„Killing Eve“: Frühzeitig grünes Licht für Staffel vier

    Ist erneuter Showrunnerwechsel der Todesstoß?

    Bernd Krannich – 03.01.2020, 18:30 Uhr

    „Killing Eve“

    AMC Network macht „Killing Eve“ offiziell zum „Wanderpokal“: Das Unternehmen hat für seinen Sender BBC America die erfolgreiche Serie weit vor dem Ausstrahlungsstart der dritten Staffel (geplant im Frühjahr) um eine vierte Staffel verlängert. Dabei wird dann auch zum vierten Mal eine andere Frau die kreative Verantwortung übernehmen.

    AMC Networks begründet den Schritt damit, dass die zweite Staffel gegenüber der Auftaktstaffel enorme Zuschauerzuwächse hatte. Grund dafür war sicherlich auch der Erfolg der Auftaktstaffel bei diversen Preisverleihungen, die die Aufmerksamkeit dann für Staffel zwei auf die Serie auf dem eher kleinen Sender lenkte.

    Die Auftaktstaffel stammte dabei aus der Feder von Serienschöpferin Phoebe Waller-Bridge, die auch mit „Fleabag“ großen Erfolg hatte, und entwickelt das Katz-und-Maus-Spiel zwischen der britischen Geheimdienstlerin Eve Polastri (Sandra Oh) und der psychopathischen Auftragskillerin Villanelle (Jodie Comer), wobei beide Frauen voneinander fasziniert werden. Dadurch, dass die beiden in ihrer jeweiligen Welt anecken – Eve lernt die dunkleren Seiten des Geheimdienstes kennen und ihre Ehe kriselt, Villanelle fällt in Ungnade und kommt auf die Abschussliste -, entdecken sie gewisse Gemeinsamkeiten. Aber am Ende ist Villanelle eben eine Psychopathin.

    Nach der Auftaktstaffel hatte Waller-Bridge den Job als Hauptautorin an die bisherige Produzentin Emerald Fennell abgegeben – die zweite Staffel ließ dann auch in der inhaltlichen Qualität nach. Staffel drei entsteht unter der Führung von Suzanne Heathcote („Fear the Walking Dead“). Dass die zur nächsten Staffel auch den Staffelstab weitergibt, sieht man bei AMC Networks wohl als „feature, not a bug“ – als Stärke, nicht als Schwäche.

    Einst war BBC America im Besitz von BBC Worldwide, dem privatwirtschaftlichen Vertriebsarm der BBC. BBC America und BBC three sind auch gemeinsam die ursprünglichen Auftraggeber von „Killing Eve“. Als BBC Worldwide erkannte, dass man sich in den USA anders (und breiter) aufstellen musste, verkaufte man zum einen 49,9 Prozent von BBC America an AMC Networks – die betreiben den „The Walking Dead“-Sender AMC, SundanceTV, IFC und die Streaminganbieter Shudder, Sundance NOW und Acorn TV. Auch beim Dienst BritBox (von BBC Worldwide im Zuge seiner Neuaufstellung in den USA gemeinsam mit ITV gegründet) hat man einen Anteil. Daneben übt man – trotz Minderheitsbeteiligung – die Verwaltung von BBC America aus.

    Lange Rede, kurzer Sinn: AMC Networks genießt nicht gerade den besten Ruf, wenn es um das Ausbalancieren von künstlerischen und finanziellen Interessen geht. Zahllose gefeuerte Showrunner im „Walking Dead“-Franchise wissen ein Lied davon zu singen. Serien wie „Killing Eve“ profitieren in der Regel von ihrem Schöpfer und Mastermind – wann immer sie durch viele kreative Veränderungen gehen, bei denen jedes Mal jemand seine eigene, neue Sicht des Themas aufdrückt, geht das in der Regel (aus Perspektive des Zuschauers) schief.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Schon der erste Wechsel in der kreativen Leitung hat der Serie überhaupt nicht gut getan! Nun haben wir drei Möglichkeiten: Es wird wieder besser, es geht weiter bergab oder das niedrigere Niveau gegenüber der fulminanten ersten Staffel bleibt erhalten. Ich lasse mich gerne, am besten positiv, überraschen. Ist es Möglichkeit Nr. 2 bin ich halt raus...
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