„The 100“: Im Midseason-Finale werden die Karten neu gemischt – Review

    Unser Recap zur neunten Episode der siebten Staffel „The Flock“

    Rezension von Jana Bärenwaldt – 16.07.2020, 15:23 Uhr

    Murphy (Richard Harmon) und Emori (Luisa D’Oliveira)

    Das Midseason-Finale von „The 100“ („The Flock“) zeigt, wie die Ausbildung von Octavia (Marie Avgeropoulos), Echo (Tasya Teles), Diyoza (Ivana Milicevic) und Hope (Shelby Flannery) zu Jüngern (Disciples) von Bardo verläuft. Aber nicht alle bestehen den finalen Test und jemand muss die Konsequenzen tragen. Auf Sanctum dreht sich das Blatt zu Gunsten des dunklen Commanders Sheidheda (JR Bourne): In einer blutigen Wende der Ereignisse, scheint er die Macht endgültig an sich zu reißen.

    Die Episode springt zunächst drei Monate zurück und überbrückt die Zeit vor der Ankunft von Clarke (Eliza Taylor) und Co. Anders (Neal McDonough) weiß, dass Octavia und die anderen dem Training nur zugestimmt haben, um aus ihren Zellen zu kommen. Er will ihnen die Augen für die Gefahr öffnen, in der sie laut seiner Aussage alle schweben. Er rüstet sie mit Atem-Masken aus und bringt sie an die Oberfläche von Bardo, die mit glitzerndem Gestein überzogen ist, und auf der große, versteinerte Gestalten stehen.

    Anders informiert die Neuankömmlinge darüber, dass dies die eigentlichen Einwohner Bardos waren und sie ihren Kampf verloren haben. Er will ihre Hilfe, um den letzten Krieg der Menschheit zu gewinnen. Ihr Gegner ist dabei derselbe, der auch die letzten Einwohner von Bardo ausgelöscht hat, auch wenn immer noch unklar ist, um wen oder was es sich dabei genau handelt. Da Menschen die Luft von Bardo nicht atmen können ohne versteinert zu werden, scheint es als ob Gabriel (Chuku Modu) sie auf ihrer Flucht tatsächlich alle vor dem sicheren Tod gerettet hat. Das wirft die Frage auf, was Levitts (Jason Diaz) Plan war, als er sie an die Oberfläche geschickt hat.

    Die Oberfläche von Bardo ist kein einladender Ort. The CW

    Sie bekommen auch bald die Möglichkeit dazu ihn das zu fragen, denn Levitt übernimmt ihr erstes Training. Er klärt sie darüber auf, dass ein Überleben für wenige Stunden sehr wohl möglich ist und er die Zeit brauchte, um etwas herauszufinden. Levit warnt sie, dass Anders versuchen wird, in ihre Gedanken und Emotionen einzugreifen, und dass sie um jeden Preis die Kontrolle behalten müssen. Sie meistern ihre erste Trainingsstunde mit Leichtigkeit. Die wahre Schwierigkeit liegt aber nicht in ihrem physischen, sondern ihrem psychischen Training. In Simulationen werden sie an ihre Schmerzgrenzen gebracht und Anders droht, sie einzeln zurück nach Skyring zu schicken, sollten sie ihre persönlichen Motive nicht hinten anstellen können.

    Anders macht sie weiter mit der Lebensweise auf Bardo vertraut. Dort werden Kinder nicht auf natürlichem Wege geboren, sondern im Labor. Dadurch, dass sie ohne Eltern aufwachsen, können sie keine Bindungen zu einzelnen Menschen aufbauen und sich ganz auf ihre jeweiligen Aufgaben konzentrieren. Während Octavia, Echo und Diyoza sich scheinbar mehr und mehr auf ihr neues Leben einlassen, kann Hope ihre Abneigung und Wut nur schwer verbergen. Echo blüht hingegen auf und wird zu einer geradezu musterhaften Schülerin. Am Abend vor ihrem finalen Test stattet Levitt Octavia einen Besuch ab und die beiden kommen sich näher.

    Octavia (Marie Avgeropoulos) und Levitt (Jason Diaz) kommen sich näher. The CW

    Der finale Test erweist sich als Simulation, in dem es um darum geht, ihr persönliches Wohl hinter das von Bardo zu stellen. Dazu müssen sie sich zwischen einem Mitglied ihrer Gruppe und der Sicherheit des Planeten entscheiden. Echo, Octavia und auch Diyoza töten in ihrer Simulation Hope und vereiteln ihre Plänen zur Zerstörung des Planeten. Damit haben sie den Test bestanden und werden zu Jüngern der Stufe zwei. Einzig Hope besteht den Test nicht. Anders überlässt Echo die Entscheidung über Hopes Bestrafung. Echo schlägt eine fünfjährige Haft auf Skyring vor, um sie gefügig zu machen. Die entsetzte Hope wird abgeführt.

    Auf Sanctum hat Nikki (Alaina Huffman) die Kontrolle übernommen. Gemeinsam mit den Eligius Sträflingen, Nelson (Lee Majdoub) und den Kindern Gabriels hält sie Emori (Luisa D’Oliveira), Madi (Lola Flanery) und die Einwohner Sanctums als Geiseln. Sie macht eine Durchsage, in der sie ankündigt die Geiseln zu erschießen, sollten in 20 Minuten nicht Murphy (Richard Harmon), Russell und Raven (Lindsey Morgan) vor ihr stehen. Murphy will sofort losziehen um Emori zu retten, wird aber von Jackson (Sachin Sahel) zunächst zurück gehalten.

    In dem Moment kommt Indra (Adina Porter) zurück, die nicht erfreut darüber ist, dass in ihrer kurzen Abwesenheit das Chaos ausgebrochen ist. Zudem hat sie keine Spur von Clarke, Gaia (Tati Gabrielle) oder den anderen gefunden. Da auch Raven immer noch verschwunden ist, kann Nikkis Forderungen gar nicht erfüllt werden – aber Murphy schlägt vor, dass zumindest Sheidheda und er sich stellen. Er will Zeit schinden, damit Indra und Wonkru zum Gegenschlag ausholen können. Indra ist alles andere als begeistert von der Idee, Sheidheda um Hilfe zu bitten, sieht aber ein, dass ihnen keine andere Wahl bleibt.

    Indra (Adina Porter) muss mit Sheidheda (JR Bourne) verhandeln. The CW

    Sheidheda genießt Indras Zwickmühle sichtlich. Nach einigem Hin und Her und Verhandlungen um bessere Haftbedingungen für ihn, erklärt er sich schließlich bereit, ihnen zu helfen. Er händigt Indra einen Plan von einem Tunnelsystem des Sanctums aus, durch das sie und ihre Krieger unbemerkt von hinten das Feld aufräumen können. Murphy und Sheidheda stellen sich Nikki, die allerdings nicht zufrieden ist, da es ihr vor allem um Raven und Rache für ihren verstorbenen Mann Hatch (Chad Rook) geht. Nelson zwingt Murphy, Emori und Sheidheda zuzugeben, dass sie nicht wirklich Primes sind, was die anwesenden Gläubigen erschüttert.

    Als Nikkis Zeitlimit abgelaufen und Raven immer noch nicht aufgetaucht ist, richtet sie ihre Waffe auf Emori. Murphy lügt und behauptet, dass es seine Idee war, Hatch und die anderen in den mit Strahlung verseuchten Raum zu schicken. Nikki durchschaut zwar seine Bemühungen Emori zu retten, aber sie haben Indra genug Zeit verschafft. Als die mit ihren Kriegern durch die Tunnel kommt, können sie die Situation in kürzester Zeit unter Kontrolle bringen. Nikki, Nelson und die anderen Eligius-Sträflinge und Kinder Gabriels werden entwaffnet und abgeführt.

    Die Gläubigen sind von den Neuigkeiten über die angeblichen Primes zutiefst erschüttert. The CW

    Indra führt Murphy und Emori aus dem Raum und weist ihre Krieger an, die Tür verschlossen zu halten. Sie setzt darauf, dass die aufgebrachten Gläubigen ihr Problem mit Sheidheda ein für allemal aus der Welt räumen. Allerdings spielt sie ihm damit genau in die Karten und Murphy erkennt ihren Fehler zu spät. Als sie die Tür wieder öffnen, hat Sheidheda alle Gläubigen umgebracht und gibt sich als dunkler Commander zu erkennen. Als er blutbesudelt in Trigedasleng sagt: Mein Kampf hat gerade erst angefangen, fallen die Wonkru-Krieger vor ihm auf die Knie.

    Fazit

    Die erste Hälfte der finalen Staffel von „The 100“ ist vorbei, und die Karten wurden noch einmal neu gemischt. Das große Geheimnis um Bill Cadogan (John Pyper-Ferguson) wurde gelüftet und auf Bardo sind mittlerweile fast alle Hauptfiguren versammelt. Spannend bleibt, ob Octavia, Diyoza und vor allem Echo nun wirklich bekehrt wurden, oder, was wahrscheinlicher ist, nur ihren Part als Jünger spielen. Währenddessen scheint Sheidheda endlich sein Ziel erreicht zu haben, was nichts Gutes für Indra, Murphy und Emori bedeuten dürfte.

    Auch, wenn die erste Staffelhälfte von vielen spannenden Momenten geprägt war, so hat sie doch vor allem der Charakterentwicklung, dem Worldbuilding und der Etablierung von Konflikten gedient. Es scheint, als ob das Vorgeplänkel nun endlich abgeschlossen ist und in der zweiten Hälfte der Staffel die einzelnen Handlungsstränge zusammenlaufen. Bis Folge zehn müssen sich Fans dabei aber noch ein bisschen länger gedulden, da sich „The 100“ nun zunächst in eine kleine Pause verabschiedet und sich erst am 5. August 2020 wieder zurückmeldet.

    Über die Autorin

    Jana Bärenwaldt entdeckte ihre Leidenschaft für Fernsehserien mit der Ausstrahlung von „The Tudors“ im deutschen Fernsehen. Bis heute ist die Historienserie eins ihrer favorisierten Genres, weswegen sie diesem Thema auch ihre Bachelorarbeit gewidmet hat. Mittlerweile schaut sie aber bunt gemischt, von Drama über Fantasy bis hin zu Anime Serien. Seit März 2016 ist Jana neben ihrem Studium der Medienwissenschaften in der Redaktion von fernsehserien.de tätig und schreibt dort hauptsächlich für TV-Serien aus dem englischsprachigen Raum.

    Lieblingsserien: The Walking Dead, Outlander, Westworld

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