Netflix plant 2018 mit 8 Milliarden US-Dollar Ausgaben für Content

    Siebenhundert Eigenproduktionen anvisiert

    Netflix plant 2018 mit 8 Milliarden US-Dollar Ausgaben für Content – Siebenhundert Eigenproduktionen anvisiert – Bild: Netflix

    Neues Jahr, neue Rekordsumme: Netflix plant im Jahr 2018 mit Ausgaben von 8 Milliarden „und mehr“ US-Dollar für den Content. Das geht aus einer Rede hervor, die der Chief Financial Officer David Wells am Dienstag hielt. Laut Variety sollen darunter auch Ausgaben für 700 sogenannte „Neflix Originals“ fallen, also Serienproduktionen, die Netflix entweder selbst produziert oder als Koproduzent nahezu weltweit anbieten kann. 80 solcher Serien kommen aus „Nicht-US-Ländern“, darunter „Dark“ und „Dogs of Berlin“.

    Wells stellte fest, dass es auf der Welt mehr Nicht-Netflix-Kunden gäbe, als Netflix-Kunden – auf 700 Millionen Menschen mit Breitband-Internetanschluss (außerhalb von China, wo Netflix nicht operiert) kamen zum Jahresende 117,6 Millionen Netflix-Kunden. Bisher hätten Investitionen in das Medienangebot den Zuschauerzuwachs angetrieben. So gäbe es keinen Anlass, die Methode grundlegend zu ändern. Entsprechend gäbe es für Netflix aktuell auch keine feste „Schmerzgrenze“ bei den Content-Kosten. CEO Reed Hastings hatte jüngst laut Hollywood Reporter summiert, dass „die nächsten 100 Millionen Netflix-Kunden“ aus Indien kommen würden: Das Land habe ein gewaltiges Wachstum in der Digitalisierung und aktuell wegen eines Kampfes auf dem Internet-Markt um die Marktanteile einen vergleichslosen Preiskampf bei Internetanschlüssen. Netflix hat dort nach Schätzungen bisher nur eine halbe Million Abonnenten, offizielle Zahlen des Streaming-Dienstes dazu gibt es nicht. Netflix hatte jüngst auch drei Eigenproduktionen in Indien beauftragt. Indien hat geschätzte 155 Millionen Pay-TV-Abonnenten.

    Laut Wells will Netflix seine Strategie allerdings so modifizieren, dass man das Marketingbudget von 1,3 Milliarden US-Dollar auf 2 Milliarden aufstockt, also um nahezu 50 Prozent. Nach der bisherigen Philosophie sei Investition in Content die beste Möglichkeit gewesen, Kunden zu gewinnen, doch mittlerweile geht man davon aus, dass intensiviertes Marketing dabei hilft, die Content-Investitionen auch herauszustellen und damit deren Wirkung zu verbessern.

    Wells stellte daneben klar, dass Netflix bei der Zusammenstellung des Contents nicht dogmatisch vorgehe: „Die Menschen kümmern sich nicht darum, woher die Geschichten kommen (die ihnen gefallen).“ Ziel für Netflix sei es, den besten Content zu haben, egal, wer ihn letztendlich produziere. Allerdings gehe die Tendenz dazu, vermehrt auf Eigenproduktionen zu setzen – kein Wunder, beginnen Contentproduzenten wie CBS und ABC/Disney doch ihre eigenen Streaming-Angebote, um für sich das Beste aus ihren Produktionen zu holen.

    28.02.2018, 12:05 Uhr – Bernd Krannich/fernsehserien.de

    Kommentare zu dieser Newsmeldung