So endet die US-Serie „Bones“

    Explosiver Serienabschluss blieb Knalleffekte schuldig

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 29.03.2017, 15:32 Uhr

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    Inhaltlich hat das Finale sicherlich seine Löcher. Insbesondere, dass Brennan – trotz neurologischer Probleme – natürlich mit Booth „ins Feld“ zieht, statt bei ihren beiden, durch den Trubel gewiss aufgewühlten Kindern zu bleiben. Das lässt die Figur nicht im besten Licht erscheinen.

    Auch der schnelle Wechsel Aubreys von „Jessica, zieh mit mir in die Ferne“ zu einem Flirt mit Karen Delfs hinterlässt einen etwas schalen Geschmack.

    Insgesamt erscheint das Serienende durchaus etwas fehlgeleitet: Durch die gewaltigen Explosionsschäden im Jeffersonian war ein „Ende dieses Lebensabschnitts“ angedeutet worden – was für ein Serienfinale ja nicht selten ist, dass die Figuren sich neuen Aufgaben widmen, wenn die alte Heimat wegfällt. Am Ende der finalen Episode erweist sich das aber lediglich als Sturm im Wasserglas: Das Institut wird binnen weniger Wochen wieder eröffnet, Brennans neurologische Probleme – die innerhalb der Folge als „Verlust ihrer Identität“ hochstilisiert wurden („Was bin ich, wenn ich nicht mehr klug bin?“) – sind ohne Langzeitfolgen abgeklungen. Cams Dreifach-Adoption bringt keinen Abschied vom Job (oder auch nur eine berufliche Veränderung), nur eine verhältnismäßig kurze Auszeit. Sogar Aubreys Versetzung nach Los Angeles wird wieder aufgehoben.

    Der Verzicht darauf, die in der vorletzten Episode angedeuteten Veränderungen auch konsequent durchzuziehen, nimmt dem Serienfinale von „Bones“ leider viel von seinem emotionalen Potenzial – insbesondere wenn man miteinbezieht, dass das Serienende ja enorm frühzeitig feststand. Zynisch mag man anmerkten, dass „Bones“ eben ein Procedural ist, in dem die Einzelteile immer wichtiger waren, als das große Ganze. So liefert der abschließende Zweiteiler eine ordentliche „Episode“, aber leider kein wirklich würdiges Serienfinale.

    Über den Autor

    Bernd Krannich

    Bernd Krannich ist Jahrgang 1974 und erhielt die Liebe zu Fernsehserien quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater war Fan früher Actionserien und technikbegeistert, Bernd verfiel den Serien spätestens mit Akte X, Das nächste Jahrhundert und Buffy. Mittlerweile verfolgt er das ganzes Serienspektrum von „The Americans“ über „Arrow“ bis „The Big Bang Theory“. Seit 2007 schreibt Bernd beruflich über vornehmlich amerikanische Fernsehserien, seit 2014 in der Newsredaktion von fernsehserien.de.

    Lieblingsserien: Buffy – Im Bann der Dämonen, Frasier, Star Trek – Deep Space Nine

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Ich bin mit Sweets Tod ausgestiegen, aber habe mir gestern dann doch das Finale angesehen. Sehr unspektakulär.
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        Nach dem Lesen des spoilers weiß ich wieder,warum ich schon lange aufgehört habe zu gucken......
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          Meine Guete, die Zusammenfassung liest sich wie ein grosses Sharkjumping. Schade, dass die der Serie nicht vorher ein Ende gegeben haben.

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