„The 100“: Neue Folge testet potentielles Spin-Off – Review

    Unser Recap zu „Anaconda“, der achten Episode der siebten Staffel

    Rezension von Jana Bärenwaldt – 09.07.2020, 15:53 Uhr

    Clarke (Eliza Taylor) und Raven (Lindsey Morgan) auf Bardo

    Die neueste „The 100“-Folge namens „Anaconda“ fungiert nicht nur als achte Episode der aktuellen Staffel, sondern ist zugleich der Backdoor-Pilot eines potentiellen Ablegers, der den Namen „The 100: Second Dawn“ tragen könnte (fernsehserien.de berichtete). Darin wird der Zuschauer in die Zeit kurz vor bzw. während der ersten nuklearen Apokalypse entführt und erfährt die spannende Hintergrundgeschichte vom Ende der Welt, inklusive der Gründung der Grounder mit Hilfe von Nachtblut und der Flamme.

    Die Episode beginnt genau dort, wo die letzte aufgehört hat. Clarke (Eliza Taylor) starrt geschockt ins Leere, nachdem Gabriel (Chuku Modu) ihr die Neuigkeiten über Bellamys (Bob Morley) angeblichen Tod beigebracht hat. Auch Raven (Lindsey Morgan) ist sichtlich bestürzt. Miller (Jarod Joseph), Niylah (Jessica Harmon) und Jordan (Shannon Kook) halten die restlichen Leute im Raum in Schach, während Clarke und Raven den Moment nutzen, um sich kurz zu sammeln.

    Es bleibt ihnen jedoch keine Zeit zum Trauern, denn Anders (Neal McDonough) bringt Bill Cadogan (John Pyper-Ferguson) zu ihnen, der sich als der Shepherd (dt. Schäfer) bzw. Bill vorstellt. Im Gegenzug lassen sie die anderen Leute gehen. Clarke erkennt in ihm den ehemaligen Anführer des Kultes der Zweiten Dämmerung und teilt Niylah dies in Trigedasleng mit. Bill ist aber ebenfalls der Grounder-Sprache mächtig, die allem Anschein nach von seiner Tochter entwickelt wurde. Er fragt Clarke, ob seine Tochter sich im Schlüssel befände. Gabriel klärt Clarke darüber auf, dass die Menschen auf Bardo mit dem Schlüssel die Flamme der Grounder meinen, die einst von Becca Franco (Erica Cerra) entwickelt wurde.

    Clarke (Eliza Taylor) und Raven (Lindsey Morgan) bleibt keine Zeit, sich von dem Schock zu erholen. The CW

    Die Folge springt zurück zur Zeit vor der ersten nuklearen Katastrophe im Jahr 2052. Cadogans Tochter Callie (Iola Evans) und ihre beste Freundin Lucy (Nicole Muñoz) kommen gerade von einer Demonstration. Sie sind Teil einer Umweltbewegung namens Tree Crew, was ähnlich ausgesprochen wird wie der Name des Grounder-Clans Trikru. Trikru ist der Clan, dem unter anderem Lexa (Alycia Debnam-Carey), Lincoln (Ricky Whittle) Indra (Adina Porter) und Gaia (Tati Gabrielle) angehör(t)en. Die Verbindung zu Trikru wird auch durch das Symbol auf Lucys T-Shirt geschlagen.

    Der Protest scheint nicht ganz friedlich abgelaufen zu sein, da Callie ihre Freundin verarzten muss. Durch die Nachrichten erfährt man, dass die Weltbevölkerung mittlerweile elf Milliarden Menschen umfasst und dass Becca Franco sich mit ihrem neuesten Forschungsprojekt auf ihre Raumstation Polaris zurückgezogen hat. Die beiden werden von Callies Mutter (Crystal Balint) unterbrochen, die sie über einen Hologramm-Anruf von Bill informiert. Callie nimmt diesen nur äußerst widerwillig entgegen.

    Lucys (Nicole Munoz) T-Shirt zeigt das Logo von „Tree Crew“ bzw. „Trikru“. The CW

    Zunächst ist ihr Bruder Reese (Adain Bradley) in der Leitung, der im Gegensatz zu Callie ein gutes Verhältnis zu ihrem Vater zu haben scheint und Teil der Zweiten Dämmerung ist, was bereits an seinem Shirt erkennbar ist. Bevor Bill seine Tochter über ihren in seinen Augen fragwürdigen Lebenswandel belehren kann, erhält er eine Hiobsbotschaft. Er warnt seine Frau mit dem Codewort „Anaconda“. Daraufhin ist Callies Mutter sofort in Alarmbereitschaft versetzt und macht sich daran, mit ihrer Tochter zu fliehen, denn Anaconda bedeutet, dass die nuklearen Raketen gestartet sind.

    Als Mutter und Tochter von einem Hubschrauber abgeholt werden, muss Callie ihr altes Leben hinter sich lassen. Auch ihre Freundin, die von Callies Mutter außer Gefecht gesetzt wird, muss sie zurücklassen, da sie nicht Teil der Zweiten Dämmerung ist. Denn in Cadogans Bunker sind nur Mitglieder seines Kultes erlaubt. 1104 Menschen schaffen es rechtzeitig hinein. Bereits wenig später gehen die Raketen nieder. Im Bunker versucht Bill den Code eines Anomalie-Steins zu entschlüsseln, den er in einem Tempel gefunden hat und für die Rettung der Menschheit hält.

    Reese (Adain Bradley), Callie (Iola Evans) und ihre Mutter (Crystal Balint) erleben im Bunker das Ende der Welt. The CW

    Callie schließt sich mit August (Leo Howard) zusammen, einem Tree Crew-Aktivisten, der seine Freundin außerhalb des Bunkers zurücklassen musste und die nun verzweifelt gegen die Tür hämmert. Die beiden werden allerdings von Tristan (Craig Arnold) und Reese aufgehalten, der kaltherzig erklärt, dass nur Mitgliedern der Stufe 12 Zutritt gewährt wird.

    Zwei Jahre später landet Becca Franco in der Nähe des Bunkers. Im Gegensatz zu allen anderen kann sie auch ohne Schutzanzug der Strahlung widerstehen. Tristans Anzug hatte jedoch ein Leck, sodass er eine Strahlen-Vergiftung erleidet. Bevor er sterben kann, wird er von Becca zum ersten Nachtblut nach ihr gemacht. Becca kann durch die Flamme (A.L.I.E. 2.0) zudem den Anomalie-Stein hören und mit ihrer Hilfe gelingt es ihnen, einen Teil des Codes zu entschlüsseln und das Wurmloch zu aktivieren. Während Callies Familie in der Anomalie den Schlüssel zum Überleben der Menschheit auf einem anderen Planeten sieht, wollen Becca und Callie die Leute im Bunker mit dem Serum behandeln, sodass sie der Strahlung auf der Erde widerstehen können.

    Becca (Erica Cerra) findet in Callie (Iola Evans) eine Verbündete. The CW

    Mit Hilfe der künstlichen Intelligenz A.L.I.E. 2.0 aktiviert Becca eine andere Anomalie und verschwindet darin. Als sie wieder herauskommt, ist sie vollkommen außer sich und beschwört Bill, dass sie den Anomalie-Stein deaktivieren müssen, was Bill dazu veranlasst, sie einzusperren. Becca will verhindern, dass Bill mit Hilfe der KI den finalen Code herausfinden kann, was ihrer Aussage nach die Vernichtung der Menschheit zur Folge hätte.

    Becca erklärt Callie die Funktionsweise der KI, welche sie auch die Flamme nennt. Die KI funktioniert nur mit Menschen bei Nachtblut, ein Name, den Callie sich ausgedacht hat, indem sie sich mit deren Nervensystem vernetzt. Dadurch verstärkt die KI die bereits vorhandenen Anlagen, weswegen Callie den Träger der Flamme weise auswählen soll. Becca glaubt daran, dass ihr Verstand in der Flamme weiterleben wird und dass diese in Verbindung mit dem richtigen Träger zur Rettung der Menschheit genutzt werden kann. Der Name Flamme geht auf die griechische Mythologie zurück, wo Prometheus Feuer der Götter stiehlt und zu den Menschen bringt.

    Callie (Iola Evans) und Reese (Adain Bradley) stehen auf unterschiedlichen Seiten. The CW

    Da Becca sich weigert, Bill Cadogan bei der finalen Entschlüsselung des Codes zu helfen, wird sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Es kommt zur Konfrontation und zum Kampf um die Flamme zwischen Callie und ihren Anhängern, darunter August auf der einen, und ihr Bruder Reese und seine Disciples (dt. Jüngern) inklusive Tristan auf der anderen Seite. Callie setzt Reese außer Gefecht, verabreicht ihm das Serum und nimmt die Flamme an sich. Damit wird Callie zur ersten Bewahrerin der Flamme.

    Gemeinsam mit allen Menschen, denen sie das Serum bereits verabreicht haben, fliehen Callie und August aus dem Bunker, während ihre Mutter sich entschließt, zu bleiben und mit Bill durch die Anomalie zu gehen. Bill kann seiner Frau jedoch nicht verzeihen, dass sie Callie mit der Flamme hat entkommen lassen und verstößt sie. Zudem weist er Reese und Tristan an, die Flamme zurückzuholen, koste es was es wolle. Den Rest seiner Anhänger führt Bill durch die Anomalie nach Bardo.

    August (Leo Howard) schließt sich Callie an. The CW

    In der Gegenwart behauptet Clarke gegenüber Bill, dass sich ein Teil seiner Tochter Callie in der Flamme befindet. Bevor sie darüber nachdenkt, ihm zu helfen, will sie allerdings erst ihre Freunde zurückhaben. Gabriel öffnet die Tür und drei Disciples treten ein. Als sie ihre Helme abnehmen, kommen darunter Octavia (Marie Avgeropoulos), Echo (Tasya Teles) und Diyoza (Ivana Milicevic) zum Vorschein.

    Fazit

    Innerhalb einer Episode schafft „The 100“ es, den Bogen zur ersten nuklearen Katastrophe, über den Beginn der Grounder durch Becca Franco und die Flamme, bis hin zu Bill Cadogan und den Kult der Zweiten Dämmerung und zurück nach Bardo zu schlagen. Trotz oder gerade wegen der vielen neuen Charaktere gelingt die Erzählung einer packenden Geschichte, die hoffentlich in der Bestellung des Spin-Offs weitergeführt wird. In der Folge werden eine Menge Fragen zu der Geschichte der Serie beantwortet, aber auch neue aufgeworfen. Callie wird zur ersten Bewahrerin der Flamme und scheint gemeinsam mit August den späteren Trikru-Clan zu gründen. Dabei könnte ihr allerdings ihr Bruder Reese mit Tristan in die Quere kommen, die potentiell einen anderen Clan, wie beispielsweise Azgeda bzw. Ice Nation begründen könnten.

    Sind Echo (Tasya Teles), Octavia (Marie Avgeropoulos) und Diyoza (Ivana Milicevic) konvertiert? The CW

    „Anaconda“ hat auch nochmals gezeigt, dass die Menschen auf Bardo tatsächlich Nachfahren von Bill Cadogan und seinem Kult der Zweiten Dämmerung sind, und dass dieser nach wie vor die Flamme für den Schlüssel für den Code des Anomalie-Steins hält. Da Octavias Erinnerungen Clarke als Trägerin der Flamme ausgewiesen haben, ist sie in den Augen Bardos der Schlüssel. Allerdings hat Clarke die Flamme nur kurz getragen und die KI ist mittlerweile zerstört. Clarke scheint Cadogan darüber jedoch vorerst im Dunkeln lassen zu wollen und auch Gabriel müsste eigentlich um das Schicksal der Flamme wissen, hält sich bisher jedoch auch zurück. Im Endeffekt könnte sich auch Madi (Lola Flanery) als der wahre Schlüssel herausstellen, da sie immer noch Zugriff auf Erinnerungen der früheren Commander inklusive Becca zu haben scheint.

    Über die Autorin

    Jana Bärenwaldt entdeckte ihre Leidenschaft für Fernsehserien mit der Ausstrahlung von „The Tudors“ im deutschen Fernsehen. Bis heute ist die Historienserie eins ihrer favorisierten Genres, weswegen sie diesem Thema auch ihre Bachelorarbeit gewidmet hat. Mittlerweile schaut sie aber bunt gemischt, von Drama über Fantasy bis hin zu Anime Serien. Seit März 2016 ist Jana neben ihrem Studium der Medienwissenschaften in der Redaktion von fernsehserien.de tätig und schreibt dort hauptsächlich für TV-Serien aus dem englischsprachigen Raum.

    Lieblingsserien: The Walking Dead, Outlander, Westworld

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