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Geheimnisse Asiens – Borneo – Borneos wilde Elefanten
Durch den malaysischen Bundesstaat Sabah, im Norden Borneos, fliesst der Fluss Kinabatangan. 560 Kilometer windet er sich aus den Dschungel des Hochlands bis hinab zu den Mangrovenwäldern im Mündungsgebiet. Nirgendwo sonst in Sabah lassen sich so leicht wilde Tiere entdecken, wie entlang des Flusses. Hier leben Orang-Utans, wilde Elefanten, Krokodile und Nasenaffen. Aber die Artenvielfalt ist bedroht: Immer mehr Regenwald muss Palmölplantagen weichen. Die endlosen Wälder von einst sind heute nur noch ein Flickenteppich. Auf der Suche nach Nahrung müssen die Wildtiere bewohnte Gebiete durchqueren.Und das führt immer wieder zu Konflikten: Zum Beispiel wenn wilde Elefanten durch Palmölplantagen ziehen und dort Bäume beschädigen. Für solche Konflikte mit Wildtieren ist die Wildlife Rescue Unit zuständig. Sie fangen die Tiere ein und siedeln sie in unbewohnte Gebiete um. Die Tierärztin Laura Benedikt leitet die Einheit, die Elefanten umsiedelt. So eine Translozierung dauert mehrere Tage. Und es ist ein gefährlicher Job, bei dem viel schieflaufen kann. (Text: SRF) Geheimnisse Asiens – China: Das Gold des Himalaya
Das Baima Naturreservat ist eines der letzten Rückzugsgebiete der sehr seltenen Schwarzen Stumpfnasenaffen von Yunnan. Nur ganz wenige Tierarten kommen auf über 3000 Metern ganzjährig mit dieser extremen Höhe zurecht. Beschützt werden die Tiere und deren Lebensraum von Wildhütern, die sich aufmachen, die Affen aufzuspüren und deren Bestände zu kontrollieren. Gesunder Nachwuchs ist entscheidend für den Fortbestand der vom Aussterben bedrohten Schwarzen Stumpfnasenaffen.In über 4000 Meter Höhe suchen Pilzsammler nach den sagenumwobenen winzigen Raupenpilzen Cordyceps. Das Gold des Himalaya wird der kleine Pilz genannt. Er soll gegen Krebs helfen, kräftigen und stark aphrodisierende Wirkung haben. Mit über 20’000 Dollar wird ein Kilo Cordyceps auf dem Weltmarkt gehandelt. (Text: SRF) Geheimnisse Asiens – Durch den Dschungel Vietnams
Tuan, Biologe und Experte für Bären und Affen im Pu-Mat-Nationalpark, macht sich auf zu einer Expedition in unberührte Täler und Berge des Parks, um den Schutz der Tiere intensivieren zu können. In den Regenwäldern am Truong-Son-Gebirge lebt auch eine kleine Volksgruppe, die Dan Lai. Viele der Älteren können weder lesen noch schreiben. Aber Hoat, die betagte Heilerin eines Dorfes, kennt sich gut mit Pflanzen aus, vor allem mit denen, die Heilkräfte besitzen sollen. Die Menschen im Wald bauen fast alles aus Bambus, ihr einziges Werkzeug ist die Machete. Dennoch schaffen sie es, grosse Wasserräder zu errichten und ausgeklügelte Bewässerungssysteme anzulegen.Das am meisten gejagte Wildtier ist das Schuppentier. Es ist das einzige Säugetier, das einen Panzer trägt, kein Tier kann ihm wirklich gefährlich werden. Das Schuppentier frisst Ameisen, ist friedlich und nützlich. Trotzdem ist es gefährdet, denn seinen Schuppen werden Heilkräfte zugeschrieben, sein Fleisch gilt als Delikatesse. (Text: SRF) Geheimnisse Asiens – Indien – Im Reich der indischen Löwen
Die asiatischen Löwen bilden eine eigene Art, etwas kleiner als ihre afrikanischen Verwandten. Für ihren Schutz sorgen im Gir Nationalpark die sogenannten «Lion Tracker», Löwenaufspürer. Ihre Aufgabe ist es, die Rudel im Blick zu behalten: Sie haben keine Waffe ausser einem langen Stock mit einer Axtklinge. Sie vertrauen darauf, die Sprache der Löwen richtig zu deuten und sich nicht in ihre Nähe zu begeben, wenn die Gefahr eines Angriffs besteht. Wenn Löwen verletzt sind, alarmieren die Lion Tracker das Wildlife Rescue Center, eine renommierte Dschungelklinik, die mobile Einheiten mit dem Jeep losschickt.So konnte der Bestand der asiatischen Löwen schon auf über 540 Tiere wachsen. Allerdings lebt in den Wäldern von Gir noch eine andere Raubkatze, mit der sich das Zusammenleben nicht so harmonisch gestaltet: Leoparden. Erbarmungslose Killer, die als Einzeltiere um die Höfe der Maldhari streifen. Sie dringen sogar nachts in die offenen Hütten der Maldhari ein und greifen Kinder an. Und dennoch werden auch die Leoparden geschützt, denn sie sind eine gefährdete Art. Im Norden Gujarats, nicht weit der indisch-pakistanischen Grenze, dominieren Wüsten. Die hier halbnomadisch lebenden Fakirani Jat züchten eine besondere Kamelrasse, Karai-Kamele, die sich durch eine sehr ungewöhnliche Fähigkeit und Vorliebe auszeichnen: Sie können schwimmen. Und lieben es. Karai-Kamele gehen fast täglich ins Meer, um bis zu drei Kilometer weit zu Mangroveninseln zu schwimmen. Denn Mangroven fressen sie am liebsten, und gegen eine Abkühlung im Meer haben die Tiere ganz offensichtlich auch nichts einzuwenden. (Text: SRF) Geheimnisse Asiens – Mongolei: Weite, Wüste, Wildnis
Adiya Yamasuran ist fasziniert von diesen Überlebenskünstlern, die sogar Salzwasser trinken können. Der Biologe erforscht ihre Lebensweise und arbeitet mit Nomaden zusammen. Kamele sichern der Familie Navandoorji das Überleben – deshalb machen sich Vater Dondiv und Sohn Gantulga auf den beschwerlichen Weg in die Gobi, um ein entlaufenes Kamelfohlen zu finden. Werden sie es schaffen, das Jungtier zur Herde zurückzubringen? Der Nomade Jangaa züchtet Kamele, findet aber im Gegensatz zu Dondiv keinen Nachfolger. Daher hat er sich auf Kamelpolo spezialisiert und trainiert eine ganze Mannschaft für das grosse Finale. Ganz anders ist der Alltag von Surendjav Oyunchimeg – sie erntet Salz in der Wüste. Ihr reines Naturprodukt muss sich gegen chinesische Billigimporte behaupten. Eine Lösung, so hofft sie, könnte das Pflanzen von Bäumen sein. (Text: SRF)Geheimnisse aus dem Eis
Geschütze in fast 4000 Metern Höhe, riesige Unterstände unter meterdickem Eis, lange Tunnelsysteme, die in den Fels getrieben wurden: Die Berge der Alpen waren der Schauplatz der kältesten Front des Ersten Weltkrieges. Einheiten aus Österreich und Italien lieferten sich auf Gletschern und Gipfeln eine erbarmungslose Abnutzungsschlacht, der rund 150’000 Soldaten zum Opfer fielen.Viele Überreste dieses Krieges wurden vom Eis der Gletscher eingeschlossen. Jetzt, mehr als 100 Jahre später, geben die Giganten die Relikte der Vergangenheit wieder frei. Mysteriös ist die Geschichte eines Schweizer Ehepaars, das 1942 auf einem Alpengletscher verschwand. Erst vor einem Jahr wurden die sterblichen Überreste entdeckt. Wissenschaftler versuchten daraufhin, das Familiendrama zu rekonstruieren. Durch die niedrigen Temperaturen und den geringen Sauerstoffanteil sind selbst mehrere Tausend Jahre alte Objekte im Eis perfekt konserviert. Dank dieser Funde können Archäologen jetzt erstmals detailliert nachvollziehen, wann unsere Vorfahren in die Hochlagen der Alpen vorgedrungen sind und welche Routen sie nahmen. Ein 3000 Jahre alter Unterstand auf über 3000 Metern Höhe am Langgrubjoch zeichnet ein völlig neues Bild der frühen Besiedlung des alpinen Hochgebirges. Ein besonderes Highlight: eine 5000 Jahre alte Proviantbox vom Lötschenpass. Eine aufwendige Computertomographie und ein Experimentalarchäologe sollen helfen, das Geheimnis um deren Herstellung, Herkunft und Verwendung zu lüften. Welche Geheimnisse der Vergangenheit schlummern noch in den Gletschern der Alpen? Und welche Erkenntnisse können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihnen entlocken? Die Dokumentation nimmt das Publikum mit auf eine faszinierende und zugleich beklemmende Zeitreise. Filmemacher Frank Gensthaler hat Gletscher-Archäologen aus Österreich, Italien und der Schweiz ein Jahr lang bei ihren Expeditionen auf die Gletscher der Alpen begleitet. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 10.10.2019 SRF 1 Der geheimnisvolle Norden (3)
Im Bergnebel des berühmten Goldenen Dreiecks strömen mehrere Flüsse zusammen und bilden Wasserfälle, die sich ihren Weg durch tiefe Täler und Schluchten bahnen. Die beeindruckende Berglandschaft mit faszinierenden Ausblicken über das Wolkenmeer wirkt fast wie eine Traumwelt. Die Weisshandgibbons und die Südlichen Brillenlanguren haben sich in den Baumkronen eingerichtet, während sich etwas weiter unten wilde Elefanten versammeln und in aller Ruhe an den Salzsteinen lecken, die im üppigen Wald verstreut sind. Und Makaken angeln in flachen Flüssen, in denen auch Süsswasserkrebse heimisch sind, nach amphibischen Schnecken. (Text: SRF)Geheimnisvolles Korea – Das geteilte Paradies
Die demilitarisierte Zone teilt nun schon seit 1953 die koreanische Halbinsel in zwei Staaten auf. Die DMZ ist knapp 250 Kilometer lang, ungefähr vier Kilometer breit und darf von beiden Seiten ohne hochoffizielle Genehmigung nicht betreten werden. Die Natur allerdings hält sich an derlei Verbote nicht. Tretminen, Panzersperren und Stacheldrahtzäunen zum Trotz haben sich hier Lebensräume entwickelt, die auch vom Aussterben bedrohten Tieren ein Überleben ermöglichen.Hier haben sich nicht nur grosse Horden von Wildschweinen angesiedelt, sondern sogar Langschwanz-Gorale, eine vom Aussterben bedrohte asiatische Ziegengattung, finden sich hier. Diese Wildziegen sind sehr gute Kletterer und leben vorzugsweise in gebirgigen und bewaldeten Regionen. Hier wird der Bestand von Langschwanz-Goralen auf nur noch 250 Exemplare geschätzt. Daher hat die Population, die sich in der demilitarisierten Zone angesiedelt hat, umso grössere Bedeutung für den Erhalt der gefährdeten Tiere. Eine weitere Tierart, die sich in diesem verwilderten Streifen Natur blicken lässt, ist der Mandschurenkranich. Die grossen Vögel stammen aus dem Einzugsgebiet des Flusses Amur in Sibirien. Zum Überwintern ziehen sie jedoch auf die koreanische Halbinsel – und hier bevorzugt in die demilitarisierte Zone, wo sie ihre Ruhe haben. Während die Vögel hier die kalte Jahreszeit in ihren Brutgebieten überbrücken, zeigen sie auch ihren berühmten, eindrucksvollen Balztanz. (Text: SRF) Geheimnisvolles Korea – Das geteilte Paradies (2)
Geheimnisvolles Korea – Verbündete der Natur
Ein spektakuläres Beispiel sind die Haenyeo – die berühmten «Seefrauen» leben auf der Insel Jejudo, wo sie bis heute eine Jahrtausende alte Tradition fortführen. Diese Frauen unternehmen lange Freitauchgänge, bei denen sie Meeresfrüchte sammeln – darunter besonders begehrte Meeresschnecken. Die Haenyeo können dank ihres harten Trainings und ihrer körperlichen Anpassung mehrere Minuten lang unter Wasser bleiben, wobei sie bis zu 20 Meter tief tauchen. Diese Form des Broterwerbs ist allerdings nicht nur anstrengend, sondern auch gefährlich – jeder Tauchgang will gut überlegt und geplant sein, denn unter Wasser bekommt man kaum mit, wenn das Wetter an der Oberfläche plötzlich umschlägt und der Wellengang die auftauchenden Frauen auf die Küstenfelsen zu werfen droht. Die älteste der «Seefrauen» ist 94 Jahre alt. Sie denkt langsam daran, ihre Tätigkeit an den Nagel zu hängen – auch wenn sie sich unter Wasser nach wie vor wohl und ganz in ihrem Element fühlt.Die riesigen Wattgebiete der koreanischen Halbinsel bilden wahre Naturparadiese, getränkt in Schlamm. Ein idealer Lebensraum für Winkerkrabben mit ihren kurios anmutenden Gesten wie für die skurrilen Schlammspringer – amphibische Fische, die den Grossteil ihres Lebens ausserhalb des Wassers verbringen. Eine Eigenheit Koreas sind die Schlammspringer-Fischer: Männer, die auf flachen Schlitten knieend über die Schlammflächen gleiten und ihre Angeln samt scharfen Haken nach Schlammspringern auswerfen, denn die seltsamen Wesen gelten hierzulande als Delikatesse. Die Falknerei ist in Korea seit eh und je sehr populär – hier hat die Verbindung zwischen Mensch und Vogel einen geradezu spirituellen Charakter. Dabei heisst es, dass nicht etwa die Menschen sich ihren Falken aussuchen, sondern dass vielmehr der Greifvogel seinen Herrn wählt, und das auch nur auf Zeit. Sobald der Falke seines Daseins in menschlicher Gesellschaft überdrüssig ist, kehrt er wieder zu seinem alten Leben in der freien Wildnis zurück, und der Falkner widmet sich seinem nächsten Schützling. (Text: SRF) Geheimnisvolles Korea – Verbündete der Natur (1)
Geheimnis Wald
Zu Beginn des Jahres liegt der Wald tief unter einer Schneedecke. Für seine tierischen Bewohner ist das die härteste Zeit. Einige haben sich auf den Weg in den Süden gemacht. Andere verschlafen unter der Erde verborgen die kalten Monate, Dachse etwa oder Mäuse. Andere Tiere dagegen haben keine Wahl und müssen sich den Herausforderungen stellen. Elche nutzen ihre langen Beine als Schneeschaufeln. Doch es gibt kaum etwas zu finden. Wenn der Magen knurrt, liegen die Nerven schnell blank, und es kommt immer wieder zu Streitereien. Wölfe dagegen gehören im Winter zu den Gewinnern, denn dann finden sie leichter geschwächte Tiere oder Aas.Der Schnee hat dem Wald nicht geschadet, sondern eine schützende Decke über die Bodenpflanzen gelegt. Kaum trifft sie das erste Sonnenlicht, spriessen sie aus der Erde. Insekten erfüllen die Luft mit Leben, holen sich Nektar und bestäuben die Pflanzen im Gegenzug. Die Bäume, die im Winter ihr Laub abgeworfen haben, ziehen sich nun wieder ihr grünes Gewand an. Für die Tiere des Waldes beginnt damit die ideale Zeit, ihren Nachwuchs grosszuziehen. Der Wald ist erfüllt von Vogelgesang. In unzähligen Nestern in luftiger Höhe schlüpfen Küken, am Boden tummeln sich Frischlinge und Hirschkälber. Ihre auffällige Fellzeichnung schützt sie im Wechselspiel von Schatten und Licht im Wald – im Lauf der Zeit werden sie sie verlieren. Junge Bären erkunden erstmals die Welt, nachdem sie viele Wochen unter der Erde verbracht haben. Zwischen mächtigen Eichenwurzeln hat eine Füchsin ihren Bau gegraben und zieht ihren Wurf gross. (Text: SRF) Der General – Guisan und die Schweiz im Zweiten Weltkrieg
Anhand einer Fülle von Originaldokumenten zeichnet der Film Guisans Aufstieg zum Oberbefehlshaber der Schweizer Armee nach. Namhafte Historiker analysieren Guisans Rolle im Zweiten Weltkrieg. Guisan ist erstmals auf Filmaufnahmen in Farbe zu sehen. Die aufwendigen Recherchen in Archiven in der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien und den USA bringen Überraschendes zutage: eine bislang unbekannte Filmaufnahme vom Treffen Guisans mit dem italienischen Diktator Benito Mussolini beispielsweise. Besonders ist auch die Musik: Das renommierte Tonhalle-Orchester Zürich hat die Filmmusik von André Bellmont und Rodolphe Schacher eingespielt. (Text: SRF)Generalstreik 1918 – Die Schweiz am Rande eines Bürgerkrieges
Ende des Ersten Weltkriegs erschüttert die Schweiz ein landesweiter Generalstreik. Über 250 000 Arbeiter fordern bessere Lebensbedingungen. Der Bundesrat befürchtet eine gewaltsame Revolution wie in Russland und mobilisiert die Armee. Die Schweiz steht am Rande eines Bürgerkriegs. Nach nur drei Tagen kapitulieren die Arbeiter, aber die Folgen der Auseinandersetzung sind weitreichend. Eine 90-minütige Doku-Fiktion arbeitet Ursachen und Hintergründe des Konflikts auf, unter anderem mit Reenactment-Szenen. Neben Schauspielern wie Fabian Krüger, Peter Jecklin oder Ralph Gassmann treten auch aktuell amtierende Parlamentarier auf.Erstmals gelang es bei dieser Produktion, im Ständeratssaal des Bundeshauses zu drehen. Die ehemaligen Parlamentspräsidenten Ivo Bischofberger und Jürg Stahl haben den Filmschaffenden ausnahmsweise erlaubt, die dramatischen Szenen einer damaligen Sonderdebatte im Ständeratssaal zu drehen. Weitere Dreharbeiten fanden in Zürich und Umgebung, Sursee und in Bern statt. Die fiktionalen Szenen des Films orientieren sich eng an historischen Fakten. Im Mittelpunkt steht der damalige sozialdemokratische Nationalrat Robert Grimm , der das Streikkomitee leitete. Ihm gegenüber stehen Bundespräsident Felix Calonder , der zu vermitteln versuchte und Oberstdivisionär Emil Sonderegger . Ein Militarist, der seinen Truppen Handgranaten austeilte und seinen Soldaten folgenden Befehl erteilte: «Wo aus Häusern geschossen wird, ist Handgranatenwerfen befohlene Pflicht.» Neben den fiktionalen Szenen zeigt der Film mittels umfassenden historischen Bild- und Filmquellen, wie erbärmlich die Lebensumstände der Arbeiterschaft damals waren und wie dramatisch die drei Streiktage verliefen. Prominente Historiker wie Rudolf Jaun, Jakob Tanner, Brigitte Studer oder Sébastien Guex kommentieren die Ereignisse und zeigen auf, weshalb der Generalstreik als Geburtsstunde des modernen Sozialstaats gilt. Im Umfeld der SRF Doku-Fiktion «Generalstreik 1918» publiziert SRF auf myschool.ch eine entsprechende Webseite, wo Lehrpersonen massgeschneidertes Unterrichtsmaterial zum Generalstreik finden. Die Unterlagen sind vertiefend und stufengerecht aufbereitet und für alle kostenlos nutzbar. Die 90 Minuten lange Doku-Fiktion wurde gemeinsam mit den SRG-Unternehmen RTS, RSI und RTR produziert. Regie führte Daniel von Aarburg. Das Drehbuch zum Film schrieb Hansjürg Zumstein. Der erfahrene Dokumentarfilmer realisierte für SRF bereits mehrere erfolgreiche Dokumentarfilme, letztmals eine Doku-Fiktion im historischen Umfeld des Ersten Weltkrieges («Der Landesverrat», 2015). (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 08.02.2018 SRF 1 Generation «Selfie» – Zwischen Selbstliebe und Selbstentfremdung
Was liegt dieser «Selfie-Manie» zugrunde? Ist es übertriebene Selbstverliebtheit oder ganz einfach die Sehnsucht nach Anerkennung? Im Sekundentakt ploppen Herzen auf Younes’ Smartphone auf. Die vorwiegend weiblichen Fans des 18-Jährigen kommentieren sein aktuellstes Selfie: Younes posiert in Markenklamotten vor seinem Hauseingang. Dabei überlässt er nichts dem Zufall. Alles ist bis ins Detail inszeniert: Vom sorgfältigen Styling über das gekonnt lässige Posing bis zum sexy Blick in die Kamera. Vermeintliche Mängel wie Pickel und Narben werden wegretuschiert, der Körper mithilfe einer Fotobearbeitungs-App verschlankt. Erst dann postet der Detailhandelslehrling das Bild auf seinem Account. Es soll wie ein Schnappschuss wirken. Aufgehübscht präsentiert sich Younes der digitalen Welt. Eine Täuschung? «Klar, das machen alle so!»Selbstoptimierung – wie sie es nennen, mittels Filter und Beauty-Apps, sind die Regel. Das Online-Aussehen hat sich längst vom realen Ich entfernt. Die Flut manipulierter Bilder erhöht den Druck auf Teenager. Wer Likes generieren will, muss mithalten, besser noch: hervorstechen. Das weiss auch Michelle. Vorbild der 16-jährigen Schülerin ist Kylie Jenner, Top-Influencerin und Selfie-Queen. Jenners Markenzeichen: der aufgespritzte Schmollmund. Mädchen wie Michelle eifern ihren Internet-Stars nach, kopieren Trends und landen schliesslich – wie ihre Vorbilder – ebenfalls beim Beauty-Doc. Auch untereinander vergleicht und beeinflusst sich die Generation Selfie. Die Selbstinszenierungen im Netz kennen keine Tabus. Tausende stellen ihr gestähltes Sixpack oder ihr Hinterteil zur Schau oder treiben sich gegenseitig mit absurden Challenges in den Magerwahn. Chiara kennt den Trend der «Skinny-Selfies» nur allzu gut. Die Sportstudentin war selber magersüchtig und hat ihren Weg zum Normalgewicht auf Instagram dokumentiert. Mit Selfies im Bikini präsentiert die Sportstudentin den Followern heute ihren durchtrainierten Körper. Der Lohn dafür: durchschnittlich 3000 Likes pro Bild. Das sind Komplimente von Leuten, die sie nicht kennt. Aber die positiven Kommentare steigern ihr Selbstwertgefühl. «Ich habe nur eine geringe Wertschätzung für mich selbst. Dieser Zuspruch in Form von Likes tut mir gut.» Auch Younes ist von den Kommentaren und Likes abhängig. Er brauche diese Form von Anerkennung. Was wird, wenn seine Follower das Interesse an ihm verlieren? Er weiss es nicht. Doch bis dahin wird er weiterhin fleissig Selfies posten. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 31.01.2019 SRF 1 Geprüfte Liebe
Dieter Gränicher gibt in seinem neuen Dokumentarfilm zwei Paaren das Wort, denen genau dies widerfahren ist. Sie blicken zurück auf den langen Weg, den sie gegangen sind – durch Abgründe und wieder aus ihnen heraus, jeder für sich allein und doch zu zweit.Dieter Gränicher begleitet sie in ihrem heutigen Alltag und nimmt sie mit an die Orte von damals: die geschlossenen Abteilungen, Therapieräume und Pärke der psychiatrischen Kliniken. Und er begegnet mittlerweile erwachsenen Kindern, die von ihrem Verhältnis zum Vater berichten, der nach langjähriger stationärer Behandlung seinen Platz in der Familie neu finden musste. Entstanden ist ein Film von grosser Intimität. In den Gesichtern der Erzählenden spiegeln sich Gefühlslandschaften: Schmerz und Zorn, Trauer und Staunen, Zuversicht und Zärtlichkeit – und die Hoffnung, dass das Geschehene sich nie mehr wiederholt. Eine Reflexion über seelische Not und darüber, wie durch die Kraft der Zuneigung aus dem Leid neues Glück wachsen kann. (Text: SRF) Die Geschichte der Ginsterkatze
Ginsterkatzen sind keine echten Katzen, sondern zählen zur Gattung der Schleichkatzen. Dennoch sehen die Zoologen in ihnen das Urmodell aller Katzenarten. In ihrer natürlichen Umgebung lassen sich die scheuen Tiere wegen ihrer nächtlichen Lebensweise nur selten beobachten.Versteckt in einem Wald am Mittelmeer beginnen drei kleine Ginsterkatzen die Welt um sich herum zu entdecken. Besonders mutig ist das kleine Weibchen, das ihr Schicksal selbst in die Pfoten nimmt und ihre Familie verlässt. Sie wird die schönsten Plätze des Waldes finden, aber auch eine beängstigende Wirklichkeit kennenlernen. Die Kleinfleck-Ginsterkatze ist die einzige ihrer Art in Europa. Sie kommt in Afrika, der iberischen Halbinsel und Frankreich vor. (Text: SRF) Die Geschichte einer einzigartigen Freundschaft aus Kroatien
Der Kroate Stjepan Vokic hat sein Herz an eine Storchendame verloren. Seit 24 Jahren kümmert sich der pensionierte Hausmeister aufopferungsvoll um das Storchenweibchen Malena, das wegen einer Schussverletzung nicht mehr fliegen kann. Wenn Malenas Partner, der Storch Klepetan, im Herbst gen Süden fliegt, wohnt das Storchenweibchen bei Stjepan zu Hause. Der Film erzählt von einer einmaligen Freundschaft zwischen Mensch und Tier, von selbstloser Fürsorge und grenzenlosem Vertrauen. (Text: SRF)Original-TV-Premiere Do. 22.06.2017 SRF 1 Geschichten aus der Küche
Egal ob in Frankreich, Deutschland, Dänemark oder Japan, die berühmtesten Köche der Welt verbindet eine Passion zum perfekten Essen. Der Schweizer Spitzenkoch Daniel Humm, der im Herzen von New York das Dreisternerestaurant Eleven Madison Park betreibt, erzählt vom täglichen Glück, in der Küche Essen zu kreieren. Inspiriert wird er vom Jazzmusiker Miles Davis, der seinem Restaurant erst zur internationalen Spitzenklasse verholfen habe.Die hohen Anforderungen, um die Gaumen der Michelin-Inspektoren zu befriedigen, geben aber auch immer wieder Anlass zu Kritik. Denn die Sternevergabe ist keine exakte Wissenschaft. Kritik am System Michelin könne jedoch fatal sein und jede Hoffnung auf einen Stern zunichte machen, sagt ein Experte. Hinter der glamourösen Fassade von hochdekorierten Sterneküchen tobt nicht selten ein brutaler Konkurrenzkampf. Endlose Arbeitstage laugen aus, und permanenter Druck lassen so manchen Küchenchef zu Alkohol oder Drogen greifen. Der Stress in den Sterneküchen kann sich auch in körperlicher Gewalt entladen, erzählt eine bekannte Gastrobloggerin. Sie schildert, wie hohe Präsenzzeit in die Isolation und in ein Burnout führen kann. Bisweilen werde die Verzweiflung so gross, dass Suizid der letzte Ausweg scheine. Wie beim Schweizer Dreisternekoch Benôit Violier, der bis 2016 das Restaurant L’Hôtel de Ville in Crissier erfolgreich führte. Der Schock und die Anteilnahme in der Gastroszene waren gross, als der Suizid des 44-Jährigen öffentlich wurde. Der Auftritt seiner Witwe, die seitdem das Restaurant im Sinne und Geiste ihres verstorbenen Mannes weiterführt, zeigt, dass man sich in diesem Metier keine Schwäche leisten kann. Sie ordnete an, das Restaurant einen Tag nach dem tragischen Tod ihres Ehemannes wieder zu öffnen. Aber auch der Verlust eines Sterns kann dramatische Folgen haben. Den Betroffenen bleibt oft nichts als Enttäuschung und Scham. Das Ausbleiben der Gäste hat auch ökonomische Folgen und betrifft die ganze Belegschaft. (Text: SRF) Geschichten einer grossen Freundschaft (1)
Es ist ein Fakt: Jeder Hund, und sei er noch so niedlich, stammt vom Wolf ab. Und trotzdem lassen wir Hunde mit unseren Kindern spielen und in unseren Häusern schlafen. Was lange ein Rätsel war, lässt sich jetzt erklären. Es sind aussergewöhnlichen Fähigkeiten, die Hunde von Geburt an mitbringen. Sie schaffen vom ersten Tag an eine Beziehung zu ihrem Menschen.Denken wir an Hunde, so fallen uns unsere geliebten Haustiere ein. Aber ursprünglich wurden Hunde als Arbeitstiere mit spezifischen Aufgaben gezüchtet. Kooperationswille und Loyalität zeichnen Hunde als Teamplayer aus, aber ihre emotionale Intelligenz ist es, die ihnen neue Tätigkeitsfelder eröffnet. Ricochet zum Beispiel hilft autistischen Kindern beim Surfen lernen, und Tennille ihrem blinden Besitzer beim Durchwandern der amerikanischen Wildnis. Wahre Geschichten und neueste wissenschaftliche Untersuchungen lassen uns staunen, welch tolle Arbeitspartner Hunde sind. (Text: SRF) Geschichten vom Putzen
Wie gut kennen wir die Menschen, die unseren Dreck wegputzen? Wo gehen sie hin, wenn sie unsere Wohnung blitzblank verlassen? Was kaufen sie mit dem bei uns verdienten Geld?All diese Fragen konnte auch „DOK“-Filmerin Andrea Pfalzgraf nicht beantworten. Dies, obwohl sie ihre Wohnung seit Jahren alle zwei Wochen von einer Putzfrau reinigen liess: Betty. Erst als Betty nach neun Jahren kündigt, lernt die Filmautorin ihre Putzfrau kennen und erfährt Erstaunliches. Nur für zwei Jahre wollte Betty in die Schweiz kommen, geblieben ist sie 23 Jahre lang. Ihre Lebensgeschichte handelt von Verzweiflung, Ausbeutung und einer Mission: ihren beiden Kindern eine gute Ausbildung ermöglichen. Oder Steffen Berger. Der gelernte Koch hatte zeitlebens Freude am Putzen und dachte sich, dass er in der Schweiz eher Geld verdienen könnte als in seiner Heimat in Ostdeutschland. Nach ein paar Jahren als Angestellter eines Putzinstitutes ging dieses Konkurs und er verlor seinen Job. Vergeblich versuchte er ein Auskommen als selbstständiger Putzmann. Es wollte nicht klappen, und die Liebe seines Lebens hat ihn auch verlassen. Jetzt fand er eine neue Arbeit in Ostdeutschland für zwölf Euro die Stunde und kehrt in die alte Heimat zurück. „Ein guter Lohn“ sagt er. Immer mehr Privathaushalte in der Schweiz beschäftigen eine Putzhilfe. Die Mehrheit von ihnen wird schwarz beschäftigt. Es ist ein Heer von Unbekannten. Eine anonyme Mittelschicht wird von einer anonymen Unterschicht bedient. Viele Haushalte melden ihre Putzfrau nicht wie vorgeschrieben bei der AHV an, obwohl es seit 2011 mit dem vereinfachten Verfahren ein Klacks wäre. Das kann hohe Bussen zur Folge haben wie Ernesto Diethelm erfahren musste. Seine illegal beschäftigte Putzfrau, eine Frau ohne Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz, wurde innerhalb einer Woche ausgeschafft und er zu einer Busse verurteilt. Grob geschätzt, leben etwa 80 000 Menschen illegal in der Schweiz und die meisten von ihnen arbeiten. Sie lassen ihre Kinder in der Heimat zurück, um hier die Kinder Berufstätiger zu betreuen und Haushalte in Schuss zu halten oder um alte Menschen zu pflegen. So wie Maria. Sie ist dankbar für einen Monatslohn von 1700 Franken und schickt davon noch 300 Franken an ihre drei Kinder in Südamerika. Maria ist gefangen zwischen Pflichtbewusstsein, Ausbeutung und dem Wunsch, ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Bettys Mission: Ein Film von Dokautorin Andrea Pfalzgraf über anonyme „Diener“, über die wir kaum etwas wissen. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 30.11.2017 SRF 1 Geschichten von der Baselstrasse in Luzern
Da ist die syrische Flüchtlingsfrau Amal Naser, die verzweifelt versucht, für ihre in Damaskus zurückgebliebene Tochter eine Ausreisemöglichkeit zu organisieren. Als rasender Strassenmusiker kurvt der Ex-Junkie Daniele Martin auf seinen Rollschuhen durchs Quartier und möchte so gern ein guter Vater sein. Herz des Films bilden der Künstler Christoph Fischer und der Strassenwischer Heinz Gilli.Von seinem Atelier am Kreuzstutz-Kreisel aus beobachtet der freischaffende Illustrator Christoph Fischer seit Jahren das Strassentreiben und ist quasi zum Chronisten des Quartiers geworden. Und so entstand seine Idee, dem inzwischen pensionierten Strassenwischer Heinz auf dem heftig umbrausten Kreisel ein persönliches Denkmal zu setzen, in Form einer überlebensgrossen Statue. Ein Unterfangen, welches das ungleiche Paar bis zu seiner glücklichen Vollendung auf manche Probe stellt. Der Luzerner Regisseur Aldo Gugolz verbrachte einen Teil seiner Kindheit selbst an der Baselstrasse – bei italienischen Verwandten, deren Welt ihm viel aufregender erschien als sein bürgerliches Vorstadtdasein. Nun, Jahrzehnte später, ging er zurück. Sein Film nähert sich behutsam Menschen, die wir im Alltag allzu oft übersehen. Er erzählt leise, kleine Geschichten, die von den grossen Verwerfungen unserer Zeit handeln – und deckt dabei das allzu Menschliche, Universelle auf, das jedem Leben innewohnt. Das geht direkt ins Herz. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 14.09.2017 SRF 1 Das Geschlecht der Seele – Transmenschen in der Schweiz – Mann – Frau – Mensch
Schätzungen zufolge leben an die 40 000 Transmenschen in der Schweiz. Davon haben aber längst nicht alle eine Hormontherapie, eine Namensänderung oder eine geschlechtsangleichende Operation hinter sich. Diesen Schritt haben hierzulande nur ein paar Hunderte vollzogen.Transmenschen fühlen sich nicht dem Geschlecht zugehörig, in welches sie hineingeboren wurden. Sie kommen zwar mit einem eindeutig männlichen oder weiblichen Körper zur Welt, sie identifizieren sich aber entweder als das andere Geschlecht, als zwischen den Geschlechtern oder als ein bisschen von beiden. Transmenschen sind überzeugt: Was die Identität ausmacht, ist die Seele. Nicht der Körper. Nico Gaspari, 43, ist ein Transmann. Er wurde mit einem biologisch weiblichen Körper geboren und spritzt sich seit 16 Jahren regelmässig Testosteron. Er trägt einen dichten Bart und hat eine tiefe Stimme. Heute arbeitet er als Pflegefachmann in einem Altersheim. Von seiner Transidentität wussten seine Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen lange nichts. Denn rein äusserlich ist Nico von einem „normalen“ Mann nicht zu unterscheiden. Transfrauen haben es diesbezüglich oft schwerer: Caroline Schürch, 55, ist in einem biologisch männlichen Körper geboren. Sie ist gross gewachsen, mit breiten Schultern und einer tiefen Stimme. Daran ändern auch die Hormone nichts, die sie seit ein paar Jahren einnimmt. Früher hiess Caroline Ralph, war verheiratet und Vater dreier Kinder. Mit der Transition brach die Familie auseinander und Caroline verlor ihre Arbeit. Seither ist sie auf Stellensuche. Eine vom Transgender Network Switzerland durchgeführte Befragung aus dem Jahre 2012 zeigt Erschreckendes: Während der Transition, dem Übergang vom Leben als Mann zu jenem als Frau oder umgekehrt, verlieren viele ihre Arbeitsstelle. Die Suizidrate ist bei Transmenschen 40-mal höher als im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Blickt man Simon und Renja Kägi, 22, in die Augen, sieht man einen Bruder und eine Schwester, die sich sehr ähnlich sehen. Was kaum jemand vermutet: Die beiden wurden als eineiige Zwillingsschwestern geboren! Noch heute kann sich Simon an den Ekel erinnern, den er damals als junges Mädchen vor sich selbst hatte. Navina, wie er damals hiess, ekelte sich vor ihrem Körper, ihren Brüsten, ihrer Menstruation. Heute ist er glücklich. Seine männliche Identität gibt ihm Kraft, Schutz und Selbstsicherheit. Ein letzter Schritt zur Vollkommenheit fehlt ihm noch: Simon will sich einer Penisaufbauoperation unterziehen lassen. Sein grösster Traum: Einmal im Stehen pinkeln zu können. Etwa jeder fünfte Transmensch identifiziert sich zudem nicht eindeutig als Frau oder als Mann. Solche Transmenschen nennen sich „nonbinär“ oder „non-binary“. Chri Hübscher, 49, fühlt sich weder als Mann noch als Frau. Chri fühlt sich als Mensch. Chri möchte sich auch kein weibliches oder männliches Pronomen geben, sich nicht festlegen oder eingrenzen. Und so ist nonbinär für Chri auch keine Identität, sondern eine Definition. Letztlich sei Identität immer einengend, meint Chri überzeugt. Transmenschen irritieren. Auch heute noch. Indem sie unser starres Rollenbild von Mann und Frau hinterfragen, rütteln sie auch an den Säulen unserer eigenen Identität. Sind wir wirklich der „Mann“ oder die „Frau“, für die wir uns halten? Steckt in uns allen nicht jeweils auch ein Anteil des anderen Geschlechts, den wir unterdrücken? Wie sehr sind wir Gefangene einer streng dichotomen Geschlechterrollenzuordnung, in die wir seit unserem Kindesalter hineinsozialisiert werden? Gibt es eine Identität jenseits des binären Systems? Beide „DOK“-Filme von Béla Batthyany vermitteln ein differenziertes Bild von Transmenschen in der Schweiz. Die Filme zeigen auf, welchen beruflichen und sozialen Hürden Transmenschen ausgesetzt sind und was sie letztlich antreibt, trotz Hürden und Gesellschaftszwängen ihren Weg zu gehen. Im Fokus der Filme steht der Transmensch als Mensch. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 01.02.2018 SRF 1 Geschützte Werkstatt baut ein Tiny House
In dieser geschützten Werkstatt werden sonst meist seriell gefertigte Holzteile hergestellt. Mit dem Hausbau wird zum ersten Mal ein grosses Projekt realisiert. Der Projektleiter muss den Bau termingerecht fertigstellen, sollte aber jede Überforderung der Mitarbeitenden verhindern. Der gelernte Zimmermann Walter D., 61, erlitt eine schwere Depression und bezieht eine Invalidenrente. Ohne Arbeit hätte er kaum Kontakte. Manuel B., 26, führt die Arbeit so gut wie möglich aus, auch wenn er zuweilen an seine Grenzen stösst. Roger S., 47, der wegen psychischen Störungen betreut wohnt, denkt als erfahrener Handwerker stets mit. Der Projektleiter kann sich auf ihn verlassen.Nach einigen Monaten Bauzeit kann der private Bauherr termingerecht in sein neues Zuhause einziehen. Er ist zufrieden, diesem sozialen Projekt zum Durchbruch verholfen zu haben. Umso mehr, als sein Auftrag unter marktüblichen Bedingungen abgeschlossen wurde. Die Mitarbeitenden haben es geschätzt, Neues zu lernen, wirkungsvoll im Team zu arbeiten und Wertschätzung für ihren Einsatz zu erhalten. Mit den Firmen des ersten Arbeitsmarktes ist eine produktive Zusammenarbeit entstanden und bereits wird ein nächstes Tiny House geplant. Eine Erfolgsgeschichte. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 25.09.2022 SRF 1 Gestohlene Kinder – Die Deportation ukrainischer Kinder nach Russland
«Wir mussten ausschliesslich Russisch sprechen. Alles, was mit der Ukraine zu tun hatte, war verboten. Wer dagegen verstiess, wurde bestraft», so beschreibt Yana, ein Mädchen aus der südukrainischen Stadt Cherson, was sie an jenem Ort erlebte, den sie und ihre Familie für ein Ferienlager hielten. Mehrere Monate verbrachten Yana, ihre ältere Schwester Diana und der kleinere Bruder Nikita auf der von Russland besetzen Halbinsel Krim. Allein habe sie sich gefühlt in dieser Zeit, erzählt Diana: «Vor allem, als sie anfingen, über Adoptionen zu sprechen und russische Dokumente für uns ausgestellt werden sollten.»Wie Diana, Yana und Nikita soll es tausenden Kindern ergangen sein, sagen die ukrainischen Behörden: Sie wurden mit falschen Versprechungen in die von Russland besetzen Gebiete gelockt oder von Soldaten entführt. Ein Vorwurf, den die russische Seite vehement bestreitet. An vorderster Front: Maria Lvova-Belova, die russische Kinderrechtsbeauftragte. Sie hat für den Dokumentarfilm «Gestohlene Kinder» einem Interview zugestimmt und verteidigt das russische Vorgehen: Es gehe einzig um das Wohl der Kinder. Russland bemühe sich darum, dort, wo sich ein Kontakt zu Verwandten herstellen lasse, Familienzusammenführungen zu ermöglichen. In den Vorwürfen, die gegen dieses System und sie als Person erhoben werden, sieht Lvova-Belova eine «Dämonisierung» des russischen Staates durch die Ukraine und den Westen. Doch nicht nur die ukrainische Regierung übt scharfe Kritik: Im März 2023 erliess der Internationale Strafgerichtshof Haftbefehle gegen Lvova-Belvova und Präsident Vladimir Putin – wegen mutmasslicher Kriegsverbrechen. Der Film ist ein Zeitdokument, das ein vielschichtiges Bild der Geschehnisse zeichnet: Sowohl ukrainische wie russische Stimmen kommen zu Wort; Kinder, die von ihren Erfahrungen berichten, Mütter, die alles daransetzen, ihre Söhne und Töchter zu sich nach Hause zu holen, sowie Anwältinnen und NGO-Mitarbeiter, die sie tatkräftig dabei unterstützen. Und er macht deutlich, welche Macht die russische Propaganda hat: So gibt es immer wieder Kinder, die sagen, dass sie lieber in Russland bleiben wollen – etwa weil sie Angst haben, in ihrer Heimat als Landesverräter angesehen zu werden. Oder der 17-jährige Filipp, der aus dem zerbombten Mariupol nach Moskau gebracht und von Maria Lvova-Belova persönlich als Pflegesohn aufgenommen wurde: «Es gab eine Zeit, in der ich mich fragte, ob ich in die Ukraine zurückkehren sollte», sagt er im Gespräch mit Filmemacherin Shahida Tulaganova. «Doch dann versuchte ich, diese Gedanken abzuschütteln. Ich wollte nicht mehr wissen, was genau dort vor sich ging, um mich nicht mehr so deprimiert und schlecht zu fühlen. Ich baute mir quasi eine Mauer auf – und entschied mich, dass es besser ist, dahinter zu bleiben.» (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 16.02.2025 SRF 1
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