„Mayans MC“: Kurt Sutter bei FX-Serie gefeuert

    „Sons of Anarchy“-Erfinder verliert Job beim Spin-Off

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 18.10.2019, 15:27 Uhr

    Kurt Sutter als Gangmitglied Big Otto in „Sons of Anarchy“ – Bild: FX Networks
    Kurt Sutter als Gangmitglied Big Otto in „Sons of Anarchy“

    Es schien schon immer wie eine Beziehung, die nicht halten kann: Kurt Sutter hat seinen Job als Produzent des „Sons of Anarchy“-Spin-Offs „Mayans MC“ verloren. Der Produzent macht dafür die Tatsache verantwortlich, dass seine langjährige Heimat FX von Disney aufgekauft wurde, und er den dortigen Verantwortlichen ein Dorn im Auge gewesen sei.

    So kam es, dass sein langjähriger Fürsprecher, FX-Chef John Landgraf, ihm zusammen mit Dana Walden (Verantwortlich für alle Disney-Sender) in einem Gespräch seine Entlassung und die Gründe dafür aufgeführt hätten. Er habe demnach laut Beschwerden von Autoren, Produzenten, Cast und Crew bei der Personalabteilung eine feindseelige Arbeitsatmosphäre geschaffen.

    Allerdings bleibt der Rahmenvertrag von Sutter bei 20th Century Fox TV von dieser Entlassung wohl unberührt. Sutter hatte seine Entlassung in einem Brief an die Mitarbeiter der Serie zusammengefasst – es bleibt abzuwarten, ob sein ironischer Tonfall gegenüber Disney weitere Folgen haben wird.

    Sutter macht letztendlich diverse Faktoren – und durchaus auch sein eigenes Verhalten – verantwortlich für das Zerwürfnis mit Disney, will die Hauptvorwürfe der Personalabteilung aber nicht auf sich sitzen lassen, da er sie als rufschädigend empfindet.

    Sutter und Mayans MC

    Als Spin-Off von „Sons of Anarchy“ hatte Sutter auch bei der Entwicklung von „Mayans MC“ die Zügel geführt, sich allerdings Elgin James mit ins Boot geholt, der der Serie den Background der Latino-Motorradgang-Kultur beimischen sollte. Eingangs der zweiten Staffel hatte Sutter angekündigt, kürzer zu treten und die Zügel Elgin nach der Staffel komplett zu überlassen.

    So habe sich Sutter dann auch vom Set ferngehalten und sich vor allem um Drehbücher und Postproduktion gekümmert. Dabei habe er sich allerdings mit neu gekommenen Personen von Disney gezofft, die zahlreiche Änderungswünsche an den Drehbüchern hatten – teils sollten diese „entschärft“ werden, teils die Handlung „weniger anspruchsvoll“ erzählen. Änderungswünsche vom Studio sind keine Seltenheit, denn dort will man eine möglichst breite Zuschauerschaft erreichen und Werbung verkaufen. Gerade unter der neuen Führung seines langjährigen Heimatsenders durch Disney verteidigte Sutter seinen Stil nach eigenen Angaben allerdings hartnäckig.

    Sutter stand schon immer dazu, ein leidenschaftlicher und im Umgang schwieriger Kreativer zu sein, bei dem es auch mal laut werden kann und wo die Schimpfworte fliegen können. Die Vorwürfe gegen ihn umfassen aber auch mangelnde Führungsqualitäten, er habe Chaos und Unsicherheit verbreitet und den Angestellten das Gefühl gegeben, im Stich gelassen zu werden.

    Sutter führt für sich an, dass er sich eben bewusst aus dem Drehalltag genommen habe und in der zweiten Staffel nur drei Mal am Set selbst war.

    Kurt Sutter arbeitet seit 18 Jahren beim Sender FX. Zunächst verdiente er sich seine Sporen bei „The Shield“, dann erhielt er mit „Sons of Anarchy“ seine eigene Serie. Der dortige Erfolg brachte ihm auch gewisse Freiheiten, etwa in den letzten Staffeln zunehmend überlange Episoden zu produzieren. Parallel hatte er eine Zeit lang auch das Dokuformat „Kurt Sutter’s Outlaw Empires“. Später stand er auch hinter der kurzlebigen Serie „The Bastard Executioner“. Sowohl bei den Sons wie auch beim Executioner wirkte Sutters Ehefrau Katey Sagal („Eine schrecklich nette Familie“) mit.

    Kurz nach der Übernahme von FX und 20th Century Fox TV durch Disney hatte Sutter seinen Rahmenvertrag verlängert.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Es scheint so, als könne man bei Disney wirklich nur mehr Familiensendungen, Zeichentrick, Kuschelfernsehen und politisch (über-) korrektes sehen.

      Oder auch nur "Themen Park Fernsehen und Kino", unter anderem, die "abscheulichen" Marvel-Filme, so Francis Ford Coppola.
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