Ulrich Wickert klagt gegen Landesmedienanstalt

    Vergabe der RTL-“Fensterprogramme“ wird zum Streitfall

    Michael Brandes – 22.08.2008

    Ulrich Wickert, früherer „Tagesthemen“-Moderator und Gastgeber der Sendung „Wickerts Bücher“, und die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) werden vor Gericht aufeinander treffen. Hintergrund ist die permanente Vergabe der sogenannten „Fensterprogramme“ des Senders an Alexander Kluges Produktionsfirma DCTP.

    Alle fünf Jahre werden bei RTL und Sat.1 diese gesetzlich vorgeschriebenen Programmplätze für Kultur ausgeschrieben. Sie gingen bisher jedes Mal an DCTP. In diese Programmschiene fallen zum Teil Sendungen wie „Stern TV“ , „Spiegel TV – Magazin“ und „10 vor 11“. Erst kürzlich wurde die Vereinbarung mit Kluge wieder um fünf Jahre verlängert.

    Wickert, der inzwischen eine eigene Produktionsfirma namens UWP leitet, hatte sich im Januar darum beworben, die im Rundfunkstaatsvertrag verankerten „Fensterprogramme“ nutzen zu dürfen. Von der zuständigen Landesmedienanstalt in Niedersachsen erhielt er allerdings nicht einmal ein Antwortschreiben und erfuhr von der Ablehnung seines Antrags erst aus der Presse.

    Wickert klagt nun gegen die Landesmedienanstalt, beigeladen sind RTL und Alexander Kluge, um dieses vermeintliche Monopol zu hinterfragen. Bis zu einer Entscheidung des Gerichts sollen die Sendeplätze nach Wickerts Wunsch im Verhältnis 50:50 zwischen der DCTP und Wickerts UWP aufgeteilt werden.

    Wickert weist im Rahmen seiner Klage unter anderem auch auf „eine Vielzahl von Verflechtungen“ hin, demzufolge Kluges DCTP nicht wie gesetzlich gefordert als „unabhängiger Dritter“ betrachtet werden kann. Die Klage wurde bereits angenommen, ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am via tvforen.de

      endlich !!

      Dass "Axel Dummerle" sich seit Anbeginn dieser Regelung alle Sendeplätze via NRW unter den Nagel gerissen hat, wundert viele Brancheninsider seit Jahren.

      Einige der Sendungen bestehen aus Wiederholungen von Wiederholungen von Gesprächen mit einem "Experten" der in X Rollen antritt und gegen ein kleines Honorar sinnloses Gewäsch zu russischer Geschichte, israelischem Geheimdienst, physikalischen Phänomenen u.ä. absondert.

      Ich glaube seit 1988 oder so hat Herr Kluge zusammen mit einer japanischen Werbeagentur dieses Sendemonopol und bekommt seit 20 Jahren immer wieder durch die NRW Landesmedienanstalt sein placet.

      Der könnte auch 20 Minuten Schwarzbild mit Pfeifton senden - und es ging als Kunst durch !!

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