KPS, seine eigene Zukunft aber sah er in der jungen Sowjetunion. 1923 wanderte der mittlerweile glühende Kommunist mit 100 Schweizer Gesinnungsgenossen nach Russland aus, um in einem Dorf in der Wolgagegend am sozialistischen Aufbau mitzuhelfen. Im Gespräch mit Kathrin Winzenried erinnern sich Bewohner von Nowaja Lawa an den Schweizer, den sie wie einen Helden verehren. In Russland war Platten nicht nur berühmt als überzeugter Kommunist und Anhänger Lenins, sondern auch als charmanter Frauenheld. Der russische Historiker Alexander Vatlin macht Kathrin Winzenried mit Plattens Moskauer Leben bekannt. Unter Stalin ereilte den Schweizer Kommunisten ein grausames Schicksal: Der Mitstreiter Lenins wurde Ende der 1930er-Jahre unter fadenscheinigem Vorwand verhaftet und in ein Gulag-Straflager im Norden Russlands deportiert. Dass Fritz Platten den Schülern dort bis heute noch bekannt ist, erfährt Kathrin Winzenried bei ihrem Besuch im kleinen Dorf Njandoma, in dessen sumpfigen Wäldern sich das Straflager befand, in dem Fritz Platten 1942 erschossen wurde. In der Schweiz geriet Fritz Platten in Vergessenheit. Die radikalen Forderungen, für die er 1918 im Landesstreik einstand, blieben in Erinnerung. Die AHV, das Frauenstimmrecht – sie stiessen zwar vorerst auf taube Ohren des Bürgertums, bereiteten jedoch den Boden für spätere Verfassungsreformen. Der Sozialstaat Schweiz geht nicht zuletzt auf Frauen und Männer wie Platten zurück, die für ihre Ideen kämpften – und sogar bereit waren, zu sterben. (Text: SRF)
  • Der Film zeigt mit attraktivem Archivmaterial, wie bereits vor gut hundert Jahren das Bedürfnis nach einer naturnahen Landwirtschaft entstand und Visionäre beharrlich ihren Weg gingen, bis sich diese durchsetzte. Kathrin Winzenried begibt sich auf Spurensuche zurück zu den Anfängen des Biolandbaus. Das Bedürfnis nach einer naturnahen Landwirtschaft kam mit der Industrialisierung auf. 1924 legte Rudolf Steiner in Vorträgen den Grundstein für den biodynamischen Landbau, der bis heute aktuell geblieben ist: In der Schweiz gibt es 230 Demeter-Höfe. Kathrin Winzenried lässt sich von Andreas und Käthi Würsch auf ihrem Hof in Büren in die Geheimnisse des biodynamischen Landbaus einweihen – einer Lehre, die im Rhythmus des Jahres und der Gestirne mystische Rituale pflegt. Jahrzehntelang gingen Pionierinnen und Pioniere belächelt oder verschrien beharrlich ihren Weg, bis sich die Konsumentenschaft auf ihre Seite stellte. Doch nicht alle Bauern konnten und können mit dieser Lehre etwas anfangen. Es brauchte einen anderen Biolandbau, auf naturwissenschaftlicher Basis. Auf dem Möschberg wurde der bioorganische Landbau begründet. Später trat diese Bio-Idee den Siegeszug um die Welt an. Ernst Frischknecht war einer der Biopioniere, die dort ihr Rüstzeug holten. Er erinnert sich, wie sich die Biobauern in den 1970er- und 80er-Jahren auf seinem Hof in Tann „fast wie eine Sekte“ regelmässig versammelt haben, um sich gegenseitig Mut zu machen. Damals wurden in der konventionellen Landwirtschaft Pestizide und Insektizide in grossen Mengen eingesetzt. Erst als sich das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung langsam verstärkte – nach der Chemiekatastrophe in Schweizerhalle oder dem Reaktorunglück in Tschernobyl 1986 – konnte der Biolandbau auch politisch Fuss fassen. Und mit dem Einstieg der Grossverteiler in den Neunzigerjahren erlangte der Biolandbau nach und nach die Bedeutung, die er heute hat. Allerdings fürchten viele Biobauern der ersten Stunde um ihre Ideen. Das Streben nach Wachstum lasse Grundsätze wanken. Doch inzwischen hat der Umsatz von Bioprodukten im letzten Jahr die Zweimilliarden-Grenze überschritten. Der Biolandbau in der Schweiz ist eine sagenhafte Erfolgsgeschichte. (Text: SRF)
  • Begonnen hatte alles ganz bescheiden, etwa im Bleniotal im Tessin. Die drückende Armut trieb die Männer Mitte des 18. Jahrhunderts weg in den Süden, in die Lombardei und ins Piemont. Dort erlernten sie das Handwerk der Cioccolatieri. Das arme Tal erlebte dann dank der Schokolade einen gewaltigen Aufschwung und prosperierte während Jahrzehnten. Moderatorin Kathrin Winzenried geht im Bleniotal der Frage nach, wie es dazu kam, dass um die Jahrhundertwende in der kleinen Gemeinde Dangio-Torre die mächtige Schokoladefabrik Cima Norma gegründet und 70 Jahre lang auf diesem abgelegenen Flecken Schokolade produziert wurde. Hunderte Menschen hatten in der Cima Norma ein Einkommen, und mit dem Schokoladeduft wehte bis 1968 endlich auch etwas Wohlstand durch das Tal – eine Geschichte der süssen Hoffnung und des bitteren Scheiterns. Ein Chocolatier aus dem Bleniotal schaffte den Erfolg im Kanton Sankt Gallen: Giuseppe Maestrani. Sein Name ziert noch heute eine Schokolademarke, die seit 1852 hergestellt wird. In Flawil SG taucht Kathrin Winzenried in die Vergangenheit ein und befasst sich mit der abenteuerlichen Familien- und Firmenchronik der Maestrani. Doch wie schaffte die Schweizer Schokolade-Industrie den Weg nach oben, was war ihr Erfolgsgeheimnis? Dieser Frage ist Katrin Winzenried immer wieder auf der Spur, etwa bei der Sichtung alter Zeitdokumente. Spannende und amüsante historische Werbefilme zeigen, weshalb für Schokolade immer intensiv Werbung gemacht wurde: weil man sie eigentlich gar nicht braucht. Oder vielleicht doch? Sicher ist: Innovation war in der Schokolade-Industrie immer gefragt, auch bei der Erfindung von Ragusa – einer der bekanntesten Schweizer Marken. Ragusa entstand aus einer Notsituation. Der Zweite Weltkrieg tobte, Rohstoffe waren knapp, Kakaobohnen kaum mehr erhältlich. Camille Bloch wich in diesen bitteren Zeiten auf andere Rohstoffe aus: Auf Nüsse aus der neutralen Türkei. Damit war Ragusa geboren. Im Gespräch mit Kathrin Winzenried erinnert sich Rolf Bloch an jene auch für die Schweizer Schokoladeproduktion harten Zeiten. Heute werden die Fabrikationsbetriebe ständig modernisiert, und Spezialisten entwickeln neue Kreationen. Im „Chocolate Valley“ von Nestlé, einem der grössten Schweizer Schokoladeproduzenten, beobachtet Kathrin Winzenried, wie neue Produkte kreiert werden, die den Weltmarkt erobern sollen. Der einzigartige Ruf der Schweizer Schokolade muss verteidigt werden – denn die Konkurrenz schläft nicht. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Mi. 26.07.2017 SRF 1
  • Moderatorin Kathrin Winzenried besucht das Appenzell am Alpstein, wo im 19. Jahrhundert Touristinnen und Touristen aus ganz Europa anreisten, um Geissenmolke zu trinken und an ihr zu gesunden. Und sie ist dabei, wenn am Seealpsee auch heute wieder Wanderer in frischer Kuhmolke baden. Wie erlangte Gais im Appenzell internationale Berühmtheit, und was hat ein zerfallenes altes Moorbad mit einer innovativen Mineralwasserproduzentin zu tun? Solchen Fragen geht Kathrin Winzenried im Appenzell nach. In der furchterregenden Taminaschlucht oberhalb Bad Ragaz badeten seit dem Mittelalter Gäste mit allerlei Gebresten tagelang ohne Unterbruch in Felswannen, um im warmen Quellwasser Kraft und Gesundheit zu erlangen. Manche waren sinnlichen Ausschweifungen nicht abgeneigt, andere sahen im alten Bad Pfäfers einen Heiratsmarkt. Monica Suter Fischer taucht in ihrem Film ein in die Vergangenheit des Kurortes mit Weltruhm und sucht in der gestylten Bäderlandschaft von Bad Ragaz nach der Zauberkraft des Quellwassers, wo sich heute Jung und Alt, Gesund und Krank tummeln. Mit der Magie der Berge warb auch Max Bircher-Benner am Zürichberg für sein Gesundheitsprogramm. Seine Patienten kamen von weither ins Sanatorium Lebendige Kraft. Hier suchten sie aus den zunehmend industrialisierten Städten in die Ruhe eines Parks zu entfliehen. Was ist bis heute ausser dem inzwischen globalisierten Birchermüesli von der Lehre des Arztes und Gesundheitsapostels geblieben? Prominente Zeitzeugen erinnern sich im Gespräch mit der Moderatorin an das strenge Regime Bircher-Benners, dem sich jeder Kurgast unterordnen musste. Schliesslich begibt sich Kathrin Winzenried in die Bündner Berge. Im Höhenkurort Davos versetzt sie sich in jene Zeiten, als auf den sonnenhellen Terrassen der Volkskliniken oder des Luxussanatoriums Schatzalp Tuberkulosekranke aus der ganzen Welt auf Gesundung hofften. Einige Kuren entlarvten sich als Hokuspokus, andere hielten wissenschaftlichen Untersuchungen durchaus stand und finden bis zum heutigen Wellness-Zeitalter regen Zuspruch. Kaum zu bezweifeln ist, dass in der frischen Alpenluft fern der Zivilisation gar manche Seelen und damit auch Körper gesunden und erstarken konnten. Spannende Archivfilme und Fotos vertiefen den Blick in die Anfänge des Bergtourismus, als die Schweiz als Sanatorium Europas und Hort der Gesundheit internationale Berühmtheit erlangte. (Text: SRF)
  • Judy Nancy Belle-Dales Rassentiere behausen eine eigens für sie hergerichtete Dreizimmerwohnung. Die selbständige Vermögensverwalterin besitzt ein 12 000 Quadratmeter grosses Anwesen, auf dem sie nebst ihren Luxuskatzen und Hunden auch sieben Pferde beherbergt. Ihre fast grenzenlose Tierliebe sei auf zwei Gründe zurückzuführen: Negative Erfahrungen mit Menschen und der unerfüllte Wunsch nach eigenen Kindern. Auch Walter F. liebt Miezen über alles. Um zu beweisen, dass Katzen keine Einzel- sondern Gruppentiere seien, führte der ehemalige Psychologe mit seinen 46 Fellnasen ein sogenanntes Projekt zur Katzenpsychologie durch. Sein Experiment lief aus dem Ruder: Urinnasser Boden, Katzenkot unter allen Möbeln und ein Gestank bis hinaus auf die Strasse nötigte das Veterinäramt zum Handeln. Fast alle seine Tiere wurden beschlagnahmt. Für Walter F. brach eine Welt zusammen, denn ohne Katzen könne er nicht leben, sagt der alleinstehende Rentner. Manuela Gutermanns Wunsch hat keinen Lebenspartner an ihrer Seite, dafür umso mehr Katzen. Die Singlefrau nimmt aber auch herrenlose Katzen bei sich auf, um sie zu pflegen. Laut der Tierschutzorganisation NetAP gibt es in der Schweiz rund 300 000 verwilderte Katzen. Durch das Einfangen und Kastrieren dieser Tiere soll die Population eingedämmt werden. Für Johannes Jenny, Geschäftsführer Pro Natura Aargau, ist es damit aber noch nicht getan. Weil Katzen in freier Natur auch bedrohte Tierarten wie Libellen, Frösche und Echsen töten, befürwortet der Umweltschützer radikale Massnahmen: Ein sauberer Schuss aus dem Gewehr eines Jägers sei besser, als eine verwilderte Katze einzufangen und einzuschläfern, sagt Jenny. Eine Aussage, die ihm sogar Morddrohungen einbrachten. Wohl kaum ein anderes Haustier als die Katze löst beim Menschen stärkere Emotionen aus. Im Film «Katzen und ihre Menschen» geht Hanspeter Bäni unter anderem der Frage nach, weshalb die rund 1,7 Millionen Katzen in der Schweiz die beliebtesten Haustiere sind. Dabei scheint für Katzenliebhaberinnen und -liebhaber weder ein finanzieller noch ein zeitlicher Aufwand zu gross zu sein, um ihre Vierbeiner glücklich zu machen. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 15.03.2018 SRF 1
  • SRF DOK Kein Planet, kein Profit – Der Weg zur nachhaltigen Wirtschaft Statt auf einer Plantage zu arbeiten, kann Inul Inaïa den Tee, den sie verkauft, in ihrem eigenen Garten in Sri Lanka anbauen und ernten.
    Wie lassen sich die Herausforderungen, vor denen die Welt steht, bewältigen? Wie müsste die Weltwirtschaft funktionieren, um tatsächlich nachhaltig zu sein? Und wie gelingt es einem Unternehmen, sowohl mit den Menschen wie mit der Umwelt respektvoll umzugehen und dennoch profitabel zu bleiben? Diese grossen Fragen haben die Filmemacher Tristan Lochon und Julien Demond dazu bewogen, diesen Dokumentarfilm zu drehen – und darin Menschen zu porträtieren, die ihre ganz eigenen Antworten auf diese Fragen gefunden haben. Da ist etwa Madusha Ranaweera aus Sri Lanka, die die biologische Tee-Produktion ihres Vaters übernommen hat und Frauen aus kleinen Dörfern ein faires Einkommen ermöglicht. Yvon Chouinard, der Gründer der Outdoor-Marke Patagonia, der den Zweck seines Unternehmens darin sieht, den Planeten zu retten. Oder Paul Polman, ehemaliger CEO von Unilever, der versucht hat, die Kultur innerhalb eines internationalen Konzerns von Grund auf zu verändern. Allesamt Pionierinnen und Pioniere, die ihren Teil dazu beitragen, die Umwelt zu schützen und die Menschenrechte hochzuhalten. «Kein Planet, kein Profit» ist ein Film, der Hoffnung macht und inspiriert, ohne die Hindernisse und Stolpersteine auszublenden: «Um diese Aufgaben zu stemmen, brauchen wir Leute, die bereit sind, zu scheitern», sagt etwa Andy Fyfe, der für eine Non-Profit-Organisation arbeitet, die Nachhaltigkeits-Zertifikate verleiht. «Zu scheitern – aber dabei voranzukommen.» (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere So. 25.01.2026 SRF 1
  • Ein Mensch, verloren in einer KI-Müll-Wüste
    Das Internet, wie wir es kennen, stirbt. Es erstickt unter einer Sintflut aus KI-generiertem Müll. Sekündlich überschwemmen automatisierte Bots Amazon mit gefälschten Büchern, Spotify mit sinnentleerter Automatenmusik, Google mit nichtssagenden Ratgebern und Youtube mit aus purem Bullshit bestehenden News-Videos. Während wir noch über die möglichen gesellschaftlichen Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz sinnieren, ertrinkt der digitale Wissensraum bereits in synthetischem Schund. Wie konnte es so weit kommen? Wie konnte das Netz, das noch vor gar nicht langer Zeit als Ort des freien Wissens und des offenen Austausches von Informationen und Entertainment galt, in Rekordgeschwindigkeit zur reinen Abwurfzone maschinell gefertigten Nonsens werden? Werden wir bald nur noch mit KI-halluzinierten Schein-Informationen gefüttert, statt selbst zu recherchieren? Filmemacher Mario Sixtus unternimmt einen filmischen Streifzug durch die Müllflut und trifft Journalisten, Computerwissenschaftlerinnen, Podcaster, die Direktorin des AI NOW Institutes in New York und eine unterbezahlte Klick-Arbeiterin, die Künstliche Intelligenzen trainiert. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere So. 01.02.2026 SRF 1
  • In Neuseeland sucht Andreas Kieling den seltensten Vogel der Welt: den Kakapo. Weniger als 150 Exemplare leben noch, verteilt auf drei abgeschotteten Inseln im Fjordland der Südinsel. Pro Jahr darf nur ein einziges Filmteam in Begleitung von Vogelforschern auf eine dieser Inseln reisen. Bevor Andreas das stark geschützte Refugium Anchor Island betritt, erhält er eine Audienz bei Sirocco, dem berühmtesten Kakapo der Welt. Wissenschaftler gaben ihm den Spitznamen «One Billion Dollar»-Vogel, denn Sirocco ist der einzige zahme Kakapo, den es jemals gab, und wurde in Neuseeland sogar vom Premierminister höchstpersönlich geadelt: als berühmtester Botschafter für den Artenschutz. Weiter geht es ins Zentrum Kasachstans, wo Andreas Kielings Team im grössten Freiluft-Kreisssaal der Steppe die Geburt von Saiga-Babys filmt. Die Saiga ist die einzige europäische Antilope. Früher gab es Millionen dieser Huftiere, heute dagegen ist ihre Art vom Aussterben bedroht. Wilderei und eine deutlich veränderte Umwelt machten ihr fast den Garaus. In Namibia besucht Andreas ein sehr erfolgreiches Artenschutzprojekt, das die schnellste Katze der Welt retten will, den Geparden. Hier erfährt er, wie Kangale – stattliche anatolische Hirtenhunde – den Hochgeschwindigkeitskatzen und den Farmern gleichermassen helfen. (Text: SRF)
  • In dieser Dokumentation widmet sich Andreas Kieling Arten, die sehr gut an ihre extreme Umwelt angepasst sind. Im Trockenflusstal des Hoanib lebt eine Familie der letzten 600 Wüstenelefanten Namibias. Andreas Kieling kommt ungewöhnlich nah an die Tiere heran und beobachtet, wie sie bei Lufttemperaturen von durchschnittlich 40 Grad Celsius Wasser finden. An einem Wasserloch kommt es zum Kampf zwischen rivalisierenden Elefantenbullen. Im Dreiländereck Mazedonien, Bulgarien und Griechenland filmt Andreas Kieling die sehr seltenen Krauskopfpelikane. In Japan besucht der Tierfilmer Schneeaffen: Bei minus 25 Grad Celsius ist das Baden in heissen Quellen die liebste Freizeitbeschäftigung der Tiere. Transkarpatien im westlichsten Zipfel der Ukraine ist weitgehend unbekannt. In der geheimnisvollen Region am Rand der Karpaten hat uraltes Naturerbe überlebt: die letzten Fichten- und Buchenurwälder des europäischen Kontinents. Hochwertige 3D-Grafiken visualisieren Bestandsentwicklungen einiger gefährdeter Arten. Highspeed-Aufnahmen, Zeitraffer, Bilder einer Nestkamera, Nasa-Bilder aus dem Weltraum und Luftaufnahmen lassen die Zuschauenden staunen. (Text: SRF)
  • Eine junge Hebamme will sich sterilisieren lassen und stellt damit soziale Normvorstellungen in Frage. Eine Feministin der Boomergeneration reflektiert unverblümt die Erwartungen an eine Frauenbiografie und lebt ein ungebundenes Leben, das sonst vor allem jungen Menschen zugestanden wird. Einer Achtzigjährigen wiederum gelingt es, durch den früheren Verzicht auf Mutterschaft auch im Alter der Einsamkeit zu entrinnen. Auf erfrischende Weise zeigt der Einblick ins Leben der drei starken Frauen überraschende Formen von Erfüllung jenseits von gesellschaftlichen Zuschreibungen. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 07.03.2024 SRF 1
  • Maxine Trump ist Anfang vierzig, als sie beginnt, ihrem eigenen Kinderwunsch mit der Kamera nachzugehen. Sie spürt, dass die biologische Uhr tickt, und gleichzeitig weiss sie, dass es bei ihr Probleme in der Schwangerschaft geben könnte, da sie als Teenager einige Operationen am Unterleib hatte. Während ihrer Auseinandersetzung mit dem eigenen Kinderwunsch trifft Maxine Trump auf Frauen, die gewollt kinderlos sind, und stellt fest, dass diese Frauen grossem sozialem und kulturellem Druck und heftiger Kritik ausgesetzt sind. Megan zum Beispiel will sich mit 25 Jahren sterilisieren lassen, hat jedoch noch keinen Arzt gefunden, der diesen Eingriff vornehmen will. Und Victoria steht dazu, dass sie die Geburt ihres Kindes im Nachhinein als Fehler sieht – und wird dafür massiv angefeindet. Maxine setzt sich aber auch mit ihrer eigenen Geschichte und der Frage auseinander, was sie wirklich will. Sie spricht mit ihrer Familie, ihrer Mutter, ihrer Schwester und natürlich auch mit ihrem Ehemann Josh. Der Film «Kinder haben oder nicht» setzt sich mit Aspekten der Familienplanung auseinander, die immer noch als Tabu gelten. Im Zusammenhang mit der Klimaveränderung und Überbevölkerung sagt Maxine Trump, dass die Frage, ob man Kinder haben will oder nicht, doch erlaubt sein müsse. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Mi. 20.05.2020 SRF 1
  • Autorin Michèle Sauvain geht in ihrem Film der Frage nach, wie gefährlich Computergames effektiv sind. Sie zeigt, wie Kids heute online kommunizieren, fragt bei bekannten YouTubern und Game-Entwicklern sowie beim Gamehersteller Microsoft und bei den Strafverfolgungsbehörden nach, wer in dieser unübersichtlichen virtuellen Welt die Verantwortung für Missbräuche übernehmen soll und kann. Entstanden ist ein vielschichtiger Film über ein neues Phänomen, bei dem nur eines klar ist, nämlich, dass Eltern hinschauen und sich interessieren müssen. Viele Eltern können mit der Freizeitbeschäftigung ihrer Kinder am Computer nicht viel anfangen, die meisten wissen nicht einmal, welche Games ihre Kinder spielen. Dabei ist das, was in dieser virtuellen Welt passiert in den letzten fünf Jahren zur neuen Jugendkultur geworden. Gute Gamer sowie YouTuber und YouTuberinnen werden als die neuen Helden gefeiert und von Millionen von Kindern und Jugendlichen verehrt. Und zwar über die Landesgrenzen hinweg. Damian zum Beispiel ist erst zwölf, er gamt fürs Leben gern uns ist auch richtig gut darin. Zu Hause zeigt er uns, wie souverän er sich auf Minecraft bewegt. Seinen eigenen YouTube-Kanal füttert er regelmässig mit selbstgeschnittenen Filmchen. Sein Ziel ist, möglichst viele Follower zu gewinnen, Leute die regelmässig auf seinem Kanal nachschauen, was er macht. Seine Vorbilder sind die grossen deutschen YouTuber, wie LPmitKev. Der ist mit 28 Jahren und 1,4 Millionen Follower einer der grossen Stars und stellt alles auf seinen YouTube-Kanal, was er in seinem Alltag macht. Ihn treffen wir auf der grössten Gamermesse der Welt, der Gamescom. Ob er dort gamt, zu Hause ist, mit seiner Freundin auf Reisen geht – seine Fans können sein ganzes Leben mitverfolgen und sie machen es täglich. Kev verdient damit gutes Geld und bringt alles mit, was man braucht, um ein YouTube-Star zu werden. Er ist ein positiver Mensch, ein guter Entertainer und Verkäufer seiner selbst. So viel hat sich also gegenüber früher gar nicht verändert, das stellt auch Journalist Marc Bodmer fest, der die Gamer- und YouTube-Szene schon seit ihren Anfängen beobachtet. Er ordnet das neue Phänomen ein und kommt wie die Strafverfolgungsbehörden in Sachen Gefährlichkeit der neuen Medien zu einem simplen Fazit: Selbst wenn Pädokriminelle Games und Chats für sich entdeckt haben, um potenzielle Opfer zu finden, ist das Einzige, was wirklich schützt, unsere Kinder medienkompetent zu machen. Und das beginnt damit, dass wir uns für das, was sie auf ihrem Computer tun, interessieren. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 08.03.2018 SRF 1
  • Der achtjährige Shane ist lebensbedrohlich an Krebs erkrankt und im Kinderspital Zürich hospitalisiert. Zwei Tage, bevor das «Kispi» nach 150 Jahren in einen Neubau zieht, entscheiden seine Ärztinnen und Ärzte, dass er stationär im Spital bleiben muss. Er hat zu starke Schmerzen, zu aggressiv ist sein Krebs. Damit steht fest: Shane ist eines von 62 stationären Kindern, die am Zügeltag im Ambulanzwagen verlegt werden. Der Umzug des Kinderspitals Zürich von der Stadtmitte in einen Neubau des Architekturbüros Herzog & de Meuron wurde während vier Jahren minutiös vorbereitet. Klinikdirektor Ueli Möhrlen räumt ein, dass die Züglete für alle belastend und komplex sei. Gleichzeitig freut er sich über neue Technologien und Möglichkeiten im Neubau: «Wir zügeln von der Steinzeit in die Moderne.» Für alle Beteiligten ist der Zügeltag ein einmaliges Erlebnis, das für Nervosität, Anspannung und Glücksgefühle sorgt. Kinder und Eltern sind sehr zufrieden mit dem Neubau, der mehr Platz, Licht, Privatsphäre und Ruhe bietet – auch für den Krebspatienten Shane und seine Familie. «DOK» begleitet Patientinnen, Pflegende und Ärzte vor, während und nach dem Umzug. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 23.01.2025 SRF 1
  • Muhi ist der Sohn eines Hamas-Aktivisten, wird als Säugling zur Behandlung einer lebensbedrohlichen Krankheit aus dem Gazastreifen in ein israelisches Krankenhaus verlegt. Begleiten darf ihn nur sein Grossvater Abu Naim. Mit zwei Jahren verschlimmert sich sein Zustand dramatisch und die Ärzte sind gezwungen, dem Jungen die Gliedmassen zu amputieren. Muhi richtet sich ein: mit künstlichen Armen und Beinen, im Kreis seiner liebevollen Betreuer, zwischen seiner Heimat und seinem Zuhause. Eine Rückkehr nach Gaza wäre aufgrund der desolaten Gesundheitsversorgung sein sicheres Todesurteil, das Betreten israelischen Bodens ist ihm und seinem Grossvater jedoch durch die israelischen Sicherheitsvorschriften untersagt. Monate werden zu Jahren und Muhi, heute sieben Jahre alt, verbringt sein ganzes bisheriges Leben in diesem Krankenhaus. An seiner Seite sein Grossvater Abu Naim sowie der israelische Kriegsveteran und Friedensaktivist Buma Inbar, auch er trägt eine Last: Er hat seinen Sohn im Krieg verloren. Muhi wächst unter paradoxen Umständen auf – gerettet, behandelt und aufgezogen vom «Feind» seines Volkes, während seine eigentliche Familie in Gaza lebt. Das Krankenhaus wird er im Sommer endgültig verlassen müssen, um zur Schule zu gehen. Ein Dilemma für alle Beteiligten, das eine schwere Entscheidung fordert: Wird Muhi in Israel ohne seine Familie aufwachsen, oder unter Lebensgefahr nach Gaza zurückkehren? Beim Tauziehen um Muhis Zukunft gerät der Junge erneut zwischen die Fronten: Die Ärzte des israelischen Krankenhauses bringen ihre Einschätzung ein, seine Eltern im Gazastreifen wollen ihren Jungen endlich bei sich haben, seine beiden «Ersatzväter» wollen auch nur das Beste für Muhi und über allem steht die Politik, von der das Kind unweigerlich umgeben ist. Von innen heraus und aus einer sehr persönlichen Erzählperspektive bildet die Dokumentation ab, wie komplex die Situation ist, wie sehr sie das Leben der Menschen bestimmt und selbst auf diejenigen Einfluss nimmt, die wie Muhi unfreiwillig in sie hineingezogen werden. Aber auch, wie es trotz scheinbar unlösbaren Situationen immer weitergeht. Die Dokumentarfilmer haben Muhi vier Jahre lang begleitet. Sie verfolgen, wie Muhis Weg verläuft, wie sich sein Leben entwickelt und welche Zukunft sich auftut. (Text: SRF)
  • Man sagt, die Olympia-Abfahrt 1976 in Innsbruck sei das beste Skirennen aller Zeiten gewesen. Eigentlich durfte es nur einen Sieger geben: den jungen Österreicher Franz Klammer. Doch der Schweizer Bernhard Russi, seit Jahren sieglos, zeigte sich auf einmal in Topform. Und als Russi eine fast unschlagbare Bestzeit vorlegte, wurde der Druck auf Klammer schier unerträglich. Wer würde da vermuten, dass dieses Rennen den Beginn einer lebenslangen Freundschaft zwischen den beiden Protagonisten markiert? Auch 46 Jahre nach der dramatischen Abfahrt am Patscherkofel gibt es noch erstaunlich viel Neues zu erzählen. Denn bei einem Besuch im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck merken Franz Klammer und Bernhard Russi, dass ihre Erinnerung an den grossen Tag bestenfalls löchrig ist. Sie haben die Erzählung des Rennens über die Jahre so oft wiedergegeben, dass die ursprünglichen Eindrücke darunter verschüttet sind. Bei der Lektüre von Zeitungsartikeln, die rund um das Rennen zu hunderten geschrieben wurden, kommen bei Klammer und Russi nicht nur Erinnerungen, sondern auch Emotionen wieder hoch. Es wird deutlich: Die Abfahrt am Patscherkofel war für beide viel mehr als nur ein Rennen. Es war das Aufeinandertreffen zweier Generationen von Fahrern, zweier völlig unterschiedlicher Stile und vor allem: Die vermeintliche Entscheidung über Glück oder Unglück für die beiden Skinationen Österreich und Schweiz. Dort war der Stellenwert von Skirennen in den Siebzigerjahren unglaublich hoch, entsprechend gross der Druck auf die beiden Athleten. Dass unter diesen Umständen eine lebenslange Freundschaft zwischen Klammer und Russi entstehen konnte, ist das vielleicht erstaunlichste Resultat dieses Rennens. Auch wenn Olympia ’76 in den Medien höchste Aufmerksamkeit genoss, waren TV-Übertragungen von Skirennen aus heutiger Sicht sehr rudimentär produziert. Zu sehen war von jedem Läufer maximal die letzte Minute vor dem Ziel. Um aus dem Olympiaduell einen Dokumentarfilm machen zu können, brauchte es mehr Material: Aufnahmen der kompletten Läufe, der Tage vor dem Rennen, des Umfeldes, das dieses Rennen so einzigartig machte. Darum wurden in aufwändiger Kleinarbeit Film- und Fotoarchive in Europa und den USA durchforscht. Als Resultat sind im Film viele Aufnahmen der Olympia-Abfahrt 1976 zu sehen, die bisher noch nie veröffentlicht wurden. Das macht aus «Klammer gegen Russi» einen Film, der auch visuell ganz nahe am besten Skirennen aller Zeiten dran ist. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 03.02.2022 SRF 1
  • Stradivari und die Geige: ein Name und ein Instrument, die untrennbar miteinander verbunden sind. Die Werke des berühmten Meisters zählen zu den teuersten menschengemachten Objekten der Welt. Kann es gelingen, heute eine so vollkommene Geige zu erschaffen, wie Antonio Stradivari vor 300 Jahren? Gaspar Borchardt will es versuchen. Er will sogar nichts mehr als das. Über vier Jahre lang begleitete der Filmemacher Hans Lukas Hansen den Geigenbauer auf seiner Suche. Denn wer die perfekte Geige bauen will, der braucht das perfekte Holz – und damit den perfekten Baum. Doch wo steht dieser? Wie kann man ihn finden? Und gibt es ihn überhaupt? «Der einzige Weg, mein Unterfangen zu verstehen, besteht darin, sich vorzustellen, ein Jäger zu sein, der ein Einhorn jagt», sagt Borchardt an einer Stelle. Doch was geschieht, wenn der Jäger dem Einhorn tatsächlich gegenübersteht? Gaspars Geschichte wirkt wie ein modernes Märchen: Begleitet von seinem Gehilfen Bojan macht er sich auf die Reise. Sie führt ihn von Cremona – der Heimatstadt Stradivaris – über Bilbao und Amsterdam nach Sarajevo. Er trifft sich mit zwielichtigen Holzhändlern, stapft durch den Schnee und durch verminte Wälder, mit einem Ziel vor Augen: den Baum seines Lebens zu finden. Ein origineller, poetischer Film mit feinem Humor und viel Liebe zum Detail – und zur Musik. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 28.08.2025 SRF 1
  • SRF DOK Kleine Männer – Klischees auf Augenhöhe Zwei kleine Männer messen sich auf dem Sonnenberg bei Kriens (LU). Steht Filmemacher Fabian Biasio auf der Bergseite, ist er gleich gross wie sein Protagonist Emanuel (168 cm).
    Kleine Männer werden belächelt, bemitleidet oder als Tyrannen gefürchtet – Stichwort Napoleon-Komplex. In der genetischen Lotterie haben grosse Männer das bessere Blatt: Studien belegen, dass sie mehr verdienen, erfolgreichere Karrieren hinlegen und bessere Chancen bei der Suche nach einem Partner oder einer Partnerin haben haben. Für viele kleine Männer hat das spürbare Folgen für Selbstwert und Lebensweg. Hormontherapien versprechen Wachstum, doch wer das Zeitfenster verpasst, sucht teils radikale Auswege. «DOK» begleitet Betroffene und wagt ein Experiment: Kann der 168 cm grosse Emanuel mithilfe einer Partnervermittlerin die Liebe finden? «Kleine Männer – Klischees auf Augenhöhe» geht Fakten und Mythen auf den Grund. Filmemacher Fabian Biasio tritt auch als Protagonist auf. Dass kleine Männer ihren Wuchs kompensieren, indem sie die Bühne suchen, ist wohl eines der Stereotype, das sich dadurch bestätigt. Doch gleichzeitig sorgt entwaffnende Selbstironie dafür, dass vorgefasste Meinungen des Publikums aus dem Lot geraten. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 26.02.2026 SRF 1
  • Der Mut der kleinen Reiter ist beeindruckend. Die Kinderjockeys der indonesischen Insel Sumbawa sind tapfere kleine Kämpfer und sie tragen eine grosse Verantwortung. Sie galoppieren mit 70 Stundenkilometern über die Rennbahnen. Währenddessen verdienen sie Geld, um ihre Familien zu ernähren. Pferderennen sind hier ein grosses Geschäft, bei dem die kleinen Reiter am wenigsten profitieren. Dennoch verdienen gute Jockeys an einem Rennwochenende so viel wie ihre Eltern in mehreren Monaten. Der Preis, den sie dafür zahlen, ist hoch. Sie reiten an mehr als hundert Tagen im Jahr, verpassen die Schule und setzen damit ihre Zukunft aufs Spiel – und ihre Gesundheit, denn die Rennen sind gefährlich. Immer wieder passieren Unfälle, trotzdem setzt sich die Tradition fort. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Mo. 30.11.2020 SRF 1
  • Der Grosse Panda mit seinem auffälligen schwarz-weissen Fell ist weltberühmt. Nur wenige hingegen kennen seinen Namensvetter: den Kleinen oder Roten Panda. In manchen Regionen Nepals heissen sie «Bambusfresser»: Ponja. Daraus wurde «Panda». Als Nesthocker entwickeln sich Rote-Panda-Babys sehr langsam. Erst nach vier Wochen beginnt das Kleine in der Höhle herumzukrabbeln. Wenn auch noch etwas tapsig. Es ist das erste intime Porträt, das es über die Kleinen Pandas gibt. Inmitten des mystischen Bergreichs mit seinen ungewöhnlichen Bewohnern sind wir hautnah dabei, wenn die Pandamutter zum allerersten Mal ihr Junges aus der Höhle in die Wälder des Himalayas führt. Eine Welt im Schatten von 8’000 Meter hohen Gipfeln – artenreich und voller Leben. (Text: SRF)
  • Original-TV-Premiere So. 01.11.2020 SRF 1
  • 2019 gehen die Jugendlichen in der Schweiz auf die Strasse. Unter ihnen befinden sich Mark, Nina, Léa und Fabio, die Klima-Demos in Biel organisieren. Ihr Engagement ist ideologisch, aber auch persönlich. Diese jungen Menschen spüren die Dringlichkeit der Lage und haben Angst um ihre Zukunft. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere So. 01.11.2020 SRF 1
  • Nele und Pauline gehen in Basel ans Leonhard Gymnasium. Die beiden Freundinnen haben sich in der Jugendgruppe von Amnesty International kennengelernt – sonst waren sie bisher politisch nicht aktiv. Greta habe ihnen klargemacht, dass auch sie als Schülerinnen aktiv für ihre Zukunft kämpfen können, sagen die beiden. Darum haben sie sich der Klimastreikbewegung angeschlossen und organisieren auf regionaler Ebene Versammlungen, an denen neue Projekte und Ideen koordiniert werden. Jonas ist Kantonsschüler in Wetzikon im Zürcher Oberland und dabei, seit es im Dezember die ersten Schülerstreiks gab. Der 17-Jährige war schon vorher politisch aktiv und ist letzten Sommer der Juso beigetreten. Er sagt über sich selbst: «Ich habe einst Hobbys gehabt, seit zwei Monaten bin ich jedoch daran, Klimastreiks zu organisieren und die Welt ein bisschen zu retten.» Was locker tönt, ist ihm ein ernstes Anliegen. «Wir haben jetzt die einmalige Möglichkeit, unser Schicksal neu zu definieren. Sonst ist es zu spät», sagt er. An seiner Schule gibt es eine Gruppe, die mitkämpft. Mit dabei ist die 19-jährige Elaine Bauer. «Die Verantwortung auf unseren Schultern ist enorm», sagt sie. Es sei unverständlich, dass die Politik nicht schon längst aktiv geworden sei und die Jungen mit diesem riesigen Problem allein lasse. Nina isst kein Fleisch, seit sie drei ist. Aktiv wurde die 17-Jährige wegen ihrem Kollegen Nico. Im Dezember hat sich die Gymischülerin aus Münchenbuchsee der Klimabewegung angeschlossen. Zusammen mit Nico und ein paar anderen will sie erreichen, dass Fleisch in der Mensa die Ausnahme ist und im Gespräch mit dem Rektor wird diskutiert, die Klassenzimmer nur noch auf maximal 21 Grad zu heizen. «Alle Menschen sollten sich ihres Konsums bewusst werden», sagt Nina, «aber es braucht auch Lösungen seitens der Politik.» Die Klimastreikgruppe versteht sich als ausserparlamentarische Opposition und verweigert sich der Vereinnahmung durch politische Parteien. Der Klimaschutz sei keine Frage von links oder rechts, er betreffe alle. Mirjam schliesslich ist 19-jährig und wohnt in Sarnen im Kanton Obwalden. Sie geht in die Kantonsschule Musegg in Luzern und engagiert sich im Organisationskomitee der Klimastreikbewegung seit der ersten Stunde. Längst überfällig sei die Bewegung gewesen, denn die Faktenlage sei klar, sagt sie. Zusammen mit ihrem Kollegen Urs wollen sie den Luzerner Bildungsdirektor überzeugen, den Klimanotstand auszurufen. Dem 20-jährigen Urs ist es wichtig, dass die Bewegung nicht nur eine urbane Schülerbewegung bleibt, er sucht nach Möglichkeiten, auch Studenten und Lehrlinge einzubinden. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 14.03.2019 SRF 1
  • Wenn sich die Geschwindigkeit der globalen Erwärmung fortsetzt, wird innerhalb von 40 Jahren die Schwelle für dauerhafte Umweltschäden erreicht sein: Hitzewellen vom Mittelmeer bis in die Arktis, Flächendeckende Waldbrände in den USA oder die Zunahme von hitzebedingten Todesfällen. Der Klimawandel findet statt. Der Mensch hat aber die Macht, den Fortgang zu verhindern. Weltweit führende Expertinnen und Experten bringen den Klimawandel verständlich auf den Punkt. Ursachen, Wirkung und Konsequenzen werden klar und unbeschönigt aufgezeigt. Man könnte die Welt verändern; dies müsste aber jetzt passieren. (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 14.11.2019 SRF 1

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