Quotenmisere: Sat.1 wirft sein Samstags- und Vorabendprogramm um – mal wieder

    „Mein Mann kann“ muss mehrere Sendeplätze räumen

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 24.11.2022, 14:20 Uhr

    Daniel Boschmann moderiert „Mein Mann kann“ – Bild: Sat.1/Willi Weber
    Daniel Boschmann moderiert „Mein Mann kann“

    Ja, es ist mal wieder so weit: Weil Sat.1 nach wie vor am Vorabend auf keinen grünen Zweig kommt, wird die erst vor zweieinhalb Wochen durchgeführte Veränderung im Programmablauf schon wieder rückgängig gemacht. Darüber hinaus wirft Sat.1 zum wiederholten Mal auch sein Tagesprogramm am Samstag über den Haufen.

    Bereits ab übermorgen (26. November) trennt sich der Bällchensender von den Marathon-Wiederholungen von „Mein Mann kann“ und „Britt – Der Talk“, die am Samstagnachmittag und -vorabend nur Quoten im tiefroten Bereich erzielt haben. Die Alternative spricht Bände, wie einfallslos und verzeifelt Sat.1 inzwischen zu sein scheint. Denn stattdessen setzt der Sender künftig von 11:55 Uhr bis 19:55 Uhr acht Stunden lang nonstop auf „K11 – Die neuen Fälle“. Im Klartext bedeutet dies, dass insgesamt 16(!) Wiederholungen der bereits eingestellten Scripted Reality laufen – diese laufen im Anschluss an die sieben Folgen von „Auf Streife – Die Spezialisten“, mit denen Sat.1 den Vormittag von 5:15 Uhr bis 11:55 Uhr bestückt.

    Doch damit nicht genug: Auch werktags muss die von Daniel Boschmann moderierte Show „Mein Mann kann“ seinen Wiederholungs-Sendeplatz räumen. Ab dem 28. November zeigt Sat.1 um 11 Uhr fortan ebenfalls die Scripted Reality „Auf Streife – Die Spezialisten“. Solche Maßnahmen torpedieren das kommunizierte Ziel von Sat.1, sich langfristig von Scripted Realitys im Programm zu trennen.

    Eine Woche später kommt es dann zur erneuten Veränderung im Vorabend-Line-Up. „Mein Mann kann“ und „Lenßen übernimmt“ tauschen zum 5. Dezember jene Sendeplätze, die sie erst am 7. November eingenommen hatten. Dies bedeutet, dass „Lenßen übernimmt“ künftig um 18 Uhr läuft und „Mein Mann kann“ anschließend wieder um 19 Uhr.

    Der Weisheit letzter Schluss kann dieser Tausch jedoch nicht sein, denn beide Formate holen chronisch schlechte Quoten und rutschten auch in dieser Woche wieder unter die 2-Prozent-Marke bei den 14-bis-49-Jährigen. Nicht von den Programmänderungen betroffen ist hingegen „Britt – Der Talk“, der weiterhin mit einer einstündigen Folge um 16:30 Uhr und einer halbstündigen Folge um 17:30 Uhr im Programm bleibt. Die Rückkehr des Daily-Talks mit Britt Hagedorn ist ebenfalls davon entfernt, ein Erfolg zu sein, allerdings fallen die Quoten in jenem Fall zumindest schwankend aus. Während etwa die Dienstagsausgabe um 16:30 Uhr nur 2,7 Prozent einfuhr, lag der Marktanteil bei der Mittwochsfolge plötzlich bei passablen 6,8 Prozent.

    Nichtsdestotrotz laufen der Nachmittag und Vorabend in Sat.1 nicht so, wie man es sich im Vorfeld erhofft hatte. Im Schnitt schalten unter einer halben Million Menschen bei „Britt“ und „Mein Mann kann“ ein. Alle Hoffnungen liegen nun auf dem für das „frühe Frühjahr 2023“ anvisierten Start der Nachmittagsshow „Volles Haus! Sat.1 Live“ (fernsehserien.de berichtete).

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am

      Lieber Sat1.
      Warum versucht ihr es nicht mal mit dem Testbild.
      6 Stunden am Vormittag in Schwarz weiß und dann noch mal 8 Stunden am Nachmittag in Weis schwarz.
      Da schalten sicher mehr Leute ein als bei "Auf Streife - Die Spezialisten" und "K11".
      • am

        Jetzt - in Streaming-Zeiten - rächt sich der Jugendwahn.
        Früher konnte man bei SAT 1 sogar noch eigene Serien für ein breites Publikum produzieren (z.B. Ein Bayer auf Rügen, Der Bulle von Tölz).
        Die Einschaltquoten waren hoch.
        Aber jetzt, obwohl die Gruppe der älteren Zuschauer in der Bevölkerung immer mehr zunimmt, gibt es leider keinen TV-Sender mehr, der bei der Programmgestaltung vom Jugendwahn ablässt.
        Z.B. werden alte Filme für die Älteren bestenfalls versteckt im Nachmittagsprogramm gesendet oder mal ausnahmsweise Samstags auf BR oder MDR.
        Und das, obwohl die Älteren den übergroßen Anteil der Gebühren bei den sog. Öffentlich Rechtlichen bezahlen.
        Stattdessen werden überwiegend Filme und Sendungen für junge Leute und zu Problemthemen gebracht.
        Dass das Fernsehen die Leute von Ihren Alltagsproblemen ablenken soll und auch mal einfach nur lustig ohne den großen Anspruch ernsthafter Sendungen, wird leider gegenüber den 60er und 70er-Jahren zunehmend vergessen.
        Wie sagte mal der große Produzent Rademacher:
        Ich will die Leute einfach nur unterhalten und von Ihren Alltagssorgen ablenken.
        Und das wäre in der heutigen Zeit besonders notwendig !
        • (geb. 1986) am

          🤣🤣🤣 Das war so klar das es ohne K11 nicht läuft. UND RESPEKT DIE FANS HABEN ES WIEDER GESCHAFFT ! ICH BIN STOLZ K11 FAN ZU SEIN DANN BRAUCHEN WIR ZUMINDEST NICHT AUF'M SAMSTAG SAT1 BOYKOTTIEREN!!!
          • am

            Da ich Kabel TV Seherin bin interessiert mich nur noch, welche Sender in Zukunft statt SAT1 & Co zu sehen sein werden, denn es ist offensichtlich, dass diese Sender in den letzten Zügen liegen und nur mehr auf den finalen Tod gewartet wird.
            Auf SAT 1 Emotion sind immer wieder auch gute und aktuelle amerikanische Serien zu sehen, also gibt es durchaus Interessenten für so ein Programm. Vielleicht sollte man auch den "Jugendkult" endlich beenden und mehr auf die Zuseher achten, die tatsächlich noch einen Fernseher im Zimmer stehen haben und fernsehen nicht mehr nur per Streaming konsumieren.
            • (geb. 1967) am

              Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Warum heißt es eigentlich das nur die sogenannte Zielgruppe interessant ist wenn die solche Sendungen eh nicht mehr sehen!! Dann sollte man bei Pro7/Sat1 doch ein Programm für alle machen und nicht nur auf diese Zielgruppe achten!!
            • am

              Man hat den Eindruck, dass diese Entwicklung bei den Sendern noch nicht wirklich angekommen ist. Es gab vor einigen Jahren ein Interview mit Helmut Thoma, der erklärt hat, dass die Festlegung des Alters der Zielgruppen willkürlich erfolgt ist. Die Werbewirtschaft geht davon aus, dass "ältere" Menschen über 49 von Werbung nicht mehr so leicht zu beeinflussen wären wie jüngere, die oft auch weniger Geld haben. Keine Ahnung ob das so stimmt, aber grade die Privaten verkaufen ja primär Werbezeit und das Programm ist nur das dafür notwendige Beiwerk.
              Ein Programm für alle wird es nie wieder geben, dazu sind die Vorstellungen von Jüngeren und
              Älteren mittlerweile viel zu individualisiert. Es würde ja schon reichen, wenn man sich einmal für etwas entscheiden würde. Entweder Entertainment oder Info z. B. und das dann auch eine Zeit durchhalten und nicht nach zwei Wochen wieder alles über den Haufen schmeißen. Wer will schon ständig eine Serien anfangen zu sehen, die dann nach zwei Wochen wieder gecancelt wird.
          • am

            Das Frühstücksfernsehen von Sat.1 soll doch sooo erfolgreich sein?!

            Warum wiederholt man diese Sendestrecke nicht einfach noch einmal in den fraglichen Stunden?
            Früher gab es sowohl im West- als aiuch im Ostfernsehen die Sendestrecken für die Schichtarbeiter - nannte sich Vormittagsprogramm.
            Die Älteren werden sich noch erinnern ...

            Sollte hier jemand von Sat.1 oder ProSieben mitlesen und den Vorschlag umsetzen, wird natürlich ein branchenübliches Entgelt für diesen Tip fällig.
            • am

              Nur noch eine Frage der Zeit, bis die ProSiebenSat1 Gruppe an Berlusconi verkauft wird. Vielleicht ist es besser so. Seine italienischen Sender Rete4, Canale5 und Italia1 haben eindeutig einen besseren Programminhalt, als diesen Hohlsinn, den insbesondere SAT1 derzeit zeigt. Eine Schande, was aus dem einstigen Juwel der Kirch-Gruppe geworden ist. Das sich aber auch niemand in der Chefetage schämt, diesen unterirdischen Blödsinn zu senden!
              • (geb. 1967) am

                Keine Panik auf der Titanic, gesunken ist sie dennoch!! Und so wird es auch mit Pro7/Sat1 enden!!😁😁
                • am

                  Wie jedes Mal: SCHROTT ersetzt SCHROTT.
                  • am

                    Sat.1, könnt ihr nicht einfach mal ein festes Wochenendprogramm oder Vorabendprogramm haben, FÜR FÜNF MINUTEN?
                    • am

                      Man merkt schon, dass die Sat.1/Pro7 Media SE auf dem absteigenen Ast sitzt und es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit ist, bis da alles in sich zusammen bricht. Nicht nur, dass man den Deal mit Warner Brothers Discovery verloren hat die immer mal Filme lieferten, die nun bald auf dem hauseigenen Streamingsendern von Warner laufen werden, auch immer mehr Werbepatner trennen sich von Sat.1/Pro7. Diese ehemaligen Partner sind entsetzt von der Daytime auf beiden Sendern mit ihren Endlosschleifen. Schon vorriges Jahr (oder davor) wurde auch der AG nur noch eine SE weil die Sendergroup aus dem DAX geschmissen wurden. Auch Joyn enttäuscht auf ganzer Linie. Keine Abonnenten, Eurosport und Animal Planet ziehen ihre Formate zurück, kündigen die Verträge und auch die alten Formate von discovery wandern zu dicovery .

                      Es sieht also sehr, sehr Schlecht bei der Sendergroup aus und man darf gespannt sein, wie schnell das Boot sinkt. Im Bezug auf die Umstellung ist es ein einziges Desaster wieder Script Realitys den ganzen Tag zu zeigen.
                      • am

                        Get woke go broke danke Herr Rosemann (besonders im Bezug auf Pro7)

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