Mit Formaten wie „Die Landarztpraxis“ und „Ein Hof zum Verlieben“ hat Sat.1 vor einiger Zeit die Vorabendserien wieder für sich entdeckt. Vor rund 20 Jahren gab es schon mal eine Zeit, in der der Bällchensender verstärkt auf Soaps bzw. Telenovelas gesetzt hat (und noch um einiges erfolgreicher damit war). Die beiden bekanntesten Serien aus dieser Zeit waren zweifelsohne „Verliebt in Berlin“ und „Anna und die Liebe“. Nach einer längeren Pause kehren diese in Kürze ins deutsche Free-TV zurück – allerdings in neuer Heimat: Der kleine Spartensender DF1 hat sich die Rechte an den Serien gesichert.
Dort werden die beiden Telenovelas hintereinander am Vorabend ausgestrahlt – und zwar ab dem 25. Mai von Montag bis Freitag. „Anna und die Liebe“ mit Jeanette Biedermann wird in Doppelfolgen ab 18:30 Uhr gezeigt. Im Anschluss daran folgt um 19:20 Uhr „Verliebt in Berlin“ mit Alexandra Neldel, ebenfalls mit je zwei Folgen am Stück.
DF1-Geschäftsführer David Müller kommentiert: Mit ‚Anna und die Liebe‘ und ‚Verliebt in Berlin‘ holen wir zwei der bekanntesten und beliebtesten Serienmarken des deutschen Fernsehens zurück auf den Bildschirm. Beide Formate stehen für emotionale Geschichten und starke Identifikationsfiguren und sind damit die ideale Besetzung für unseren Vorabend.
Anna und die Liebe
Im Mittelpunkt von „Anna und die Liebe“ steht die von Jeanette Biedermann gespielte Anna Polauke, die liebenswert, kreativ und intelligent ist – aber leider auch unglaublich schüchtern. Sie träumt von einem Job als Werbetexterin, doch es liegt ein harter und steiniger Weg vor ihr. Annas intrigante Stiefschwester Katja (Karolina Lodyga) ist ihr dabei keine große Hilfe – denn Katja klaut kurzerhand Annas Ideen und bekommt eine Stelle in der Werbeagentur Broda & Broda, die direkt gegenüber des Restaurants der Familie Polauke liegt. Und nicht nur das: Katja kann sogar das Herz von Annas großem Schwarm erobern, dem attraktiven Juniorchef Jonas Broda (Roy Peter Link). Auch in der Agentur gibt es zahlreiche Konflikte, denn die Familie Broda ist hoffnungslos zerstritten, und es tobt ein heftiger Machtkampf um die Führung des Unternehmens. Zu Hause hat es Anna ebenfalls nicht leicht: Stiefvater Armin (Rainer Will) ist ein Meister der Manipulation und bevorzugt seine eigene Tochter Katja, wo er nur kann …
Neben Jeanette Biedermann spielten zahlreiche prominente Gesichter bei „Anna und die Liebe“ mit – so waren von Beginn an Alexander Klaws und Mathieu Carrière im Cast. Später gesellten sich Tanja Wenzel, Fiona Erdmann und Larissa Marolt hinzu. Insgesamt 926 Folgen in vier Staffeln sind zwischen 2008 und 2012 produziert worden. Nach einem etwas holprigen Start wurde die Serie ein Erfolg, nachdem sie Sat.1 nach wenigen Wochen vom 19-Uhr-Sendeplatz auf 18:30 Uhr verlegte. Ursprünglich sollte „Anna und die Liebe“ übrigens den Titel „In Liebe Lena“ tragen. Dieser wurde jedoch verworfen, da die im Soap-Genre üblicherweise verwendete Abkürzung sonst „ILL“ (englisch: „krank“) gelautet hätte.
Verliebt in Berlin
Alexandra Neldel verkörpert das Mauerblümchen Lisa Plenske, das davon träumt, in der Modebranche groß rauszukommen. In der Berliner Modefirma Kerima Moda ergattert sie schließlich einen Job, wenn auch zunächst nur im Catering. Wenig später wird sie persönliche Assistentin des neuen Geschäftsführers David Seidel (Mathis Künzler), in den sich Lisa unsterblich verliebt. Der ist jedoch zu Beginn von den Fähigkeiten seiner neuen Assistentin nicht überzeugt, denn Lisa tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste. Auch bei den restlichen Mitarbeitern in der Firma hat sie einen schweren Stand. Als gute Seele fungiert Lisas tollpatschiger, ehemaliger Schulfreund Jürgen Decker (Oliver Bokern), der in einem Zeitungskiosk arbeitet. Im Verlauf der Zeit macht Lisa jedoch Karriere, wird Geschäftsführerin der Tochterfirma B.Style und schließlich sogar Mehrheitseignerin und Geschäftsführerin von Kerima Moda. Und schließlich stehen auch in der Liebe die Sterne für sie immer besser.
„Verliebt in Berlin“ ist die deutsche Adaption der kolumbianischen Telenovela „Yo soy Betty, la fea“, die unerwartet zu einem der größten Erfolge in der Geschichte des Senders wurde. Bereits in der ersten Woche wurden Marktanteile von 20 Prozent in der jungen Zielgruppe erreicht. Eineinhalb Jahre lang war „Verliebt in Berlin“ das Aushängeschild am Vorabend um 19:15 Uhr. Höhepunkt war die zweistündige Primetime-Hochzeitsfolge, in der sich Lisa und ihr Chef David nach 364 Folgen das Ja-Wort gaben. Dieses Serien-Special sahen am 1. September 2006 unglaubliche 7,35 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 25,9 Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen betrug der Marktanteil gar 38,6 Prozent. Werte, die für das heutige Sat.1 in utopischer Ferne liegen.
Auch „Verliebt in Berlin“ sollte eigentlich einen anderen Titel tragen: „Alles nur aus Liebe“. Rechtzeitig fiel Sat.1 allerdings noch auf, dass die Abkürzung dann „AnaL“ gelautet hätte. So wurde die Serie in „Verliebt in Berlin“ umbenannt und von den Fans deutlich unverfänglicher mit „ViB“ abgekürzt. Der Stoff an sich wurde mehrfach adaptiert. Neben dem kolumbianischen Original gab es 2006 eine US-Adaption als Comedy namens „Ugly Betty“, 2019 folgte eine neue Telenovela-Version namens „Betty in New York“ für den spanischsprachigen US-Sender Telemundo. Das kolumbianische Original erhielt unter dem Titel „Betty La Fea: Die Geschichte geht weiter“ eine späte Fortsetzung, die seit 2024 produziert wird und hierzulande auf Prime Video verfügbar ist.