„Mitternachtsspitzen“: Jürgen Becker hört nach 28 Jahren auf

    Christoph Sieber wird neuer Moderator der WDR-Kabarettshow

    Glenn Riedmeier – 20.08.2020, 14:31 Uhr

    Jürgen Becker

    „Mitternachtsspitzen“ ist die am längsten laufende Kabarettsendung des deutschen Fernsehens. Der seit 1988 produzierten WDR-Show steht allerdings ein großer Umbruch bevor, denn nachdem die beiden langjährigen Ensemble-Mitglieder Wilfried Schmickler und Uwe Lyko bereits Ende 2019 ihren Abschied bekannt gaben, verkündete nun auch Moderator Jürgen Becker seinen Rückzug: Er wird gemeinsam mit seinen Kollegen die Sendung Ende Dezember verlassen. Noch 2019 wurde das Ensemble mit dem „Deutschen Comedypreis“ als beste Satire-Show ausgezeichnet.

    Jürgen Becker übernahm 1992 die Aufgabe als Gastgeber der „Mitternachtsspitzen“. Noch bis Ende des Jahres wird er der Sendung mit seinem charakteristischen Satz Machen Sie sich einen Knoten in die Fernbedienung erhalten bleiben, bevor er den Moderationsstab an einen jüngeren Nachfolger weitergibt: Christoph Sieber wird ab Januar 2021 die traditionsreiche Kabarettsendung übernehmen. Zu dieser Entscheidung sei Jürgen Becker einvernehmlich mit der WDR-Redaktion gekommen.

    Als Sohn eines langjährigen Bürgermeisters hat er Politik schon im Kinderwagen miterlebt. Und später hinterfragt: Warum werden die, denen wir unsere Kinder anvertrauen, schlechter bezahlt als die, denen wir unser Geld anvertrauen? Und wie kann es sein, dass sich ein Mensch aus Fleisch und Blut auf den Begriff ‚User‘ oder ‚Konsument‘ reduzieren lässt? Die richtigen Fragen stellen, genau das brauchen die ‚Mitternachtsspitzen‘ auch in den nächsten 28 Jahren. Mit Sieber wird das was!, sagt Jürgen Becker über seinen Nachfolger.

    Christoph Sieber wurde an der Folkwang-Hochschule in Essen zum Pantomimen ausgebildet und ist als Wahl-Kölner mit der rheinischen Lebensart bestens vertraut. Als Kabarettist wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und ist gern gesehener Gast in namhaften satirischen Hörfunk- oder Fernsehsendungen. Von 2010 bis 2013 moderierte Sieber im SWR Fernsehen „Spätschicht – Die Comedy Bühne“ und seit 2015 gemeinsam mit Tobias Mann im ZDF „Mann, Sieber!“ – das Ende jener Sendung wurde erst kürzlich ohne Angabe von Gründen bekannt (fernsehserien.de berichtete). Nun dürfte klar sein, dass Siebers bevorstehende Aufgabe als neuer Gastgeber der „Mitternachtsspitzen“ eine Rolle gespielt haben dürfte.

    WDR-Intendant Tom Buhrow: Mit seinem rheinischen und unnachahmlichen Humor hat Jürgen Becker bei vielen Geschehnissen in Politik und Gesellschaft den Finger scharfsinnig, entlarvend und unterhaltsam in die Wunde gelegt. Für seine letzten Ausgaben als Gastgeber der Mitternachtsspitzen und vor allem für die Zeit danach wünsche ich ihm alles Gute!

    Jürgen Becker bleibt dem WDR mit regelmäßigen Beiträgen am Freitagvormittag für WDR 2 Kabarett erhalten – und wird mit seinen Soloprogrammen und Gastauftritten auch weiterhin im WDR Fernsehen zu sehen sein. Am morgigen Freitag (21. August) ist er um 22:00 Uhr zu Gast bei Bettina Böttinger im „Kölner Treff“.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Wozu soll der Moderator extrem politsch sein, dafür sind doch die Gäste da?!
      Viel wichtiger ist doch, für Harmonie zu sorgen und den Zuschauer am Einschlafen zu hindern. Wie das mit Schlafmütze Sieber gelingen soll, vermag ich mir nicht vorzustellen.

      Ich sehe da bei Sträter ein Showtalent auf vergleichbaren Niveau wie bei Becker und Rogler. Die drei sind in der Performance vergleichbar und unverwechselbar.
      Sieber Ist ganz anders.

      Aber wenn der Stammtischgedanke, den die Sendung mit Knebel und dem Rausschmeißer hatte, verloren geht, dann wird es eh eine x-beliebige Kabarettsendung ohne nennenswerte Bedeutung.

      P. S.: Die Anstalt existiert noch immer? Wie geht es ihr denn so?
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        Seid ihr sicher, das Siebert eine gute Wahl ist?! In Helden des Alltags finde ich ihn entsetzlich langweilig und Mann Siebert kann ich unter den bedeutenden Sendungen der Fernsehgeschichte nicht finden.

        Komisch finde ich auch, das man jemanden aus dem Süden nimmt, wo doch Rogler deswegen schon durch Becker ersetzt wurde. Kurzum, ich hätte auf Thorsten Sträter gesetzt. Aber wenn es eh kein Dreier-Team mehr gibt, wird das eine öde Veranstaltung.
        • am via tvforen.demelden

          kleinbibo schrieb:
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          > Seid ihr sicher, das Siebert eine gute Wahl ist?!
          > In Helden des Alltags finde ich ihn entsetzlich
          > langweilig und Mann Siebert kann ich unter den
          > bedeutenden Sendungen der Fernsehgeschichte nicht
          > finden.
          >
          > Komisch finde ich auch, das man jemanden aus dem
          > Süden nimmt, wo doch Rogler deswegen schon durch
          > Becker ersetzt wurde. Kurzum, ich hätte auf
          > Thorsten Sträter gesetzt. Aber wenn es eh kein
          > Dreier-Team mehr gibt, wird das eine öde
          > Veranstaltung.

          Da gebe ich dir Zustimmung, kleinbibo; abgesehen vom Namen: Sieber ist sein Name.
          Soviel Zeit sollte sein.
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          Ja, da bin ich mir sicher. Ich hatte ihn schon als Wunschkandidaten für die Anstalt-Nachfolge auf meiner Liste.

          Sträter fände ich fehl am Platz. Der ist nicht politisch genug.
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        Die Erneuerung dürfte der Sendung gut tun. Ich habe sie jahrelang gerne gesehen, aber schon seit einer ganzen Weile ist sie mir zu eingefahren, es fehlen die frischen Ideen. Bin gespannt.
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          Sieber finde ich eine gute Wahl, als Nachfolger.
          • am via tvforen.demelden

            Schade, dass Becker nun auch aufhört. Aber der Wechsel zu Sieber wird der richtige Weg sein, um diese altehrwürdige Sendung weiterleben zu lassen.

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