Soap-Schöpferin Agnes Nixon („All My Children“, „One Life to Live“) gestorben

    Ikone des Genres und Pionierin für Frauen in der Fernsehproduktion

    Soap-Schöpferin Agnes Nixon ("All My Children", "One Life to Live") gestorben – Ikone des Genres und Pionierin für Frauen in der Fernsehproduktion – Bild: YouTube/Screenshot
    Agnes Nixon (1922 – 2016)

    Für Fans amerikanischer Daily Soaps war sie eine lebende Legende. Agnes Nixon war als Autorin, Produzentin und Serienschöpferin jahrzehntelang eine Grand Dame des Genres. Unter anderem kreierte sie die Soap-Klassiker „All My Children“ und „One Life To Live“, die auf ABC über 40 Jahre lang liefen. Nun ist Nixon im Alter von 93 Jahren an den Folgen ihrer Parkinson-Erkrankung gestorben.

    Agnes Nixon galt als Pionierin für Frauen in der US-Fernsehproduktion und war eine der ersten Autorinnen, die sozial relevante Themen in all jene Serien einbaute, die sie als Showrunnerin betreute. Eine ihrer Mentorinnen war dabei Irna Phillips, die mit Formen wie „Springfield Story“ als eine der Begründerinnen des Soap-Genres gilt. Gemeinsam mit Phillips erfand Nixon 1951 die tägliche Serie „Search For Tomorrow“, die bis 1986 auf CBS und NBC lief. 1956 folgte dann mit „As The World Turns“ ein regelrechter Kultklassiker, der bis 2010 auf CBS zu Hause war.

    Am berühmtesten ist Nixon, die in ihrer Karriere unter anderem mit fünf Daytime Emmys ausgezeichnet wurde, allerdings für ihre ABC-Soaps „All My Children“ (1971) und „One Life To Live“ (1968). Von Anfang an zeichneten sich diese durch eine ethnisch gemische Besetzung und provokante Thematiken aus. Dazu gehörten Storylines über den Vietnam-Krieg und über das damalige TV-Tabu-Thema Abtreibung.

    Eine der ersten Hauptfiguren von „One Life To Live“ war die Afroamerikanerin Carla Gray (Ellen Holly). Die sah sich in ihrer ersten Storyline dazu gezwungen sich unter den Bewohnern der Kleinstadt Llanview als Weiße auszugeben und entblößte damit die Vorurteile ihrer Mitbürger. Zu einer regelrechten Soap-Ikone wurde zudem Susan Lucci, die vom Start 1971 bis zur letzten Folge 2011 die exzentrische Erica Kane verkörperte.

    1983 schuf Agnes Nixon mit „Loving“ eine weitere Soap für ABC, die allerdings lediglich bis 1995 auf Sendung blieb. Die Nachfolgeserie „The City“ konnte sich danach nur zwei Jahre im Programm halten: Die erfolgreichsten Jahre des Daily Soap-Genres waren bereits vorbei. 2011 trennte sich ABC schließlich auch von „All My Chidlren“ und „One Life To Live“, ein Wiederbelebungsversuch als Webserien misslang.

    Nach Deutschland schafften es immerhin vier von Agnes Nixons Serien, wenn auch jeweils nur für kurze Zeit. Auf dem ProSieben-Vorläufer Eureka waren bereits 1988 rund 400 Episoden von „Search For Tomorrow“ unter dem Titel „Henderson“ zu sehen. ProSieben zeigte dann über 300 Folgen von „One Life to Live“ als „Liebe, Lüge, Leidenschaft“ in den Jahren 1989 und 1990. 1992 strahlte RTLplus ein dreiviertel Jahr lang auch „As The World Turns“ aus. Deutscher Titel: „Jung und Leidenschaftlich“. 1995 nahm sich Sat.1 schließlich noch „Loving“ an und versah die Soap mit dem Untertitel „Wege der Liebe“.

    29.09.2016, 12:40 Uhr – Ralf Döbele/fernsehserien.de

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