ZDF hat Sendeplatz für Demenz-Chor mit Annette Frier gefunden

    Besonderes Sozialexperiment im Sommerprogramm

    Glenn Riedmeier – 08.06.2020, 17:58 Uhr

    Annette Frier mit Chorleiter Eddi Hüneke und den Teilnehmern des Projekts

    Im Sommer 2019 informierte das ZDF über ein außergewöhnliches neues TV-Projekt. Der Mainzer Sender hat das britische Format „Our Dementia Choir“ für den deutschen Markt adaptiert. Darin wird ein Chor von Menschen gegründet, die alle eine Gemeinsamkeit haben: Sie leiden unter Demenz. Dennoch haben sie ein festes Ziel vor Augen: Sie wollen ein großes Konzert geben. Aufgrund der Corona-Pandemie hat sich die Fertigstellung der Produktion verzögert, doch nun liegen die Ausstrahlungstermine vor. Die erste Folge von „Unvergesslich – Unser Chor für Menschen mit Demenz“ ist am 21. Juli um 22:15 Uhr zu sehen, drei weitere Episoden werden dienstags um 22:45 Uhr gezeigt.

    Schauspielerin Annette Frier gründete zusammen mit dem Chorleiter Eddi Hüneke einen Chor für Menschen mit Demenz. In der Sendung steht allerdings nicht nur das Singen im Vordergrund. Annette Frier interessiert sich für die Menschen und deren Geschichten. Sie geht der Frage nach, ob es möglich ist, trotz aller Einschränkungen, beim Singen wieder wache Glücksmomente empfinden zu können.

    Alle Teilnehmer des Chors sind an Demenz erkrankte Menschen, deren Leben und Alltag stark von der Krankheit beeinflusst sind. Die Dokureihe wurde von einem wissenschaftlichen Team aus dem Bereich Altersmedizin der Goethe-Universität Frankfurt begleitet. Auch die Angehörigen, deren Leben fast gleichsam durch die Krankheit Demenz geprägt sind, waren Teil des besonderen Projekts. Im Mittelpunkt der begleitenden Studie stand die Frage: Wie wirkt sich das Singen sowie die Teilhabe an einer Gemeinschaft auf die Lebenssituation demenziell veränderter Menschen und ihrer Angehörigen aus?

    Insgesamt drei Monate wurden die Teilnehmer des Chors und ihre Angehörigen begleitet – von der ersten Begegnung bis zum Abschluss des Projekts und dem Ergebnis der wissenschaftlichen Studie. Annette Frier war selbst Teil des Chors, besuchte die Sänger auch zu Hause und begleitete die wissenschaftlichen Tests und Untersuchungen. Gesangliche Unterstützung erhielt der Chor durch Max Mutzke, der den Teilnehmern mit Tipps zur Seite stand und auch ein kleines Privatkonzert gab. Zusammen mit ihrer befreundeten Kollegin Cordula Stratmann erlebte Annette Frier mit den Sängern und deren Angehörigen außerdem einen Kneipenabend, der beweist, dass Krankheit und Lebensfreude sich nicht ausschließen müssen.

    Wie haben sich die Menschen durch den Chor verändert? Was bleibt nach der gemeinsam verbrachten Zeit? Können ein paar unbeschwerte Stunden den Betroffenen neuen Lebensmut bringen und vielleicht sogar Freundschaften entstehen? Und wie schafft man es, der unbarmherzigen Krankheit etwas abzutrotzen, vielleicht sogar mit einem Lied auf den Lippen? Antworten auf diese Fragen will die ZDF-Sendung geben.

    Die Dreharbeiten fanden größtenteils vor der Corona-Pandemie zwischen Januar und März 2020 in Köln und Umgebung statt. Hinter der deutschen Adaption des BBC-Originalformats steht die Tower Productions GmbH.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

      weitere Meldungen