[UPDATE] Wegen Warnstreik: „Morgenmagazin“ brach Livesendung ab

    Eine Stunde lang Konserve statt Livesignal

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 09.07.2019, 13:54 Uhr

    Das „ARD-Morgenmagazin“ sendete eine Stunde lang nicht live – Bild: Das Erste/Screenshot
    Das „ARD-Morgenmagazin“ sendete eine Stunde lang nicht live

    UPDATE: Inzwischen hat sich der WDR mit einem Statement zum aktuellen Warnstreik geäußert. WDR-Verwaltungsdirektorin Dr. Katrin Vernau: „Jedes Ergebnis, auf das wir uns mit den Gewerkschaften einigen, müssen wir vor den Beitragszahlern vertreten können. Deshalb können wir nur ein Angebot vorlegen, das in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen bleibt. Eine Tarifsteigerung entsprechend der Forderungen der Gewerkschaften hätte weiteren Personalabbau und Einschnitte im Programm zur Folge.“ Anders als im öffentlichen Dienst habe der WDR in den vergangenen Jahren keine stark steigenden Einnahmen gehabt. Stattdessen stagniere der Rundfunkbeitrag seit über zehn Jahren – bei gleichzeitigen Preissteigerungen. Der WDR baue derzeit 500 Stellen ab und unternehme weitere Kostenreduktionen, um seine Finanzen im Griff zu halten, so Vernau.

    ZUVOR: Am heutigen Dienstagmorgen kam es zu einer unfreiwilligen Premiere: Wegen eines Warnstreiks beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) sah sich das Team des „ARD-Morgenmagazin“ gezwungen, das Livesignal zu unterbrechen. Zwischen 7 und 8 Uhr wurde stattdessen die vorherige Sendestunde noch einmal wiederholt.

    Hintergrund ist ein Streik, in den die Kameraleute des WDR involviert sind. Das „ARD-Morgenmagazin“ wird in den Kölner WDR-Studios produziert und war daher unmittelbar von dem Streik betroffen. Hintergrund ist ein Aufruf von ver.di und DJV. Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten einen Sockelbetrag von 150 Euro, eine Gehaltserhöhung von sechs Prozent sowie mehr Geld für Auszubildende.

    Das Angebot des WDR sieht hingegen nur eine Lohnerhöhung um 1,7 Prozent ab dem 1. April 2019 und weitere 1,9 Prozent ab dem 1. April 2020 vor. DJV-NRW-Geschäftsführer Volkmar Kah kritisiert dies, da sich der WDR in der Vergangenheit stets an den Tarifsteigerungen des öffentlichen Dienstes orientiert habe, die für 2019 und 2020 Erhöhungen um je etwas mehr als 3 Prozent betragen. ver.di bezeichnet die Angebote des WDR als „völlig unzureichend“ und will mit dem heutigen Streik den Forderungen Nachdruck verleihen. Die Verhandlungen stecken derzeit fest, am Donnerstag findet die dritte Verhandlungsrunde statt.

    Das Erste zeigte sich on Air transparent. Die Moderatoren Sven Lorig und Anja Bröker kündigten um kurz vor 7 Uhr an, dass die kommende Stunde nicht live sein werde, sondern eine Aufzeichnung der vorherigen Stunde gezeigt werde. Ab 7 Uhr wurde am untereren Bildschirmrand der dauerhafte Hinweis eingeblendet: „Dies ist eine Aufzeichnung der Stunde zwischen 6 und 7 Uhr.“ Auch via Twitter und Facebook klärte die ARD auf:


    Um 8 Uhr wurde die Ausstrahlung aus der Konserve beendet und wieder live gesendet.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • Irena am 10.07.2019 10:08melden

      "Deshalb können wir nur ein Angebot vorlegen, das in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen bleibt" heisst im Klartext: Wir geben nur bekannt, was ihr wissen sollt, denn wir sind im Hintergrund von gewissen Strippenziehern manipuliert und können leider nicht mehr dazu sagen = der wirtschaftlich, geldgetriebene, vertretbare Rahmen. Es ist schon fast zum totlachen, wäre die Lage in Wahrheit nicht so ernst.

      Diese verlogene Medienlandschaft, dauernd werden die Leute entweder gezielt falsch oder gar nicht informiert. Es ist ein Skandal!!!!!! Hoffentlich kommt alles auf den Tisch und alle fliegen da raus, die sich seit Jahren zu Marionetten machen und immer noch unverschämt viel Geld in Form ihres Gehalts absahnen. Es schreit zum Himmel und der Dümmste merkt, was hier eigentlich gespielt wird. Nicht nur beim WDR!!!!!
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      • Sveta am 09.07.2019 18:01 via tvforen.demelden

        WDR-Verwaltungsdirektorin Dr. Katrin Vernau: "Jedes Ergebnis, auf das wir uns mit den Gewerkschaften einigen, müssen wir vor den Beitragszahlern vertreten können. Deshalb können wir nur ein Angebot vorlegen, das in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen bleibt. Eine Tarifsteigerung entsprechend der Forderungen der Gewerkschaften hätte weiteren Personalabbau und Einschnitte im Programm zur Folge."

        Das ist natürlich schlau von der Frau Direktorin, die Beitragszahler gegen die Beschäftigten und deren Gewerkschaft aufzuhetzen. Die selbstlosen Arbeitgeber kämpfen im Sinne der "Beitragszahler" gegen Programmeinschnitte und Personalabbau! Weil ja wohl die Beschäftigten selbst Beitragszahler sind und nunmehr gegen sich selbst streiken! Jawoll!
        Vielleicht sollte der WDR einfach mal die Gehälter der Führungsetage abbauen anstatt mal wieder ganz unten zu "sparen".
        • HAL500 am 09.07.2019 18:05 via tvforen.demelden

          Jaja, die böse überbezahlte Führungsetage und die armen Malocher "ganz unten".
        • faxe61 am 09.07.2019 20:16 via tvforen.demelden

          HAL500 schrieb:
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          > Jaja, die böse überbezahlte Führungsetage und
          > die armen Malocher "ganz unten".

          Wie du meinen, das?
        • hakko am 10.07.2019 00:04 via tvforen.demelden

          Eine Aufklärung über die Warnstreikstunde zwischen 7 und 8 Uhr am 09.07.2019 im ARD-Morgenmagazin gibt auch dieses Video:

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