„Im Namen des Volkes – So urteilt Deutschland“: Neues True-Crime-Format bei RTL Zwei

    Jury berät über das Urteil zu realen Kriminalfällen

    Ralf Döbele – 12.03.2020, 11:30 Uhr

    „Im Namen des Volkes“: Rechtsanwalt Dr. Alexander Stevens

    Wie würden Sie entscheiden? RTL Zwei schickt im kommenden Monat ein neues True-Crime-Format auf Sendung. „Im Namen des Volkes – So urteilt Deutschland“ startet am 2. April und die zunächst vier Episoden sind immer donnerstags um 20:15 Uhr zu sehen. Darin werden sieben Juroren mit realen Kapitaldelikten konfrontiert und müssen dann ein gemeinsames Urteil fällen. Als Experte immer mit dabei ist der Münchner Rechtsanwalt Dr. Alexander Stevens , der den Laienrichtern Denkanstöße liefern soll.

    Jede Ausgabe wird drei Fälle behandeln, die in jeweils drei Kurzfilmen nachgestellt und aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden. Danach erhalten die sieben Laienrichter zwei Stunden Zeit, um sich zu beraten und schließlich ein Urteil zu fällen. Wird es mit dem echten Urteil übereinstimmen oder ganz anders ausfallen? Die Fälle sollen dabei immer eines gemeinsam haben: Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Sind Autoraser potenzielle Mörder? Welches Strafmaß droht bei Entführung? Ist Notwehr strafbar?

    Zunächst müssen die Jurymitglieder stets ein eigenes Urteil fällen, basierend auf dem gezeigten Kurzfilm. Danach erhalten die Juroren allerdings durch zwei Einspieler weitere Hintergrundinformationen und neue Fakten. Verändert sich das ursprüngliche Bild von Täter und Opfer? Das gemeinsame Fällen des endgültigen Urteils wird es zeigen. RTL Zwei verspricht: „Die Ansichtsweisen innerhalb der Jury sorgen für emotionale Diskussionen, in denen sich auch der Zuschauer mit seiner ganz eigenen Haltung wiederfindet.“

    Das neue Format weckt durch den potentiellen Konflikt innerhalb der Jury natürlich Erinnerungen an das Bühnenstück „Die 12 Geschworenen“, aber auch an einen Fernsehklassiker. In der ZDF-Sendung „Wie würden Sie entscheiden?“ wurden von 1974 bis 2000 ebenfalls reale Gerichtsfälle in kurzen Einspielfilmen rekonstruiert. Hier konnte das anwesende Studiopublikum, meist geladene Hörer von verschiedenen Volkshochschulen aus dem gesamten Bundesgebiet, per Abstimmung sein „Ja“- oder „Nein“-Urteil fällen. Am Ende wurde enthüllt, ob es mit dem realen Urteil übereinstimmte.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Im Namen des Volkes? Ob die Urteile, die heutzutage manchmal gefällt werden, im Namen des Volkes sind, bezweifel ich sehr stark.
      Erst gestern habe ich im Radio gehört, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen die Jugendamtsmitarbeiter, die es versäumt haben, trotz eindeutiger Hinweise, auf mehrfachen, fortgesetzten Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in OWL einzuschreiten, eingestellt werden, fliegt mir der Draht aus der Mütze. Ob das im Namen des Volkes ist?
      Warum übernimmt hier nicht eine völlig neutrale Staatsanwaltschaft die Ermittlungen? Das müsste doch machbar sein.

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