Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeiten schon seit Jahrzehnten intensiv für aufwendige Projekte länderübergreifend zusammen. Die Kooperation wird auch in Zukunft fortgesetzt und weiter ausgebaut. In München trafen sich in dieser Woche Vertreter von ARD, ORF und SRF, um Koproduktionen zu vereinbaren und weitere Programmprojekte zu prüfen. Insgesamt beläuft sich das Gesamtvolumen der gemeinsam produzierten Sendungen im kommenden Jahr auf rund 135 Millionen Euro.
Die Bandbreite der gemeinsamen Produktionen reicht von anspruchsvollen fiktionalen Stoffen über bildgewaltige Naturdokumentationen bis hin zu großen Unterhaltungsshows. In Kürze steht etwa die Ausstrahlung des Dokudramas „Benko – Size Does Matter“ über den Immobilien-Betrüger René Benko an. Das Erste zeigt die Koproduktion von ORF, SRF, SWR, rbb und WDR am Montag, den 2. November um 20:15 Uhr. Im Unterhaltungsbereich wurden in diesem Jahr die großen „Feste mit Florian Silbereisen“ (MDR/ORF/BR/WDR), die „Starnacht am Wörthersee“ (ORF/MDR), „Klein gegen Groß“ (NDR/ORF/SRF), „Wer weiß denn sowas? XXL“ (NDR/ORF/SRF) und „Verstehen Sie Spaß?“ (SWR/ORF) gemeinsam finanziert und umgesetzt.
Ein weiterer Schwerpunkt des von der ARD in München ausgerichteten Koproduktionstreffens war der Einsatz Künstlicher Intelligenz. Diskutiert wurde, welche Möglichkeiten KI entlang der gesamten Wertschöpfungskette bietet – von der Produktion über das Content-Management bis hin zu unterschiedlichen Steuerungsprozessen. Dabei stand insbesondere die Frage im Fokus, wie sich die Potenziale der Technologie nutzen lassen, ohne dabei Qualitäts- und Sicherheitsstandards zu vernachlässigen. Der Austausch umfasste sowohl rechtliche Rahmenbedingungen als auch konkrete Best-Practice-Beispiele für einen modernen und verantwortungsvollen Einsatz von KI.
Die Rahmenbedingungen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verändern sich spürbar – politisch, finanziell und technologisch. Umso wichtiger ist es, unsere Kräfte zu bündeln und Synergien konsequent zu nutzen. ARD, ORF und SRF verfügen über einen enormen gemeinsamen Erfahrungsschatz. Wenn wir voneinander lernen, Budgets gemeinsam einsetzen und unsere Kompetenzen zusammenbringen, können wir aufwendige Produktionen ermöglichen, Risiken teilen und unserem Publikum eine größere Vielfalt an hochwertigen Programmen bieten, als es jeder Sender allein könnte.
Die enge Zusammenarbeit von ORF, ARD und SRF zeigt, wie viel wir gemeinsam für unser Publikum erreichen können. Gerade in Zeiten knapper Budgets und in einem zunehmend globalisierten Medienmarkt sind starke Allianzen im öffentlich-rechtlichen Raum entscheidend: Sie ermöglichen eine Vielzahl hochwertiger Inhalte, bündeln kreative und wirtschaftliche Ressourcen und stärken unser Programmangebot.
Gemeinsam sind wir noch stärker – das trifft sowohl auf länderübergreifenden Produktionen zu als auch auf den wertvollen Erfahrungsaustausch im Umgang mit neuen Technologien und künstlicher Intelligenz. KI ist gekommen, um zu bleiben. Die öffentlichen Medien sind gleichermaßen verpflichtet, einen sinnvollen und verantwortungsvollen Umgang damit zu finden. Denn KI bringt viele neue Chancen mit sich, birgt aber auch Gefahren, die unseren Mitarbeitenden Ängste bereiten. In der aktuellen Transformation, in der sich die SRG und SRF befinden, spüren wir das sehr stark. Diese Reaktionen nehmen wir ernst und machen sie gemeinsam mit der ARD und dem ORF besprechbar, um gute Lösungen zu finden.