Sky schickt „Das Boot“ in Serie

    Sequel-Achtteiler soll 25 Millionen Euro kosten

    Bernd Krannich – 23.06.2016, 10:00 Uhr

    Ausschnitt aus dem Teaser-Poster zu „Das Boot“

    Der aufwändige Anti-Kriegsfilm „Das Boot“ aus dem Jahr 1981 setzte in Sachen deutscher Film ein internationales Ausrufezeichen und startete die Hollywood-Karrieren von Wolfgang Petersen und Jürgen Prochnow. Und machte einen gewissen Herbert Grönemeyer deutlich bekannter. Nun hat Sky Deutschland sich den Stoff ins Visier genommen und will dazu ein Serien-Sequel produzieren.

    Die Eckdaten: Acht Episoden sollen für „Das Boot“ mit einem internationalen Cast gedreht werden. Mit im „Boot“ ist die Bavaria Film. Die Serie soll 2018 veröffentlicht werden.

    Exkurs: Der Erfolgsfilm „Das Boot“

    Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Lothar-Günther Buchheim schrieb Wolfgang Petersen das Drehbuch und inszenierte es auch – dafür erhielt er zwei seiner insgesamt sechs Oscar-Nominierungen. Die anderen verdienten sich die Kameraarbeit, der Schnitt, Ton sowie Tonschnitt.

    Angesiedelt ist die Handlung im November und Dezember des Jahres 1941 und handelt von einer Feindfahrt des deutschen U-Bootes U96. Zu der Zeit hatte die deutsche U-Boot-Flotte den Auftrag, Handelsschiffe auf dem Weg durch den Atlantik nach Großbritannien zu versenken, um so den Kriegsgegner zu schwächen. Schließlich erhält die U96 den Auftrag, ins Mittelmeer zu fahren, um deutsche Nachschublinien nach Nordafrika zu sichern. Die Einfahrt ins Mittelmeer ist nur durch die von der britischen NAVY gut gesicherte „Straße von Gibraltar“ möglich und erscheint als Himmelfahrtskommando. Der Durchbruch scheitert, aber das schwer beschädigte Boot kann sich in einen französischen Atlantikhafen scheinbar in Sicherheit bringen. Allerdings erfolgt direkt nach der Ankunft dort ein Luftangriff mit verheerenden Folgen für die U96.

    Insgesamt gibt es drei filmische Versionen von „Das Boot“. Einerseits ein 1981 veröffentlichter Spielfilm mit 149 Minuten Laufzeit. 1985 wurde im Fernsehen eine längere Version mit fast fünf Stunden Spieldauer gezeigt, von der es unterschiedliche Schnittfassungen gibt (einmal als Dreiteiler, einmal als Sechsteiler).

    1997 wurde schließlich ein Director’s Cut des Films veröffentlicht, bei dem der ursprüngliche Film mit einigen Szenen aus der Fernsehserie zu einer Laufzeit von knapp vier Stunden zusammengefügt wurde.

    Die geplante Serie

    Auch für die Serie sollen Bücher von Lothar-Günther Buchheim als Vorlage dienen, genauer gesagt „Das Boot“ und „Die Festung“. Im Zentrum stehen soll dabei der U-Boot-Krieg des Jahres 1942, der an Intensität und Brutalität noch zunahm.

    Beim Fliegerangriff ist in der Serienhandlung ein bedeutender Teil der U-Boot-Besatzung umgekommen. Anders als im Film und Buch soll nicht nur die Sicht der deutschen U-Boot-Besatzung thematisiert werden, sondern auch der Blickwinkel des französischen Widerstands und der Alliierten zu Land und zu See. Entsprechend wird ein internationaler Cast benötigt.

    Insgesamt will die Serie – wie es schon in der Buchvorlage angelegt sei – den Bezug zur Moderne und zum aktuellen fundamentalistischen Terrorismus aufzeigen, weil damals wie heute blinder Fanatismus junge Männer in einen sinnlosen Krieg treibe.

    Als Head-Autoren fungieren Tony Saint („The Interceptor“) und Johannes W. Betz (Film „Der Tunnel“ von 2001). Für die acht einstündigen Episoden ist ein Budget von 25 Millionen Euro angesetzt (die Filmproduktion damals kostete 32 Millionen D-Mark).

    Als Executive Producers auf Bavaria-Seite fungieren Oliver Vogel („Dengler“, „SOKO Stuttgart“ u.a.) und Moritz Polter („Spotless“, „Crossing Lines“), aufseiten von Sky Marcus Ammon und Frank Jastfelder. Die internationale Erstausstrahlung ist in allen fünf Sky Ländern (Deutschland, Österreich, Großbritannien, Irland, Italien) für 2018 geplant.

    Teaser-Poster zur TV-Serie „Das Boot“Bild: Sky/Bavaria Film

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1947) am melden

      "Das Boot" mit einer Neuverfilmung (Fortsetzung) zu toppen,- ist nahezu unmöglich!
      Alle neueren, internationalen (auch amerikanische) "U-Boot-Filme" haben das hinlänglich bewiesen.
      Wahrscheinlich spielt diese Serie (wie der Roman "die Festung") mehr in den Häfen, Deutschland (Berlin bei Goebbels etc.) und in der belagerten Stadt Brest.
      Man darf also gespannt sein...
      Vielleicht ist Grönemeyer als "Leutnant Werner" schon angefragt worden???
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      • (geb. 79) am melden

        Das Boot soll fortgesetzt werden !!! Nicht neu gedreht werden...einige hier sollen sich mal untersuchen lassen ihr blinden ...
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        • am via tvforen.demelden

          mochte den film nie so richtig.
          und schade, dass in dem reigen der "wichtigen" einer fast nie erwähnt wird: klaus doldinger (komponist).
        • am via tvforen.demelden

          Naja, mal abwarten, vielleicht wird es ja gut. Es ist halt mal wieder 2.WK-Stoff, da bleibt man in Deutschland wohl immer gerne bei der Kernkompetenz :-/
          Ansonsten scheint mir der Bezug zum modernen Terrorismus wohl eher etwas krampfhaft herbeigedichtet. Die Situation heute und damals kann man m.E. nur schwer miteinander vergleichen.
          • am via tvforen.demelden

            Wurde das original-Boot nicht auch im Fernsehen als Mehrteiler damals gesendet? So hab ich das zumindest in Erinnerung.
            • am via tvforen.demelden

              Der Film wurde in 6 Teilen in der ARD gesendet, wobei einige Szenen rausgeschnitten wurden.
              Im ORF wurde der komplette Film in 3 Teile gezeigt.

              Was die Serie betrifft, soll das eine Fortsetzung werden. Von was?
              Das Boot "U96" ist untergegangen und ein Großteil der Besatzung starb bei dem Angriff.
            • am via tvforen.demelden

              Pluto schrieb:
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              > Der Film wurde in 6 Teilen in der ARD gesendet,
              > wobei einige Szenen rausgeschnitten wurden.
              > Im ORF wurde der komplette Film in 3 Teile
              > gezeigt.

              Der Film lief als Dreiteiler im Februar und im März des Jahres 1985 auch in der ARD; die Erstausstrahlung im ORF war ungefähr zur selben Zeit.
              1987 wurde er in der ARD als Sechsteiler wiederholt.

              Desweiteren ist der Sechsteiler mittlerweile auf Blu-Ray erschienen, wird auch als ungekürzte Langfassung beworben und hat eine Gesamtlänge von ca. 308 Minuten. Soll jetzt der Dreiteiler etwa noch länger sein? Von der Laufzeit her sollen beide Fassung ziemlich identisch sein.
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            Also wenn ich mir den aktuellen Zustand des deutschen Films ansehen, insbesondere dessen was sich alles "Spielfilm" schimpft, was früher nicht mal als "Fernsehfilm" durchgegangen wäre, dann befürchte ich das Schlimmste. Im Ernst: da seh ich mir lieber olle Kamellen aus den 1950ern an, wie diverse Pre-"Das Boot" Filme z.B. "Haie und kleine Fische" mit Hans-Jörg Felmy, Horst Frank, Siegfried Lowitz und Loriot(!).
            • am melden

              Es gibt Sachen die sollte man einfach nicht neu verfilmen. Die sind "Kult" und eine Neuauflage kann nur verlieren.
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