TV-Kritik „Game of Thrones“: Was erwartet Jon Snow „Jenseits der Mauer“ („Beyond the Wall“)?

    Unser Recap zur sechsten Folge der siebten Staffel des Fantasy-Epos

    Jana Bärenwaldt
    Rezension von Jana Bärenwaldt – 21.08.2017, 13:20 Uhr

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    Jon (Kit Harington, 2.v.l.) und seine Gefährten „Jenseits der Mauer“ – Bild: HBO
    Jon (Kit Harington, 2.v.l.) und seine Gefährten „Jenseits der Mauer“

    Achtung! Der Artikel enthält nachfolgend Hinweise zur Handlung der sechsten Folge der siebten Staffel von „Game of Thrones“, „Jenseits der Mauer“. Lesen auf eigene Gefahr!

    Wie der Titel der Episode bereits verrät, spielt sich der Großteil der Handlung hinter der Mauer ab. Jon Snow (Kit Harington) ist gemeinsam mit seinem All-Star Team, bestehend aus Gendry (Joe Dempsie), Ser Jorah Mormont (Iain Glen), Tormund (Kristofer Hivju), Sandor Clegane (Rory McCann), Thoros von Myr (Paul Kaye) und Beric Dondarrion (Richard Dormer), hinter der Mauer unterwegs, um einen Wiedergänger einzufangen und nach Kings Landing zu bringen. Damit wollen sie Königin Cersei (Lena Headey) von der drohenden Gefahr für alle Menschen überzeugen. Soweit der ziemlich riskante Plan. Wird er aufgehen?

    Die Männer gehören allesamt zu den erfahrensten und besten Kämpfern in Westeros, hätten sich unter anderen Umständen allerdings wahrscheinlich nicht zusammengeschlossen. Im Angesicht ihres gemeinsamen Feindes, den White Walkern, legen sie ihre Differenzen aber beiseite. Genau das ist auch das Oberthema der gesamten siebten Staffel. Während ihrer Wanderung finden einige interessante Gespräche zwischen den einzelnen Charakteren statt. Vergangene Ereignisse werden wieder aufgerollt und Prognosen für die Zukunft werden gestellt.

    „Death is the enemy. The first enemy and the last“

    Allerdings ist der Aufenthalt hinter der Mauer nicht ungefährlich, wie den Männern rasch wieder ins Gedächtnis gerufen wird, als ein monströser, untoter Bär ihre Reihen durchbricht. Jorah gelingt es den Bären mit seinem Dolch zur Strecke zu bringen, aber Thoros trägt eine schwere Verletzung davon. Kurze Zeit später haben sie mehr Glück: sie entdecken eine kleine Gruppe von Wiedergängern, angeführt von einem White Walker. Als Jon im nachfolgenden Kampf mit seinem Schwert aus valyrischem Stahl den Walker um die Ecke bringt, reißt sein Ableben die restlichen Wiedergänger mit in den Tod. Allerdings bleibt praktischerweise einer übrig, den die Männer mitnehmen können. Die Kämpfer stellen die Theorie auf, dass bei der Vernichtung eines White Walkers stets auch alle die Eis-Zombies vergehen, die dieser selbst erschaffen hat.

    Jon Snow (Kit Harington) im „Jenseits der Mauer“ im Eissturm
    Jon Snow (Kit Harington) im „Jenseits der Mauer“ im Eissturm

    Der gefangene Wiedergänger zeigt sich mit seinem Abtransport allerdings nicht einverstanden und lockt mit seinen Schreien eine riesige Armee aus Untoten an, einschließlich dem Night King (Vladimir ‚Furdo‘ Furdik). Jon schickt Gendry als Boten zurück nach Eastwatch, während er sich mit den anderen Männern auf einem Felsen in der Mitte eines großen, zugefrorenen Sees in Sicherheit flüchtet: Das Eis um sie bricht derweil unter dem Gewicht der Untoten-Armee ein und verschafft der Truppe zumindest etwas Zeit. Das ändert aber nichts daran, dass sie von der Armee eingekesselt sind und nur darauf warten können, dass Gendry einen Raben zu Daenerys (Emilia Clarke) schickt und somit Hilfe holt. Für Thoros kommt allerdings jede Hilfe zu spät, er ist mittlerweile seinen Verletzungen erlegen.

    Auf Winterfell konfrontiert Arya (Maisie Williams) ihre Schwester Sansa (Sophie Turner) mit dem Brief, den sie bei Littlefinger (Aidan Gillen) gefunden hat. Es ist der Brief, den Sansa einst unter Druck von Cersei und Varys (Conleth Hill) an Robb geschickt hatte. Arya gelingt es allerdings nicht zwischen den Zeilen zu lesen. Für sie hat Sansa die Familie verraten. In ihrem Zorn will sie den Brief den anderen Lords von Winterfell zeigen, um ihre ältere Schwester bloßzustellen. Trotz Aryas langjährigem Training und all den Erfahrungen, die sie gesammelt hat, gelingt es ihr nicht zu erkennen, dass sie blindlings in Littlefingers Falle getappt ist und er genau das erreicht, was er wollte: Zwietracht und Misstrauen zwischen den Stark-Schwestern sähen.

    Sansa verhält sich allerdings nicht gerade klüger. Sie geht schnurstracks zu Petyr Baelish und schüttet ihm ihr Herz aus, obwohl sie selbst oft genug betont hat, dass man ihm niemals trauen darf. Und zu allem Überfluss schickt sie dann auch noch Brienne (Gwendoline Christie) und Podrick (Daniel Portman) fort nach Kings Landing, um sie dort bei einem von Cersei einberufenen Treffen zu vertreten. Brienne ist im Moment wahrscheinlich die einzige Person auf Winterfell, der Sansa noch gänzlich vertrauen kann und die immer ein Auge auf sie hat. Man kann nur hoffen, dass dem Ganzen ein ausgefuchster Plan der Stark-Schwestern zu Grunde liegt, denn momentan wirken die beiden nur wie zwei kleine Mädchen, die ohne jede Mühe von Littlefinger manipuliert werden können.

    Eisiges Verhältnis auch zwischen den Schwestern Sansa (Sophie Turner) und Arya (Maisie Williams)
    Eisiges Verhältnis auch zwischen den Schwestern Sansa (Sophie Turner) und Arya (Maisie Williams)

    „I don’t want you to be a hero. Heros do stupid things and they die“

    Tyrion (Peter Dinklage) stellt Dany derweil eine unangenehme und dennoch berechtigte Frage: wer soll ihr im Falle ihres Todes auf den Thron folgen? Daenerys macht keinen Hehl daraus, dass sie durch das Ritual von dem Götterweib Mirri Maz Duur zur Unfruchtbarkeit verdammt wurde. Wenn sie also keine Kinder bekommen kann, muss sie auf anderem Wege einen Nachfolger bestimmen. Allerdings will Daenerys nichts von ihrem möglichen Tod hören und schneidet Tyrion barsch das Wort ab. Zudem erreicht sie bald Gendrys Rabe und die Mutter der Drachen macht sich mit ihren drei „Kindern“ nach Norden auf, um Jon, Jorah und die anderen zu retten.

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