Mathias Richling: Politiker-Talk gleicht Kochshows

    Kabarettist nimmt Stellung zur Kritik am „Satire Gipfel“

    Michael Brandes – 24.09.2009

    Kabarettist Mathias Richling vergleicht Inhalt und Wirkung der zur Zeit allgegenwärtigen Politiker-Talkrunden mit Kochshows: „Wir wissen alle, dass deren Zuschauer es hinterher nicht nachkochen. Die meisten Leute, und damit die Wähler, gucken Fernsehen, nachdem sie – hoffentlich – den ganzen Tag gearbeitet haben. Sie sind müde, die meisten liegen vor dem Gerät, und es entsteht ein Zwischenstadium zwischen Schlafen und Wachen, in dem das alles nur noch vorbeisaust. So ist es auch bei diesem Gedöns. Vorher wurde geschrieben, halb Deutschland will das angucken. Natürlich, wenn vier Sender es bringen, kannst du ja gar nicht ausweichen. Und trotzdem waren es nur 14 Millionen. Auch da schlägt der Wähler schon zurück. Wie bei den Wahlen selbst.“

    In diesem Zusammenhang kündigt er für den nächsten „Satire Gipfel“ eine Demoskopie-Nummer an: „Bei der letzten Wahl lagen die um 14 Prozent daneben. Und haben eine völlig andere Regierung vorausgesagt. Was soll ich davon halten. Das ist ja wie Lottospielen.“

    Im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ nimmt Richling auch Stellung zur medialen Kritik an den ersten „Satire Gipfel“-Sendungen. Am Konzept des „Scheibenwischer“-Nachfolgers war vielerorts vor allem die Einbindung von Comedians kritisiert worden: „Warum sollen Comedians keine politische Meinung haben können. Jetzt haben sie ein Forum, wo sie das auch mal machen können. Diese ganze Debatte ist vorsintflutlich. Da spielt Überheblichkeit mit. Loriot hat nie Politik gemacht und ist einer der besten. Ich sehe jetzt, dass diese Leute aus anderen Bereichen als dem klassischen politischen Kabarett mit einer unglaublichen Begeisterung, Präzision und vor allem Uneitelkeit mitarbeiten. Schon dafür hat es sich gelohnt.“

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Nur bei Django Asül konnte ich ein paar mal lachen - Hatte mir mehr davon versprochen.
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        geschrieben von: Cruz Castillo, 08.10.09 23:55

        Den heutigen Satiregipfel empfinde ich als völliges Desaster. Es war nicht lustig, es war nicht politisch, es war nur schaler Klamauk. Einzig 2mal wurde etwas bissig durch Django Asül.


        Vielleicht ist genau das so gewollt ?
        Nachdenker
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          Den heutigen Satiregipfel empfinde ich als völliges Desaster. Es war nicht lustig, es war nicht politisch, es war nur schaler Klamauk. Einzig 2mal wurde etwas bissig durch Django Asül.

          Wenn das Satire oder Kabarett sein soll, dann gute Nacht ARD!
          Sofort absetzen!
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            Richling behauptete "Loriot hat nie Politik gemacht und ist einer der besten." Der erste Teil des Satzes stimmt nicht, Loriot hat sehr wohl politische Sketche gemacht - einige davon waren kurz vor der Wahl im NDR zu sehen. Er hatte diese aber nie als Kabarett präsentiert, sondern eben als Sketche. Das sind nun mal zwei verschiedene Genres! Schade, dass das durch Richling und seine Sendung vermischt wird.
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          Hier äußert sich Richling ausführlich im Gespräch:

          http://www.swr.de/swr1/bw/programm/leute/-/id=1895042/nid=1895042/did=5334476/ijihyd/index.html


          Die Sache mit den Comedians sehe ich aber eher bedenklich. Wenn Kabarettisten so nebenbei mal eben eine Figur wie Axel Schröder in die Welt setzen, dann dürfte die ziemlich unausgereift sein. Und umgekehrt ... .
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            Atze Schröder könnte bestimmt auch in richtung Politisches Kabarett einige witzige "Highlights" setzen. Nur wenn dieser " Ey icke icke Schwachkopf" (M.Barth) ins Spiel käm wär wohl schluss mit lustig, denn der ist nicht übers Kindergartenniveau, was Comedy betrifft, hinaus gekommen..
            ob sich dies Regional begründen läßt, weiß ich nicht, aber dieses "rosa Schweinchen aus Marzahn" spielt auch nur in einer Thekenmannschaft.....

            Gruss/Huk

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