HBO-Chef verteidigt „Game of Thrones“-Finale, deutet „Confederate“-Aus an

    Dreharbeiten zum Prequel-Piloten abgeschlossen

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 25.07.2019, 12:58 Uhr

    „Game of Thrones“ – Bild: HBO
    „Game of Thrones“

    Dieser Tage stellen sich die amerikanischen Fernsehsender mit ihren neuen Serien der nordamerikanischen Unterhaltungspresse bei der Television Critics Association Summer Press Tour im kalifornischen Pasadena. Einer der ersten, der dabei vor die Journalisten trat, war Casey Bloys, der Programmverantwortliche von HBO, der in einer sogenannten Executive Session einen Gesamtausblick über seinen Sender gab.

    Einerseits musste er sich Fragen zu „Game of Thrones“ stellen, insbesondere dem umstrittenen Ende und dem in Produktion befindlichen Prequel, daneben zum angekündigten und umstrittenen Projekt „Succession“ von den „Game of Thrones“-Showrunnern David Benioff und D.B. Weiss.

    Nachdem Bloys an gleicher Stelle im Februar angekündigt hatte, „ … dass die Jungs einen brillanten Job gemacht haben und die Serie in einer dramatisch befriedigenden und in einer emotional befriedigenden Weise beenden … “ (fernsehserien.de berichtete), wies er nun auch Kritik zurück. Dabei verwies er auch, dass die 32 Emmy-Nominierungen diese Sicht unterstrichen.

    „Es gibt wirklich nur sehr wenige Negativ-Aspekte, wenn man eine immens populäre Serie im Programm hat“, kommentierte Bloys. „Einer der wenigen, die mir einfällt ist, wenn man die Serie beenden will. Das kommt halt mit dem Territorium“, fasste er seine Meinung zur Kritik zusammen. Auf eine Online-Petition mit 3 Millionen Unterschriften angesprochen, die ein „Redo“ der achten Staffel (mit anderen, „fähigeren“ Produzenten) gefordert hatte, entgegnete der HBO-Manager: „Die Petition zeigt, dass es viel Enthusiasmus und Leidenschaft für die Serie gegeben hat, aber (sie aufzugreifen war) nichts, was wir wirklich in Betracht gezogen haben.“

    Daneben gab Bloys an, dass die Dreharbeiten am möglichen Prequel mittlerweile abgeschlossen sind und die ersten Eindrücke „wirklich gut sind“ und der Cast dabei „amazing“ sei. Nun warte man bei HBO darauf, dass die Produzenten ihre Schnittfassung der Pilotfolge abliefern. Entsprechend wollte er sich nicht zu einer Bestellung oder einem Zeitplan dafür äußern.

    Ein weiterer Fragenkomplex drehte sich um die Zukunft des Projekts „Confederate“, das die „Thrones“-Macher Benioff und Weiss bei HBO entwickeln (fernsehserien.de berichtete). Es dreht sich um einen alternativen Geschichtsverlauf, in dem die Südstaaten im amerikanischen Sezessionskrieg (1861 bis 1865) überlebten und auch heute noch existieren – ein weiterer Bürgerkrieg zeichnet sich dabei ab. Da in den USA historischer Revisionismus (der den Bürgerkrieg als „Krieg nördlicher Aggression“ darstellt) und damit verbundener Rassismus im amerikanischen Süden noch ein gesellschaftliches Problem ist, war die Serie, die staatlich legitimierte Sklaverei ins 21. Jahrhundert bringen würde, vorab mit Kritik überzogen worden.

    Nun hat es den Anschein, dass das Problem sich „von selbst“ lösen wird. Aktuell suchen Benioff und Weiss als Kreativteam eine neue Heimat. Während „Game of Thrones“ waren sie bei HBO unter Vertrag im TV-Bereich, daneben konnten sie kurz vor dem Ende der Serie auch noch einen Filmvertrag bei Disney/Lucasfilm für eine Reihe von „Star Wars“-Filmen unterschreiben (fernsehserien.de berichtete). Aktuell macht es stark den Eindruck, dass einer der Tech-Giganten (aka Apple, Netflix, Amazon oder auch Disney) einen Rahmenvertrag mit den beiden Produzenten abschließen wird. Bloys erwartet, dass dann alle laufenden Projekte der beiden bei HBO enden würden – womit die Kontroverse enden würde ohne, dass jemand sein Gesicht verliert.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Wieso sollte man Zuschauer ernst nehmen, die die hirnrissige Forderung stellen, eine Staffel neu zu drehen, nur weil sie ihnen nicht gefällt. Solche Individuen sind i.d.R. von der Realität überfordert und erwarten, dass die Gesellschaft, egal in welcher Form oder Ausprägung, sich ihren persönlichen Wünschen und Anforderungen anzupassen hat. So etwas nennt man krankhaften Narzissmus und ist therapierbar.
      Mir scheint, dass Fans mancher Serien, und dazu gehört ganz definitiv auch GoT, ein wenig öfter den Fernseher mal ausschalten sollten.
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      • am melden

        Warum sollte man sie Ernst nehmen? Nenne mir eine Serie, deren Produzenten eine bereits fertig produzierte und ausgestrahlte Staffel noch einmal komplett neu gedreht haben, weil sie bei einigen Wichtigtuern, die meinen, sie hätten in dieser Hinsicht irgendwas zu melden, nicht so gut ankam!
        • (geb. 1979) am melden

          Es ist klar, dass sie die Staffel nicht nochmal neu drehen werden. Aber eines sollten die Macher, Darsteller und Senderchef trotzdem nicht machen: Das einfach so abzutun. Man sollte doch etwas sachlicher auf die Kritik eingehen und nicht über die Kritik schimpfen und darüber herziehen. Das ist ein arrogantes Verhalten, was an den Tag gelegt wird.
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      • (geb. 1979) am melden

        Hmmm. Ich bin kein Fan von GoT. Mir scheint es aber so, als ob man diese Zuschauer nicht wirklich Ernst nimmt. Ist egal, für wie viele Emmys die Staffel nominiert wurde. 
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