The CW: „Arrow“-Spin-Off vom Tisch, „The 100“-Ableger noch im Rennen

    „Green Arrow and the Canaries“ mit Katherine McNamara geht nicht in Serie

    Bernd Krannich – 09.01.2021, 13:51 Uhr

    Die designierten Hauptfiguren von „Green Arrow and the Canaries“: (v. l.) Dinah Drake (Juliana Harkavy), Mia Queen (Katherine McNamara) und Laurel Lance (Katie Cassidy)

    Im amerikanischen Serienjahr gibt es mehrere neuralgische Punkte. Im vergangenen Jahr war einer davon der 31. Dezember, an dem eine Reihe von Vorverträgen mit Darstellern für potentielle Serienbestellungen ausgelaufen sind. Das gibt auch der Entertainment-Presse die Chance, konkret nachzufragen, ob Sender Verträge nun haben auslaufen lassen oder – wegen der Verzögerungen im Rahmen von COVID-19 – Vertragsverlängerungen ausgehandelt haben. The CW hat laut Deadline zwar die Vorverträge mit den Darstellern des angedachten „Arrow“-Spin-Offs und „Green Arrow and the Canaries“ sowie eines „The 100“-Spin-Offs auslaufen lassen, dabei aber wohl nur das erstgenannte Projekt wirklich zu den Akten gelegt. Das „The 100“-Spin-Off könnte trotzdem noch kommen.

    Hintergrund scheint zu sein, dass The CW eben ein defizitärer Sender ist, dessen Werbeeinnahmen für die Refinanzierung von Serienproduktionen nicht ausreichen – man braucht einen Produktionspartner, die Betreiber WarnerMedia und ViacomCBS haben das akzeptiert.

    Augenscheinlich war WarnerMedias Streamingdienst HBO Max nicht an dem angedachten „Arrow“-Spin-Off als Erweiterung des Arrowverse interessiert. Beim „The 100“-Spin-Off sind die ähnlichen Verhandlungen demnach jedenfalls noch nicht gescheitert.

    Hintergründe

    Wenn die Hauptrollen in einer Pilotepisode für eine potentielle Serie besetzt werden, dann müssen die Darsteller gleich Vorverträge für (in der Regel) sechs Staffeln unterschreiben. Das verschafft den Geldgebern der Serienproduktion Sicherheit, dass die Darsteller im Fall eines großen Erfolgs nicht Ausstiegsdrohungen machen und um Gehaltserhöhungen feilschen können. Andererseits gehört es allerdings zu den Gepflogenheiten, bei wirklich erfolgreichen Serien nach der ersten Staffel Boni zu geben, oder nach der dritten Staffel Gehälter nachzubessern. Denn die Serienmacher sind auch darauf angewiesen, dass ihre Darsteller für Promozwecke „freiwillig“ zur Verfügung stehen.

    Diese Vorverträge umfassen also zunächst nur die Dreharbeiten der Pilotepisode, enthalten aber einseitige Optionen für die Serienproduzenten, den Vertrag zu bestimmten Zeitpunkten um ein Jahr zu verlängern – und zwar in dem Fall, dass der Serienpilot von einem Sender eine Serienbestellung erhält – beziehungsweise jedes Jahr, wenn ein Sender eine weitere Staffel bestellt. Sollte eine Serie länger als sechs Staffeln laufen, müssen neue Verträge ausgehandelt werden.

    Andererseits können wirklich unwillige Darsteller in der Regel eine Vertragsauflösung erreichen – auch wenn das in der Regel ein schlechtes Licht auf sie wirft. Und auch die Verlängerung einer Serie verpflichtet die Serienmacher nicht, alle Hauptdarsteller weiter zu beschäftigen. Arbeitsklima und finanzielle Erwägungen können hier eine Rolle spielen.

    Bei Produktionen für die Broadcast-Networks folgen die Verträge meist deren jährlichem Rhythmus: Wegen der Upfronts im Mai steht die Vertragsverlängerung bei Darstellern meist mit Stichtag 30. Juni an. Manchmal können Produktionsstudio und Darsteller eine kurzzeitige Verlängerung der Frist vereinbaren – in der Regel, wenn das Studio die Hoffnung hat, eine Serie nach der Absetzung durch „ihren“ Sender an einen anderen Anbieter zu verkaufen. Oder wenn, wie im vergangenen Jahr, zwischen dem Engagement und den Dreharbeiten zur Pilotfolge eine Pandemie durchbricht.

    „Green Arrow and the Canaries“

    Im Rahmen der achten und letzten Staffel von „Arrow“ hatten die Macher ein Spin-Off angetestet, in dem Mia Queen (Katherine McNamara) im Jahr 2040 in Star City ihrem Vater in der Rolle als maskierter Vigilant Green Arrow nachfolgen sollte – zusammen mit dessen alten Kampfgefährtinnen Laurel Lance (Katie Cassidy) und Dinah Drake (Juliana Harkavy). Beide Frauen hatten zeitweise die Geheimidentität Black Canary getragen.

    Obwohl das Projekt nun nicht in Serie geht, ist nicht ausgeschlossen, dass die Figuren es mit weiteren Auftritten ins Arrowverse-Franchise schaffen: Denn die Testepisode, ein sogenannter Backdoor-Pilot, endete in einem Cliffhanger. Und im Arrowverse sind 20 Jahre Zeitdifferenz zwischen Handlungsorten ja kein sonderliches Hindernis.

    „The 100“-Spin-Off

    Im Rahmen der siebten und letzten Staffel von „The 100“ blickte die Serie in der Episode „Anaconda“ (7x08) zurück auf die Erde und den nuklearen Holocaust. Darin wurde auch gezeigt, wie zwei Geschwister, die die atomare Vernichtung zunächst in einem Bunker überlebt hatten, bei der späteren Entstehung der Grounder-Kultur auf unterschiedlichen Seiten endeten. Das Spin-Off würde sich wohl im Wesentlichen um die Anfänge der Grounder drehen, auch wenn schon angedacht war, dass man auch zur noch jungen Arche in den Erdorbit blicken könnte. Zwar sind nun also hier die Verträge der engagierten Hauptdarsteller ausgelaufen, allerdings muss das kein Hindernis sein.

    Einerseits ist die grobe Handlungsidee zur Serie bisher nur so vage, dass man die Geschichte vermutlich auch mit vollkommen neuen Figuren erzählen könnte. Oder es würde reichen, die Darsteller der beiden Geschwister – Iola Evans und Adain Bradley – wieder unter Vertrag zu nehmen: Beides sind eher unerfahrene Darsteller am Anfang ihrer Karrieren, für die eine Serienhauptrolle ein Angebot wäre, das sie schwerlich ausschlagen könnten.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1994) am melden

      Wird wsl auch damit zusammen hängen, dass McNamara nicht mehr verfügbar ist...
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        @User_853408: Wenn der Krug bricht, liegt das in den seltensten Fällen am Krug selbst, sondern in der Regel am Träger des Krugs.
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        • (geb. 1970) am melden

          Wen interessiert das eigentlich noch?
          Man kann nämlich auch zuviele Spin-Offs machen..., oder wie war das mit dem Krug und dem Brunnen?
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            ich habe mir Arrow ehrlich gesagt auch nicht wegen der Canaries angeschaut ... ;-) Von daher weine ich gerade auch nicht.
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              Dank RTL bzw Vox bin ich bei Arrow raus.
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              • (geb. 1984) am melden

                Bei Green Arrow and the Canaries bin ich nicht traurig, ehrlich gesagt nervte mich der Cast in der 7. Arrow Staffel schon gewaltig.
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