Prosit, „Das aktuelle Sportstudio“!

    Vor 50 Jahren ging eine Fernsehinstitution auf Sendung – von Ralf Döbele

    Ralf Döbele
    Ralf Döbele – 24.08.2013, 10:00 Uhr

    Dieter Kürten und Doris Papperitz bei der Olympia-Berichterstattung 1988

    Da sagt man doch vielleicht lieber gar nichts, so wie der „Prinz von Homburg“. Das Interview mit Norbert Grupe geriet 1969 zum Kuriosum, da sich der Starboxer beharrlich und minutenlang weigerte, auch nur eine Frage des Moderators Rainer Günzler zu beantworten. Vor Scham hätte es eigentlich auch Uwe Seeler so gehen müssen. Während des ersten „Sportstudios“ in Farbe von der Internationalen Funkausstellung in Berlin, sollte Seeler 1967 ein neues „Schussgeschwindigkeits-Messgerät“ demonstrieren – schoss aber leider an den Pfosten und das Gerät damit in die ewigen Jagdgründe.

    Ansonsten ging im „Sportstudio“ natürlich vor allem beim Torwandschießen hier und da etwas zu Bruch. Mal erwischte es Wim Thoelkes Orangensaft-Glas, mal die Brille eines Mannes im Publikum. Keiner traf aber je so ins Schwarze wie der Leichtathlet Maurice Greene. Der schoss 1999 frontal in eine Kamera und beförderte so den Teleprompter mit lautem Klirren ins Jenseits. Meistens trafen die Gäste zwar die Torwand, jedoch ganz und gar nicht immer die zwei Löcher mit 55 Zentimeter Durchmesser. Der erste Schützenkönig war 1974 Günter Netzer, der immerhin fünf Mal traf. Das Kunststück von sechs Treffern ist bis heute keinem einzigen Gast gelungen. Dafür wurde die Torwand auch mit anderer Sportgerätschaft wie Speeren oder Tennisbällen erfolgreich getestet und 1994 gelang Franz Beckenbauer gar ein erfolgreicher Schuss von einem gefüllten Weißbierglas.

    Allerdings mussten sich nicht nur die Gäste stets sportlich ertüchtigen. 1973 trat Harry Valérien live gegen den Schwimmer Werner Lampe, Olympia-Dritter über 200 Meter Freistil, an und gewann sogar – wenn auch dank eingesetzter Schwimmflossen. 1995 wagte sich Günther Jauch aufs ganz schnelle Eis und absolvierte mit Rennrodlerin Susi Erdmann eine Fahrt durch den Bobkanal. Katrin Müller-Hohenstein eröffnete im Januar 2013 eine ihrer Sendungen mit einem spektakulären Flick-Flack – gab dann aber schnell zu, dass der schwierigste Part eigentlich von Turnerin Lisa absolviert wurde.

    Bild: © ZDF/​Renate Schäfer





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