Tochter von Terry Pratchett führt Offensive zur Serienadaption der Scheibenweltromane

    Phantastischer Schauplatz soll verstärkt auf die Bildschirme kommen

    Bernd Krannich – 28.04.2020, 12:36 Uhr

    Logo der „Discworld“: Blick auf die Scheibenwelt, die von vier Elefanten getragen wird, die auf dem Rücken einer gewaltigen Schildkröte stehen

    Die Firma Narrative, der Rechteinhaber an den Discworld/Scheibenwelt-Romanen von Sir Terry Pratchett, hat Großes vor. Zur audio-visuellen Umsetzung der Romane von Pratchett hat man sich mit Geldgeber Endeavor Content und dem Produktionsstudio Motive Pictures zusammengetan. Aus der Zusammenarbeit sollen Umsetzungen der Werke des 2015 verstorbenen Pratchett folgen. Die Verkündung des Projekts erfolgte am heutigen Dienstag (28. April 2020), der der 72. Geburtstag Pratchetts gewesen wäre.

    Pratchett hatte Narrative 2012 noch selbst gegründet und die Entwicklung erster Projekte in die Wege geleitet. Zuvor hatte Sky mit „Color of Magic – Die Reise des Zauberers“ und „Hogfather – Schaurige Weihnachten“ zwei Miniserien zu seinen Romanen abgeliefert. Heute sitzt Pratchetts Tochter Rhianna im Vorstand, das Tagesgeschäft führt Rob Wilkins. Die Firma hatte bereits an der Produktion der Miniserie „Good Omens“ mitgewirkt, die auf einem gemeinsamen Buch von Neil Gaiman und Pratchett basiert. Aktuell produziert man auch die Serie „The Watch“ über die Stadtwache von Ankh-Morpork auf der Scheibenwelt, von der BBC America eine achtteilige Auftaktstaffel bestellt hat (fernsehserien.de berichtete). Bei beiden Projekten fungierte BBC Studios als Ko-Produzent, das bei folgenden Projekten nun wohl nicht mehr beteiligt ist.

    Pratchett begann 1983 mit der Veröffentlichung des Romans „The Colour of Magic“ („Die Farbe der Magie“) seine Bearbeitung der Scheibenwelt, eines phantastischen Handlungsortes, auf dem sich diverse Schauplätze befinden, die er immer wieder besuchte. Posthum wurde der 41. Band veröffentlicht. Wiederkehrende Themen und Personengruppen sind die Stadt Ankh-Morpork inklusive deren Stadtwache (um die es auch in „The Watch“ geht), die Hexen Esme Wetterwachs, Nanny Ogg und Magrat Knoblauch, die Zauberer um den unfähigen Rincewind sowie Geschichten um den personifizierten, ausschließlich in Großbuchstaben sprechenden Tod. Daneben gibt es auch zahlreiche weitere Geschichten und Figuren, bei denen Pratchett mit den Klischees der phantastischen Literatur spielt und die von den Werken von J.R.R. Tolkien, Robert E. Howard, H.P. Lovecraft, Charles Dickens und William Shakespeare inspiriert sind. Auch Folklore wie den Weihnachtsmann und die „Zahnfee“ nahm Pratchett satirisch aufs Korn.

    Rhianna Pratchett kommentiert: Die ‚Scheibenwelt‘ quillt über mit einzigartigen Charakteren, geistreichen Erzählungen und unglaublichen Bildern, und wir waren der Meinung, dass diese in einer Form auf die Bildschirme gebracht werden sollten, auf die mein Vater stolz wäre. Es ist großartig, gemeinsam mit Motive und Endeavor Content auf diese Reise zu gehen, da beide unsere Vision teilen, dies Realität werden zu lassen.

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