Von Frankenfeld bis Gottschalk: „ZDF-History“ ehrt Deutschlands große Showmaster

    Dokumentation über Fernsehlegenden

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 02.08.2022, 16:31 Uhr

    Hans Rosenthal (l.) und Hans-Joachim Kulenkampff (r.) – Bild: ZDF/HR/Kurt Bethke
    Hans Rosenthal (l.) und Hans-Joachim Kulenkampff (r.)

    Nostalgisch veranlagte Fernsehzuschauer sollten sich Sonntag, den 11. September um 23:45 Uhr vormerken. Denn dann ist eine neue Ausgabe von „ZDF-History“ zu sehen, die sich den legendären Showmastern Deutschlands widmet. Von Peter Frankenfeld bis Thomas Gottschalk werden Ausschnitte von früher gezeigt und kommentiert.

    Die 45-minütige Sendung will einen Querschnitt über kleine und große Show-Momente aus der Geschichte der Fernsehunterhaltung in Ost und West zeigen – von den Anfängen in den 1950er Jahren bis heute. Im Mittelpunkt stehen die Fernsehlegenden Peter Frankenfeld, Hans-Joachim Kulenkampff, Hans Rosenthal, Wim Thoelke, Helga Hahnemann, Rudi Carrell und Thomas Gottschalk, deren Shows zu Straßenfegern wurden und die für Gesprächsstoff sorgten. Ihretwegen versammelten sich Familien vor der Glotze, um gemeinsam „Wetten, dass..?“, „Dalli Dalli“, „Ein Kessel Buntes“, „Einer wird gewinnen“ oder auch „Am laufenden Band“ zu gucken.

    „ZDF-History“ ehrt die Persönlichkeiten, widmet sich aber auch den Spielverläufen, Pannen, Lachern und Aufregern – und stellt Unterschiede heraus. Denn während man sich im Westen zunächst an amerikanischen Vorbildern orientierte, versuchte man sich im Osten Deutschlands mit einer Mischung aus Show und Politik. „Da lacht der Bär“ war anfangs noch gesamtdeutsch angelegt, wo auch West-Künstler auftreten durften. Im bundesdeutschen Fernsehen etablierte Peter Frankenfeld mit „1:0 für Sie“ seine erste Spielshow, die als Urknall der (west-)deutschen Unterhaltungssendungen gilt. Mit Kulenkampffs „Einer wird gewinnen“ begann schließlich die Epoche der großen Samstagabendshows im deutschen Fernsehen. Ihm folgen Carrells „Am laufenden Band“ sowie „Wetten, dass..?“ mit Frank Elstner und später Thomas Gottschalk. Währenddessen wird in der DDR wird ab 1972 „Ein Kessel Buntes“ zur beliebtesten Fernsehshow, in der auch internationale Stars wie ABBA auftraten.

    Zu Wort kommen in der Dokumentation unter anderem Frank Elstner, Oliver Kalkofe, Carmen Nebel und Johannes B. Kerner, die sehr persönlich über Wetten und Spiele, denkwürdige Auftritte und unvergessene Fernsehmomente berichten.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1976) am

      Na dann weiß ich jetzt schon, dass für die DDR 3, maximal 5 Minuten bleiben. Natürlich zurecht Hahnemann, vielleicht noch Herricht und Quermann erwähnt, aber die drei Dialektiker? Der geniale Conferencier O.F. Weidling? DDR als Teil der gesamtdeutschen Geschichte anzunehmen war schon immer zu schwer, da reicht sie maximal zur Fußnote, zum Fußabtreter oder zur falschen Ostalgie.
      • (geb. 1963) am

        Das ist korrekt.
        Aber die DDR war halt ein Unrechtsstaat gewesen.
        Das war nun mal so...
    • am via tvforen.de

      Ja, kein vergleich zur über 2 Stündigen Doku "Unsere Väter" vom NDR
      • (geb. 1970) am

        45 Minuten ist viel zu kurz. Daraus hätte man eine mehrteilige Doku machen können, in der z.B. jede Folge ein Jahrzehnt abdeckt.
        • (geb. 1963) am

          Nein, 60 Minuten pro Prominenten - das wäre viel besser gewesen...
      • am via tvforen.de

        Wer guckt sich das so spät an?

        Genau so wie zum Tode von Uwe Seeler erst ein Nachruf im Ersten um 23.45 Uhr gesendet wurde.

        Was hat man diesen Größen alles zu verdanken! Einschaltquoten die heute nicht mehr möglich sind! Und die werden ins Nachtprogramm verschoben!
        • am via tvforen.de

          Schade ist auch, dass es sich hierbei wohl nur um ein kommentiertes Best of handelt.

          Und nicht etwa ungekürzte Originalsendungen, was ich klar vorziehen würde (und sicherlich nicht nur ich????)

          Nostalgische Grüße
          - LeMartin -
        • am via tvforen.de

          Klingt auf den ersten Blick interessant, aber wer die ZDF-History-Folgen mit ihren kleinen 10-minütigen Porträthäppchen kennt kann sich ungefähr vorstellen, was einen da erwartet.

          Der Sendeplatz: naja, die Leute sollen es natürlich in der Mediathek gucken!

          Die vertane Chance: hier könnte man doch optimal zdf_neo nutzen und eine Themennacht anschliessen, in der dann ein paar Shows in voller Länge gesendet werden. Will man aber wahrscheinlich einfach nicht, weil es nicht in das starre Sendekonzept und zur Quotenverliebtheit von zdf_neo passt.

          Unter einer 'Ehrung' grosser Showmaster verstehe ich etwas anders, als weitere Clipshow für zwischendurch ist es vielleicht ganz unterhaltsam.
        • am via tvforen.de

          Es ist halt eine ganz normale Folge aus der Reihe "ZDF History", die immer auf diesem Sendeplatz läuft und dann regelmäßig auf ZDFinfo und Phoenix wiederholt wird. Nicht mehr und nicht weniger.

          Dass in 45 Minuten keine umfassende Würdigung aller großen Showmaster möglich ist, dürfte klar sein. Insofern ist die Schlagzeile des Wunschliste-Artikels einfach ein bisschen übergeigt. Als Hardcore-Nostalgiker sollte man da nicht zu viel erwarten.

          Man sollte auch bedenken, dass sich solche Formate nicht nur an Zeitzeugen richten, sondern auch an nachwachsende Generationen, die ggf. von Hans Rosenthal und Peter Frankenfeld noch nie etwas gehört haben und das Phänomen der Samstagabendshow mit 20 Mio. Zuschauern allenfalls vom Hörensagen kennen. Für die kann so eine Doku ein ganz guter Einstieg in das Thema sein - oder auch schon ein ausreichender Überblick, den sie dann nicht mehr vertiefen wollen.

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